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Team: Juliet
Challenge: Crack —Wie ein altes Ehepaar (fürs Team)
Fandom: Blind Ermittelt
Charaktere: Alexander Haller, Niko Falk, Laura Janda, Sophie Haller
Notes: Das war als 5 Mal als sie eine Ex von Alex getroffen haben geplant, aber aus Zeitgründen sind es nur drei geworden



I


„Hey, ich glaube da steht jemand auf dich.“


„Hmm?“ Alex Augenbrauen schossen nach oben.


„Da drüben steht eine sehr gutaussehende Frau, die immer wieder zu dir rüberschaut.“


„Zu mir?“


„Also, wenn sie nicht schielt, schaut sie wirklich in deine Richtung, und nicht zu mir, oder zu dem etwa 80-jährigen am Nebentisch.“


Alex konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.


„Und sie sieht wirklich gut aus. Groß. Lange rote Haare …“


Plötzlich verzog Alex das Gesicht.


„Was?“


„Wie alt schätzt du sie?“


„Anfang, Mitte 40 vielleicht. Seit wann interessiert dich sowas?“


„Brille?“


„Tsk. Du und Äußerlichkeiten?


„Sags mir einfach“


„Ja. Ziemlich unauffällige, aber sie trägt eine.“


Alex griff nach seinem Arm. „Lass uns von hier verschwinden.“


Niko rührte sich nicht. „Warum?“


Alex zerrte jetzt an seinem Ärmel. „Bitte. Lass uns einfach raus hier.“ Niko blieb weiter stehen. Alex seufzte. „Ich erklärs dir im Wagen.“




Im Wagen zeigte Alex wenig Anzeichen, irgendetwas erklären zu wollen.


„Ich kann auch wieder reingehen, und die Dame fragen, ob sie Lust auf ein Gespräch mit dir hat.“


Alex griff wieder nach seinem Arm. „Untersteh dich.“ Er seufzte. „Das war Danica.“ Und plötzlich machte sein Gesichtsausdruck ziemlich deutlich, woher er sie kannte.


Niko prustete los. „Lief nicht so gut zwischen euch?“


Alex schüttelte den Kopf, machte aber keine Anstalten, das weiter auszuführen. Niko öffnete die Fahrertür.


„Ich hatte gerade bei der Mordkommission angefangen, und wollte wirklich alles richtig machen … also bei meinem Job. Nicht so sehr in meiner Beziehung.“ Er zog eine Grimasse. „Ich hab Überstunden gemacht, mich zu allem freiwillig gemeldet, und.“ Er seufzte. „Da nicht wirklich mit ihr darüber gesprochen. Ich hab einfach erwartet, dass sie das versteht.“ Noch eine Grimasse.


„Ahhh. Hat sie aber nicht?“


„Überhaupt nicht. Und noch weniger, als ich Julia erwähnt habe. Eine Kollegin“, sagte er mit Nachdruck, als ob er Nikos interessiert gehobene Augenbraue gesehen hätte. „Von der Drogenfahndung. Es gab einen Fall, bei dem wir viel zusammengearbeitet haben, und davon hab ich Danica auch erzählt.“


„Und das kam wohl auch nicht gut an?“


„Nein.“ Niko wartete. „Gegen Ende unserer Beziehung, habe ich eine Menge kroatische Flüche gelernt.“




II


„Ich kann nicht glauben, dass du mich dazu überredet hast“, murrte Niko, „ich. Freiwillig. Hier.“


„Du bist, eigentlich recht häufig auf dem Revier“, erinnerte ihn Alex, in entnervend vernünftigem Tonfall.


„Ja. Rein beruflich. Nicht zu Weihnachtsfeiern.“


„Stell dir vor, es wäre beruflich?“


„Davon hält mich der Anblick von Lassmann mit Rentiergeweih ab.“


Alex prustete in seinen Glühwein. Nikos Blick fiel auf Laura, die gerade mit einer dunkelhaarigen Kollegin auf sie zusteuerte, und dem Gesichtsausdruck nach, sich sehr über etwas zu amüsieren schien. Sie kamen bei ihnen am Tisch an.


„Hey ihr zwei.“ Sie wandte sich an ihre Kollegin. „Von Niko hast du ja schon gehört.“


„Das hab ich.“


Niko wollte fragen, was sie genau damit meinte, wurde aber abgelenkt, als sich Alex fast unmerklich versteifte. „Julia.“


„Genau die.“ Sie lächelte ihn an. Alex sagte eine ganze Weile nichts. Niko schaute zwischen den beiden Hin und Her. Laura schien das ganze sehr viel Spaß zu machen.


„Und. Wie geht’s dir so?“, brachte er schließlich heraus.


„Blendend. Und dir?“


„Auch gut. Sehr gut.“


Nach einer weiteren ausgedehnten Stille hob Julia ihre Glühweintasse. „Ich hol mir mal noch einen.“


„Du hast gesagt, ihr wärt nur Kollegen gewesen“, wandte er sich an Alex.


