Fluff – Wiedersehen (fürs Team)
Jul. 8th, 2024 04:37 pmChallenge: Fluff – Wiedersehen (fürs Team)
Rating: gen
Fandom: Tatort Wien
Charaktere/Pairings: Moritz Eisner, Bibi Fellner
Notes: [Einmal Holland und zurück – Teil 2] Moritz hat an seinem Geburtstag unerwarteten Besuch.
Moritz sprintete die Stiege hinauf zu seiner Wohnung, froh endlich entspannen zu können. Der Betrugsfall, in dem sie gerade ermittelten, hatte sich als noch ausgefeilter und weitreichender herausgestellt, als anfangs vermutet, weshalb er jetzt auch seinen Geburtstag in Den Haag verbrachte, statt in Wien. Seinen Kollegen hatte er einen Kaffee ausgegeben, für mehr war keine Zeit gewesen. Bibis Geburtstagsanruf heute Mittag war ebenfalls entsprechend kurz ausgefallen, aber gefreut hatte er sich trotzdem.
Er seufzte. Nur seinen Brief hatte sie wieder nicht erwähnt. Hatte sie ihn etwa nie erhalten? War er vielleicht unterwegs irgendwo verloren gegangen? Richtig frankiert musste er ihn haben, oder? Bibis Adresse konnte er auswendig, da hatte er sich bestimmt nicht verschrieben.
Oder hatte sie ihn erhalten und wollte aber nichts dazu sagen? Das war auch eine Option, aber die gefiel ihm noch weniger.
Oben angekommen, zog er den Schlüssel aus seiner Jackentasche und sperrte die Tür auf.
Dachte er jedenfalls. Die Tür öffnete sich schon nach einer halben Umdrehung. Hatte er vergessen, heute Morgen zuzusperren? Wo stand ihm zur Zeit nur der Kopf?
Mit einem Kopfschütteln betrat er die Wohnung, streifte sich die Schuhe von den Füßen und ging ins Wohnzimmer.
Bibi saß auf seiner Couch.
Er blinzelte verdutzt.
Bibi. Auf seiner Couch. Hier, in Den Haag.
Lächelnd stand sie auf und kam ihm entgegen, bis sie direkt vor ihm stand. Das konnte nicht wahr sein, er musste träumen.
"Hallo, Moritz."
"Bibi."
Ihren Namen seufzte er mehr, als dass er ihn sagte, dann fiel er in ihre Arme. Es war kein Traum, Bibi war real, sie war hier.
Er schlang seine Arme so fest es ging um sie und vergrub sein Gesicht in ihren Haaren. Sie kitzelten seine Nase, doch das störte ihn nicht. Er atmete tief ein. Da war sie, seine Bibi.
Bibi machte keine Anstalten, ihn loszulassen. Lange standen sie so da, eng umschlungen, in seinem kleinen Wohnzimmer.
"Warst du ned vorhin noch in Wien, als du mich angerufen hast?" fragte er schließlich in ihre Haare.
Sie schnaubte amüsiert. "Da war ich schon am Flughafen. Ich wusst ja ned, wann du nach Hause kommst und wollt ned bis zum Abend warten, um dir zu gratulieren."
Einen Moment lang drückte er sie noch ein wenig fester. Dass sie einfach so hier bei ihm auftauchen würde, war das letzte, womit er gerechnet hatte.
"Gut, dass du einen Schlüssel hast." Den hatte er ihr vor 3 Monaten gegeben, als er das letzte mal in Wien war. Als sie sich das letzte mal sahen.
Bibi löste ihre Umarmung und nahm seine Hände. Sie lächelte.
"Ich hab deinen Brief gelesen. Gestern Abend."
Oh. Sie hatte ihn doch erhalten. Natürlich hatte sie–
"Gestern Abend?"
Sie schnaubte. "Psst, sei still. Der lag halt eine Weile in meinem Briefkasten."
Das war so typisch Bibi, dass er nicht anders konnte, als lachen. "Bibi, wirklich. Den hab ich vor zwei Wochen abgeschickt!"
Und er hatte sich Sorgen darüber gemacht, ob er überhaupt angekommen war und ob sie ihn vielleicht absichtlich ignorierte.
Sie zuckte die Schultern. "Kennst mich doch. Aber ich hab ihn gelesen und immerhin bin ich jetzt hier, oder?"
Ja, tatsächlich. Immerhin war sie hier.
"Gott, du weißt gar ned, wie froh ich bin, dich zu sehen."
"Naja." Sie grinste. "Ich kann's mir vorstellen."
Und ja, vermutlich konnte sie das wirklich.