Wichtel-FF für nyx-chan (Teil 2)
Aug. 14th, 2008 08:57 pmTitle: Detonation (Original) #2
Word Count: ca. 7500
Rating: PG-13
Warnings: gen, krimi, gewalt, action
Challenges: Wie du mir, so ich dir, "Du stehst mir in der Sonne!", "Bevor ich dich getroffen habe, war mein Leben noch in Ordnung"
Widmung:
nyx_chan
Summary: Ein paar Morde und keine Spur, bis irgend so ein Möchtegern auftaucht… und ein Mann, der viel zu alt ist für dieses „Hobby“. Und dann wird alles sogar noch schlimmer.
Kommentar: Endlich fertig… Ich hoffe, es gefällt auch weiterhin… Tut mir Leid, dass es so lange gedauert hat. @@
Word Count: ca. 7500
Rating: PG-13
Warnings: gen, krimi, gewalt, action
Challenges: Wie du mir, so ich dir, "Du stehst mir in der Sonne!", "Bevor ich dich getroffen habe, war mein Leben noch in Ordnung"
Widmung:
Summary: Ein paar Morde und keine Spur, bis irgend so ein Möchtegern auftaucht… und ein Mann, der viel zu alt ist für dieses „Hobby“. Und dann wird alles sogar noch schlimmer.
Kommentar: Endlich fertig… Ich hoffe, es gefällt auch weiterhin… Tut mir Leid, dass es so lange gedauert hat. @@
Detonation
Bedacht klopfte sie an die schwere Tür und öffnete sie mit einem Quietschen, als niemand antwortete.
Der Raum war dunkel und am Eingang standen einige Kisten und große Säcke, die einen kleinen Gang bildeten, der in das Zimmer hineinführte.
Sie ließ die Tür vorsichtig zu fallen und ihre Augen durch den Raum schweifen.
Weiter hinten beleuchtete eine schwache Lampe das dunkle Gemäuer und Maria lief es kalt den Rücken runter, als sie leise Musik vernahm und jemanden zischend fluchen hörte.
Sie holte einmal tief Luft und nahm jetzt den merkwürdigen Geruch wahr. Angewidert rümpfte sie die Nase und wagte sich weiter vor.
Sie bog um einen Stapel alter Kartons und sah einen jungen Mann, etwa Mitte Zwanzig, über einem verfallenem Schreibtisch sitzen. Er hatte sie vermutlich noch nicht bemerkt, denn er blätterte aufgebracht in einer Zeitung.
„Hallo.“ Maria räusperte sich, verkrampfte vor Anspannung etwas ihren Kiefer und ballte ihre rechte Hand zur Faust. Ihr Blick glitt über den Schreibtisch und dessen Umgebung. Sie konnte keine potentiellen Waffen ausmachen, blieb dennoch aufmerksam.
„Wer stört!“, grollte der Mann mit den braunen, fettigen Haaren, als er sich aufrichtete und Maria anstarrte. „Wer bist du?“ Seine Stimme war heiser und unter seinen Augen waren dunkle Ränder.
Abwertend zog Maria die Augenbrauen hoch. „Du siehst echt abgefuckt aus!“ sagte sie, ohne auf seine Frage zu antworten, einen Schritt auf den Sitzenden zugehend.
„Du bist Roar, schätze ich jetzt mal. Ich hab mir dich irgendwie anders vorgestellt. Irgendwie gefährlicher…“
Diplomatie war noch nie Marias Stärke gewesen.
Der Brünette riss seine Augen weit auf, was ihn verrückt wirken lies und stand dann schnell auf.
„Ich hab gefragt, wer du bist?!“ Seine Stimme überschlug sich und war unnatürlich hoch. Die Polizistin runzelte die Stirn.
„Ich würde gerne mit dir reden“, meinte sie nachdenklich, merkte sie, dass Roar anscheind vollkommen hysterisch war. „Wie wäre es, wenn wir…“
„Ich will wissen, wer du bist!“, kreischte der junge Mann und Maria zuckte wegen dem schrillen Ton zusammen. Trotzdem ging sie auf ihn zu.
„…nach oben gehen. Erst mal raus aus diesem dunklen Kabuff. Ich würde dich nur gern…“
„Hau ab!“
„…ein paar Sachen wegen Raid fragen…“
Seine Augen wurden panisch größer und er kam einen Schritt auf sie zu, nur um sie wegzustoßen, versuchte dann, sich an ihr vorbeizudrängen.
Sie hatte jedoch schon damit gerechnet, fand schnell ihr Gleichgewicht wieder und versperrte ihm den engen Weg.
„Immer mit der Ruhe!“ Marias Stimme war fest, auch wenn ihr Herz ungewöhnlich schnell schlug. „Es war ziemlich schwer, dich zu finden. Ich habe nur ein paar Fragen, mehr nicht…“, versuchte sie den nervösen jungen Mann zu beruhigen, der sie misstrauisch musterte.
Er kam ihr vor wie ein wildes Tier. Seine Pupillen waren klein und das angespannte Gesicht wirkte merkwürdig entstellt. Aufmerksam wartete sie auf eine Reaktion, doch als keine kam, fuhr sie fort.
„Raid war dein Freund, oder“, setzte sie an, machte aber eine Pause. Sie überlegte, wie sie vorgehen sollte, denn mit einem solchen Verlust des Verstands hatte sie nicht gerechnet. „Ich habe mich gefragt, ob…“
„Bullenschlampe!“, schrie Roar plötzlich und unterbrach die Polizistin, seine Mimik durchzogen von Wut, Wahnsinn und Panik.
Von der heftigen, unerwarteten Reaktion überrascht, zuckte Maria zusammen. Für einen kurzen Moment musste sie hämisch grinsen. Wer wochenlang in dieser dunklen Umgebung bei diesem Gestank dahinvegetierte, konnte auch nur verrückt werden.
Schnell griff sie nach seinem Arm, doch er zog ihn weg, stolperte zurück zu seinem Schreibtisch, irre lachend.
Hektisch durchwühlte er die Sachen, die auf dem Schreibtisch lagen und griff schließlich in eine Packung, die Maria nicht erkennen konnte. Sie blieb vorsichtshalber auf Abstand, rechnete mit einem Angriff, doch er tat etwas völlig Ungeahntes.
Mit einer Hand die dreckige Packung fest umklammert, holte er eine handvoll der körnigen Substanz heraus und steckte sie sich in den Mund.
Marias Augen weiteten sich, als sie die Farben und Muster auf Pappschachtel wiedererkannte und sich erinnerte, dass ihr Vater früher die Gleichen im Gartenschuppen stehen hatte.
Selbstgefällig grinste Roar sie an, freute sich geradezu über ihr fassungsloses Gesicht.
„Hehehehe…“ Sein Lachen war mit Wahnsinn durchwachsen.
Entgeistert schüttelte die Polizisten den Kopf. „Rattengift“, murmelte sie ohne Stimme.
Sein Lachen erstickte, als sie ihn am Kragen packte und gegen die Wand presste. Überrascht zog er die Luft ein.
„Du Bastard!“, zischte sie erbost über diese sinnlose Tat, ihre Augen zu Schlitzen zusammengekniffen. Sie holte aus und rammte die Faust mit dem Schlagring gegen das poröse Gestein, direkt neben Roars Kopf. Die Wucht des Schlags lies den Stein zerbröckeln und sie spürte die Vibrationen bis in ihren Oberarm. Für einen kurzen Moment dachte sie daran, wie einsturzgefährdet der Raum war, doch Roars Grinsen, das auf seltsame Art widerlich überlegen wirkte, wischte diesen Gedanken fort.
„Was soll das?“, grollte die Schwarzhaarige. „Ich habe doch gesagt, ich habe nur ein paar Fragen!“
„Hihihi…“ Sein leises Lachen unterbrach die Polizistin. „Ihr kriegt mich nicht…“
„Was?“
„Ich hab drei Menschen umgebracht“, er klang stolz, „und es werden noch mehr sterben. Aber ihr kriegt mich nicht!“
Das unerwartete Geständnis überforderte Maria, war sie doch noch immer geschockt darüber, dass der junge Mann sich vor ihren Augen vergiftet hatte – und sie es nicht verhindert hatte.
„Ich bekomme doch sowieso die Todesstrafe.“ Ein zufriedener Wahnsinn zierte sein Gesicht. Das Grinsen wurde noch breiter. „Heute werden ihre Straßen brennen!“
„Du Wichser!“ Sie schlug dem Brünetten ins Gesicht und er spuckte Blut. „Was meinst du damit?!“ Heftig riss sie ihn von der Wand los, nur um ihn in den Magen zu schlagen. „Los! Kotz es aus!“
Roar röchelte, als die Faust ihm die Eingeweide zusammenpresste, lachte danach jedoch wieder.
In diesem Moment kamen Adam und Rain in den Raum gestürmt, besorgt wegen dem Geschrei, das sie draußen vernommen hatten.
Sie sahen, wie Maria dem lachenden Roar immer wieder in den Magen schlug.
„Fuck, ey…“ , murmelte Rain leise und überrascht. „In welchem Monat ist ihre Schwester?“ Der Ältere blickte zu Adam, der dem Ganzen nur erstarrt zusehen konnte.
Zwischen dem irren Kichern hörte man Maria, die den jungen Mann anschrie.
„Kotz es aus! Du Bastard!“ Wieder Traf die ihn die Faust. „Was meinst du damit?! Wer wird sterben?!“
Roar konnte nicht antworten. Er erbrach sich und sackte dann über Marias Faust zusammen, die überrascht über das plötzliche Gewicht leise aufstöhnte.
„Sterben? Ey, scheiße, was ist hier überhaupt los?!“ Rain sah finster zu Maria, die atemlos in der Mitte des halbdunklen Raums stand. Unsanft lies sie Roar zu Boden gleiten und sah sich hektisch um.
„Verdammt!“, zischte sie leise, unfähig sich zu konzentrieren. „Verdammt!“
„Ähm…“ Adam wusste nicht, was er sagen sollte. „Maria…?“
„Lasst mich… nur kurz!“ Sie rieb sich die Schläfen. Der Druck in ihrem Kopf wurde stärker und sie sah nur durch Zufall eine Packung Aspirin Brausetabletten auf dem übervollen Schreibtisch liegen. Ohne zu überlegen griff sie danach und steckte sie in den Kängurubeutel des Pullovers.
„Wir müssen ihn ins Krankenhaus bringen…“, fasste sie sich langsam wieder.
„Ja, das sollten wir! So wie du auf ihn eingedroschen hast!“ Rain war sauer, was man deutlich an seiner Stimme hörte. „Was ist hier überhaupt los?!“
Maria schüttelte leicht den Kopf. „Er hat Thomas Stead… also ich meine Raid umgebracht…“
„WAS?!“
Adam nickte.
„Er hat es eben gestanden… Aber was meinte er…“ Nachdenklich sah sich um. „Egal, erst mal müssen wir hier raus! Helft mir mal! ...bitte.“
„Keine Ahnung, was hier abgeht, aber scheiße…“ Rains Blick fiel auf dem am Boden liegenden jüngeren Mann. „Ich kenn ne Abkürzung nach oben.“
Adam atmete erleichtert auf, noch immer sprachlos.
Rain half Maria, Roar zu tragen und zusammen verließen sie den Kellerraum.
Nur im Vorbeigehen erkannte die Polizistin, was auf den Säcken am Eingang stand und warum es hier so gestunken hatte. Dünger…
„Und du sagst, ER hat Raid und die anderen getötet?“ Rain klang fassungslos.
„Wir haben es zumindest angenommen. Wir haben seine DNA an der Leiche gefunden und eben hat er es gestanden“, erklärte Maria dem Älteren die Situation, der darauf bestanden hatte, endlich aufgeklärt zu werden.
Mit Roars Arm über der Schulter, um ihn zu tragen, versuchte sie ihr Handy aus er Tasche zu holen.
„Ich konnte nicht mal vernünftig mit ihm reden. Er hat gleich versucht, sich zu vergiften… Adam? Kannst du ihn mal nehmen?“ Die Polizistin sah zu dem Jüngeren, dessen Gesicht sie in dem Gang kaum erkennen konnte. Er hatte seither geschwiegen und jetzt begann Maria sich Sorgen zu machen.
„Hm…“ Adam nickte und löste Maria ab, die jetzt erfolgreich ihr Mobiltelefon aus der Hosentasche fischte.
Rain schüttelte den Kopf. „Ich hatte nicht gedacht, dass Roar so abdrehen würde…“
„Verdammt, kein Empfang“, nuschelte Maria leise und klappte ihr Handy zu. „Was genau meinst du?“, fragte sie lauter.
„Vor fast genau einem Jahr hatte er den Unfall…“
„Das hast du vorhin schon einmal erwähnt. Erzähl mir davon!“
Nachdenklich musterte Rain die Polizistin kurz und seufzte Sekunden später ergeben. „Okay, spielt ja jetzt vermutlich auch keine Rolle mehr.“ Er stockte kurz und überlegte, wo er anfangen sollte. Schließlich fuhr er fort: „Es gibt jedes Jahr mehrere inoffizielle, illegale Rennen. Die Leute, die da gewinnen, haben auch gute Chancen, landesweit Erfolg zu haben. Letztes Jahr bei einem Rennen lag er vorne, zeitlich und von den Punkten…“
„Punkten?“
„Bei einem Rennen geht’s nicht nur um Schnelligkeit. Man bekommt Punkte für Stunts, die man macht“, erklärte Adam, der jetzt langsam seine Fassung wieder fand.
„Ah, okay.“
„Jedenfalls“, ergriff Rain wieder das Wort, „lag er vorne und hätte auch gewonnen, aber kurz vor dem Ende hat er sich übernommen und hatte den Unfall. Er ist gestürzt, erst hat er sich den Kopf angestoßen und ist dann ziemlich ungünstig auf die Gleise gefallen. Da hat es ihm dann die Kniescheibe zertrümmert. Er musste wohl immer recht heftige Medikamente nehmen, wegen den ständigen Schmerzen. Konnte wohl kaum richtig laufen. Die Reha hat auch nicht viel gebracht… Na ja, wenn das Gelenk kaputt ist, kann man nichts machen.“
„Aha… aber was hatte das mit den anderen dreien zu tun?“
„Eigentlich wird das Rennen bei nem Sturz unterbrochen, aber sein Unfall sah nicht so schlimm aus, wie er war… Das Rennen wurde also nicht gestoppt und Raid und die anderen gewannen. Na ja, und Raid wurde danach landesweit in der offiziellen Szene berühmt.“
„Hm…“ Maria runzelte die Stirn. „Ich kenn mich ja mit diesem ganzen Zeug nicht aus, aber zumindest ist das ein Motiv. Und eine Erklärung, warum Schraubendreher in den Knien der Opfer steckten…“
Adam und Rain sahen sie an. In den Medien war über diese Verstümmelung nie berichtet worden.
