[identity profile] cricri-72.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Sonntag Morgen (II)
Sommerchallenge-Prompt: h/c – Verlust eines Körperteils
Fandom: Good Omens
Genre: AU, pre-Slash, h/c, Fluff
Handlung: Auch Tadfield ist nicht ohne Dramen. Fortsetzung zu „Sonntag Morgen (I)“.
A/N: Ich stecke noch etwas fest in diesem AU und schaue, wohin es mich treibt. Und vielleicht sollte ich noch erwähnen, daß wir uns zeitlich am Anfang dieses Jahrtausend befinden und die beiden um die 30 sind.
Länge: ~ 700 Wörter
Zeit: ~ 60 Minuten

***


Das Frühstück war wunderbar. Trotz trockener Eier und der falschen Vase. Wichtiger als die Vase waren sowieso die Rosen und der Lavendel, die Crowley geschnitten und hineingestellt hatte. Aziraphale war mitten in einem Tagtraum vom Leben auf dem Land – Crowley kümmerte sich um den Garten, und er würde die Scheune zu einem Lagerraum für seine Bücher ausbauen. Nicht, daß er auch nur die geringsten handwerklichen Fähigkeiten hatte, aber man konnte ja träumen.

Und dann kam ihm die Realität in Gestalt einer schwarzen, humpelnden Katze dazwischen. Er war gerade beim Geschirrspülen, als er das Tier durch den Garten schleichen sah. Fast hätte er den Teller in seiner Hand fallen lassen. Das sah schlimm aus. Sein Magen zog sich schmerzhaft zusammen.

„Was ist los, Engel?“ Crowley, der mit dem Geschirrtuch neben ihm stand und auf Nachschub wartete, stupste ihn sanft an. Er deute stumm aus dem Fenster.

„Oh … die Ärmste.“ Crowley ging zur Tür und war im Garten, bevor er ihn stoppen konnte. „Komm her, meine Süße …“

„Crowley …“

„Versuch du es mal. Vielleicht kommt sie zu dir.“ Crowley zog ihn in den Garten. „Bitte.“

Er konnte das Tier gar nicht ansehen, die linke Vorderpfote sah ganz verdreht und falsch aus, aber er riß sich zusammen. Die meisten Tiere vertrauten ihm, das hatte er schon oft festgestellt. Selbst Anathema schlängelte sich um seinen Arm, wenn er Crowley besuchte, und sie ließ sich von niemandem sonst anfassen, nicht einmal von dem Nachbarsjungen, der sich um sie kümmerte, wenn Crowley unterwegs war.

Und tatsächlich, nachdem er sie eine Weile gelockt hatte, kam sie zu ihm gehumpelt und schnupperte an seiner Hand. Crowley hatte eine Schale Wasser neben ihn gestellt, die ebenfalls angenommen wurde. „Versuch sie zu greifen und setz sie in den Karton“, flüsterte Crowley. „Ich will ihr nicht wehtun“, flüsterte er zurück. Aber Crowley schüttelte nur den Kopf. „Du kannst das. Du hilfst ihr.“ Und was blieb ihm da anderes übrig. Sie knurrte, als er sie anhob, aber sie wehrte sich nicht. Kein Wunder, sie war kaum mehr als Haut und Knochen.

„Wir fahren sofort zum nächsten Tierarzt“, erklärte Crowley.

***


„Nicht gechippt und nicht tätowiert“, sagte die junge Tierärztin, die den Notdienst am Sonntag hatte. Muriel, hatte sie sich vorgestellt. Sehr jung, sehr sonnig. Die Katze knurrte nicht einmal, während sie sie untersuchte. Aziraphale wunderte das nicht – die junge Frau strahlte soviel Liebe aus, daß man gar keine Angst vor ihr haben konnte. Das erste Mal, seit er das kranke Tier entdeckt hatte, entspannte er sich etwas. „Ich kann sie operieren. Aber …“

„Wir tragen die Kosten“, sagte Crowley. Seine Hand lag auf Aziraphales Schulter. „Nicht wahr, Engel?“

Muriel sah auf und lächelte. „Das ist schön.“

„Schafft sie es?“ Seine Stimme zitterte nur ein ganz klein wenig, aber Crowleys Hand drückte sofort fester zu.

„Das Bein werde ich nicht retten können“, erklärte Muriel. „Aber Katzen sind zäh, sie kommt wieder auf die Beine. Drehen sie eine Runde durch den Ort – zwei Straßen weiter gibt es ein nettes Café. In zwei Stunden können Sie sie wieder abholen.“ Und damit scheuchte sie sie aus dem Untersuchungsraum.

„Na siehst du. Alles wird wieder gut.“ Crowley drehte sich zu ihm um. „Aziraphale?“

Er konnte es nicht ändern, die Tränen liefen ihm übers Gesicht. Er war schon immer nah am Wasser gebaut gewesen, und … „Sie wird ihr Bein verlieren!“

„Oh, Engel …“ Crowley machte einen Schritt auf ihn zu. „Das ist nicht so schlimm, wie es sich anhört. Sie ist doch kein Mensch, Katzen kommen mit so was viel besser zurecht.“

„Bist du sicher?“ Er wischte sich die Nase ab im selben Moment, als Crowley Komm her, sagte und ihn in den Arm nahm.

„Ganz sicher.“ Crowleys Lippen waren in seinen Haaren, und … war das ein Kuß? „Die Nachbarskatze hat auch nur drei Beine. Sie rast die Bäume hoch und runter wie keine andere, schlägt jeden Hund in die Flucht und legt mir jeden Morgen eine Maus auf die Fußmatte für Anathema.“

Er mußte lachen.

„Na siehst du.“ Crowley schob ihn von sich weg, und wischte mit dem Daumen die letzten Tränen aus seinem Gesicht. „Und jetzt trinken wir erst Mal einen Kaffee auf den Schreck.“

***

Date: 2023-09-30 11:10 pm (UTC)
From: [identity profile] iflow-97.livejournal.com
Ich mag die Idee, dass Adam der Nachbar von Crowley ist und dass er eine Schlange als Haustier besitzt (auch mit schöner Namenswahl :) ).
Und du hast hier gerade ganz viele Kindheitserinnerungen an eine dreibeinige Katze aus der Nachbarschaft wachgerüttelt. Vor der hatten alle anderen Katzen im Umkreis den größten Respekt.

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios