Sommer-Challenges-Päckchen, die Zweite
Aug. 19th, 2008 02:24 amMeine Damen und Herren, Sie sehen meinen zweiten Sommer-Challenges-Claim.
Fandom: Neon Genesis Evangelion
Tabelle: Kindheitserinnerungen/ 1. Male
Challenges: #11 Lieblingsspielzueg
Personen: Shinji Ikari, Touji Suzuhara
Anmerkung: Ziemlich Nullachtfuffzehn wie immer. Aber die nächsten vier Stücke gedenke ich mit Plot und ein bisschen weniger schnöder Atmosphäre zu füllen.
„Lieblingsspielzeug, wa?“
Touji Suzuhara lehnt sich genüsslich zurück- die Stuhllehne ist alt und hart und gibt eigentlich auch nicht mehr viel her.
Zwischen Zeige- und Mittelfinger hält er- noch genüsslicher- eine Salzstange wie eine Zigarette. In der Dunkelheit wirkt es auch ein bisschen so. Es fehlt nur der Gestank und der glühende rote Punkt.
Shinji sieht eigentlich nicht auf, aber er muss trotzdem an Kaji denken. Ryouji Kaji, der auch immer im Dunkeln sitzt und neben sich einen glühenden, roten Punkt hat, der seine Melonen im Geosektor mit Engelsgeduld und jenem glühenden, roten Punkt hegt und pflegt.
„Ziemlich groß, so ein Ding.“, stellt Touji weiterhin fest und knabbert unmotiviert an der Salzstange herum. Leise Töne fließen in die Nacht hinaus und umklammern die warme Luft, die zwischen Wänden und Hautritzen und ungesprochenen Worten sitzt. Die Nacht kühlt nicht, sie produziert nur schwarzen Schweiß. Man möchte seufzen, aber die Luft ist zu stickig und warm.
„Willste damit irgendwas kompensieren?“
Shinji schaut jetzt doch hoch und legt vorwurfsvoll den Kopf schief.
`Du bist so ein Kindskopf!´, sagt sein Blick, aber aus dem Mund kommt: „Würde ich das wollen, würde ich Kontrabass spielen, nicht Cello.“
Seine Finger formen Töne wie eine Spinnerin den Faden zurechtzieht. Dämlich, aber wahr. Subtil, aber gleichzeitig höchst kompliziert. Manchmal klirrt es etwas.
„Aber mit so ´nem Lieblingsspielzeug kannste wenigstens was anfangen. Besser als´n Plüschtier oder sowas.“
Touji sinniert gerne, wann man ihn lässt. Pseudophilosophischer Quark, findet Shinji eigentlich, aber er kann nicht umhin, innerlich dazu zu lächeln. Touji ist ein Checker. Zwar nicht ganz so wie Kensuke, aber immerhin. Manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, fährt er die Fühler aus, riecht Lunte und betreibt Proletenphilosophie.
„Hast du ein Lieblingsspielzeug?“, möchte Shinji wissen und zupft lustlos an einer Seite.
Müdigkeit schwimmt im Raum, aber noch kann er sich dagegen wehren.
„Ach!“
Sein Freund winkt heftig ab.
„Sowas fragt man nich´ als Kerl! Du hast aber auch gar keine Ahnung!“
Dann zerstrubbelt er sich das Haar.
„Frag mal nach Kensukes Lieblingsspielzeug! Der kann dir sicher ´ne ganze Liste runterrattern, Panzer und Flugzeuge, Spielzeugpistolen und was er nicht sonst noch für Fetischkrams hat! Aber ich- ich bin normal!“
„Verstehe.“, lächelt Shinji, als er das Cello sanft an den Stuhl lehnt und sich auf den Futon neben Touji niederlässt. Das Bettzeug raschelt wohlig, ein kleiner Mitternachtsschauer fährt ihm über den Rücken. Die Zellen sind müde und grau.
„Du hattest also ein Plüschtier und gibst es jetzt nur nicht mehr zu.“
Mit der Zeit weiß man in etwa, wie Suzuhara tickt. Da ist nicht viel, was man ergründen kann. Für Touji bestehen nur folgende drei Prinzipien: Essen ist fundamental wichtig. Freunde ebenso. Wer sich nicht um seine Freunde kümmert, gehört aufgeschlagen.