„Uh, das ist übel…“ Adam hielt sich die Hand vor den Mund. „Ich hoffe, er hat das getan, nachdem sie tot waren…“ Dem Blonden wurde schlecht.
„Nein. Er hat sie erst gequält und dann erwürgt“, meinte Maria trocken und nüchtern.
Vor Ekel lief es Adam kalt den Rücken runter und er wurde etwas sauer. Für die Polizistin war es vermutlich ein Fall, wie jeder andere, doch es waren seine Freunde, die umgebracht worden waren.
Gerne hätte er etwas in der Art gesagt, doch Rain kam ihm zuvor und überging dieses Thema: „Wir sind gleich da, da vorne müssen wir die Treppe hoch.“
„Gott sei Dank“, seufzte Maria. Froh, endlich wieder an die frische Luft und Tageslicht zu kommen.
Maria atmete tief ein, als sie die Tür aufstieß und die Oberfläche betrat. Das Sonnenlicht tat ihr in den Augen weh und sie kniff sie zusammen.
Sie blickte sich um und versuchte sich zu orientieren, erkannte dann in der Ferne die Autobahn und einen Baggersee und sie wusste in etwa, wo sie sich befanden. Sie klappte ihr Handy auf und wählte eine Nummer.
„Oh Mann, ’n ganz schön schwerer Brocken, der Gute“, stöhnt Rain und ließ mit Adam den Ohnmächtigen auf den Boden gleiten.
„Sie muss ja ganz schön fest zugeschlagen haben, wenn er immer noch K.O. ist“, überlegte Adam und sah zu Maria, die einige Meter entfernt telefonierte. Er zog scharf die Luft ein und rannte zu ihr rüber, ignorierte Rain, der gerade etwas sagen wollte.
„Hey! Mit wem telefonierst du?!“, wollte der Blonde wissen, als er Maria gegenüberstand.
Sie hielt ihre Hand vor den unterend Teil des Telefons und antwortete ruhig: „Mit einem Kollegen…“
„Aber was…“
Sie ließ Adam nicht aussprechen. „Ich versuch mich an den Deal zu halten, okay. Deswegen ruf ich auch nur EINEN Kollegen an!“ Ihr ernster Blick ließ den Jüngeren verstummen und sie wandte sich etwas ab, hielt sich das Handy wieder ans Ohr. „Ja, ich bin wieder da… Ich bin auf dem Gelände der alten Gießerei… Das weiß ich auch, hör mir einfach zu, wir haben nicht so viel Zeit: Wenn du auf dem Highway bist, fahr da ab, wo die früher die Tiefgarage bauen wollten… Genau, wo mal ein Wohnviertel entstehen sollte, an dem Baggersee. Die Schranke müsste offen sein. Wir stehen dann da… Ich und noch jemand… Erklär ich dir später, komm erst mal mit Blaulicht hierher! Ach und noch was! Ruf im Krankenhaus an! Ich hab hier jemanden mit Thalliumvergiftung…“ Sie rieb sich über die Augen. „Jetzt stell keine Fragen, komm endlich! Ich erkläre es dir dann!“ Sie legte auf und ging zu Adam, der wieder neben Rain stand.
„Ich versuche mich an den Deal zu halten. Allerdings muss hier ermittelt werden. Ihr solltet euren Kumpels vielleicht sagen, dass sie sich die nächsten zwei, drei Wochen nicht hier blicken lassen sollten… Jetzt guck mich nicht so an!“, brummte sie, als sie Adams wütendes Gesicht sah. „Ich werd die Ermittlungen auf den Bereich unter der Gießerei eingrenzen.“
„Ähm… du bist also echt Polizistin?“, fragte Rain, dem man seine Verwirrung ansah.
„Ja, schon…“
„Schade und ich fing gerade an dich zu mögen.“
Gleichgültig zuckte Maria mit den Schultern. „Tja, kann man wohl nichts machen.“ Sie blickte zu Adam, der noch immer unzufrieden dreinschaute. „Hilfst du mir, ihn noch bis zum Baggersee zu tragen?“, fragte sie ihn erschöpft.
Der Jüngere überlegte, biss sich auf seine Unterlippe und verdrehte schließlich die Augen. „Okay…“
„Danke.“ Maria lächelte schwach. Die Kopfschmerzen brachten sie noch um.
Auch Rain schien zu überlegen und als die junge Polizistin Roars Arm um ihre Schulter legte, sprach er sie an: „Okay, ich helfe dir auch noch, aber unter einer Bedingung.“
Maria zog eine Augenbraue hoch. „Du stellst gerne Bedingungen, oder?“
„Nun ja, ich ziehe gern einen Vorteil aus jeder Art Situation.“ Er grinste sie an.
„Welche Bedingung?“
„Was passiert jetzt mir Roar?“
„Mehr willst du nicht wissen? Gut… das kann ich euch gerne erzählen.“ Sie ließ von dem bewusstlosen Mann ab und Rain nahm ihren Platz ein.
Gemeinsam setzten sie sich in Bewegung.
„Ich hab einen Kollegen angerufen, er müsste bald hier sein.“ Schützend hielt sie die Hand vor die Augen, weil das Licht in ihren Augen brannte. „Wir bringen ihn ins Krankenhaus und dort pumpt man ihm den Magen aus. Er hat ja zum Glück schon einiges ausgebrochen.“
„Hä? Wieso pumpt ihr ihm den Magen aus?“, fragte Rain, hatte Maria doch vergessen, dass die beiden Männer nicht mitbekommen haben, wie Roar sich hatte vergiften wollen.
„Er hat vorhin Rattengift geschluckt…“
„Oh… das meintest du also mit vergiften…“, murmelte Adam und sah angewidert auf den Brünetten, der zwischen ihm und Rain hing.
„Ja… Na ja, danach wird er behandelt. Er wird es überleben, schätze ich, aber wichtig ist, dass wir ihn heute noch wach kriegen… Er muss uns noch etwas erzählen.“ Die Schwarzhaarige runzelte die Stirn. „Ich hoffe nur, er redet…“
„Du meintest doch, er hätte schon gestanden. Und wenn ihr ihn gefasst habt, kann er doch keinen mehr umbringen, oder?“, fragte Adam, der Marias Sorge nicht verstand.
„Er hat vorhin noch was gesagt, mit dem ich nichts anfangen kann. Er meinte, es werden noch mehr sterben… und dass ‚ihre Straßen brennen werden’…“
„Die Straßen?“
„Hm, keine Ahnung, welche Straßen er meint, aber wenn wir Glück haben, erzählt er es uns. Wenn nicht, dann ist ihm die Todesstrafe wirklich sicher… Und damit ist deine Bedingung auch erfüllt.“ Sie sah zu Rain, der sie jedoch gar nicht mehr beachtete.
Konzentriert, mit ernstem Ausdruck blickte er vor sich. Auch Adam kaute erneut auf seiner Unterlippe, was Maria langsam beunruhigte.
„Wisst ihr irgendetwas, dass ich nicht weiß?“, fragte sie, etwas sauer, weil sie sich ausgeschlossen fühlte.
Sie erreichten den Baggersee und blieben stehen.
„Ich glaube, ich weiß, was er mit ‚Straßen’ meint…“, murmelte Adam und Rain nickte.
„Ich auch…“
„Aha, schön. Würdet ihr mich dann vielleicht aufklären?“
„Oh Gott, das wäre furchtbar!“
„Ja, das wäre schrecklich!“
Maria sah zwischen Adam und Rain hin und her. „Hey, Hallo. Redet mit mir!“
„Es gibt vier inoffizielle Rennstrecken, die zusammen so was wie eine städtische Meisterschaft bilden. Roar hatte auf der letzten seinen Unfall…“
„Na super…“, brummte Maria und griff in den Kängurubeutel des Pullovers, um die Aspirinpackung heraus zu holen. „Und wo sind diese Straßen? Hat dieses ‚brennen’ auch noch irgendeine Skater-Bedeutung oder meinte er diesmal wirklich ‚brennen’, so wie Feuer?“
„Also, ich kenn keine andere Bedeutung für ‚brennen’“, antwortete Rain und kratzte sich am Nacken.
Maria verstand absolut, warum es jeder ihrer Kollegen vermieden hatte, sich in diesen Fall einzumischen. Sie merkte gerade jetzt, nachdem sie Adam und Rain kennen gelernt hatte, wie wenig Ahnung sie von dieser Szene und Sprache hatte. Da kannte sie sich sogar in der Rap-Szene besser aus, was auch daran lag, dass dort mehr Verbrechen begangen wurden.
Seufzend sah sie in die Aspirinpackung und musste feststellen, dass nur noch der Waschzettel drin war. Sie schloss kurz die Augen und versuchte ihre Gedanken zu sammeln.
„Also sollen vier Rennstrecken brennen und das heute… Wie wollte er das anstellen? Es sah nicht so aus, als würde er heute noch mal den Raum verlassen wollen… Und Benzin oder so was hab ich da auch nicht gesehen…“ Sie rieb sich die Schläfen. „Gott, dieser Fall ist so zum Kotzen…“
„Nein, da war kein Benzin!“ Adam richtete sich plötzlich auf. „Aber Dünger!“
„Dünger brennt nicht“, kommentierte Rain, der scheinbar auch nachdachte.
„Das nicht, aber er explodiert! Wir hatten das erst neulich in der Schule. Dieses Attentat da, irgendwann Mitte der 90er, wo so Typen ne Bombe aus Dünger gebaut haben… aus Dünger und… und…“
„Dieselöl…“, half Maria dem Jugendlichen und ihr Puls beschleunigte sich. „Ammoniumnitrat und Diesel…“ Sie spürte, wie sie anfing zu zittern. „Oh Gott, heilige Scheiße…“ Ihre Kopfschmerzen wurden noch etwas stärker und ihr wurde schlecht. Entsetzt sah sie auf Roar, der auf dem Boden lag. Sie ballte ihre Hand zu Faust und ging einen Schritt auf ihn zu.
„Du Bastard!“, zischte sie und trat dem Bewusstlosen in den Magen.
„Hey, bleib mal geschmeidig!“ Rain fasste sie an der Schulter, doch sie riss sich los.
„Dieser feige Penner!“
Adam ging einen Schritt zurück.
„Was denkt der sich eigentlich? Ich…“ Sie stockte, als sie das Blaulicht hörte. Sie holt mehrmals tief Luft und gewann ihre Fassung wieder.
Nur wenige Meter entfernt kam ein silbernes Auto mit Blaulicht zum Stehen.
Die Faust noch immer krampfhaft geballt, lief Maria zum Wagen ihres Kollegen.
Moellers erschrak sich etwas, als seine Kollegin die Fahrertür ruckartig aufriss.
„Hallo Maria, du siehst irgendwie…“ Weiter kam er nicht, da die Schwarzhaarige ihm das Wort abschnitt.
„Hör zu, wir haben ein großes Problem!“
„Oh… nicht nur ne Thalliumvergiftung?“
Sie schüttelte den Kopf. „Das ist jetzt Nebensache, aber als Erstes: Hast du eine Aspirin?“
„Nein, tut mir Leid“, antwortete der Ältere und blickte an seiner Kollegin vorbei, auf zwei Männer, die einen dritten, ohnmächtigen zum Auto trugen.
„Na herrlich… Gut, egal. Wir müssen das Bombenkommando alarmieren, es gibt vier Bomben in der Stadt.“
„Was? Oh Shit! Wo?“
„Ähm… das weiß ich auch noch nicht genau…“
Irritiert zwinkerte Moellers sie an, konnte jedoch nichts erwidern, weil in diesem Moment Adam und Rain den Wagen erreichten und eine hinteren Beifahrertür öffneten. Wenig achtsam legten sie Roar auf die Rücksitzbank und als sie die Tür zugeschlagen hatten, wandte sich Maria an sie.
„Wo sind diese Straßen?“, fragte sie gerade heraus.
„Also… es gibt vier…“, antwortete Rain und wurde von der jungen Polizistin hektisch unterbrochen.
„Ja, das weiß ich. Also wo?“
Moellers beobachtete es sprachlos, war von dem Mann, der etwa sein Alter hatte und dessen Haare blau gefärbt waren, nur etwas aus der Fassung gebracht.
„Also, es gibt eine, die ist an der Universität.“
Maria rollte mit den Augen. „Wo da, die Uni ist groß!“
„In der Nähe vom Sportplatz“, mischte sich jetzt Adam ein und Rain nickte.
„Hast du gehört?“, Maria drehte sich zu Moellers, der noch immer im Auto saß, schweigend. Er nickte.
„Gut, wo noch?“
„Dann an der Müllverbrennungsanlage. In der Nähe der Lagerhallen, wo sie den Müll zerhacken. Und dann gibt’s noch eine an der Endhaltestelle der U-Bahn-Linie 8, da, wo sie seit Jahren irgendetwas bauen, was aber schon ewig nicht vorankommt.“
„Ah, ich weiß. Du auch, Moellers? In der Nähe ist ein Altenheim…“
Wieder nickte er. Der Ältere hatte inzwischen seinen Block herausgeholt und es sich notiert.
„Und Nummer vier?“
„Die ist in Down Town und da ist heute ein Rennen…“, meinte Rain ernst.
Adam und Maria wechselten geschockt Blicke. Alle drei schwiegen, nur der ältere Polizist fragte verwirrt nach: „In Downtown? Wo da? Und welches Rennen?“
„Oh Gott, wunderbar…“ Kurzzeitig vergrub Maria ihr Gesicht in den Händen.
„Ich werde auf alle Fälle hingehen!“ Adams Ton war entschlossen. „Dort sind heute alle meine Freunde. Wir müssen was tun!“
Maria überlegte, schüttelte leicht den Kopf und fragte: „Wann fängt das Rennen an?“
„Um 8 Uhr“, antwortete Rain, Maria beobachtend.
„In etwas weniger als zwei Stunden… Das Bombenkommando schafft es nicht in der Zeit, wenn sie noch an drei anderen Orten sein müssen…“ Die Junge Polizistin sah zurück zu der Tür, einige Hundert Meter weit entfernt, aus der sie herausgekommen waren.
„Wie weit ist es von hier?“
„In etwa ner halben Stunde könnten wir da sein.“
Maria spürte ihren Puls in der Halsschlagader.
„Ich kann euch nicht ganz folgen. Wo in Downtown?“ Moellers sah von Maria zu Rain und zog fragend seine Augenbrauen hoch.
„Okay… Gut… Scheiße…“, nuschelte Maria. „Würdest du mich hinführen?“ Sie blickte Rain ruhig an und bekam ein Nicken zur Antwort.
