[identity profile] chija.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: ora et labora
Autorin: Akane / [livejournal.com profile] chija
Fandom: Orignal / Schattenspiele
Challenge: Musik Tabelle - #1 con fuoco
Wörter: 397
Warnungen: ---
Kommentar: Ich habe einen dritten Hauptcharakter. Warum benutze ich ihn nie? Seltsam ist es trotzdem geworden.

„Mein Sohn, wenn du wirklich in den Dienst des Herrn eintreten willst, solltest du dringend versuchen, dich zu mäßigen.“
Der alte Abt schaute kopfschüttelnd auf seinen jüngsten und problematischsten Studenten herab, der etwa so schuldbewusst wirkte wie eine Katze. Eine sehr satte Katze. Mit Federn im Maul.
„Ja, Vater.“
„Und du solltest dich mehr deinen Studien widmen als Streitereien mit deinen Mitstudenten und irgendwelchen neumodischen Höllenmaschinen.“
Gegen seinen Willen musste Alexander grinsen und hielt sich schnell die Hand vor den Mund. Eine Vespa 98 war sicherlich neumodisch, sie war sogar eine technische Revolution, aber eine Höllenmaschine? Nun gut, sein Liebling, für den er einen guten Teil seines Jahresunterhalts ausgegeben hatte, war feuerrot, aber...
„Hörst du mir überhaupt zu?“
„Verzeiht, Vater. Ihr wart sicherlich gerade bei meiner mangelnden Moralität.“
„Und hüte endlich deine vorlaute Zunge!“
„Ja, Vater.“ Alexander seufzte geschlagen und trottete langsam in Richtung der Kappelle davon.

In einer Nische kniete er nieder, faltete die Hände und schloss die Augen.
„Ich will die Weihen ja empfangen, mehr als alles andere möchte ich den Gläubigen einer Gemeinde ein guter Hirte sein. Ich bin mir sicher, dass ich das könnte. Aber... sie ist nun mal eine rote – verzeih – Göttin. Sie ist meine einzige weltliche Sünde, ich begehre nichts anderes. Abgesehen davon – heißt für den Glauben zu leben wirklich, in der Vergangenheit zu leben? Kann ein Priester nicht mit der Zeit gehen?“
Aus dem Schatten lachte es. „Je nachdem, in was für eine Gemeinde du gerätst, könnte das kompliziert werden. Im Prinzip – was hindert dich?“
„Pater John!“ Alexander rappelte sich auf. „Ich habe Sie gar nicht kommen hören!“ Der Benediktinerpater, dessen freundliche Augen und aufrechte Haltung ihn Jahrzehnte jünger wirken ließen, als er war, lächelte mild. „Ich war schon vor dir hier. Aber das tut nichts zur Sache. Um als Priester mit der Zeit gehen zu können, muss dir jemand den Weg bereiten. Abgesehen davon steht dir alles offen.“

Einige Jahre später schickte der Bischof ihn in eine kleine, südenglische Gemeinde, deren Pfarrer unerwartet verstorben war. Alexander war sich nicht ganz sicher, ob er das kirchliche Desinteresse des Lords, zu dessen Besitz die Gemeinde gehörte, als den Weg sehen sollte, der ihm versprochen worden war, aber er nahm gerne, was sich ihm bot und abgesehen davon hatte er lange schon nicht mehr eine so schöne Zeit verbracht. Und der Lord schätzte seine Mobilität.

„Und das, Damien, ist immer noch Schachmatt.“




Titel: Maestro, da capo per favore!
Autorin: Akane / [livejournal.com profile] chija
Fandom: Orignal / Schattenspiele
Challenge: Musik Tabelle - #2 da capo
Wörter: 466
Warnungen: [sap]
Kommentar: Und am Ende ein Anfang. Viel zu kitschig.

Als er vor ihr auf die Knie ging und ihr einen Heiratseintrag machte und Jane ihn anstarrte und nicht wusste, was sie sagen sollte, bis sie schließlich ein atemloses „Ja“ stammelte, fragte sich Damien, wie es eigentlich so weit gekommen war.