So einfach ist das.
Ach, denkt Shinji, wenn es für ihn nur auch so einfach wäre!
„Ach, halt die Klappe!“, grummelt Touji und zieht sich die Decke bis zum nackten Bauchnabel. Dann taucht der Mond aus dem Wolkenpool auf und die Jungen liegen still da, in weißes Licht geworfen.
Ein Weilchen Schweigen.
Morgen kann die Welt vielleicht untergehen. Aber eine Nacht schlafen wäre noch ganz nett. Schlaf braucht man immer, egal, was am nächsten Tag passieren wird. Zum Tode Verurteilte bekommen ihren letzten Schlaf schließlich auch noch.
„Und..?“
Irgendwann dreht Touji sich zu Shinji um und grinst gehässig. Im Mondschein sehen seine Zähne silbern aus.
„..hast du nun so ´nen Kleinen?“
„Ich sag´s dir, wenn du mir verrätst, was für ein Plüschtier du in deinem Bett zu liegen hast.“, kontert Shinji- immerhin das hat er bei Suzuhara gelernt.
„Tzähe..“, macht der und spricht schließlich kein Wort mehr.
Nur ausruhen.
Das Leben ist so anstrengend, dass man am Ende nur vor Erschöpfung stirbt.
Also, vielleicht. Das ist auch wieder so eine Proletenphilosophie.
Shinji hält den Atem an und spürt Toujis warme Haut an seinen Händen.
Wie man die Finger mit denen eines Freundes verschränkt, hat er vor kurzem gelernt.
Fandom: Neon Genesis Evangelion
Tabelle: Kindheitserinnerungen/ 1. Male
Challenges: #11 Lieblingsspielzueg
Personen: Shinji Ikari, Touji Suzuhara
Anmerkung: Ziemlich Nullachtfuffzehn wie immer. Aber die nächsten vier Stücke gedenke ich mit Plot und ein bisschen weniger schnöder Atmosphäre zu füllen.
„Lieblingsspielzeug, wa?“
Touji Suzuhara lehnt sich genüsslich zurück- die Stuhllehne ist alt und hart und gibt eigentlich auch nicht mehr viel her.
Zwischen Zeige- und Mittelfinger hält er- noch genüsslicher- eine Salzstange wie eine Zigarette. In der Dunkelheit wirkt es auch ein bisschen so. Es fehlt nur der Gestank und der glühende rote Punkt.
Shinji sieht eigentlich nicht auf, aber er muss trotzdem an Kaji denken. Ryouji Kaji, der auch immer im Dunkeln sitzt und neben sich einen glühenden, roten Punkt hat, der seine Melonen im Geosektor mit Engelsgeduld und jenem glühenden, roten Punkt hegt und pflegt.
„Ziemlich groß, so ein Ding.“, stellt Touji weiterhin fest und knabbert unmotiviert an der Salzstange herum. Leise Töne fließen in die Nacht hinaus und umklammern die warme Luft, die zwischen Wänden und Hautritzen und ungesprochenen Worten sitzt. Die Nacht kühlt nicht, sie produziert nur schwarzen Schweiß. Man möchte seufzen, aber die Luft ist zu stickig und warm.
„Willste damit irgendwas kompensieren?“
Shinji schaut jetzt doch hoch und legt vorwurfsvoll den Kopf schief.
`Du bist so ein Kindskopf!´, sagt sein Blick, aber aus dem Mund kommt: „Würde ich das wollen, würde ich Kontrabass spielen, nicht Cello.“
Seine Finger formen Töne wie eine Spinnerin den Faden zurechtzieht. Dämlich, aber wahr. Subtil, aber gleichzeitig höchst kompliziert. Manchmal klirrt es etwas.