„Hör zu Moellers: Die sollen sich erst mal um die drei anderen Bomben kümmern. Sie bestehen vermutlich aus Ammoniumnitrat und Diesel und vielleicht noch einigen Zusätzen, Nägel oder Metallstücke, oder so was…“ Sie schaute auf die Rückbank und kniff ihre Augen zusammen. „Zutrauen würde ich es dem Arsch jedenfalls.“
„Ja, und was machst du?“
„Ich geh die vierte Bombe suchen. Wir müssen zumindest die Leute da evakuieren…“
„Wie jetzt? Aber wenn sie in…“
„Nicht das Downtown“, unterbrach Maria ihren Kollegen und benutzte die gleichen Worte wie Rain zuvor. „Kümmer du dich einfach um die anderen drei. Ich meld mich später… hoffe ich.“ Damit wandte sie sich ab und ließ ihren Kollegen etwas ratlos zurück.
Er sah ihr und den beiden Männern noch einige Sekunden nach, seufzte dann ergeben und schloss die Fahrertür.
„Na dann wollen wir mal.“ Er blickte in den Rückspiegel, wo er den ohnmächtigen, blassen jungen Mann liegen sah, drehte den Zündschlüssel im Schloss und griff nach seinem Funkgerät.
Maria hatte versucht, Adam davon abzuhalten, mitzukommen, doch nachdem er nicht aufhören wollte zu diskutieren, hatte sie es aufgegeben. Ihre Kopfschmerzen waren schon schlimm genug, da hatte sie keine Lust, lange Reden zu halten. Sie sagte nur zu dem Jugendlichen, dass sie für ihn keine Verantwortung übernehmen würde, sollte ihm was passieren.
Rain hatte sich bei diesem Gespräch heraus gehalten und nur gelacht.
Wieder liefen sie eine gefühlte Ewigkeit durch die dunklen Gänge und Räume.
Maria hatte vollkommen die Orientierung verloren und gab nur ungern zu, dass sie in diesem Labyrinth allein total verloren gewesen wäre.
Sie erklärte die Skater für verrückt, die sich hier freiwillig aufhielten, doch sie verschwieg diese Ansicht.
„Wir sind gleich da“, sagte Rain endlich, nachdem die Polizistin schon vor einigen Minuten die Bässe wahrgenommen hatte, die durch die entfernten Boxen dröhnten.
Sie rieb sich über die Stirn und überlegte, was sie überhaupt tun sollten, wenn sie das Ziel erreichten. Als erstes sollten sie alle Leute evakuieren, aber wie? Und was dann?
Durch das Pochen in ihrem Kopf konnte sie ihre Gedanken nicht richtig ordnen, was noch schwieriger wurde, als sie endlich „die Straße“ erreichten.
„Wir sind da!“ Stolz blieb Rain am Eingang der unterirdischen Halle stehen und stemmte die Hände in die Hüften.
„Wow!“ Adams Augen wurden groß, hatte er die Halle doch noch nie so beleuchtet gesehen.
Maria kniff die Augen zusammen.
So dunkel der Weg hierher auch gewesen sein mag, davon merkte man hier nicht mehr viel.
Die Halle war gut sechs bis sieben Meter hoch und war früher anscheinend eine Abstellhalle für die Züge der Industriegebäude gewesen. Überall standen noch alte, angerostete Elektrobahnen, einige Personenwagen und Güterwaggongs.
Zwei flache Güterwagen hatte man zu einer Bühne umfunktioniert, um die ein Gerüst aufgebaut war. Maria fand, dass es ziemlich einsturzgefährdet aussah, jedoch hatte dass die Leute nicht gehindert, Neonröhren daran zu befestigen, was aber bei weitem nicht die einzige Lichtquelle war.
An vielen Waggons und Bahnen hatte man Neonleuchten angebracht, teilweise mit bunter Folie bezogen, sodass einige Lampen blau oder rot strahlten.
In der Halle befanden sich nach Marias Schätzungen etwa 2000 Menschen, die sich – zum Teil auf Wagen sitzend – vor der Bühne versammelt hatten, auf der ein DJ Technomusik auflegte.
Das Hämmern in Marias Kopf passte sich dem Rhythmus der Musik an und sie stöhnte leise gequält auf.
Sie verschwendete kurz einen Gedanken an die Frage, woher der Strom für die ganze Technik kam, entschied sich dann jedoch dafür, es lieber gar nicht wissen zu wollen.
„Wir haben noch ungefähr eine Stunde, bis das Rennen anfängt…“, sagte Rain und stieß die Polizistin in die Seite. Sie hatten doch etwas länger für den Weg gebraucht, als der Ältere gedacht hatte.
„Vielleicht sollten wir erst mal die Leute hier raus schaffen“, schlug Adam vor, als sie sich langsam der Bühne näherten. „Mich und Rain kennen die Leute ja hier, vielleicht hören sie auf uns, wenn wir ihnen alles erklären…“
„Der Esel nennt sich immer zuerst“, murmelte Maria leise, bevor sie laut sagte: „Gut, versucht das. Ich seh mich etwas um. Vielleicht finde ich ja was.“
Sie nickten sich zu und trennten sich. Rain und Adam liefen auf die Menschenmenge zu und Maria schlich aufmerksam durch die Gassen zwischen Waggons und Bahnen.
Als Maria auf die Uhr sah, wurde sie nervös. Schon über 20 Minuten war sie hier herum geirrt und hatte nichts gefunden und auch die Leute in der Halle, waren nicht weniger geworden.
Sie lehnte sich an einen verrosteten Waggon und atmete tief durch. In erster Linie mussten die Menschen hier raus. Maria wollte sich gar nicht ausmalen, was passieren konnte, wenn hier wirklich etwas explodierte. Allein die Panik, die ausbräche…
Die Polizistin fing an zu grinsen, glaubte sie, die Lösung gefunden zu haben.
Beim Suchen der Bombe hatte sie diese nicht gefunden, aber dafür den Stromverteiler. Panik war vielleicht doch gar nicht so schlecht.
Am Platz vor der Bühne versuchten Rain und Adam derweil ihre Freunde davon zu überzeugen, dass es hier gefährlich werden konnte, doch die ignorierten ihre Warnungen komplett.
Auf der Bühne heizte der DJ gerade Stimmung für das bevorstehende Rennen an und stellte unter anderem die Teilnehmer vor.
Rain schüttelte den Kopf. „Scheiße, so wird das nichts… Und wir haben nicht mal mehr ne Stunde, bis das Rennen anfä…“
Ein lauter Knall unterbrach ihn.
Das Licht auf der Bühne war gleichzeitig mit der Musik erloschen und hüllte den gesamten Platz in eine merkwürdige Stille.
Nach und nach begannen die Leute an zu flüstern, was zusammen ein zischendes Murmeln ergab.
Rain und Adam sahen sich an, doch noch bevor sie etwas sagen konnten, knallte es erneut und jemand sprang auf die Bühne.
Im Halbdunklen konnte man die Person nicht erkennen, die sich die Kapuze des Pullovers über den Kopfgezogen hatte.
„Ey…“, murmelte Adam zu dem Älteren neben sich, „Das ist Maria… Das ist mein Pullover…“
Rain schwieg, zog nur skeptisch die Augenbrauen hoch.
Maria stand mit ihrer Waffe auf der Bühne, doch die erwartete Panik war bisher ausgeblieben. Sie grollte missmutig und blickte zum DJ, der durch die Schüsse vor Schreck das Gleichgewicht verloren hatte und etwa zwei Meter entfernt auf dem Boden saß.
„Tss!“ Sie schoss noch einmal in die Luft und schritt dann auf den DJ zu.
Der sah sie schockiert an, als sie ihn plötzlich auf die Beine riss, in den Schwitzkasten nahm und ihm gleichzeitig den Mund zu hielt.
Erneut schoss sie in die Luft, zwei Mal, traf dabei aus Versehen eine Lampe über der Bühne und jetzt endlich brach Panik aus.
Er ging ein Raunen durch die Menge und als sie dem DJ die Pistole an die Schläfe hielt, bewegten sich die Leute endlich in Richtung Ausgang- einige junge Mädchen schrieen.
Zum Nachdruck feuert sie erneut in die Höhe, bemerkte dabei nur zufällig, dass der junge Mann, den sie festhielt, beinahe ohnmächtig wurde.
Sie verkniff sich das Lachen und lies ihn los.
Er schrie kurz auf und rannte dann ebenfalls davon.
Zufrieden betrachtete Maria ihr Werk. Es hatte nur Minuten gedauert und der Platz vor der Bühne war leer – bis auf Adam und Rain, die nur etwas fassungslos dastanden.
„Ey, sag mal, wo hast du die denn aufgegabelt?“, fragte Rain den Jüngeren leise.
„Im Polizeipräsidium…“
„So ein bisschen sadistisch ist die aber schon, oder?“
Adam antwortete nicht, weil jetzt Maria von der Bühne sprang und auf sie zu lief, die Waffe noch immer in der Hand und im Gesicht ein zufriedenes Grinsen.
„Super, oder? Es sind alle weg. Sowas wollte ich immer schon mal machen!“
Adam warf Rain nur einen vielsagenden Blick zu.
„Jetzt müssen wir nur noch darauf achten, dass niemand mehr herkommt und warten, bis es explodiert. Ich mein, dann müsst ihr euch halt nen anderen Rennplatz suchen…“, meinte die Polizistin und steckte die Waffe zurück in ihr Halfter um ihr Fußgelenk.
„Meinst du wirklich, dass ist eine gute Idee?“, fragte Rain nachdenklich, als sich Maria wieder aufgerichtet hatte. „Ich meine, ich weiß ja nicht, was passiert, wenn die Bombe hochgeht, aber oben drüber ist die Autobahn.“ Mit zusammengezogenen Augenbrauen sah er noch oben und bekam so nicht mit, wie Marias Gesichtsausdruck entgleiste.
„Was?!“ Fassungslos riss sie die Augen auf. „Warum hast du mir das nicht eher gesagt?!“ Wenn es wirklich unter der Autobahn war und es hier detonierte… Das FBI würde ihr den Arsch aufreißen, die Polizei würde sie feuern.
„Ich hab gedacht, du wolltest von Anfang an die Bombe entschärfen“, antwortete Rain auf ihre Frage und verstand ihre Erschütterung nicht.
„Entschärfen? Ich?“ Sie atmete tief ein und fuhr sich durch die Haare. „Ich wollte nur die Leute evakuieren. Oh Gott… Ich bin kein Bombenexperte. Hätte ich das gewusst…“ Ihr wurde ganz schlecht.
„Was? Du hast also in Kauf genommen, dass hier alles in die Luft fliegt?“ Verärgert verschränkte Rain die Arme vor der Brust.
„Na ja, besser hier fliegt alles in die Luft ohne Menschen als mit welchen, oder?“, entgegnete Maria, mit ihren Gedanken schon wieder ganz woanders. Das Bombenkommando konnte sie nicht rufen. Sie gingen davon aus, dass die Bombe zu beginn des Rennens hochgehen sollte und das war um acht Uhr, also in nicht einmal mehr zwanzig Minuten.
Sie schloss die Augen und überlegte, während Rain weiter murrend meckerte.
Beide bemerkten nicht, dass Adam sich etwas entfernt hatte und sich umsah.
Als Maria und Rain anfangen hatten sich zu streiten, hatte Adam mit den Augegerollt und suchte allein nach der Bombe.
Wenn Raor sich wirklich rächen und viele Menschen erwischen wollte, dann musste sie irgendwo in der Nähe der Bühne sein, denn dort hielten sich auch während des Rennens die meisten auf.
Er sah sich aufmerksam um und bemerkte plötzlich in der Nähe einer alten Elektrobahn einen seltsam-bekannten Geruch.
Er runzelte die Stirn und trat näher heran. Nur durch Zufall schweifte sein Blick über die Vorderfront und die zerschlagenen Vorderscheinwerfer.
„Oh mein Gott!“
„Bist du jetzt endlich fertig mit deinem Gemecker?“, motzte Maria zurück. „Wir müssen uns überlegen was wir machen können… Wir haben keine Zeit mehr!“ Ihr Puls beschleunigte sich wieder und ihre Hände fingen an zu zittern.
„Hey? Leute?!“
„Und ich dachte, du wärt bei der Polizei. Dabei kannst du nicht mal eine Bombe entschärfen!“ Rain ignorierte Adams rufen vollkommen.
„HEY! LEUTE! Ich bräuchte mal Hilfe!“
„Tss! Niemand bei der Polizei wird in jedem Spezialgebiet ausgebildet!“ Auch Maria achtete nicht auf den Jugendlichen.
„HALLO?! Ich habe die BOMBE gefunden!“
Rain und die Polizistin sahen sich an.
„Würdet ihr mir bitte einmal helfen?“
„Ähm, wo bist du?“, fragte Rain, als er Adam nirgends entdecken konnte.
„Ich bin rechts von euch, hinter nem Waggon an einer Bahn…“
Maria zog die Augenbrauen hoch. „Dann zeig dich doch…“
„Geht nicht, ich halte was fest!“
Die beiden Erwachsenen wechselten fragende Blicke und liefen zu dem beschriebenen Ort, nicht einmal fünf Meter entfernt.
Dort sahen sie Adam, der mit seinem ganzen Arm in die Öffnung eines Bahnscheinwerfers fasste.
„Was tust du da?“, wollte Maria wissen und hätte bei dem Anblick fast gelacht.
„Ich halte was fest, sagte ich doch schon…“
„Und was genau?“
„Keine Ahnung, so was wie ein Zeiger… der hat sich plötzlich bewegt…“
„Ooo~kay…“ Rain schluckte trocken. „Das klingt irgendwie gefährlich…“
„Haha, wirklich komisch! Macht irgendwas! Mein Arm stirbt ab!“
„Ähm… also… vielleicht ist die Bombe da drin…“ Maria zeigte auf die Front der Elektrobahn, unter der Führerkabinenscheibe, die ausgeschlagen war.
„Vielleicht, aber könntet ihr irgendwas tun? Ich will das nicht loslassen, aber ich will auch nicht ewig hier stehen…“
„Oh Mann…“ Die Polizistin fuhr sich über die Augen und kramte dann ihr Handy aus der Hosentasche, nur um festzustellen, dass sie hier - genau wie vorhin – ebenfalls keinen Empfang hatte.
„Okay, ganz ruhig… Ich guck mal im Führerhaus. Rain, kannst du irgendwie versuchen die Metallplatte vorne abzunehmen? Vorsichtig?“
Der Angesprochene kratzte sich am Nacken und nickte schließlich.
Als Maria die Führerkabine betrat, bemerkte sie sofort, dass die gesamten Armaturen rausgerissen waren. Langsam ging sie näher heran und konnte durch eine Plexiglasscheibe durch die Dunkelheit darunter nur einige Drähte erkennen.
