Sommerchallenge 007: Schattenspiele
Aug. 12th, 2008 05:33 pmTitel: Marktsamstag
Autorin: Akane /
chija
Fandom: Orignal / Schattenspiele
Challenge: Musik Tabelle - #17 unisono
Wörter: 679
Warnungen: [hurt/comfort] [sinnlos]
Kommentar:
keksdiebin gewidmet und eigentlich auch vor ein paar Wochen nur für sie geschrieben. Dann fiel mir auf, dass es irgendwie doch passt. Und die Zeit auch hinkommt. Daher jetzt hier.
Von allen Jahreszeiten war Thomas der Frühling am liebsten.
Vor allem diese Samstagvormittage, wenn sie sich hinunter ins Dorf stahlen, um über den Markt zu schlendern und kandierte Früchte zu naschen und die helle Märzsonne über die Kühle hinwegtäuschte, die aus den Wiesen stieg.
Dann konnte er beinahe vergessen, wer sie waren und was mit ihm war, dann fühlte er sich einfach wohl.
„Worüber grübelst du jetzt schon wieder nach?“, fragte ihn Damien von der Seite und Thomas lachte. „Über den Frühling.“
Damien machte eine ausladende Handbewegung. „Haben wir doch.“
„Ja, eben.“
Damien schüttelte den Kopf und hielt ihm eine prall gefüllte Papiertüte unter die Nase. „Ich muss dich nicht verstehen, oder?
Kirsche?“
Wie immer führte ihr Weg sie irgendwann hinunter zum Fluss, wo sie am Ufer stehen blieben und auf das träge dahin fließende, graublaue Wasser starrten. Damien bückte sich, hob einen Kiesel auf und wog ihn einen Moment lang in der Hand, ehe er ihn geschickt über die Wasseroberfläche springen ließ. Thomas beobachtete den Stein fasziniert. Egal, wie viel er übte, er brachte es nie auf mehr als ein oder zwei müde Hüpfer.
„Soll ich es dir noch mal zeigen?“
Der junge Lord schüttelte den Kopf. „Ich fürchte, das ist aussichtslos. Ich schau dir lieber zu.“
Damien zuckte die Schultern. „Wie du meinst.“ Dann streifte er das Jackett von den Schultern und breitete es auf dem Boden aus, ignorierte dabei geflissentlich, dass ihn die Hausdame für die Grasflecken vermutlich würde steinigen wollen, und setzte sich. Die Tüte mit den Früchten legte er neben sich ins Gras.
Thomas ging ein paar Schritte, trat nach einem Stein und streckte sich dann. „Mein Vater hat mir gestern angekündigt, dass ich mich Tante Clarissas Frühjahrsempfang dieses Jahr nicht werde entziehen können. Ich gehe davon aus, dass du mich begleitest?“
Damien verdrehte die Augen. Er hasste Lady Clarissa Burton genauso aus tiefster Seele, wie sie ihn. „Selbstverständlich. Ich lasse dich mit dem alten Drachen doch nicht im Stich.“
„Damien, bitte“, rief Thomas ihn zur Ordnung, „sie ist meine Tante.“
„Drachen, sag ich doch.“
Thomas lachte und kam zurück, um sich noch eine Kirsche aus der Tüte zu angeln. „Du bist unverbesserlich.“
Er richtete sich auf – und dann erstarrte er plötzlich mitten in der Bewegung.
Sein Gesichtsausdruck wandelte sich von Erstaunen zu Entsetzen innerhalb weniger Sekunden und in seinen Augen stand Panik, als er sich krümmte, seine Hände zu seiner Brust flatterten und sich in den feinen Hemdstoff krallten.
Thomas spürte entfernt Damiens Hände auf seinen Schultern, als alles vor seinen Augen zu verschwimmen begann und er auf die Knie brach.
Damien war schon auf den Füßen gewesen, noch bevor Thomas geschwankt hatte. Jetzt ging er neben ihm in die Hocke und hielt ihn aufrecht, strich über seine Arme, redete beruhigend auf ihn ein.
