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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: D.A.V.E.
Challenge: AU – Gender-Bent (für mich)
Fandom: Sailor Moon
Charaktere: Makoto, Motoki, Setsuna, Reika
Wörter: ~900
Kommentar: Es war eine plötzliche Eingebung, über die ich jetzt zu viel nachdenke, also alles wie immer an meiner Setsuna/Makoto-Front.


Makoto beugte sich missmutig über ihre Hausaufgaben. Lieber würde sie mit Usagi und Minako unten in der Spielhalle noch eine Runde spielen ehe Rei und Ami zu ihnen stoßen würden, aber nachdem Ami den dreien nach den letzten miserablen Noten ins Gewissen geredet hat, versuchte es Makoto mit Disziplin. Vielleicht überzeugte es sie auch eine Weile alleine im Fruit Parlor Crown zu sitzen und ungestört Motoki zu beobachten (und anzuseufzen). Dabei ließen sich auch ein paar Hausaufgaben erledigen und manchmal für ein paar Momente die Realität außerhalb von High School, Noten und süßen Jungs vergessen.
Beim markanten Zischen der Kaffeemaschine an der Bar schaute sie auf und hinüber ohne den Kopf zu heben. Sie genoss den kleinen Moment der Routine, wenn Motoki mit dem breiten Rücken zu ihr stand und für sie den Latte Macchiato mit Vanillesirup anfertigte. Er würde sich mit einem warmen Lächeln gleich umdrehen, einen Amarettino mehr als sonst auf ihre Untertasse geben und mit seiner ganzen Art eines hübschen, netten, jungen Mannes ihr strahlend entgegen bringen und vielleicht sogar mit einem Zwinkern auf den Tisch stellen. Makoto biss gedankenverloren auf das Ende ihres Bleistifts.
Das kleine Highlight ihres Tages wurde je unterbrochen als die Tür mit einem Klingeln aufging. Motoki sah hinüber und sofort wandelte sich das warme Lächeln in ein breites, glückliches Grinsen, welches nicht für Makoto gedacht war. Grimmig in den Bleistift beißend versuchte sie dezent hinüberzusehen, wer eintrat und sie hatte schon eine Ahnung. Mit ihren wunderschönen wallenden Haaren schwebte (in Makotos verzerrten Sicht) Reika ins Café hinein und strahlte ihren Freund an. Motoki stellte das Latte Macchiato-Glas kurz ab, um Reika mit einem kurzen Kuss zu begrüßen. Erst als er sich von ihr wegsah weitete sich Makotos Wahrnehmung. Mit einem Japsen viel der Bleistift aus ihrem Mund und sie schoß auf zu einer geraden Sitzhaltung. Zusammen mit Reika war ein junger Mann im gleichen Alter wie die anderen beiden hineingekommen. Sein Teint war auffällig dunkler und seine auffällige Frisur hatte einen grünen Schimmer im Schwarz. Makoto konnte nicht ignorieren, wie gut er angezogen war. Sie konnte auch nicht ignorieren, warum, als sie ihn vor einigen Tagen zufällig getroffen hatte und nicht anders konnte als ihn anzustarren, er ihr so verdammt bekannt kam. Zwar war sie sich sicher, dass sie ihn noch nie zuvor gesehen hatte, weil sie sich einen so hübschen Mann gemerkt hätte, aber jetzt fiel ihr förmlich der Unterkiefer auf den Tisch.
Die kleine Gruppe von Studenten wurde auf Makoto aufmerksam als der Bleistift herunterpolterte. Motoki lachte bei ihrem entgeisterten Anblick und nahm sich sofort ihres Getränks an. „Ich hab dich nicht vergessen, Mako-chan!“
Durch sein Lachen wurde Makoto erst drauf aufmerksam, wie peinlich sie wohl aussah und wie diese drei hübschen Menschen sie ansahen. Sie hoffte, der Boden unter ihr würde sich öffnen, während sie spürte, wie ihr Gesicht zu brennen begann. Viel zu bewusst ließ sie ihren Mund zuschnappen.
Motoki kam in Begleitung der beiden anderen zu Makoto und stellte ihr Getränk mit einem Zwinkern vor sie. „Wenn du weiterhin so fleißig bist, kommst du bestimmt auch bald an unsere Uni“, versuchte der Kellner sie aufzumuntern und abzulenken.
Währenddessen hatte sich der Begleiter hinabgebeugt und reichte Makoto wortlos und mit einem kleinen Lächeln ihren Bleistift. Noch immer um Worte ringend nahm ihn Makoto ab und presste ein zu hohes „Dankeschön“ heraus.
Reika konnte sich ein Kichern nicht verkneifen. „Setsuna, du verdrehst wirklich allen Mädchen den Kopf, oder?“
Nonchalant legte Motoki einen Arm um Reikas Schultern. „Ich hoffe, nicht allen.“ Weiterhin kichernd gab Reika ihm einen flüchtigen Kuss auf die Wange.
Makoto hatte das Schauspiel ausgeblendet. Stattdessen versuchte sie ihre Contenance wiederzufinden als Setsuna ihr seine Hand reichte.
„Schön dich kennenzulernen, Mako. Ich heiße Setsuna Meioh,“ stellte er sich mit sonorer Stimme vor.
„Makoto Kino“, sagte sie hastig, sprang auf und griff womöglich zu stark nach seiner Hand. Sein Mundwinkel zuckte kurz und ihr Gesicht entgleiste vor Scham. „Entschuldige“, presste sie halblaut heraus und ließ sofort seine Hand los.
Sein Lächeln wurde nur breiter und er schüttelte leicht mit dem Kopf. „Mach dir keine Gedanken.“
In Makotos Kopf überschlugen sich die Gedanken und sie wünschte sich Motoki und Reika mit einer solchen intensität weg als würde sie Telekinese ausprobieren. An Telepathie schien sie schon zu scheitern, weil sie mit ihrem Blick all die Fragen in ihrem Kopf nicht an Setsuna übertragen konnte.
Wie bestellt wurde Motoki von einem Kunden am Thresen verlangt und Reika folgte ihm automatisch. Als Setsuna den beiden nachblickte, konnte Makoto ihn aus der Nähe betrachten. Das erste Mal als sie ihn gesehen hatte, hatte er seine Haare kurz geschnitten gehabt mit einigen lockeren Fransen über Augen und Ohren. Nun war er drastisch anders frisiert. Seine Haare waren plötzlich deutlich länger und am Hinterkopf in einen einfachen Knoten gebunden während er unterhalb der Augenhöhe die Haare fast runterrasiert hatte. Es lenkte sie einen Moment ab, so eine mutige, ausgefallene Frisur an einem so eleganten Mann zu sehen. Aber es bestärkte sie nur in der Vermutung, woher sie ihn kannte, so absurd es auch sich anfühlte. Sie hatte das Phänom mit den Haaren schon einmal erlebt.
Als er sich zu ihr wieder drehte, platze es aus Makoto in einem erdrückten Flüstern heraus: „Pluto?!“
Statt einer direkten Antwort wirkte er zunächst überrascht, ehe er wieder zu seinem gleichmütigen Lächeln zurückfand.
Makoto spürte nun deutlich den Boden unter sich öffnen, auch wenn die Fliesen solide blieben.

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