Als es plötzlich mit einem Mal darunter heller wurde, wurden ihre Augen vom Schock größer.
„Die Platte war ganz locker…“, rief Rain ihr zu, als er sie ganz leicht abnehmen konnte.
Der Geruch des Düngers gemischt mit dem Gestank von altem Öl wurde stärker.
Unter der durchsichtigen Scheibe sah Maria jetzt das gesamte Ausmaß der Bombe. Es waren vier Säcke, die untereinander merkwürdig verdrahtet waren. Die Kabel liefen um die Säcke herum, zwischen ihnen durch zu irgendeiner Vorrichtung, die sie von hier oben nicht sehen konnte.
Sie verließ den Raum und ging wieder zu Rain und Adam, der inzwischen ganz rot im Gesicht war.
„Ey… Leute, ich wär euch echt Dankbar, wenn ihr irgendetwas tun könntet…“
„Kann ich mal dahin?“, fragte Maria Rain, der sich etwas in den offenen Raum mit dem Sprengstoff gebeugt hatte.
Langsam kam er wieder hervor. „Yo…klar… Adam hält irgendwas fest, das aussieht wie ne Uhr… Und da hinten ist noch irgendwas, so ne Weiße Substanz, keine Ahnung…“
„Aha…“ Maria versuchte sich zu sammeln und nicht hektisch zu werden. „Kannst du mal nach oben gehen und gucken, dass ich nicht irgendwas Gefährliches berühre?“
„Hm… klar…“
Sie bewunderte, dass der Ältere so ruhig bleiben konnte.
Behutsam sah sie erst einige Sekunden auf die Säcke und kroch dann mit dem Oberkörper vorsichtig in den Zwischenraum.
Das erste was sie sah, war die Art Uhr. Sie hatte keine Zeiger und kein Zifferblatt mehr. An ihr war ein Zahnstocher befestigt, den Adam mit einem Finger daran hinderte, weiter zu wandern. Um das kleine Stück Holz, war ein dünner Draht gewickelt, der sich in der Mitte der Uhr in drei Stränge aufteilte.
Am oberen Ende des Zahnstochers war der Draht mehrmals drumgewickelt und sollte vermutlich den Kontakt zu dem Stück Alufolie am äußeren Rand der Uhr herstellen.
„Und? Erkennst du was?“, fragte Adam und klang angestrengt.
„Ich erkenne schon was, ich weiß nur nicht, wozu es gut ist…“, antwortete Maria ehrlich.
„Oh Gott, na super…!“ Der Jugendlich Verzog jammernd das Gesicht. „Bevor ich dich getroffen habe, war mein Leben noch in Ordnung. Ich ging zur Schule und habe geskatet und schwebte nicht in Lebensgefahr. Und jetzt?“ Seine Stimme war weinerlich. „Jetzt stecke ich mit einem Arm im Scheinwerferloch einer Eisenbahn und halte einen Zahnstocher fest! Echt geil!“
Maria rollte mit den Augen. „Jammer nicht so rum. Du bist doch am Tatort aufgetaucht und hast alles ins Rollen gebracht. Und es hat dich auch niemand gebeten, deinen Arm da rein zu stecken.“
„Ach? Hätte ich einfach dastehen sollen, bis es explodiert wäre?“
„Wäre vielleicht besser gewesen, dann würdest du jetzt nicht so jammern!“, brummte die Polizistin und sah sich in dem Zwischenraum weiter um. Einer der Säcke drückte ihr in die Rippen und sie zog etwas die Luft ein.
Jetzt entdeckte sie auch die weiße Substanz, von der Rain gesprochen hatte. Sie befand sich in einer halbierten Flasche und war ebenfalls verkabelt. Maria runzelte die Stirn und streckte sich etwas.
„Rain? Laufe ich hier Gefahr, irgendwas in Gang zu setzen?“
Der Ältere beugte sich etwas vor und schüttelte den Kopf. „Nein, ich wüsste nicht was…“
„Tolle Antwort…“ sie streckte sich noch etwas weiter und tippte mit dem Zeigefinger in das weiße Pulver, um es mit der Zungenspitze zu kosten.
„Aspirin?“, Irritiert runzelte sie dir Stirn. „Das Weiße Zeug ist Aspirin… plus C.“
„Woher weißt du das?“, wollte Adam wissen und versuchte sich etwas bequemer hinzustellen.
„Ich kenn den Geschmack, schließlich fress ich die Tabletten wie Bonbons…“
„Aha… Aber warum hat der Aspirin in der Bombe?“ Der Jugendlich gab es auf. Bei dieser Haltung gab es wohl keine bequeme Position.
„Vielleicht verstärkt das den Effekt, oder so?“, warf Rain ein und Adam nickte.
„Stimmt, so wie bei Stargate mit dem Naquader und Atombomben.“
„Genau, so in der Art.“
„Äh…“ Maria begriff gar nichts und war sich sicher, dass sie eindeutig zu wenig Fernsehen sah.
Die Polizistin war noch immer mit dem Oberkörper in dem Hohlraum, in dem sich die Bombe befand.
„Rain?“ Ihre Stimme klang gepresst, weil ein Sack ihr den Brustkorb zusammenpresste.
„Ja?“
„Kannst du irgendwie die Scheibe entfernen und gucken, ob die Säcke auch verkabelt sind? Ich seh hier nicht so viel…“
„Nein, die Scheibe geht nicht ab, hab ich eben schon probiert. Er hat sie mit Kaugummi festgeklebt… mit pinken Kaugummi.“
Maria schüttelte etwas den Kopf. Die Farbe interessierte sie nicht im Geringsten, sie war nur überrascht, dass Kaugummi anscheinend so ein guter Kleber war.
„Das wird ja immer besser… Wenn die Bombe keine Bobe wäre, würd ich sagen, sie ist ein modernes Kunstwerk“, brummte die Polizistin und kroch noch etwas weiter hinter die Säcke.
Sie blickte sich um, und hatte keine Ahnung, was sie machen konnte.
„Leute? Ich kann bald nicht mehr…“, sagte Adam und setzte sie noch mehr unter Druck. Hinzu kam noch, dass sie kaum etwas sah.
„Rain? Kannst du mal da weg gehen? Du stehst mir in der Sonne! …also ich meine im Licht.“
Sonne, frische Luft und keine Lebensgefahr, das waren in Marias jetziger Position pure Wunschgedanken.
Sie konnte von Glück sagen, dass sie keine Klaustrophobie hatte. Ihr Partner wäre vermutlich schon längst in Ohnmacht gefallen.
„Immer mit der Ruhe…“, Rain verließ das Führerhäuschen und gesellte sich zu Adam, dessen Röte mittlerweile ziemlich ungesund aussah.
Viel mehr Licht hatte Maria immer noch nicht, aber zumindest erkannte sie, dass der größte Teil der Drähte gar keine Drähte waren, sondern Zündschnüre.
Sie hatte eine Idee und kam endlich aus der Nische hervor.
„Uh!“ Sie stöhnte schmerzerfühlt auf und streckte sich etwas, bevor sie meinte: „Ich glaube, ich weiß, was wir tun können.“
„So, dann tut es!“ Adam klang außer Atem.
„Okay, also… das da hinten sind keine Kabel, also kann da vermutlich nichts hochgehen solang Adam den Zahnstocher festhält.“
„Klasse…“, brummte er genervt, war sein Arm doch schon total verkrampft.
„Wir können also einfach die Säcke entfernen, wenn dann Adam loslässt, geht vielleicht die Zündung oder was auch immer dann ausgelöst wird, los, aber wenn kein Sprengstoff da ist, kann auch nichts explodieren.“
Maria klang nicht sehr überzeugt und Rain sah sie skeptisch an.
Adam war es mittlerweile egal. Er wolle einfach nur endlich loslassen können, doch explodieren wollte er auch nicht.
„Na gut.“ Rain zuckte mit den Schultern. „Dann machen wir das. Das ist immerhin besser als in die Luft zu fliegen.“
„Na dann los. Rain, du trägst die Säcke weg. Aber vorsichtig!“ Mit diesen Worten kroch Maria wieder in die Bombe und zog die Schnüre aus dem Sprengstoff.
„Junge, junge“, murmelte Rain. „Dass ich auf meine alten Tage noch mal so was erlebe...“
„…und hoffentlich überlebe…“, setzte Adam den Satz des anderen fort.
Vorsichtig setzten sie Marias Plan in die Tat um. Maria zog die Schnüre aus den Säcken und zitterte jedes Mal von neuem, wenn sie eine berührte und Rain trug die entkabelten Beutel weg.
Als der letzte in einer Entfernung an einem Waggon stand, kam Maria wieder hervor.
„Also, bis jetzt ging es ja gut…“, murmelte sie, selbst überrascht, dass es doch so einfach ging. „Ich denke, du kannst jetzt loslassen, Adam.“
Kritisch sah er in das große Loche neben sich, das bis eben noch mit Dünger gefüllt war.
„Bist du sicher? Ich meine… nicht das doch noch was passiert.“
„Was soll denn noch passieren, der Sprengstoff ist doch weg“, meinte auch Rain. Der schon wesentlich entspannter wirkte.
„Okay… wenn ihr meint…“
Der Jugendliche holte tief Luft. Auch wenn es jetzt bei Weitem nicht mehr so gefährlich wirkte, hatte er Angst und ihm war deswegen ganz übel.
„Bei drei…“, nuschelte er zu sich selbst.
„Eins… Zwei…“ Ein letztes Luftholen. „Drei…“ Er zog seinen Arm schnell aus dem Scheinwerferloch und stieß sich seinen Ellenbogen noch an der Kante. Vorsichtshalber sprang er schnell einige Meter weg, denn so ganz traute er der Sache nicht.
Einige Sekunden geschah gar nichts.
„Wow, na also, lief doch alles…“ Maria konnte den Satz nicht beenden.
Der verdrahtete Zahnstocher stieß an die Alufolie und der Stromkreis schloss sich.
Es gab einen großen Knall, irgendetwas leuchtete auf und dann zischte es mehrere Male. Kleine Metallsplitter flogen etwa einen Meter durch die Luft und verfehlten die überraschte Polizistin und Rain nur knapp.
Mit geweiteten Augen sahen die zwei Erwachsenen zu der Elektrobahn.
Die Seite, an der Adam die ganze Zeit gestanden hatte war aufgerissen und weiter hinten, unter der Bahn, war der Schaden noch etwas größer.
„Oh… Das war aber… eine große Zündung…“, murmelte Maria perplex.
„Ja, ja! Natürlich! Es ist alles sicher! Bestimmt!“ Adam schüttelte energisch den Kopf, woraufhin Rain nur mit den Schultern zuckte. „Na wir leben doch noch… Aber was machen wir jetzt mit dem Dünger?“
„Hm…“ Zu der Luft, die hier unten sowieso schon stickig war, kam jetzt auch noch der Gestank von verbranntem Plastik. Marias Kopfschmerzen wurden wieder etwas schlimmer und der Geruch bereitete ihr Übelkeit. Sie sah in das Wrack der Bahn und sah, wie das letzte kleine Feuer erlosch. „Vielleicht stellen wir sie nur etwas weiter weg… Ich hab jedenfalls keine Lust, die mit nach oben zu schleppen…“
„Yo… Die anderen helfen uns bestimmt später“ Rain grinste über das ganze Gesicht. „Ey, die werden Augen machen, wenn wir ihnen hiervon erzählen, was Blast?“, wandte er sich zu Adam, der jetzt auch wieder grinste.
„Aber Hallo! Die werden uns das nicht glauben, aber wir haben da ja den Beweis!“ Er deutete auf die verkohlte Elektrobahn.
Maria schüttelte den Kopf. Sie schwieg zu dem Thema und rieb sich die Schläfen.
„Ich will ja eure gute Laune nicht versauen“, sie wunderte sich sowieso über Adams plötzlichen Stimmungswechsel, „aber wie wäre es, wenn wir zuerst einmal wieder nach oben gehen?“
„Ja, stimmt. Los kommt!“, Rain schlug Maria kumpelhaft auf die Schulter. „Du willst bestimmt deine Kollegen von deinem Erfolg erzählen. Woah, wir haben eine Bombe entschärft und die Stadt gerettet!“
Die Polizistin zog eine Augenbraue hoch. „Na ja, eigentlich will ich nur an die frische Luft… Und wir haben sie nicht entschärft, wir haben sie auseinander genommen…“
„Ach, das ist doch das Gleiche!“
Zu dritt setzten sie sich in Bewegung.
„Ey, Maria, du musst mir auch noch meinen Pullover wiedergeben.“
„Kann ich gerne machen…“ Sie wollte das Kleidungsstück gerade ausziehen, als Adam erwiderte: „Du kannst ihn mir auch beim nächsten Mal geben.“ Er grinste und Maria entgleisten die Gesichtzüge.
„Beim nächsten Mal?!“
„Na, wir haben doch super zusammen gearbeitet! Ich kann dir bei deinem nächsten Fall bestimmt auch helfen.“
„Ähm…“
„Ja, und ich auch! Das wird bestimmt voll genial. Ich meine, wenn das jetzt schon so spannend war… Es kann doch nur besser werden!“ Rain und Adam schlugen ihre Hände zusammen, beide mit einem triumphalen Lachen im Gesicht.
Maria verdrehte die Augen. Jetzt hatte sie einen pubertären Jugendlichen am Hals und einen Mittdreißiger, der sich wie einer benahm.
Während Adam und Rain auf dem Rückweg Pläne für ihre nächste Detektivarbeit schmiedeten, wusste Maria schon ganz genau, was ihr nächster Fall sein würde: Urlaub! Und zwar sehr, sehr weit weg!
Vielen, vielen Dank fürs Lesen.
Endlich bin ich fertig… und muss schon wieder was schreiben. *drop* *zu den AnimePro Artikeln schielt*
Und was wünschen darf ich mir auch… Oje, darüber hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht…
Bedacht klopfte sie an die schwere Tür und öffnete sie mit einem Quietschen, als niemand antwortete.
Der Raum war dunkel und am Eingang standen einige Kisten und große Säcke, die einen kleinen Gang bildeten, der in das Zimmer hineinführte.
Sie ließ die Tür vorsichtig zu fallen und ihre Augen durch den Raum schweifen.
Weiter hinten beleuchtete eine schwache Lampe das dunkle Gemäuer und Maria lief es kalt den Rücken runter, als sie leise Musik vernahm und jemanden zischend fluchen hörte.
Sie holte einmal tief Luft und nahm jetzt den merkwürdigen Geruch wahr. Angewidert rümpfte sie die Nase und wagte sich weiter vor.