Hätte ihn niemand auf sie aufmerksam gemacht, er hätte sie nicht bemerkt.
Natürlich fiel ihm auf, dass sie Blumen in den Kästen rund um die Rennbahn und auf dem Hof niemals welkten und natürlich war ihm klar, dass dafür ein Gärtner verantwortlich sein musste und natürlich hatte er den Mann oder die Frau sicherlich schon gesehen, aber wenn er seine Arbeit tat, dann hatte er wenig Augen für andere Dinge.

Es war der Stallmeister, ein netter, kerniger Bursche, mit dem er öfters in einen Pub ins Dorf ging, der ihm von Jane und ihrer Geschichte erzählte.
Sie war noch sehr jung und betrieb allein einen Blumenladen im Dorf, dessen magere Gewinne gerade eben so ausreichten, um sie und ihren Sohn über Wasser zu halten. Als sie acht Jahre zuvor schwanger geworden war, hatte der Vater des Kindes sie verlassen, anstatt sie zu heiraten und ihre Familie hatte sich von ihr abgewendet. Um ein wenig dazuzuverdienen, pflegte sie Blumen auf dem Gestüt.
Eine ergreifende Geschichte, die für jeden Kitschroman getaugt hätte.
Aber sie ging Damien einfach nicht mehr aus dem Kopf. Er war schon immer hilfsbereiter gewesen, als es für ihn gut war.

Als er sie das nächste Mal auf dem Hof arbeiten sah und ihr Sohn ehrfürchtig das Training auf der Rennbahn verfolgte, sprach er sie an. Ob der Junge reiten könne. Ob er es mal versuchen wolle.

Lucas strahlte, als Damien ihn auf das prächtige Pferd hob und ihn ein paar Runden im Hof umherführte. Jane strahlte ebenfalls.
Beim nächsten Mal stellte sie ihm eine Flasche Wein vor die Tür, die mit einer gelb blühenden Pflanze umwunden war – Ackermennig, ich danke dir.

Damien antwortete mit einer Einladung zum Essen.
Jane war sicherlich keine Schönheit, und Damien war nicht auf der Suche nach einer Bindung, auch wenn ihn schon viele gefragt hatten, warum ein Mann wie er immer noch unverheiratet war. Er hatte niemals Antwort gegeben. Trotzdem hatte er das Gefühl, dass er ihr helfen konnte. Und dass ihre traurigen, braunen Augen ein bisschen weniger traurig wirkten, wenn er ihr und Lucas Gutes tat.

Der Antrag war nur das logische Resultat. Er hatte ein bescheidenes, aber regelmäßiges Einkommen, dss gemeinsam mit den Einkünften aus ihrem Laden auch für drei reichen würde. Lucas bekam einen Vater, den er, der Wildfang, so dringend zu brauchen schien. Jane bekam einen Teil ihres Ansehens zurück.

Und Damien?

Er stand auf und schloss sie in die Arme. Eigentlich wusste er ja, warum er es getan hatte, leugnen war zwecklos.

Er hatte endlich wieder jemanden, um den er sich kümmern konnte.

Habe fertig.

Date: 2008-08-28 10:56 am (UTC)
der_jemand: (confusion)
From: [personal profile] der_jemand
*___*

Alexander! &hearts
Alexander und seine Vespa... mein neues OTP. =)
Gott, Liebe. Aber ich liebe Alexander immer, das weißt du ja. XD

Und das andere... Oh Gott, Damien... Natürlich muss er sich um jemanden kümmern. Er ist zu hilfsbereit. Natürlich. Und es würde für einen Kitschroman taugen, wenn er nur nicht... Ach egal.
Wundervoll.

Überhaupt sind beide einfach toll.^^

Date: 2008-08-28 08:37 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
zu ora et labora: Warum kommt der jetzt erst vor?!? o.o
Alexander ist toll *-*
Ich finde sein Gebet sehr niedlich und das Ende ist sehr cool ^.^

zu Maestro, da capo per favore!: Awww, Damien *QQQ*
Der letzte Sazt ist gut gewählt und ich mag es, dass Lucas Pferde mag (das passt so...)
Hach, meine LIebe für Damien wächst und wächst... >D

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