[identity profile] les-lenne.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Autor: les_lenne
Claim: X/1999 – Seishirou/Subaru – Lügen
Prompt: #13 – Ich kann jederzeit aufhören
Rating: NC-17
A/N: Die Droge, die hier erwähnt wird, ist reine Fiktion. Ähnlichkeiten mit bekannten Drogen sind unbeabsichtigt.
Beta: Leider nur ich selbst. :(


Stained Glass



Rum und Eis und eine Kirsche dazu, mehr brauchte er nicht, um sich zu entspannen. Seishirou lag halb auf seinem Bett – groß und alles rot – das Glas in der Hand und las sich die Akten zu seinem nächsten Opfer durch. Ein Yakuza, der spätestens in drei Monaten seine magischen Kräfte entdecken würde.

Es ist anzunehmen, dass die betreffende Person A. Hitori ihre Kräfte dazu einsetzen wird, die Droge „Stained Glass“ im Untergrund weiter zu verbreiten. Notizen zu „Stained Glass“ entnehmen sie dem beigehefteten Prospekt im Anhang.

Seishirou legte den Ordner beiseite und nahm den letzten Schluck. Er rutschte herunter und faltete die Hände auf seinem nackten Bauch. Der Alkohol begann langsam auf sein Gehirn einzuwirken. Er schloss die Augen und genoss die aufsteigende Wärme, das Gefühl, alles würde zu einer weichen, einzelnen Masse verschwimmen.

Er spreizte den Zeigefinger ab und rieb über seine Hüftknochen. Die Decke war weich, die Matratze war weich, die Luft war weich, nur seine Knochen waren noch immer hart und eckig und standen hervor, wie sie es immer getan hatten. Das konnte nicht einmal der Alkohol vertuschen.

Er nahm die Kirsche aus dem Glas und in den Mund. Seine Zunge fuhr über die glatte Haut, bis diese begann sich aufzulösen. Er rieb mit der Spitze gegen den Stein und schluckte das sich ablösende Fruchtfleisch herunter.

Sein Zeigfinger wanderte von der Hüfte weiter nach unten. Er hob das Becken und schob die Hand darunter, stets den Finger ausgestreckt.
Das Kondenswasser, das sich am Glas gebildet hatte, war eiskalt und er atmete zischend ein, als die ebenso kalte Fingerspitze gegen seinen Eingang – Ausgang, korrigierte er sich amüsiert – drückte.

Ein, zwei, drei Kreise zog er um den Muskel herum. Er konnte spüren, wie es in ihm zuckte. Er war allein. Es war nicht nötig, irgendetwas abzuwarten.

Mit einem Stoß war sein Zeigefinger fast bis zum Anschlag in ihm. Seishirou drückte den Rücken durch. Sein Atem ging stockend. Als er die Augen öffnete, sah er nur die Holzdecke über sich. Ein enttäuschender Anblick. Er hatte etwas anderes ersehnt. Sein Alkoholrausch half ihm, sich auch mit offenen Augen ein Bild von dieser Sehnsucht zu machen.

Sein Finger wurde zu dem eines Anderen. Über sich sah er weiße Haut, die der Alkohol nicht erst weich machen musste, weil sie es schon immer gewesen war.

„Seishirou, entspann dich.“

Subaru führte vorsichtig, langsam einen zweiten Finger in ihn ein. Seishirou stöhnte und rückte mit dem Becken vor, um die Finger tiefer in sich spüren zu können.

„Ich will dir nicht wehtun.“

Seishirou lachte heiser. Die Finger spreizten sich auseinander wie eine geöffnete Schere, schlossen sich wieder, rieben über die Wand, drückten dagegen... und die grünen Augen lächelten auf ihn herab. Wie damals, wie sie es heute nie tun würden.

Seishirou biss sich auf die Unterlippe. Er drehte den Kopf zur Seite. Nur noch schemenhaft war das Bild, nein, Subaru zu sehen.

„Willst du mich nicht mal ansehen?“

Die Finger zogen sich fast ganz aus ihm heraus.

„Sag ‚bitte’, Seishirou.“

Er wusste, wie man den Ton nannte, der sich aus seiner Kehle schlich, aber es kam nicht in Frage... nicht für ihn – zu wimmern.

„Sag es.“ Die Finger rieben über den Eingang-Ausgang.

„Bitte.“

Seishirou schrie, als die Finger wieder in ihm waren, nicht mehr warm und nicht mehr weich und nicht mehr Subaru. Er atmete tief ein und aus. Sein Bauch fühlte sich feucht an.

Schnappend atmete er ein, als er seine Finger aus sich herauszog. Schmerz, scharf und kurz. Keine grünen Augen mehr, die helfen würden ihn auszublenden.

Er rollte sich auf die Seite, ohne den Schmutz zu beseitigen. Den Rest der Kirsche spuckte er auf den Boden. Der Kern spross sofort, als er den Boden berührte.

Anhang A II/13
„Stained Glass“, seltener auch „Grünfink“ genannt, löst Halluzinationen aus und hat bei zusätzlicher Einnahme von Alkohol eine stark aphrodisierende Wirkung. Ebenfalls können Schlafstörungen, Angstzustände und eine latente Schizophrenie erfolgen. Die Suizidrate Abhängiger beträgt 63%.

Date: 2008-08-13 04:36 pm (UTC)
ext_31352: ([leute] hmmmmmmm)
From: [identity profile] shiun.livejournal.com
Hui, das war ... O_O Ganz toll. Absolut IC - und ich meine, du hast Seishirou geschrieben, der über Subaru als top fantasiert, und es funktioniert total gut!

Ich bin ganz angetan. *geht nochmal lesen* :)

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