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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: D.A.V.E.
Challenge: Angst – Joker (Labyrinth vom 17.3.2023) (fürs Team)
Fandom: Puella Magi Madoka Magica
Charaktere: Homura
Wörter: ~1220
Kommentar: Madoception. Vermutlich geht das schon irgendwie in Richtung Horror…

Die Schatten tanzten entlang der sich unstetig bewegenden Gänge, die Homura entlang lief. Es verfolgte sie ein heller Singsang, der wie ein Jucken im Gehirn war, den sie nicht durch Kratzen befriedigen konnte. Mit einem Knall zerfetzte sie das Hindernis vor sich und fühlte sich wie in die Arena hineinkatapultiert. Sobald sie den Boden unter den Füßen verlor und sie die riesige schlangenartige Hexe unter sich sah, fühlte sie das Adrenalin. Mit einem quietschenden Wehklagen drehte sich die Hexe zu ihr um und riss ihr Maul auf als würde sie darauf warten, dass Homura bereitwillig hineinsprang. Sie kannte das, sie war hier schon mal gewesen. Es machte klick in ihrem Kopf als sie goldene Ringellöckchen sah die das grotesque Gesicht der Hexe umrahmten.
Homura hielt die Zeit an. Sie atmete einmal durch und sagte zur Hexe: „Du bist nur ein Traum. Ich werde jetzt aufwachen und dann ist es vorbei.“
Inzwischen war es für Homura völlig normal geworden, dass sie – wenn sie überhaupt träumte – Albträume hatte. Es war, als würde die Zeitschleife sie überall hin verfolgen.
Routiniert griff sie in ihren kleinen Schild und wollte Charlotte mit Mamis Löckchen eine Granate ins Maul werfen, um mit dem Knall aus dem Traum zu kommen. Doch als die Granate bereits fiel brach Charlotte mit ihrer üblichen Rolle und wimmerte: „Wir hätten Freundinnen sein können!“
Im letzten Augenblick sah Homura nicht die Hexe sondern Mami, die ihre Hände ihr sehnsüchtig entgegen streckte – offene Hände, in die die Granate fiel.
Mit dem Knall hätte sie aufwachen müssen. Stattdessen fiel Homura in ein Loch im Labyrinth, das sie mit dem Sprengkörper hineingerissen hatte.
Das war neu. Panik schoss in ihr hoch. Sie wollte aufwachen. Sie musste aufwachen.
Stattdessen fiel Homura. Unter ihr schien es endlos schwarz zu erstrecken bis sie unerwartet in das Schwarz hineinfiel, das sich wie dickes Erdöl anfühlte. Angeekelt strampelte sie gegen die Flüssigkeit und sah sich ängstlich um. Wieder wollte sie die Zeit anhalten, um genug Zeit zu gewinnen und einen Plan auszuklügeln, bis ihr Blick über ihr fixiert blieb. Paralysiert starrte sie hinauf zu der riesigen Hexe, die sich in ihrem Reigen aus Zerstörung drehte und blechern lachte. Es blitzen pinke Lichtpfeile über den Himmel. Homura wollte schreien, aber sie konnte nicht. Langsam zog das Schwarz sie immer weiter in sich hinein, während sie zusah, wie Madoka wie eine Lumpenpuppe niedergeschmettert wurde und reglos liegen blieb. Nicht wie sonst zerriss sie die Verzweiflung zu handeln. Zu gelähmt fühlte sie sich und ließ die Tränen ins Öl perlen, während sie darin paralysiert verschwand.
Homura erwartete, dass die übliche Welle aus Selbstmitleid und Trauer folgen würden. Es waren die immer gleichen Lieder, die gleichen Texte, die gleichen Bilder. Sie kannte es auswendig und sang mit und hasste hasste hasste.
Stattdessen entflammte das Öl um sie herum und sie begann zu schreien. Was zunächst wie Folter sich anfühlte war ein schmerzvoller Befreiungsschlag. Desorientiert blickte Homura sich um bis mit einem tadelden Tsk-Laut Kyoko herantrat zwischen glühenden Flecken und einzelnen Flammenzungen. Abwechselnd wirbelte sie ihren Speer in einer Hand und ließ ihn gegen die andere Handfläche aufschlagen, damit er in seine Kettenglieder zerfiel und die Spitze herumwirbelte, ehe er sich wieder zusammenfügte. Wie hypnotisiert sah Homura die Waffe an.
„Was haben wir denn hier gefunden?“, fragte Kyoko rhetorisch im Plauderton. „Ein kleines, hilfloses Magical Girl. Dachte, dass sie das alles alleine kann. Ach, ach, du wirst doch nicht etwa weinen, oder?“
Die Kyoko vor Homura wirkte anders, wie verzerrt, auch wenn Homura sie klar wiedererkennen konnte. Ihr Lachen war wie Nägel oder Kreidetafeln und jeder ihrer Schritte klang als würde sie kreischende Scherben zertreten. Wütend biss Homura die Zähne zusammen und wollte die andere angreifen, doch mit Schrecken stellte sie fest, dass ihr Schild über ihren Arm geschmolzen war.