Sie bog um einen Stapel alter Kartons und sah einen jungen Mann, etwa Mitte Zwanzig, über einem verfallenem Schreibtisch sitzen. Er hatte sie vermutlich noch nicht bemerkt, denn er blätterte aufgebracht in einer Zeitung.
„Hallo.“ Maria räusperte sich, verkrampfte vor Anspannung etwas ihren Kiefer und ballte ihre rechte Hand zur Faust. Ihr Blick glitt über den Schreibtisch und dessen Umgebung. Sie konnte keine potentiellen Waffen ausmachen, blieb dennoch aufmerksam.
„Wer stört!“, grollte der Mann mit den braunen, fettigen Haaren, als er sich aufrichtete und Maria anstarrte. „Wer bist du?“ Seine Stimme war heiser und unter seinen Augen waren dunkle Ränder.
Abwertend zog Maria die Augenbrauen hoch. „Du siehst echt abgefuckt aus!“ sagte sie, ohne auf seine Frage zu antworten, einen Schritt auf den Sitzenden zugehend.
„Du bist Roar, schätze ich jetzt mal. Ich hab mir dich irgendwie anders vorgestellt. Irgendwie gefährlicher…“
Diplomatie war noch nie Marias Stärke gewesen.
Der Brünette riss seine Augen weit auf, was ihn verrückt wirken lies und stand dann schnell auf.
„Ich hab gefragt, wer du bist?!“ Seine Stimme überschlug sich und war unnatürlich hoch. Die Polizistin runzelte die Stirn.
„Ich würde gerne mit dir reden“, meinte sie nachdenklich, merkte sie, dass Roar anscheind vollkommen hysterisch war. „Wie wäre es, wenn wir…“
„Ich will wissen, wer du bist!“, kreischte der junge Mann und Maria zuckte wegen dem schrillen Ton zusammen. Trotzdem ging sie auf ihn zu.
„…nach oben gehen. Erst mal raus aus diesem dunklen Kabuff. Ich würde dich nur gern…“
„Hau ab!“
„…ein paar Sachen wegen Raid fragen…“
Seine Augen wurden panisch größer und er kam einen Schritt auf sie zu, nur um sie wegzustoßen, versuchte dann, sich an ihr vorbeizudrängen.
Sie hatte jedoch schon damit gerechnet, fand schnell ihr Gleichgewicht wieder und versperrte ihm den engen Weg.
„Immer mit der Ruhe!“ Marias Stimme war fest, auch wenn ihr Herz ungewöhnlich schnell schlug. „Es war ziemlich schwer, dich zu finden. Ich habe nur ein paar Fragen, mehr nicht…“, versuchte sie den nervösen jungen Mann zu beruhigen, der sie misstrauisch musterte.
Er kam ihr vor wie ein wildes Tier. Seine Pupillen waren klein und das angespannte Gesicht wirkte merkwürdig entstellt. Aufmerksam wartete sie auf eine Reaktion, doch als keine kam, fuhr sie fort.
„Raid war dein Freund, oder“, setzte sie an, machte aber eine Pause. Sie überlegte, wie sie vorgehen sollte, denn mit einem solchen Verlust des Verstands hatte sie nicht gerechnet. „Ich habe mich gefragt, ob…“
„Bullenschlampe!“, schrie Roar plötzlich und unterbrach die Polizistin, seine Mimik durchzogen von Wut, Wahnsinn und Panik.
Von der heftigen, unerwarteten Reaktion überrascht, zuckte Maria zusammen. Für einen kurzen Moment musste sie hämisch grinsen. Wer wochenlang in dieser dunklen Umgebung bei diesem Gestank dahinvegetierte, konnte auch nur verrückt werden.
Schnell griff sie nach seinem Arm, doch er zog ihn weg, stolperte zurück zu seinem Schreibtisch, irre lachend.
Hektisch durchwühlte er die Sachen, die auf dem Schreibtisch lagen und griff schließlich in eine Packung, die Maria nicht erkennen konnte. Sie blieb vorsichtshalber auf Abstand, rechnete mit einem Angriff, doch er tat etwas völlig Ungeahntes.
Mit einer Hand die dreckige Packung fest umklammert, holte er eine handvoll der körnigen Substanz heraus und steckte sie sich in den Mund.
Marias Augen weiteten sich, als sie die Farben und Muster auf Pappschachtel wiedererkannte und sich erinnerte, dass ihr Vater früher die Gleichen im Gartenschuppen stehen hatte.
Selbstgefällig grinste Roar sie an, freute sich geradezu über ihr fassungsloses Gesicht.
„Hehehehe…“ Sein Lachen war mit Wahnsinn durchwachsen.
Entgeistert schüttelte die Polizisten den Kopf. „Rattengift“, murmelte sie ohne Stimme.
Sein Lachen erstickte, als sie ihn am Kragen packte und gegen die Wand presste. Überrascht zog er die Luft ein.
„Du Bastard!“, zischte sie erbost über diese sinnlose Tat, ihre Augen zu Schlitzen zusammengekniffen. Sie holte aus und rammte die Faust mit dem Schlagring gegen das poröse Gestein, direkt neben Roars Kopf. Die Wucht des Schlags lies den Stein zerbröckeln und sie spürte die Vibrationen bis in ihren Oberarm. Für einen kurzen Moment dachte sie daran, wie einsturzgefährdet der Raum war, doch Roars Grinsen, das auf seltsame Art widerlich überlegen wirkte, wischte diesen Gedanken fort.
„Was soll das?“, grollte die Schwarzhaarige. „Ich habe doch gesagt, ich habe nur ein paar Fragen!“
„Hihihi…“ Sein leises Lachen unterbrach die Polizistin. „Ihr kriegt mich nicht…“
„Was?“
„Ich hab drei Menschen umgebracht“, er klang stolz, „und es werden noch mehr sterben. Aber ihr kriegt mich nicht!“
Das unerwartete Geständnis überforderte Maria, war sie doch noch immer geschockt darüber, dass der junge Mann sich vor ihren Augen vergiftet hatte – und sie es nicht verhindert hatte.
„Ich bekomme doch sowieso die Todesstrafe.“ Ein zufriedener Wahnsinn zierte sein Gesicht. Das Grinsen wurde noch breiter. „Heute werden ihre Straßen brennen!“
„Du Wichser!“ Sie schlug dem Brünetten ins Gesicht und er spuckte Blut. „Was meinst du damit?!“ Heftig riss sie ihn von der Wand los, nur um ihn in den Magen zu schlagen. „Los! Kotz es aus!“
Roar röchelte, als die Faust ihm die Eingeweide zusammenpresste, lachte danach jedoch wieder.
In diesem Moment kamen Adam und Rain in den Raum gestürmt, besorgt wegen dem Geschrei, das sie draußen vernommen hatten.
Sie sahen, wie Maria dem lachenden Roar immer wieder in den Magen schlug.
„Fuck, ey…“ , murmelte Rain leise und überrascht. „In welchem Monat ist ihre Schwester?“ Der Ältere blickte zu Adam, der dem Ganzen nur erstarrt zusehen konnte.
Zwischen dem irren Kichern hörte man Maria, die den jungen Mann anschrie.
„Kotz es aus! Du Bastard!“ Wieder Traf die ihn die Faust. „Was meinst du damit?! Wer wird sterben?!“
Roar konnte nicht antworten. Er erbrach sich und sackte dann über Marias Faust zusammen, die überrascht über das plötzliche Gewicht leise aufstöhnte.
„Sterben? Ey, scheiße, was ist hier überhaupt los?!“ Rain sah finster zu Maria, die atemlos in der Mitte des halbdunklen Raums stand. Unsanft lies sie Roar zu Boden gleiten und sah sich hektisch um.
„Verdammt!“, zischte sie leise, unfähig sich zu konzentrieren. „Verdammt!“
„Ähm…“ Adam wusste nicht, was er sagen sollte. „Maria…?“
„Lasst mich… nur kurz!“ Sie rieb sich die Schläfen. Der Druck in ihrem Kopf wurde stärker und sie sah nur durch Zufall eine Packung Aspirin Brausetabletten auf dem übervollen Schreibtisch liegen. Ohne zu überlegen griff sie danach und steckte sie in den Kängurubeutel des Pullovers.
„Wir müssen ihn ins Krankenhaus bringen…“, fasste sie sich langsam wieder.
„Ja, das sollten wir! So wie du auf ihn eingedroschen hast!“ Rain war sauer, was man deutlich an seiner Stimme hörte. „Was ist hier überhaupt los?!“
Maria schüttelte leicht den Kopf. „Er hat Thomas Stead… also ich meine Raid umgebracht…“
„WAS?!“
Adam nickte.
„Er hat es eben gestanden… Aber was meinte er…“ Nachdenklich sah sich um. „Egal, erst mal müssen wir hier raus! Helft mir mal! ...bitte.“
„Keine Ahnung, was hier abgeht, aber scheiße…“ Rains Blick fiel auf dem am Boden liegenden jüngeren Mann. „Ich kenn ne Abkürzung nach oben.“
Adam atmete erleichtert auf, noch immer sprachlos.
Rain half Maria, Roar zu tragen und zusammen verließen sie den Kellerraum.
Nur im Vorbeigehen erkannte die Polizistin, was auf den Säcken am Eingang stand und warum es hier so gestunken hatte. Dünger…
„Und du sagst, ER hat Raid und die anderen getötet?“ Rain klang fassungslos.
„Wir haben es zumindest angenommen. Wir haben seine DNA an der Leiche gefunden und eben hat er es gestanden“, erklärte Maria dem Älteren die Situation, der darauf bestanden hatte, endlich aufgeklärt zu werden.
Mit Roars Arm über der Schulter, um ihn zu tragen, versuchte sie ihr Handy aus er Tasche zu holen.
„Ich konnte nicht mal vernünftig mit ihm reden. Er hat gleich versucht, sich zu vergiften… Adam? Kannst du ihn mal nehmen?“ Die Polizistin sah zu dem Jüngeren, dessen Gesicht sie in dem Gang kaum erkennen konnte. Er hatte seither geschwiegen und jetzt begann Maria sich Sorgen zu machen.
„Hm…“ Adam nickte und löste Maria ab, die jetzt erfolgreich ihr Mobiltelefon aus der Hosentasche fischte.
Rain schüttelte den Kopf. „Ich hatte nicht gedacht, dass Roar so abdrehen würde…“
„Verdammt, kein Empfang“, nuschelte Maria leise und klappte ihr Handy zu. „Was genau meinst du?“, fragte sie lauter.
„Vor fast genau einem Jahr hatte er den Unfall…“
„Das hast du vorhin schon einmal erwähnt. Erzähl mir davon!“
Nachdenklich musterte Rain die Polizistin kurz und seufzte Sekunden später ergeben. „Okay, spielt ja jetzt vermutlich auch keine Rolle mehr.“ Er stockte kurz und überlegte, wo er anfangen sollte. Schließlich fuhr er fort: „Es gibt jedes Jahr mehrere inoffizielle, illegale Rennen. Die Leute, die da gewinnen, haben auch gute Chancen, landesweit Erfolg zu haben. Letztes Jahr bei einem Rennen lag er vorne, zeitlich und von den Punkten…“
„Punkten?“
„Bei einem Rennen geht’s nicht nur um Schnelligkeit. Man bekommt Punkte für Stunts, die man macht“, erklärte Adam, der jetzt langsam seine Fassung wieder fand.
„Ah, okay.“
„Jedenfalls“, ergriff Rain wieder das Wort, „lag er vorne und hätte auch gewonnen, aber kurz vor dem Ende hat er sich übernommen und hatte den Unfall. Er ist gestürzt, erst hat er sich den Kopf angestoßen und ist dann ziemlich ungünstig auf die Gleise gefallen. Da hat es ihm dann die Kniescheibe zertrümmert. Er musste wohl immer recht heftige Medikamente nehmen, wegen den ständigen Schmerzen. Konnte wohl kaum richtig laufen. Die Reha hat auch nicht viel gebracht… Na ja, wenn das Gelenk kaputt ist, kann man nichts machen.“
„Aha… aber was hatte das mit den anderen dreien zu tun?“
„Eigentlich wird das Rennen bei nem Sturz unterbrochen, aber sein Unfall sah nicht so schlimm aus, wie er war… Das Rennen wurde also nicht gestoppt und Raid und die anderen gewannen. Na ja, und Raid wurde danach landesweit in der offiziellen Szene berühmt.“
„Hm…“ Maria runzelte die Stirn. „Ich kenn mich ja mit diesem ganzen Zeug nicht aus, aber zumindest ist das ein Motiv. Und eine Erklärung, warum Schraubendreher in den Knien der Opfer steckten…“
Adam und Rain sahen sie an. In den Medien war über diese Verstümmelung nie berichtet worden.
„Uh, das ist übel…“ Adam hielt sich die Hand vor den Mund. „Ich hoffe, er hat das getan, nachdem sie tot waren…“ Dem Blonden wurde schlecht.
„Nein. Er hat sie erst gequält und dann erwürgt“, meinte Maria trocken und nüchtern.
Vor Ekel lief es Adam kalt den Rücken runter und er wurde etwas sauer. Für die Polizistin war es vermutlich ein Fall, wie jeder andere, doch es waren seine Freunde, die umgebracht worden waren.
Gerne hätte er etwas in der Art gesagt, doch Rain kam ihm zuvor und überging dieses Thema: „Wir sind gleich da, da vorne müssen wir die Treppe hoch.“
„Gott sei Dank“, seufzte Maria. Froh, endlich wieder an die frische Luft und Tageslicht zu kommen.
Maria atmete tief ein, als sie die Tür aufstieß und die Oberfläche betrat. Das Sonnenlicht tat ihr in den Augen weh und sie kniff sie zusammen.
Sie blickte sich um und versuchte sich zu orientieren, erkannte dann in der Ferne die Autobahn und einen Baggersee und sie wusste in etwa, wo sie sich befanden. Sie klappte ihr Handy auf und wählte eine Nummer.
„Oh Mann, ’n ganz schön schwerer Brocken, der Gute“, stöhnt Rain und ließ mit Adam den Ohnmächtigen auf den Boden gleiten.
„Sie muss ja ganz schön fest zugeschlagen haben, wenn er immer noch K.O. ist“, überlegte Adam und sah zu Maria, die einige Meter entfernt telefonierte. Er zog scharf die Luft ein und rannte zu ihr rüber, ignorierte Rain, der gerade etwas sagen wollte.
„Hey! Mit wem telefonierst du?!“, wollte der Blonde wissen, als er Maria gegenüberstand.
