Challenge: Romantik/Intimität – Symbol der Freundschaft / Liebe (für mich)
Rating: gen
Fandom: Tatort Wien
Charaktere/Pairings: Moritz Eisner/Ernst Rauter
Notes: Ernstl ist wieder da und Moritz setzt seinen Plan in die Tat um.
Eine Szene für meine Fic Die Welt in unseren Händen, angesiedelt Mitte der 90er. Da die Fic selbst immer noch bei 1982 ist: SPOILER Warnung!
Hier ist Ernstl wieder da und Moritz kann seinen Plan in die Tat umsetzen.
***
Die kleine Schachtel mit dem Ring brannte ein Loch in seine Tasche, während Moritz unruhig auf die Ankunft des Flugs wartete. Eigentlich war er viel zu früh dran, aber er hatte eben nicht mehr daheim herumsitzen können, also war er einfach zum Flughafen gefahren.
Moritz vergrub die Hände in den Taschen seiner Jacke und wünschte sich, er wäre nicht so nervös. Es war doch nur Ernstl. Außerdem hatten sie gestern erst telefoniert, bevor Ernstl zum Flughafen aufgebrochen war, um sich auf den Heimweg zu machen. Trotzdem schlug sein Herz wie wild, wenn er daran dachte, seinen Partner bald wiederzusehen. Gott, die letzten Monate ohne ihn hatten sich wie Kaugummi gezogen und schienen einfach nicht enden zu wollen. Bald, dachte er. Nicht mehr lang–
"Moritz."
Er wirbelte herum und da stand auf einmal Ernstl, breit grinsend. "Na, träumst du?"
"Ernstl!"
Bevor er sich versah, zog Ernstl ihn in seine Arme. Die Anspannung wich aus ihm und Moritz drückte seinen Partner so fest es ging. Gott, er wollte ihn nie wieder loslassen.
Ernstl schien es ähnlich zu gehen, denn sie standen lange dort, während viele um sie herum ebenfalls ihren geliebten Menschen in die Arme fielen und viele andere an ihnen vorbeieilten. Niemand beachtete Ernstl und ihn, als sie sich irgendwann langsam voneinander trennten und sich lächelnd ansahen.
"Schicker Bart," kommentierte Ernstl und Moritz lachte.
"Ich muss doch das ausgleichen, was bei dir weniger is."
Bei seinem Besuch im Sommer hatte Moritz sich daran gewöhnt, aber ihre Kollegen würden ihn vermutlich erst mal nicht wiedererkennen.
Lächelnd fuhr Ernstl mit der Hand über seine kurzgeschorenen Haare und zuckte die Schultern. "Ich find's inzwischen ganz angenehm."
Moritz verkniff sich die Frage, die ihm auf der Zunge lag und nickte in Richtung Ausgang. "Komm, fahren wir heim."
***
Ähnlich wie er selbst bei seinem Besuch in Los Angeles, besuchte Ernstl erst einmal seine Dusche. Als er schließlich aus dem Bad kam, lediglich mit einem Handtuch bekleidet und Moritz' interessierten Blick sah, grinste er und drehte sich einmal auf der Stelle im Kreis.
"Und?"
"Wie kannst du nach dem langen Flug so wach sein?"
"Auf dem langen Flug war viel Zeit zum Schlafen."
Moritz schüttelte den Kopf und trat ganz nah an seinen Partner heran. Seine Hände fuhren über Ernstls Brust, seine Schultern, seinen Rücken. Ernstl lehnte seine Stirn an Moritz' und Moritz' Hände wanderten weiter nach unten.
Das Handtuch fiel zu Boden.
"Du trägst zu viel," murmelte Ernstl gegen seine Lippen.
Seine Antwort verschwand in ihrem Kuss. Hände zogen an seinem Pullover und er hob die Arme, damit Ernstl ihn ihm über den Kopf ziehen konnte.
"Ernstl," sagte er atemlos, "Ernstl."
"Was?"
"Du– Du trägst zu wenig."
Ernstl, der gerade dabei war, Küsse auf seinem Hals zu verteilen, lachte. "Das ist das erste mal, dass du dich darüber beschwerst."
Moritz schob eine Hand in seine Hosentasche und umschloss die kleine Schachtel.
"Ich hab was–" Er zog die Schachtel heraus. "Ich hab was, das du tragen solltest. Also wenn… Wenn du möchtest."
"Mhm? Was denn?" raunte Ernstl und er schauderte.
"Ernstl."
Der schaute ihn nun mit funkelnden Augen an. Auf einmal fehlten ihm die Worte. Alles, was er hatte sagen wollen, blieb ihm im Hals stecken. Er blinzelte seinen Freund an. Seinen Partner. Seinen–
Er hob seine Hand, sah wie Ernstls Augen ganz groß wurden, als er begriff, was Moritz da hatte. Er klappte die Schachtel auf.
Der einfache Ring glänzte in seinem dunkelblauen Samtbett.
"Moritz?"
"Ja?"
Sie kicherten beide.
"Eigentlich wollte ich dich fragen und du solltest ja sagen, nicht andersrum."
"Dann müssen wir das wohl nochmal probieren." In Ernstls leuchtenden Augen stand schon die Antwort.
Moritz fühlte sich, als würde er schweben, als er schließlich doch die richtigen Worte fand.
"Weißt du, mir ist im letzten Jahr viel klargeworden… Ich will nie mehr ohne dich sein. Ich will mein ganzes Leben mit dir verbringen. Für immer. Ernstl… Ich weiß, es ist nicht möglich, aber… Wenn du könntest. Würdest du mich heiraten? Willst du dein Leben mit mir verbringen?"
"Moritz… Gott, ich lieb dich so sehr. Natürlich will ich mein Leben mit dir verbringen." Ernstl strahlte und schaute zwischen dem Ring und ihm hin und her, bevor er ihn in einen tiefen Kuss zog.
Nach einer Weile murmelte er gegen Moritz' Lippen, "Wenn ich könnt, würd ich dich auf der Stelle heiraten. Ja. Ja."
Er grinste. "Darf ich?"
"Mhm."
Moritz nahm Ernstls Hand, drückte in einer seltenen romantischen Geste einen Kuss auf seine Knöchel und schob dann den Ring auf seinen Finger, während ihm sein Herz fast aus der Brust sprang.
Sie grinsten sich an und Moritz wusste, er würde auch in nächster Zeit nicht mehr aufhören können mit Grinsen. Ernstl war wieder da. Ernstl hatte ja gesagt. Sie waren verlobt. Wie verrückt war das?
Sie würden nie wirklich heiraten können aber das hier? Für Ernstl und ihn bedeutete das alles.