„Hat er das?“, Laura schaute interessiert auf.


„Wir waren nur Kollegen, als ich noch mit Danica zusammen war“, präzisierte Alex.


„Ach.“


Alex zuckte nur mit den Schultern. „Wir haben, nachdem der eine Fall abgeschlossen war, ja nicht mehr zusammengearbeitet. Aber wir haben uns halt gut verstanden.“


„Zumindest eine Zeitlang“, warf Laura ein.


Alex Gesicht verfinsterte sich.  „Auch ohne gemeinsame Fälle, haben wir uns hier noch relativ oft gesehen. Das … war dann irgendwie doch zu viel.“


„Genau das war es.“ Laura hob grinsend ihre Glühweintasse.




III


Niko stellte die zwei Sektgläser auf den Tisch. „Grüße von Sophie. Und ich soll dir ausrichten, dass Claudia heute auch noch kommt.“


Bei Alex breitete sich ein Gesichtsausdruck aus, den Niko inzwischen sehr gut kannte. „Du hast ja wirklich nichts anbrennen lassen.“


„Das war Sophies Schuld.“


„Ach?“


„Sie dachte, es wäre eine gute Idee, uns zu verkuppeln. Aber das war es definitiv nicht.“ Er leerte fast sein ganzes Sektglas. „Wir hatten sehr unterschiedliche Vorstellungen von allem.“ Er führte das nicht weiter aus, trank nur sein Glas ganz leer. Kaum hatte er das getan, kaum schon eine Frau zu ihnen an den Tisch.


„Hallo Alexander.“


„Claudia. Setz dich doch.“ Er schob sein leeres Glas zu Niko. „Bringst du mir noch einen?“


„Ich helfe dir nicht, wenn du nicht mehr geradeaus laufen kannst.“


Alex schob das Glas direkt vor ihn. „Ich verspreche, ich höre auf, bevor ich anfange doppelt zu sehen.“


Seufzend nahm sich Niko das Glas, und ließ sich Zeit damit, es wieder aufzufüllen.


„Hier“, er stellte das Glas ab, und schob Alex, der auf der Bank ein bisschen zu sehr an den Rand gerückt war, wieder zurück, um selbst noch Platz zu haben. Claudia musterte ihn interessiert.


„Und Sie arbeiten auch zusammen?“


„Äh ja.“ Sie schaute ihn weiter durchdringend an, und er fragte sich, ober er gleich wieder aufspringen konnte, um sich selber noch ein Glas zu holen.


„Das stelle ich mir auch interessant vor.“


„Ja. Die Arbeit ist meistens interessant.“


Claudia nickte, ohne den Blick von ihm zu wenden. Nach einer gefühlten Ewigkeit wandte sich wieder an Alex. „Und du?“


„Und was ich?“


„Wie ist das für dich?“


„Ich mach meine Arbeit. Die mach ich gerne.“


Claudia lachte kurz auf. „Na dann guten Rutsch euch zwei.“


Niko sah ihr verwirrt nach. „Ein bisschen seltsam, ist sie ja schon.“


„Nicht nur ein bisschen. Und so war sie schon immer.“


Einige Zeit später tauchte Sophie auf, ließ sich neben Alex nieder, und legte ihm einen Arm um die Schultern.


„Du bist eigentlich noch zu nüchtern, um so anhänglich zu sein.“


Sophie wiegte ihren Kopf hin und her. „Ich soll euch nur ausrichten, dass sich Claudia sehr für euch freut.“


„Für uns?“


„Jaaaaa. Und sie findet, ihr passt sehr gut zusammen, und dass das natürlich erklärt, warum das damals zwischen dir und Claudia so schlecht gelaufen ist.“ Alex öffnete den Mund, sagte aber kein Wort. Zu jedem anderen Zeitpunkt, hätte Niko es genossen, ihn einmal sprachlos zu sehen. „Und sie trägt dir das auch überhaupt nicht nach. Also, selbst wenn du das schon geahnt hast, damals. Ist ja sicher nicht leicht.“


Niko griff nach den Sektgläsern, um Nachschub zu holen.

Date: 2024-07-02 11:49 am (UTC)
From: [identity profile] khalaris.livejournal.com

„Davon hält mich der Anblick von Lassmann mit Rentiergeweih ab.“


Alex prustete in seinen Glühwein.



Gut, dass ich da meinen Kaffee schon runtergeschluckt hatte, der wär bei der Vorstellung sonst in der Tastatur gelandet 😂


So witzig, wie Alex einfach überhaupt nicht happy ist, seine Ex-Freundinnen wiederzutreffen :D Und jetzt frag ich mich, ob es eine gibt, mit der er sich auch nach dem Ende ihrer Beziehung noch gut versteht und wo es nicht so awkward wäre.

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