[identity profile] khalaris.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Juliet
Challenge: Romantik/Intimität – Symbol der Freundschaft / Liebe (fürs Team)
Rating: gen
Fandom: Tatort Wien
Charaktere/Pairings: Moritz Eisner/Bibi Fellner
Notes: [Einmal Holland und zurück – Teil 3] Warum über Gefühle reden, wenn man sie auch einfach zeigen kann?


"So, was mach'ma jetzt?"

"Wie, was wir machen?"

"Na du hast Geburtstag! Hast du nix vor? Ach, weißt was, lass uns doch irgendwo schön essen gehen. Ich lad dich ein, zur Feier des Tages. Aber du suchst aus, wo wir hingehen."

Ein bisschen überrumpelt fühlte er sich schon, denn eigentlich hatte er heute nur mit einem ruhigen Abend allein gerechnet. Jetzt war auf einmal Bibi da und er an seinem Geburtstag doch nicht so einsam wie er angenommen hatte.

Na gut, er hatte Geburtstag und Bibi war da. Ein schöneres Geschenk hätte er sich nicht wünschen können.

Er überlegte kurz. "Ich weiß, wo wir hingehen. Ich muss nur vorher…" Er machte eine vage Geste. "Ich würd ja sagen, fühl dich wie zuhause, aber das tust du bei mir eh."

"Gut erkannt," grinste sie und scheuchte ihn in Richtung Flur, wo er erst einmal ins Bad abbog.

Als er wenig später das Schlafzimmer betrat, fiel ihm als erstes Bibis Rucksack ins Auge. Der stand mit geöffnetem Reißverschluss ans Bett gelehnt, als würde er da ganz selbstverständlich hingehören. So wie Bibis Pullover, der auf dem Bett lag und den sie vermutlich ausgepackt hatte, damit er nicht verknitterte.

Moritz musste sich einen Moment lang setzen, um die Situation, in der er sich jetzt befand, zu verarbeiten. Er legte eine Hand auf den Pullover, fuhr langsam über den weichen Stoff, während er nachdachte. Auch ohne dass sie über seinen Brief geredet hatten, machte Bibi ihre Absicht unmissverständlich klar. Wie so oft in ihrer Beziehung hatte er das Gefühl, sie wäre ihm einen Schritt voraus und er musste sich anstrengen, um aufzuholen.

Nicht immer war das so gewesen. Er konnte sich an Zeiten erinnern – damals, nachdem Bibi zur Mordkommission versetzt wurde, als sie mit der Alkoholsucht kämpfte und die meiste Zeit ein ziemliches emotionales Wrack war – da hatte sie seine Unterstützung und seine Bestätigung gebraucht. Hatte sie gesucht. Er hatte sie ihr gegeben, erst widerwillig, aber bald dann ganz selbstverständlich und mit Freude.

Er lächelte. Jetzt war sie es, die oft den Ton angab und er derjenige, der sich von ihr mitziehen ließ. Er war schon gespannt – und ein kleines bisschen aufgeregt – wie es nun mit ihnen weitergehen würde.

Aber zuerst hatten sie ein Date.

Bibi las interessiert in seiner Touristenbroschüre, als er ein paar Minuten später das Wohnzimmer betrat. Mit kritischem Blick beäugte sie ihn über den Rand ihrer Lesebrille hinweg, während er sein Hemd fertig zuknöpfte.

"Ah, da bist du ja. Hatt schon fast befürchtet, du bist eingeschlafen und ich muss mich den ganzen Abend allein beschäftigen."

"Pfft, hättest mich halt aufgeweckt."

Sie legte die Broschüre zur Seite, legte ihre Lesebrille auf den Couchtisch und stand auf. "Aber Moritz, ich kann doch ned einfach in dein Schlafzimmer gehn. Sowas würd ich nie tun."

"Aha? Kann ich das schriftlich haben?"

Bibi kam vor ihm zum Stehen und warf ihm einen übertrieben unschuldigen Blick zu. "Vertraust du mir etwa ned?"

"Es gibt niemanden, dem ich mehr vertraue."

"Na dann. Vertrau mir einfach."

Er lachte. "Es is dir wurscht, dass ich die Wohnung genommen hab, weil sie so ein schönes Gästezimmer hat, oder?"

"Joa, is mir tatsächlich wurscht," antwortete sie grinsend, bevor sie eine Hand über sein Herz legte. "Schick schaust aus."

Ja, vielleicht hatte er genau dieses bestimmte dunkelblaue Hemd angezogen, weil er wusste, dass es ihr gefiel.

"Du aber auch."

"Ich schau aus wie immer."

"Naja. Schaust halt immer schick aus."

"Auch wenn ich morgens aufsteh und ganz zerknautscht bin und mir die Haare zu Berge stehen?"

Sein Herz machte einen überraschten Satz. Das war das erste Mal, dass sie auf etwas anspielte, was er in seinem Brief geschrieben hatte. Und natürlich musste es ausgerechnet das sein.

"Immer," bestätigte er.

"Du alter Casanova!" lachte Bibi. "Komm, führ mich ins wilde Den Haager Nachtleben!"



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