Sie hielt ihre Hand vor den unterend Teil des Telefons und antwortete ruhig: „Mit einem Kollegen…“
„Aber was…“
Sie ließ Adam nicht aussprechen. „Ich versuch mich an den Deal zu halten, okay. Deswegen ruf ich auch nur EINEN Kollegen an!“ Ihr ernster Blick ließ den Jüngeren verstummen und sie wandte sich etwas ab, hielt sich das Handy wieder ans Ohr. „Ja, ich bin wieder da… Ich bin auf dem Gelände der alten Gießerei… Das weiß ich auch, hör mir einfach zu, wir haben nicht so viel Zeit: Wenn du auf dem Highway bist, fahr da ab, wo die früher die Tiefgarage bauen wollten… Genau, wo mal ein Wohnviertel entstehen sollte, an dem Baggersee. Die Schranke müsste offen sein. Wir stehen dann da… Ich und noch jemand… Erklär ich dir später, komm erst mal mit Blaulicht hierher! Ach und noch was! Ruf im Krankenhaus an! Ich hab hier jemanden mit Thalliumvergiftung…“ Sie rieb sich über die Augen. „Jetzt stell keine Fragen, komm endlich! Ich erkläre es dir dann!“ Sie legte auf und ging zu Adam, der wieder neben Rain stand.
„Ich versuche mich an den Deal zu halten. Allerdings muss hier ermittelt werden. Ihr solltet euren Kumpels vielleicht sagen, dass sie sich die nächsten zwei, drei Wochen nicht hier blicken lassen sollten… Jetzt guck mich nicht so an!“, brummte sie, als sie Adams wütendes Gesicht sah. „Ich werd die Ermittlungen auf den Bereich unter der Gießerei eingrenzen.“
„Ähm… du bist also echt Polizistin?“, fragte Rain, dem man seine Verwirrung ansah.
„Ja, schon…“
„Schade und ich fing gerade an dich zu mögen.“
Gleichgültig zuckte Maria mit den Schultern. „Tja, kann man wohl nichts machen.“ Sie blickte zu Adam, der noch immer unzufrieden dreinschaute. „Hilfst du mir, ihn noch bis zum Baggersee zu tragen?“, fragte sie ihn erschöpft.
Der Jüngere überlegte, biss sich auf seine Unterlippe und verdrehte schließlich die Augen. „Okay…“
„Danke.“ Maria lächelte schwach. Die Kopfschmerzen brachten sie noch um.
Auch Rain schien zu überlegen und als die junge Polizistin Roars Arm um ihre Schulter legte, sprach er sie an: „Okay, ich helfe dir auch noch, aber unter einer Bedingung.“
Maria zog eine Augenbraue hoch. „Du stellst gerne Bedingungen, oder?“
„Nun ja, ich ziehe gern einen Vorteil aus jeder Art Situation.“ Er grinste sie an.
„Welche Bedingung?“
„Was passiert jetzt mir Roar?“
„Mehr willst du nicht wissen? Gut… das kann ich euch gerne erzählen.“ Sie ließ von dem bewusstlosen Mann ab und Rain nahm ihren Platz ein.
Gemeinsam setzten sie sich in Bewegung.
„Ich hab einen Kollegen angerufen, er müsste bald hier sein.“ Schützend hielt sie die Hand vor die Augen, weil das Licht in ihren Augen brannte. „Wir bringen ihn ins Krankenhaus und dort pumpt man ihm den Magen aus. Er hat ja zum Glück schon einiges ausgebrochen.“
„Hä? Wieso pumpt ihr ihm den Magen aus?“, fragte Rain, hatte Maria doch vergessen, dass die beiden Männer nicht mitbekommen haben, wie Roar sich hatte vergiften wollen.
„Er hat vorhin Rattengift geschluckt…“
„Oh… das meintest du also mit vergiften…“, murmelte Adam und sah angewidert auf den Brünetten, der zwischen ihm und Rain hing.
„Ja… Na ja, danach wird er behandelt. Er wird es überleben, schätze ich, aber wichtig ist, dass wir ihn heute noch wach kriegen… Er muss uns noch etwas erzählen.“ Die Schwarzhaarige runzelte die Stirn. „Ich hoffe nur, er redet…“
„Du meintest doch, er hätte schon gestanden. Und wenn ihr ihn gefasst habt, kann er doch keinen mehr umbringen, oder?“, fragte Adam, der Marias Sorge nicht verstand.
„Er hat vorhin noch was gesagt, mit dem ich nichts anfangen kann. Er meinte, es werden noch mehr sterben… und dass ‚ihre Straßen brennen werden’…“
„Die Straßen?“
„Hm, keine Ahnung, welche Straßen er meint, aber wenn wir Glück haben, erzählt er es uns. Wenn nicht, dann ist ihm die Todesstrafe wirklich sicher… Und damit ist deine Bedingung auch erfüllt.“ Sie sah zu Rain, der sie jedoch gar nicht mehr beachtete.
Konzentriert, mit ernstem Ausdruck blickte er vor sich. Auch Adam kaute erneut auf seiner Unterlippe, was Maria langsam beunruhigte.
„Wisst ihr irgendetwas, dass ich nicht weiß?“, fragte sie, etwas sauer, weil sie sich ausgeschlossen fühlte.
Sie erreichten den Baggersee und blieben stehen.
„Ich glaube, ich weiß, was er mit ‚Straßen’ meint…“, murmelte Adam und Rain nickte.
„Ich auch…“
„Aha, schön. Würdet ihr mich dann vielleicht aufklären?“
„Oh Gott, das wäre furchtbar!“
„Ja, das wäre schrecklich!“
Maria sah zwischen Adam und Rain hin und her. „Hey, Hallo. Redet mit mir!“
„Es gibt vier inoffizielle Rennstrecken, die zusammen so was wie eine städtische Meisterschaft bilden. Roar hatte auf der letzten seinen Unfall…“
„Na super…“, brummte Maria und griff in den Kängurubeutel des Pullovers, um die Aspirinpackung heraus zu holen. „Und wo sind diese Straßen? Hat dieses ‚brennen’ auch noch irgendeine Skater-Bedeutung oder meinte er diesmal wirklich ‚brennen’, so wie Feuer?“
„Also, ich kenn keine andere Bedeutung für ‚brennen’“, antwortete Rain und kratzte sich am Nacken.
Maria verstand absolut, warum es jeder ihrer Kollegen vermieden hatte, sich in diesen Fall einzumischen. Sie merkte gerade jetzt, nachdem sie Adam und Rain kennen gelernt hatte, wie wenig Ahnung sie von dieser Szene und Sprache hatte. Da kannte sie sich sogar in der Rap-Szene besser aus, was auch daran lag, dass dort mehr Verbrechen begangen wurden.
Seufzend sah sie in die Aspirinpackung und musste feststellen, dass nur noch der Waschzettel drin war. Sie schloss kurz die Augen und versuchte ihre Gedanken zu sammeln.
„Also sollen vier Rennstrecken brennen und das heute… Wie wollte er das anstellen? Es sah nicht so aus, als würde er heute noch mal den Raum verlassen wollen… Und Benzin oder so was hab ich da auch nicht gesehen…“ Sie rieb sich die Schläfen. „Gott, dieser Fall ist so zum Kotzen…“
„Nein, da war kein Benzin!“ Adam richtete sich plötzlich auf. „Aber Dünger!“
„Dünger brennt nicht“, kommentierte Rain, der scheinbar auch nachdachte.
„Das nicht, aber er explodiert! Wir hatten das erst neulich in der Schule. Dieses Attentat da, irgendwann Mitte der 90er, wo so Typen ne Bombe aus Dünger gebaut haben… aus Dünger und… und…“
„Dieselöl…“, half Maria dem Jugendlichen und ihr Puls beschleunigte sich. „Ammoniumnitrat und Diesel…“ Sie spürte, wie sie anfing zu zittern. „Oh Gott, heilige Scheiße…“ Ihre Kopfschmerzen wurden noch etwas stärker und ihr wurde schlecht. Entsetzt sah sie auf Roar, der auf dem Boden lag. Sie ballte ihre Hand zu Faust und ging einen Schritt auf ihn zu.
„Du Bastard!“, zischte sie und trat dem Bewusstlosen in den Magen.
„Hey, bleib mal geschmeidig!“ Rain fasste sie an der Schulter, doch sie riss sich los.
„Dieser feige Penner!“
Adam ging einen Schritt zurück.
„Was denkt der sich eigentlich? Ich…“ Sie stockte, als sie das Blaulicht hörte. Sie holt mehrmals tief Luft und gewann ihre Fassung wieder.
Nur wenige Meter entfernt kam ein silbernes Auto mit Blaulicht zum Stehen.
Die Faust noch immer krampfhaft geballt, lief Maria zum Wagen ihres Kollegen.
Moellers erschrak sich etwas, als seine Kollegin die Fahrertür ruckartig aufriss.
„Hallo Maria, du siehst irgendwie…“ Weiter kam er nicht, da die Schwarzhaarige ihm das Wort abschnitt.
„Hör zu, wir haben ein großes Problem!“
„Oh… nicht nur ne Thalliumvergiftung?“
Sie schüttelte den Kopf. „Das ist jetzt Nebensache, aber als Erstes: Hast du eine Aspirin?“
„Nein, tut mir Leid“, antwortete der Ältere und blickte an seiner Kollegin vorbei, auf zwei Männer, die einen dritten, ohnmächtigen zum Auto trugen.
„Na herrlich… Gut, egal. Wir müssen das Bombenkommando alarmieren, es gibt vier Bomben in der Stadt.“
„Was? Oh Shit! Wo?“
„Ähm… das weiß ich auch noch nicht genau…“
Irritiert zwinkerte Moellers sie an, konnte jedoch nichts erwidern, weil in diesem Moment Adam und Rain den Wagen erreichten und eine hinteren Beifahrertür öffneten. Wenig achtsam legten sie Roar auf die Rücksitzbank und als sie die Tür zugeschlagen hatten, wandte sich Maria an sie.
„Wo sind diese Straßen?“, fragte sie gerade heraus.
„Also… es gibt vier…“, antwortete Rain und wurde von der jungen Polizistin hektisch unterbrochen.
„Ja, das weiß ich. Also wo?“
Moellers beobachtete es sprachlos, war von dem Mann, der etwa sein Alter hatte und dessen Haare blau gefärbt waren, nur etwas aus der Fassung gebracht.
„Also, es gibt eine, die ist an der Universität.“
Maria rollte mit den Augen. „Wo da, die Uni ist groß!“
„In der Nähe vom Sportplatz“, mischte sich jetzt Adam ein und Rain nickte.
„Hast du gehört?“, Maria drehte sich zu Moellers, der noch immer im Auto saß, schweigend. Er nickte.
„Gut, wo noch?“
„Dann an der Müllverbrennungsanlage. In der Nähe der Lagerhallen, wo sie den Müll zerhacken. Und dann gibt’s noch eine an der Endhaltestelle der U-Bahn-Linie 8, da, wo sie seit Jahren irgendetwas bauen, was aber schon ewig nicht vorankommt.“
„Ah, ich weiß. Du auch, Moellers? In der Nähe ist ein Altenheim…“
Wieder nickte er. Der Ältere hatte inzwischen seinen Block herausgeholt und es sich notiert.
„Und Nummer vier?“
„Die ist in Down Town und da ist heute ein Rennen…“, meinte Rain ernst.
Adam und Maria wechselten geschockt Blicke. Alle drei schwiegen, nur der ältere Polizist fragte verwirrt nach: „In Downtown? Wo da? Und welches Rennen?“
„Oh Gott, wunderbar…“ Kurzzeitig vergrub Maria ihr Gesicht in den Händen.
„Ich werde auf alle Fälle hingehen!“ Adams Ton war entschlossen. „Dort sind heute alle meine Freunde. Wir müssen was tun!“
Maria überlegte, schüttelte leicht den Kopf und fragte: „Wann fängt das Rennen an?“
„Um 8 Uhr“, antwortete Rain, Maria beobachtend.
„In etwas weniger als zwei Stunden… Das Bombenkommando schafft es nicht in der Zeit, wenn sie noch an drei anderen Orten sein müssen…“ Die Junge Polizistin sah zurück zu der Tür, einige Hundert Meter weit entfernt, aus der sie herausgekommen waren.
„Wie weit ist es von hier?“
„In etwa ner halben Stunde könnten wir da sein.“
Maria spürte ihren Puls in der Halsschlagader.
„Ich kann euch nicht ganz folgen. Wo in Downtown?“ Moellers sah von Maria zu Rain und zog fragend seine Augenbrauen hoch.
„Okay… Gut… Scheiße…“, nuschelte Maria. „Würdest du mich hinführen?“ Sie blickte Rain ruhig an und bekam ein Nicken zur Antwort.
„Hör zu Moellers: Die sollen sich erst mal um die drei anderen Bomben kümmern. Sie bestehen vermutlich aus Ammoniumnitrat und Diesel und vielleicht noch einigen Zusätzen, Nägel oder Metallstücke, oder so was…“ Sie schaute auf die Rückbank und kniff ihre Augen zusammen. „Zutrauen würde ich es dem Arsch jedenfalls.“
„Ja, und was machst du?“
„Ich geh die vierte Bombe suchen. Wir müssen zumindest die Leute da evakuieren…“
„Wie jetzt? Aber wenn sie in…“
„Nicht das Downtown“, unterbrach Maria ihren Kollegen und benutzte die gleichen Worte wie Rain zuvor. „Kümmer du dich einfach um die anderen drei. Ich meld mich später… hoffe ich.“ Damit wandte sie sich ab und ließ ihren Kollegen etwas ratlos zurück.
Er sah ihr und den beiden Männern noch einige Sekunden nach, seufzte dann ergeben und schloss die Fahrertür.
„Na dann wollen wir mal.“ Er blickte in den Rückspiegel, wo er den ohnmächtigen, blassen jungen Mann liegen sah, drehte den Zündschlüssel im Schloss und griff nach seinem Funkgerät.
Maria hatte versucht, Adam davon abzuhalten, mitzukommen, doch nachdem er nicht aufhören wollte zu diskutieren, hatte sie es aufgegeben. Ihre Kopfschmerzen waren schon schlimm genug, da hatte sie keine Lust, lange Reden zu halten. Sie sagte nur zu dem Jugendlichen, dass sie für ihn keine Verantwortung übernehmen würde, sollte ihm was passieren.
Rain hatte sich bei diesem Gespräch heraus gehalten und nur gelacht.
Wieder liefen sie eine gefühlte Ewigkeit durch die dunklen Gänge und Räume.
Maria hatte vollkommen die Orientierung verloren und gab nur ungern zu, dass sie in diesem Labyrinth allein total verloren gewesen wäre.
Sie erklärte die Skater für verrückt, die sich hier freiwillig aufhielten, doch sie verschwieg diese Ansicht.