„Aber mit so ´nem Lieblingsspielzeug kannste wenigstens was anfangen. Besser als´n Plüschtier oder sowas.“
Touji sinniert gerne, wann man ihn lässt. Pseudophilosophischer Quark, findet Shinji eigentlich, aber er kann nicht umhin, innerlich dazu zu lächeln. Touji ist ein Checker. Zwar nicht ganz so wie Kensuke, aber immerhin. Manchmal, wenn man es am wenigsten erwartet, fährt er die Fühler aus, riecht Lunte und betreibt Proletenphilosophie.
„Hast du ein Lieblingsspielzeug?“, möchte Shinji wissen und zupft lustlos an einer Seite.
Müdigkeit schwimmt im Raum, aber noch kann er sich dagegen wehren.
„Ach!“
Sein Freund winkt heftig ab.
„Sowas fragt man nich´ als Kerl! Du hast aber auch gar keine Ahnung!“
Dann zerstrubbelt er sich das Haar.
„Frag mal nach Kensukes Lieblingsspielzeug! Der kann dir sicher ´ne ganze Liste runterrattern, Panzer und Flugzeuge, Spielzeugpistolen und was er nicht sonst noch für Fetischkrams hat! Aber ich- ich bin normal!“
„Verstehe.“, lächelt Shinji, als er das Cello sanft an den Stuhl lehnt und sich auf den Futon neben Touji niederlässt. Das Bettzeug raschelt wohlig, ein kleiner Mitternachtsschauer fährt ihm über den Rücken. Die Zellen sind müde und grau.
„Du hattest also ein Plüschtier und gibst es jetzt nur nicht mehr zu.“
Mit der Zeit weiß man in etwa, wie Suzuhara tickt. Da ist nicht viel, was man ergründen kann. Für Touji bestehen nur folgende drei Prinzipien: Essen ist fundamental wichtig. Freunde ebenso. Wer sich nicht um seine Freunde kümmert, gehört aufgeschlagen.
So einfach ist das.
Ach, denkt Shinji, wenn es für ihn nur auch so einfach wäre!
„Ach, halt die Klappe!“, grummelt Touji und zieht sich die Decke bis zum nackten Bauchnabel. Dann taucht der Mond aus dem Wolkenpool auf und die Jungen liegen still da, in weißes Licht geworfen.
Ein Weilchen Schweigen.
Morgen kann die Welt vielleicht untergehen. Aber eine Nacht schlafen wäre noch ganz nett. Schlaf braucht man immer, egal, was am nächsten Tag passieren wird. Zum Tode Verurteilte bekommen ihren letzten Schlaf schließlich auch noch.
„Und..?“
Irgendwann dreht Touji sich zu Shinji um und grinst gehässig. Im Mondschein sehen seine Zähne silbern aus.
„..hast du nun so ´nen Kleinen?“
„Ich sag´s dir, wenn du mir verrätst, was für ein Plüschtier du in deinem Bett zu liegen hast.“, kontert Shinji- immerhin das hat er bei Suzuhara gelernt.
„Tzähe..“, macht der und spricht schließlich kein Wort mehr.
Nur ausruhen.
Das Leben ist so anstrengend, dass man am Ende nur vor Erschöpfung stirbt.
Also, vielleicht. Das ist auch wieder so eine Proletenphilosophie.
Shinji hält den Atem an und spürt Toujis warme Haut an seinen Händen.
Wie man die Finger mit denen eines Freundes verschränkt, hat er vor kurzem gelernt.
no subject
Date: 2008-08-19 01:30 am (UTC)Es ist so wohlig das zu lesen. Irgendwie... will ich jetzt doch ins Bett und schlafen, obwohl ich eben noch so munter war - aber einkuscheln und wohlig einschlafen - morgen ist ein weiterer Tag, an dem die Welt untergeht, vielleicht kann man ausgeschlafener besser dazu cheerleaden.
no subject
Date: 2008-08-19 09:36 am (UTC)Stimmt, du hast Recht. Oo Irgendwie hätten mir die Parallelen klar werden müssen. Seltsam. Vielleicht, weil ich das gar nicht abends, sondern irgendwann nachmittags geschrieben habe o.o
no subject
Date: 2008-08-19 08:27 am (UTC)Schön und kuschelig.