Es war bei Weitem nicht das erste Mal, dass Thomas zusammenbrach, es würde auch nicht das letzte sein, er wusste es genau, und trotzdem wurde er jedes einzelne Mal wieder fast wahnsinnig vor Sorge.
Vor allem, weil er sich fragte, was er übersehen hatte.
Thomas hatte am Morgen über Schwindel geklagt, es aber dann heruntergespielt, weil er wusste, dass sein Vater sie sonst nicht hätte gehen lassen.
Sie waren nicht schnell gelaufen, sie waren nicht lang unterwegs gewesen. Es bestand kein Grund. Und trotzdem...
Damien schüttelte den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben und konzentrierte sich darauf, Thomas irgendwie wach zu halten.
Er berührte ihn, sprach mit ihm, fast wie ein Geliebter, damit er etwas hatte, woran er sich festhalten konnte, was ihn von den Schmerzen ablenkte, von dem Druck, der auf seiner Brust lastete.
Thomas atmete flach und unregelmäßig, es fiel ihm unendlich schwer, die Augen offen zu halten. Aber er wusste, dass er nicht nachgeben durfte, dass es alles wieder in Ordnung kommen würde, wenn er ruhig blieb, ruhig... in Gedanken wiederholte er Damiens leise Worte, so lange, bis der Schmerz langsam abebbte und dieser grauenhafte Druck nachließ.
Erschöpft schloss er die Augen und tastete nach Damiens Hand.
Dass Damien heftig blinzelte und sich selber dabei einredete, er habe etwas im Auge gehabt, sah Thomas nicht mehr.
Autorin: Akane /
Fandom: Orignal / Schattenspiele
Challenge: Musik Tabelle - #17 unisono
Wörter: 679
Warnungen: [hurt/comfort] [sinnlos]
Kommentar:
Von allen Jahreszeiten war Thomas der Frühling am liebsten.
Vor allem diese Samstagvormittage, wenn sie sich hinunter ins Dorf stahlen, um über den Markt zu schlendern und kandierte Früchte zu naschen und die helle Märzsonne über die Kühle hinwegtäuschte, die aus den Wiesen stieg.
Dann konnte er beinahe vergessen, wer sie waren und was mit ihm war, dann fühlte er sich einfach wohl.
„Worüber grübelst du jetzt schon wieder nach?“, fragte ihn Damien von der Seite und Thomas lachte. „Über den Frühling.“
Damien machte eine ausladende Handbewegung. „Haben wir doch.“
„Ja, eben.“
Damien schüttelte den Kopf und hielt ihm eine prall gefüllte Papiertüte unter die Nase. „Ich muss dich nicht verstehen, oder?
Kirsche?“
Wie immer führte ihr Weg sie irgendwann hinunter zum Fluss, wo sie am Ufer stehen blieben und auf das träge dahin fließende, graublaue Wasser starrten. Damien bückte sich, hob einen Kiesel auf und wog ihn einen Moment lang in der Hand, ehe er ihn geschickt über die Wasseroberfläche springen ließ. Thomas beobachtete den Stein fasziniert. Egal, wie viel er übte, er brachte es nie auf mehr als ein oder zwei müde Hüpfer.
„Soll ich es dir noch mal zeigen?“
Der junge Lord schüttelte den Kopf. „Ich fürchte, das ist aussichtslos. Ich schau dir lieber zu.“
Damien zuckte die Schultern. „Wie du meinst.“ Dann streifte er das Jackett von den Schultern und breitete es auf dem Boden aus, ignorierte dabei geflissentlich, dass ihn die Hausdame für die Grasflecken vermutlich würde steinigen wollen, und setzte sich. Die Tüte mit den Früchten legte er neben sich ins Gras.