„Wir sind gleich da“, sagte Rain endlich, nachdem die Polizistin schon vor einigen Minuten die Bässe wahrgenommen hatte, die durch die entfernten Boxen dröhnten.
Sie rieb sich über die Stirn und überlegte, was sie überhaupt tun sollten, wenn sie das Ziel erreichten. Als erstes sollten sie alle Leute evakuieren, aber wie? Und was dann?
Durch das Pochen in ihrem Kopf konnte sie ihre Gedanken nicht richtig ordnen, was noch schwieriger wurde, als sie endlich „die Straße“ erreichten.
„Wir sind da!“ Stolz blieb Rain am Eingang der unterirdischen Halle stehen und stemmte die Hände in die Hüften.
„Wow!“ Adams Augen wurden groß, hatte er die Halle doch noch nie so beleuchtet gesehen.
Maria kniff die Augen zusammen.
So dunkel der Weg hierher auch gewesen sein mag, davon merkte man hier nicht mehr viel.
Die Halle war gut sechs bis sieben Meter hoch und war früher anscheinend eine Abstellhalle für die Züge der Industriegebäude gewesen. Überall standen noch alte, angerostete Elektrobahnen, einige Personenwagen und Güterwaggongs.
Zwei flache Güterwagen hatte man zu einer Bühne umfunktioniert, um die ein Gerüst aufgebaut war. Maria fand, dass es ziemlich einsturzgefährdet aussah, jedoch hatte dass die Leute nicht gehindert, Neonröhren daran zu befestigen, was aber bei weitem nicht die einzige Lichtquelle war.
An vielen Waggons und Bahnen hatte man Neonleuchten angebracht, teilweise mit bunter Folie bezogen, sodass einige Lampen blau oder rot strahlten.
In der Halle befanden sich nach Marias Schätzungen etwa 2000 Menschen, die sich – zum Teil auf Wagen sitzend – vor der Bühne versammelt hatten, auf der ein DJ Technomusik auflegte.
Das Hämmern in Marias Kopf passte sich dem Rhythmus der Musik an und sie stöhnte leise gequält auf.
Sie verschwendete kurz einen Gedanken an die Frage, woher der Strom für die ganze Technik kam, entschied sich dann jedoch dafür, es lieber gar nicht wissen zu wollen.
„Wir haben noch ungefähr eine Stunde, bis das Rennen anfängt…“, sagte Rain und stieß die Polizistin in die Seite. Sie hatten doch etwas länger für den Weg gebraucht, als der Ältere gedacht hatte.
„Vielleicht sollten wir erst mal die Leute hier raus schaffen“, schlug Adam vor, als sie sich langsam der Bühne näherten. „Mich und Rain kennen die Leute ja hier, vielleicht hören sie auf uns, wenn wir ihnen alles erklären…“
„Der Esel nennt sich immer zuerst“, murmelte Maria leise, bevor sie laut sagte: „Gut, versucht das. Ich seh mich etwas um. Vielleicht finde ich ja was.“
Sie nickten sich zu und trennten sich. Rain und Adam liefen auf die Menschenmenge zu und Maria schlich aufmerksam durch die Gassen zwischen Waggons und Bahnen.
Als Maria auf die Uhr sah, wurde sie nervös. Schon über 20 Minuten war sie hier herum geirrt und hatte nichts gefunden und auch die Leute in der Halle, waren nicht weniger geworden.
Sie lehnte sich an einen verrosteten Waggon und atmete tief durch. In erster Linie mussten die Menschen hier raus. Maria wollte sich gar nicht ausmalen, was passieren konnte, wenn hier wirklich etwas explodierte. Allein die Panik, die ausbräche…
Die Polizistin fing an zu grinsen, glaubte sie, die Lösung gefunden zu haben.
Beim Suchen der Bombe hatte sie diese nicht gefunden, aber dafür den Stromverteiler. Panik war vielleicht doch gar nicht so schlecht.
Am Platz vor der Bühne versuchten Rain und Adam derweil ihre Freunde davon zu überzeugen, dass es hier gefährlich werden konnte, doch die ignorierten ihre Warnungen komplett.
Auf der Bühne heizte der DJ gerade Stimmung für das bevorstehende Rennen an und stellte unter anderem die Teilnehmer vor.
Rain schüttelte den Kopf. „Scheiße, so wird das nichts… Und wir haben nicht mal mehr ne Stunde, bis das Rennen anfä…“
Ein lauter Knall unterbrach ihn.
Das Licht auf der Bühne war gleichzeitig mit der Musik erloschen und hüllte den gesamten Platz in eine merkwürdige Stille.
Nach und nach begannen die Leute an zu flüstern, was zusammen ein zischendes Murmeln ergab.
Rain und Adam sahen sich an, doch noch bevor sie etwas sagen konnten, knallte es erneut und jemand sprang auf die Bühne.
Im Halbdunklen konnte man die Person nicht erkennen, die sich die Kapuze des Pullovers über den Kopfgezogen hatte.
„Ey…“, murmelte Adam zu dem Älteren neben sich, „Das ist Maria… Das ist mein Pullover…“
Rain schwieg, zog nur skeptisch die Augenbrauen hoch.
Maria stand mit ihrer Waffe auf der Bühne, doch die erwartete Panik war bisher ausgeblieben. Sie grollte missmutig und blickte zum DJ, der durch die Schüsse vor Schreck das Gleichgewicht verloren hatte und etwa zwei Meter entfernt auf dem Boden saß.
„Tss!“ Sie schoss noch einmal in die Luft und schritt dann auf den DJ zu.
Der sah sie schockiert an, als sie ihn plötzlich auf die Beine riss, in den Schwitzkasten nahm und ihm gleichzeitig den Mund zu hielt.
Erneut schoss sie in die Luft, zwei Mal, traf dabei aus Versehen eine Lampe über der Bühne und jetzt endlich brach Panik aus.
Er ging ein Raunen durch die Menge und als sie dem DJ die Pistole an die Schläfe hielt, bewegten sich die Leute endlich in Richtung Ausgang- einige junge Mädchen schrieen.
Zum Nachdruck feuert sie erneut in die Höhe, bemerkte dabei nur zufällig, dass der junge Mann, den sie festhielt, beinahe ohnmächtig wurde.
Sie verkniff sich das Lachen und lies ihn los.
Er schrie kurz auf und rannte dann ebenfalls davon.
Zufrieden betrachtete Maria ihr Werk. Es hatte nur Minuten gedauert und der Platz vor der Bühne war leer – bis auf Adam und Rain, die nur etwas fassungslos dastanden.
„Ey, sag mal, wo hast du die denn aufgegabelt?“, fragte Rain den Jüngeren leise.
„Im Polizeipräsidium…“
„So ein bisschen sadistisch ist die aber schon, oder?“
Adam antwortete nicht, weil jetzt Maria von der Bühne sprang und auf sie zu lief, die Waffe noch immer in der Hand und im Gesicht ein zufriedenes Grinsen.
„Super, oder? Es sind alle weg. Sowas wollte ich immer schon mal machen!“
Adam warf Rain nur einen vielsagenden Blick zu.
„Jetzt müssen wir nur noch darauf achten, dass niemand mehr herkommt und warten, bis es explodiert. Ich mein, dann müsst ihr euch halt nen anderen Rennplatz suchen…“, meinte die Polizistin und steckte die Waffe zurück in ihr Halfter um ihr Fußgelenk.
„Meinst du wirklich, dass ist eine gute Idee?“, fragte Rain nachdenklich, als sich Maria wieder aufgerichtet hatte. „Ich meine, ich weiß ja nicht, was passiert, wenn die Bombe hochgeht, aber oben drüber ist die Autobahn.“ Mit zusammengezogenen Augenbrauen sah er noch oben und bekam so nicht mit, wie Marias Gesichtsausdruck entgleiste.
„Was?!“ Fassungslos riss sie die Augen auf. „Warum hast du mir das nicht eher gesagt?!“ Wenn es wirklich unter der Autobahn war und es hier detonierte… Das FBI würde ihr den Arsch aufreißen, die Polizei würde sie feuern.
„Ich hab gedacht, du wolltest von Anfang an die Bombe entschärfen“, antwortete Rain auf ihre Frage und verstand ihre Erschütterung nicht.
„Entschärfen? Ich?“ Sie atmete tief ein und fuhr sich durch die Haare. „Ich wollte nur die Leute evakuieren. Oh Gott… Ich bin kein Bombenexperte. Hätte ich das gewusst…“ Ihr wurde ganz schlecht.
„Was? Du hast also in Kauf genommen, dass hier alles in die Luft fliegt?“ Verärgert verschränkte Rain die Arme vor der Brust.
„Na ja, besser hier fliegt alles in die Luft ohne Menschen als mit welchen, oder?“, entgegnete Maria, mit ihren Gedanken schon wieder ganz woanders. Das Bombenkommando konnte sie nicht rufen. Sie gingen davon aus, dass die Bombe zu beginn des Rennens hochgehen sollte und das war um acht Uhr, also in nicht einmal mehr zwanzig Minuten.
Sie schloss die Augen und überlegte, während Rain weiter murrend meckerte.
Beide bemerkten nicht, dass Adam sich etwas entfernt hatte und sich umsah.
Als Maria und Rain anfangen hatten sich zu streiten, hatte Adam mit den Augegerollt und suchte allein nach der Bombe.
Wenn Raor sich wirklich rächen und viele Menschen erwischen wollte, dann musste sie irgendwo in der Nähe der Bühne sein, denn dort hielten sich auch während des Rennens die meisten auf.
Er sah sich aufmerksam um und bemerkte plötzlich in der Nähe einer alten Elektrobahn einen seltsam-bekannten Geruch.
Er runzelte die Stirn und trat näher heran. Nur durch Zufall schweifte sein Blick über die Vorderfront und die zerschlagenen Vorderscheinwerfer.
„Oh mein Gott!“
„Bist du jetzt endlich fertig mit deinem Gemecker?“, motzte Maria zurück. „Wir müssen uns überlegen was wir machen können… Wir haben keine Zeit mehr!“ Ihr Puls beschleunigte sich wieder und ihre Hände fingen an zu zittern.
„Hey? Leute?!“
„Und ich dachte, du wärt bei der Polizei. Dabei kannst du nicht mal eine Bombe entschärfen!“ Rain ignorierte Adams rufen vollkommen.
„HEY! LEUTE! Ich bräuchte mal Hilfe!“
„Tss! Niemand bei der Polizei wird in jedem Spezialgebiet ausgebildet!“ Auch Maria achtete nicht auf den Jugendlichen.
„HALLO?! Ich habe die BOMBE gefunden!“
Rain und die Polizistin sahen sich an.
„Würdet ihr mir bitte einmal helfen?“
„Ähm, wo bist du?“, fragte Rain, als er Adam nirgends entdecken konnte.
„Ich bin rechts von euch, hinter nem Waggon an einer Bahn…“
Maria zog die Augenbrauen hoch. „Dann zeig dich doch…“
„Geht nicht, ich halte was fest!“
Die beiden Erwachsenen wechselten fragende Blicke und liefen zu dem beschriebenen Ort, nicht einmal fünf Meter entfernt.
Dort sahen sie Adam, der mit seinem ganzen Arm in die Öffnung eines Bahnscheinwerfers fasste.
„Was tust du da?“, wollte Maria wissen und hätte bei dem Anblick fast gelacht.
„Ich halte was fest, sagte ich doch schon…“
„Und was genau?“
„Keine Ahnung, so was wie ein Zeiger… der hat sich plötzlich bewegt…“
„Ooo~kay…“ Rain schluckte trocken. „Das klingt irgendwie gefährlich…“
„Haha, wirklich komisch! Macht irgendwas! Mein Arm stirbt ab!“
„Ähm… also… vielleicht ist die Bombe da drin…“ Maria zeigte auf die Front der Elektrobahn, unter der Führerkabinenscheibe, die ausgeschlagen war.
„Vielleicht, aber könntet ihr irgendwas tun? Ich will das nicht loslassen, aber ich will auch nicht ewig hier stehen…“
„Oh Mann…“ Die Polizistin fuhr sich über die Augen und kramte dann ihr Handy aus der Hosentasche, nur um festzustellen, dass sie hier - genau wie vorhin – ebenfalls keinen Empfang hatte.
„Okay, ganz ruhig… Ich guck mal im Führerhaus. Rain, kannst du irgendwie versuchen die Metallplatte vorne abzunehmen? Vorsichtig?“
Der Angesprochene kratzte sich am Nacken und nickte schließlich.
Als Maria die Führerkabine betrat, bemerkte sie sofort, dass die gesamten Armaturen rausgerissen waren. Langsam ging sie näher heran und konnte durch eine Plexiglasscheibe durch die Dunkelheit darunter nur einige Drähte erkennen.
Als es plötzlich mit einem Mal darunter heller wurde, wurden ihre Augen vom Schock größer.
„Die Platte war ganz locker…“, rief Rain ihr zu, als er sie ganz leicht abnehmen konnte.
Der Geruch des Düngers gemischt mit dem Gestank von altem Öl wurde stärker.
Unter der durchsichtigen Scheibe sah Maria jetzt das gesamte Ausmaß der Bombe. Es waren vier Säcke, die untereinander merkwürdig verdrahtet waren. Die Kabel liefen um die Säcke herum, zwischen ihnen durch zu irgendeiner Vorrichtung, die sie von hier oben nicht sehen konnte.
Sie verließ den Raum und ging wieder zu Rain und Adam, der inzwischen ganz rot im Gesicht war.
„Ey… Leute, ich wär euch echt Dankbar, wenn ihr irgendetwas tun könntet…“
„Kann ich mal dahin?“, fragte Maria Rain, der sich etwas in den offenen Raum mit dem Sprengstoff gebeugt hatte.
Langsam kam er wieder hervor. „Yo…klar… Adam hält irgendwas fest, das aussieht wie ne Uhr… Und da hinten ist noch irgendwas, so ne Weiße Substanz, keine Ahnung…“
„Aha…“ Maria versuchte sich zu sammeln und nicht hektisch zu werden. „Kannst du mal nach oben gehen und gucken, dass ich nicht irgendwas Gefährliches berühre?“
„Hm… klar…“
Sie bewunderte, dass der Ältere so ruhig bleiben konnte.
Behutsam sah sie erst einige Sekunden auf die Säcke und kroch dann mit dem Oberkörper vorsichtig in den Zwischenraum.
Das erste was sie sah, war die Art Uhr. Sie hatte keine Zeiger und kein Zifferblatt mehr. An ihr war ein Zahnstocher befestigt, den Adam mit einem Finger daran hinderte, weiter zu wandern. Um das kleine Stück Holz, war ein dünner Draht gewickelt, der sich in der Mitte der Uhr in drei Stränge aufteilte.