„Und nun? Kannst du auch fair spielen, Homura?“
Gerade als sie dem Zerrbild antworten wollte, rammte ein Schwert durch Kyokos Brustkorb und zerbrach ihren Soul Gem. Mit langsam verdimmenden Augen und Blut spuckend keuchte sie: „Warum sollte man auch fair spielen?“
Das Zerrbild sackte vor Homura zusammen und zerfiel zu von Maden zerfressenden und gammelnden Äpfeln. Entsetzt wich Homura zurück. Sie wollte endlich aufwachen. Stattdessen zog Nebel auf, in dem Schatten herumtanzten. Entschlossen stand Homura auf. Wenn das ein Traum war, dann konnte sie ihren Schild wieder herstellen. Konzentriert hob sie ihren Arm und sah erwartungsvoll auf ihre Waffe, die noch immer in einem erbärmlichen Zustand war. Langsam bröckelte wieder Homuras Entschlossenheit. Wehrlos drehte sie sich zurück zu den Äpfeln um und griff hinein, in der Hoffnung, das Schwert zu finden. Stattdessen holte sie nur zwei rote Bänder heraus. Beim Anblick der Schleifen füllten sich sofort ihre Augen mit Tränen und der helle Singsang wurde lauter. Um sie herum wurde der Nebel immer dichter und sie fühlte sich von dem Elendsgefühl, dass davon ausging, wie erstickt. Fokussiert auf die Schleifen in ihrer Hand bemerkte sie zu spät wie sie knietief im Wasser stand und etwas sich um ihre Knöchel herumschlängelte. Panisch begann sie es wegzutreten, doch mit der hektischen Bewegung provozierte sie nur und wurde mit einem Mal umgerissen. Mit einem lauten Klatschen fiel sie ins Eiswasser. Erschrocken riss sie den Mund auf und verschluckte sich am Wasser. Doch statt den Boden zu treffen oder im Wasser zu versinken blieb Homura in einer Art von Nichts hängen. Ihre Hand unklammerte verzweifelt die Schleifen.
Mit Entsetzen beobachtete sie, wie sich skelettartige kälte Hände an ihrer Faust mit den Schleifen vergreifen wollten, die Finger auseinanderschieben und die Schleifen herausziehen wollten.
„Nicht deins“, „Angsthase“, „Lügnerin“ und vieles mehr zischte es an ihren Ohren vorbei, ohne dass Homura ausmachen konnte, woher die Stimmen kamen.
„Doch!“, widersprach Homura brüskiert und legte ihre andere Hand schützend um ihre Faust. „Meins!“, bellte sie. Mit größter Mühe konnte sie ihre eigenen Hände aus den Fremden herausreißen und drückte sie sich gegen den Brustkorb. Schützend wand sie sich mit dem ganzen Körper um die Schleifen. „Meins, meins, meins!“, rief sie unbeirrt.
Als sie aufhörte zu rufen bemerkte Homura die plötzliche Stille und hob irritiert den Kopf. Um sie herum erstreckte sich wieder das Öl. Vor ihr lag Madoka, reglos und mit einem seligen Lächeln. Homura schrie entgeistert und rüttelte sofort den Körper. Plötzlich fiel von oben ein rotes Band auf den Körper herab. Und ein weiteres. Ängstlich sah Homura auf und wo sie den Anblick von Walpurgisnacht erwartete sah sie die Hexe in rote Schleifen langsam zerfallen, die sich zu einem unmöglich losen Seil verhedderten. Sie wusste nicht mehr, was los war, also vertraute Homura auf ihr Bauchgefohl und griff nach dem Seil. Womit sie nicht gerechnet hatte, war wie alles an ihr vorbeizurauschen schien. Wieder war sie hineinkatapultiert oder viel mehr herauskatapultiert ohne Boden unter den Füßen und mehr im Flug als im freien Fall. Ihre Lungen füllten sich wieder mit Luft, ihr Blick wurde klarer und zu ihrem erstaunen war ihre Waffe wieder intakt.
Homura hielt die Zeit an.
Um sie herum sah es aus als wäre die Welt in buntes Konfetti zersprungen. Zwischen Luftschlangen, Girlanden und Glitzer sah sie kleine Schreckgestalten mit riesigen Krallen, eine skurille Gestalt mit viel zu vielen Armen, die scheinbar auf einer Torte tanzte, und ganz versteckt zwischen einem Fähnchen und einem Muffin sah Homura es kurz rosa aufblitzen. Sobald die Gestalt verschwunden war, hatte Homura schon in ihren Schild gegriffen und war bereit die Hexe platt zu machen.

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