Thomas ging ein paar Schritte, trat nach einem Stein und streckte sich dann. „Mein Vater hat mir gestern angekündigt, dass ich mich Tante Clarissas Frühjahrsempfang dieses Jahr nicht werde entziehen können. Ich gehe davon aus, dass du mich begleitest?“
Damien verdrehte die Augen. Er hasste Lady Clarissa Burton genauso aus tiefster Seele, wie sie ihn. „Selbstverständlich. Ich lasse dich mit dem alten Drachen doch nicht im Stich.“
„Damien, bitte“, rief Thomas ihn zur Ordnung, „sie ist meine Tante.“
„Drachen, sag ich doch.“
Thomas lachte und kam zurück, um sich noch eine Kirsche aus der Tüte zu angeln. „Du bist unverbesserlich.“
Er richtete sich auf – und dann erstarrte er plötzlich mitten in der Bewegung.
Sein Gesichtsausdruck wandelte sich von Erstaunen zu Entsetzen innerhalb weniger Sekunden und in seinen Augen stand Panik, als er sich krümmte, seine Hände zu seiner Brust flatterten und sich in den feinen Hemdstoff krallten.
Thomas spürte entfernt Damiens Hände auf seinen Schultern, als alles vor seinen Augen zu verschwimmen begann und er auf die Knie brach.
Damien war schon auf den Füßen gewesen, noch bevor Thomas geschwankt hatte. Jetzt ging er neben ihm in die Hocke und hielt ihn aufrecht, strich über seine Arme, redete beruhigend auf ihn ein.
Es war bei Weitem nicht das erste Mal, dass Thomas zusammenbrach, es würde auch nicht das letzte sein, er wusste es genau, und trotzdem wurde er jedes einzelne Mal wieder fast wahnsinnig vor Sorge.
Vor allem, weil er sich fragte, was er übersehen hatte.
Thomas hatte am Morgen über Schwindel geklagt, es aber dann heruntergespielt, weil er wusste, dass sein Vater sie sonst nicht hätte gehen lassen.
Sie waren nicht schnell gelaufen, sie waren nicht lang unterwegs gewesen. Es bestand kein Grund. Und trotzdem...
Damien schüttelte den Kopf, um die Gedanken zu vertreiben und konzentrierte sich darauf, Thomas irgendwie wach zu halten.
Er berührte ihn, sprach mit ihm, fast wie ein Geliebter, damit er etwas hatte, woran er sich festhalten konnte, was ihn von den Schmerzen ablenkte, von dem Druck, der auf seiner Brust lastete.
Thomas atmete flach und unregelmäßig, es fiel ihm unendlich schwer, die Augen offen zu halten. Aber er wusste, dass er nicht nachgeben durfte, dass es alles wieder in Ordnung kommen würde, wenn er ruhig blieb, ruhig... in Gedanken wiederholte er Damiens leise Worte, so lange, bis der Schmerz langsam abebbte und dieser grauenhafte Druck nachließ.
Erschöpft schloss er die Augen und tastete nach Damiens Hand.
Dass Damien heftig blinzelte und sich selber dabei einredete, er habe etwas im Auge gehabt, sah Thomas nicht mehr.
no subject
Date: 2008-08-12 07:01 pm (UTC)(oh und ich mag Thomas auch, aber... das bei Damien hbe ich irgendwie das Bedürfnis es ständig nochmal zu betonen *gg*)
no subject
Date: 2008-08-13 08:29 am (UTC)Der Grund, warum wir alle Damien lieben:
„Ich muss dich nicht verstehen, oder?
Kirsche?“
Diese unglaubliche Schicksalsergebenheit, was Thomas angeht.
"Eigentlich... egal, ich liebe ihn eh."
Oder so.
...Wie könnte man auch nicht? ;)
Und dieser Übergang von wunderschönem Frühlingstag zu... zu dem... Fies. - Angesichts der Tatsache, dass es von dir ist, nicht überraschend, aber fies nevertheless.
Aber es ist einfach toll.
Es war bei Weitem nicht das erste Mal, dass Thomas zusammenbrach, es würde auch nicht das letzte sein, er wusste es genau,...
Oh ja. Ich weiß nicht, irgendwie ist das... ja. Gut. Dass er es weiß. Und dass das trotzdem nichts besser macht. I like it. &hearts
no subject
Date: 2008-08-13 08:55 am (UTC)Aber sollte mir das irgendwie zu denken geben? (Note to self: Write nice, pretty, non-malicious scene next time)