Am oberen Ende des Zahnstochers war der Draht mehrmals drumgewickelt und sollte vermutlich den Kontakt zu dem Stück Alufolie am äußeren Rand der Uhr herstellen.
„Und? Erkennst du was?“, fragte Adam und klang angestrengt.
„Ich erkenne schon was, ich weiß nur nicht, wozu es gut ist…“, antwortete Maria ehrlich.
„Oh Gott, na super…!“ Der Jugendlich Verzog jammernd das Gesicht. „Bevor ich dich getroffen habe, war mein Leben noch in Ordnung. Ich ging zur Schule und habe geskatet und schwebte nicht in Lebensgefahr. Und jetzt?“ Seine Stimme war weinerlich. „Jetzt stecke ich mit einem Arm im Scheinwerferloch einer Eisenbahn und halte einen Zahnstocher fest! Echt geil!“
Maria rollte mit den Augen. „Jammer nicht so rum. Du bist doch am Tatort aufgetaucht und hast alles ins Rollen gebracht. Und es hat dich auch niemand gebeten, deinen Arm da rein zu stecken.“
„Ach? Hätte ich einfach dastehen sollen, bis es explodiert wäre?“
„Wäre vielleicht besser gewesen, dann würdest du jetzt nicht so jammern!“, brummte die Polizistin und sah sich in dem Zwischenraum weiter um. Einer der Säcke drückte ihr in die Rippen und sie zog etwas die Luft ein.
Jetzt entdeckte sie auch die weiße Substanz, von der Rain gesprochen hatte. Sie befand sich in einer halbierten Flasche und war ebenfalls verkabelt. Maria runzelte die Stirn und streckte sich etwas.
„Rain? Laufe ich hier Gefahr, irgendwas in Gang zu setzen?“
Der Ältere beugte sich etwas vor und schüttelte den Kopf. „Nein, ich wüsste nicht was…“
„Tolle Antwort…“ sie streckte sich noch etwas weiter und tippte mit dem Zeigefinger in das weiße Pulver, um es mit der Zungenspitze zu kosten.
„Aspirin?“, Irritiert runzelte sie dir Stirn. „Das Weiße Zeug ist Aspirin… plus C.“
„Woher weißt du das?“, wollte Adam wissen und versuchte sich etwas bequemer hinzustellen.
„Ich kenn den Geschmack, schließlich fress ich die Tabletten wie Bonbons…“
„Aha… Aber warum hat der Aspirin in der Bombe?“ Der Jugendlich gab es auf. Bei dieser Haltung gab es wohl keine bequeme Position.
„Vielleicht verstärkt das den Effekt, oder so?“, warf Rain ein und Adam nickte.
„Stimmt, so wie bei Stargate mit dem Naquader und Atombomben.“
„Genau, so in der Art.“
„Äh…“ Maria begriff gar nichts und war sich sicher, dass sie eindeutig zu wenig Fernsehen sah.
Die Polizistin war noch immer mit dem Oberkörper in dem Hohlraum, in dem sich die Bombe befand.
„Rain?“ Ihre Stimme klang gepresst, weil ein Sack ihr den Brustkorb zusammenpresste.
„Ja?“
„Kannst du irgendwie die Scheibe entfernen und gucken, ob die Säcke auch verkabelt sind? Ich seh hier nicht so viel…“
„Nein, die Scheibe geht nicht ab, hab ich eben schon probiert. Er hat sie mit Kaugummi festgeklebt… mit pinken Kaugummi.“
Maria schüttelte etwas den Kopf. Die Farbe interessierte sie nicht im Geringsten, sie war nur überrascht, dass Kaugummi anscheinend so ein guter Kleber war.
„Das wird ja immer besser… Wenn die Bombe keine Bobe wäre, würd ich sagen, sie ist ein modernes Kunstwerk“, brummte die Polizistin und kroch noch etwas weiter hinter die Säcke.
Sie blickte sich um, und hatte keine Ahnung, was sie machen konnte.
„Leute? Ich kann bald nicht mehr…“, sagte Adam und setzte sie noch mehr unter Druck. Hinzu kam noch, dass sie kaum etwas sah.
„Rain? Kannst du mal da weg gehen? Du stehst mir in der Sonne! …also ich meine im Licht.“
Sonne, frische Luft und keine Lebensgefahr, das waren in Marias jetziger Position pure Wunschgedanken.
Sie konnte von Glück sagen, dass sie keine Klaustrophobie hatte. Ihr Partner wäre vermutlich schon längst in Ohnmacht gefallen.
„Immer mit der Ruhe…“, Rain verließ das Führerhäuschen und gesellte sich zu Adam, dessen Röte mittlerweile ziemlich ungesund aussah.
Viel mehr Licht hatte Maria immer noch nicht, aber zumindest erkannte sie, dass der größte Teil der Drähte gar keine Drähte waren, sondern Zündschnüre.
Sie hatte eine Idee und kam endlich aus der Nische hervor.
„Uh!“ Sie stöhnte schmerzerfühlt auf und streckte sich etwas, bevor sie meinte: „Ich glaube, ich weiß, was wir tun können.“
„So, dann tut es!“ Adam klang außer Atem.
„Okay, also… das da hinten sind keine Kabel, also kann da vermutlich nichts hochgehen solang Adam den Zahnstocher festhält.“
„Klasse…“, brummte er genervt, war sein Arm doch schon total verkrampft.
„Wir können also einfach die Säcke entfernen, wenn dann Adam loslässt, geht vielleicht die Zündung oder was auch immer dann ausgelöst wird, los, aber wenn kein Sprengstoff da ist, kann auch nichts explodieren.“
Maria klang nicht sehr überzeugt und Rain sah sie skeptisch an.
Adam war es mittlerweile egal. Er wolle einfach nur endlich loslassen können, doch explodieren wollte er auch nicht.
„Na gut.“ Rain zuckte mit den Schultern. „Dann machen wir das. Das ist immerhin besser als in die Luft zu fliegen.“
„Na dann los. Rain, du trägst die Säcke weg. Aber vorsichtig!“ Mit diesen Worten kroch Maria wieder in die Bombe und zog die Schnüre aus dem Sprengstoff.
„Junge, junge“, murmelte Rain. „Dass ich auf meine alten Tage noch mal so was erlebe...“
„…und hoffentlich überlebe…“, setzte Adam den Satz des anderen fort.
Vorsichtig setzten sie Marias Plan in die Tat um. Maria zog die Schnüre aus den Säcken und zitterte jedes Mal von neuem, wenn sie eine berührte und Rain trug die entkabelten Beutel weg.
Als der letzte in einer Entfernung an einem Waggon stand, kam Maria wieder hervor.
„Also, bis jetzt ging es ja gut…“, murmelte sie, selbst überrascht, dass es doch so einfach ging. „Ich denke, du kannst jetzt loslassen, Adam.“
Kritisch sah er in das große Loche neben sich, das bis eben noch mit Dünger gefüllt war.
„Bist du sicher? Ich meine… nicht das doch noch was passiert.“
„Was soll denn noch passieren, der Sprengstoff ist doch weg“, meinte auch Rain. Der schon wesentlich entspannter wirkte.
„Okay… wenn ihr meint…“
Der Jugendliche holte tief Luft. Auch wenn es jetzt bei Weitem nicht mehr so gefährlich wirkte, hatte er Angst und ihm war deswegen ganz übel.
„Bei drei…“, nuschelte er zu sich selbst.
„Eins… Zwei…“ Ein letztes Luftholen. „Drei…“ Er zog seinen Arm schnell aus dem Scheinwerferloch und stieß sich seinen Ellenbogen noch an der Kante. Vorsichtshalber sprang er schnell einige Meter weg, denn so ganz traute er der Sache nicht.
Einige Sekunden geschah gar nichts.
„Wow, na also, lief doch alles…“ Maria konnte den Satz nicht beenden.
Der verdrahtete Zahnstocher stieß an die Alufolie und der Stromkreis schloss sich.
Es gab einen großen Knall, irgendetwas leuchtete auf und dann zischte es mehrere Male. Kleine Metallsplitter flogen etwa einen Meter durch die Luft und verfehlten die überraschte Polizistin und Rain nur knapp.
Mit geweiteten Augen sahen die zwei Erwachsenen zu der Elektrobahn.
Die Seite, an der Adam die ganze Zeit gestanden hatte war aufgerissen und weiter hinten, unter der Bahn, war der Schaden noch etwas größer.
„Oh… Das war aber… eine große Zündung…“, murmelte Maria perplex.
„Ja, ja! Natürlich! Es ist alles sicher! Bestimmt!“ Adam schüttelte energisch den Kopf, woraufhin Rain nur mit den Schultern zuckte. „Na wir leben doch noch… Aber was machen wir jetzt mit dem Dünger?“
„Hm…“ Zu der Luft, die hier unten sowieso schon stickig war, kam jetzt auch noch der Gestank von verbranntem Plastik. Marias Kopfschmerzen wurden wieder etwas schlimmer und der Geruch bereitete ihr Übelkeit. Sie sah in das Wrack der Bahn und sah, wie das letzte kleine Feuer erlosch. „Vielleicht stellen wir sie nur etwas weiter weg… Ich hab jedenfalls keine Lust, die mit nach oben zu schleppen…“
„Yo… Die anderen helfen uns bestimmt später“ Rain grinste über das ganze Gesicht. „Ey, die werden Augen machen, wenn wir ihnen hiervon erzählen, was Blast?“, wandte er sich zu Adam, der jetzt auch wieder grinste.
„Aber Hallo! Die werden uns das nicht glauben, aber wir haben da ja den Beweis!“ Er deutete auf die verkohlte Elektrobahn.
Maria schüttelte den Kopf. Sie schwieg zu dem Thema und rieb sich die Schläfen.
„Ich will ja eure gute Laune nicht versauen“, sie wunderte sich sowieso über Adams plötzlichen Stimmungswechsel, „aber wie wäre es, wenn wir zuerst einmal wieder nach oben gehen?“
„Ja, stimmt. Los kommt!“, Rain schlug Maria kumpelhaft auf die Schulter. „Du willst bestimmt deine Kollegen von deinem Erfolg erzählen. Woah, wir haben eine Bombe entschärft und die Stadt gerettet!“
Die Polizistin zog eine Augenbraue hoch. „Na ja, eigentlich will ich nur an die frische Luft… Und wir haben sie nicht entschärft, wir haben sie auseinander genommen…“
„Ach, das ist doch das Gleiche!“
Zu dritt setzten sie sich in Bewegung.
„Ey, Maria, du musst mir auch noch meinen Pullover wiedergeben.“
„Kann ich gerne machen…“ Sie wollte das Kleidungsstück gerade ausziehen, als Adam erwiderte: „Du kannst ihn mir auch beim nächsten Mal geben.“ Er grinste und Maria entgleisten die Gesichtzüge.
„Beim nächsten Mal?!“
„Na, wir haben doch super zusammen gearbeitet! Ich kann dir bei deinem nächsten Fall bestimmt auch helfen.“
„Ähm…“
„Ja, und ich auch! Das wird bestimmt voll genial. Ich meine, wenn das jetzt schon so spannend war… Es kann doch nur besser werden!“ Rain und Adam schlugen ihre Hände zusammen, beide mit einem triumphalen Lachen im Gesicht.
Maria verdrehte die Augen. Jetzt hatte sie einen pubertären Jugendlichen am Hals und einen Mittdreißiger, der sich wie einer benahm.
Während Adam und Rain auf dem Rückweg Pläne für ihre nächste Detektivarbeit schmiedeten, wusste Maria schon ganz genau, was ihr nächster Fall sein würde: Urlaub! Und zwar sehr, sehr weit weg!
Vielen, vielen Dank fürs Lesen.
Endlich bin ich fertig… und muss schon wieder was schreiben. *drop* *zu den AnimePro Artikeln schielt*
Und was wünschen darf ich mir auch… Oje, darüber hab ich mir noch gar keine Gedanken gemacht…
no subject
Date: 2008-08-14 08:46 pm (UTC)Noch immer liebe ich Maria einfach nur unerschüttelerlich total blabla lovelovelove! Und Adam! UND RAIN! XDDDD~ Spätestens nach dem Satz: Ey fuck, im wievielten Monat Schwanger ist ihre Schwester? XDDDD~ *ist fast vom Stuhl gekippt, weil sie sich ugneschickt geschüttelt hat vor Lachen*
Awwww~ Ganz toll~ Ich binv erliebt in die Charas! <3 (Ich will mehr zu ihnen lesen!!! *____________________________________________________*)
und was mich neugierig macht - das mit dem Dünger und dem Diesel kenn ich, aber wie viel ist an dem Asperin dran? ;D (Und ich kann Maria verstehen, ich kann manchmal Schmerztabletten auch wie Bonbons fressen, und inzwischen uach nur hartes Zeug %'D Scheiß Kopfschmerzen....) Maria + Asperin+C = MedsOTP!!!11ÖLF
Hach, schöne Actiongeschichte *-* Sehr niedliche, coole Charas, nette Handlung, wobei ich sagen muss, dass in dieser Geschichte wirklich das herzige in den kleinen Dingen liegt, wie Maria und die Brutalität, Adams niedliche Shocking Moments und Quaselstrippigkeit und Rain, der ist special an sich XD~ Man denkt sich: ho, läuft ja alles wie immer ab - und dann haut einer von denen einen Kommentar raus und du liegst am Boden! XD (YAY for Stargate! *lach*)
hach, nein, ich- ich- ich kanne infach nicht anders - ich will die ganze Zeit nur von maria, Adam und rain schwärmen und mehr von ihnen lesen *~*
VIELEN DANK!!!!111ÖLF *______________________________________________________________*
*superdupershiny is*
Und genau, jetzt darfst du dir was wünschen. :3 Bitte bis morgen Abend in die Com posten und hoffentlich kriegst du auch was so tolles wie ich *-* (Und bitte, bitte: spreng für das nächste Mal nicht den Zeitrahmen - das spart dir Mühe und Arbeit und es bleibt weiterhin mit den Comregeln kompatibel, okay? <3)
no subject
Date: 2008-08-14 09:27 pm (UTC)no subject
Date: 2008-08-15 08:14 pm (UTC)ich freu mich wirklich, dass dir trotz allem die geschichte noch immer gefallen hat.
awww und ich finds ganz toll, dass du gesagt hast, du würdest gern mehr von maria, adam und rain (er ist wirklich ne granate, oder? @@) lesen. *lach* das ist toll. *.*
ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. ^^° ich freu mich einfach nur, dass dir die ganze sache gefallen hat und du die charas magst. ^__^
aso... und das mit der u-bahn ist ja echt ein krasser zufall. *lacht* wer hätte das gedacht? *g* du hast nicht auch noch ein altenheim in deiner nähe, oder? óo