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[personal profile] servena posting in [community profile] 120_minuten

Achtung: Dieser Beitrag ist von [livejournal.com profile] failte_aoife, da aber ihr Internet nicht ausreicht, um zu posten, mach ich das ausnahmsweise mal. Also gehen alle Lorbeeren an sie! :)

Team: Machine
Challenge: Orte - Joker: Im Hotel (Für's Team)
Fandom: Blind ermittelt



Als sie sich zum ersten Mal auf einem Kongress getroffen haben, hatte Sophie schon mehrere Jahre das Familienhotel erfolgreich geführt, und Jasna hatte es geschafft, ein heruntergekommenes Hotel, das kurz vor der Pleite stand, in ein florierendes zu verwandeln. Beides wurde von den anderen - überwiegend männlichen - Teilnehmern mit Skepsis, Unglauben, oder Kommentaren, dass es ja gar nicht so schwer war, gewürdigt. Während des Kongresses hatten sie fast ausschließlich mit Blicken kommuniziert. Danach hatten sie beide, unabhängig voneinander, beschlossen, vor dem geselligen Zusammensein in die gleiche Bar zu fliehen, wo sie über mehrere Bloody Marys schnell Freundinnen geworden waren. Aber bei dem, was ihre Freundin gerade von ihr verlangt, weiß Jasna nicht so ganz, was sie davon halten soll.
"Das ist dein Ernst?"
"Mein voller."
Jasna schweigt.
"Hör zu, wenns daneben geht, übernehme ich die volle Verantwortung. Du musst dir keine Sorgen machen."
Sie seufzt.
"Du kriegst eine Kiste von deinem Lieblingswein."
Jemand anderen als Sophie, hätte sie für verrückt erklärt und gesagt, dass sie da nie im Leben mitmacht. Aber es ist Sophie, also sagt sie ihr "Du bist komplett verrückt", und stimmt zu.

Also sitzt sie ein paar Tage später im Büro und bekommt einen Anruf von Jakob, ihrem Rezeptionisten.
"Der Herr Haller und der Herr Falk sind hier."
Sie läuft zum Empfang und erinnert sich noch einmal daran, die zwei nicht mit Vornamen anzusprechen, auch wenn Sophie ihr so viel von Alex und Niko erzählt hat, dass es schwer fällt.
Alex - Herr Haller - dreht den Kopf in ihre Richtung, als sie vor den Beiden zum stehen kommt.
"Es gibt ein Problem?"
"Ja", sagt sie mit einem Lächeln, in das sie all ihre im Schultheater erworbenen Schauspielkünste steckt, bevor ihr einfällt, dass sie das wohl eher an Herrn Falk richten sollte. Dann legt sie los. Erzählt vom Computerfehler, wegen dem ihre Reservierung verloren gegangen sein muss. Als das aufgefallen ist, war leider nur noch ein Zimmer frei. Es ist größer als die Einzelzimmer, die sie ursprünglich gebucht hatten, aber mehr ist leider nicht zu machen. Natürlich ist ihr das unglaublich peinlich, besonders bei Sophies Bruder, und natürlich ist sie bereit, ihnen bei der Suche nach einem anderen Hotel zu helfen … An der Stelle hebt Herr Haller beschwichtigend die Hände.
"Das ist wirklich nicht nötig. Es ist ja nicht Ihre Schuld. Und wir kommen doch auch in einem Zimmer zurecht, oder?" dabei dreht er seinen Kopf Richtung von Herrn Falk, der mit einem schwer zu deutenden Gesichtsausdruck erst nickt und dann schnell: "Ähm. Ja." sagt. Jasna entschuldigt sich noch einmal und führt sie dann persönlich zu ihrem Zimmer. Hauptsächlich, weil es schon gereicht hat, dass sie Jakob zumindest teilweise hatte einweihen müssen, und sie nicht will, dass sonst jemand vom Personal etwas falsches sagt. Und ein bisschen auch, weil sie die beiden noch etwas beobachten will. Als sie ihnen das Zimmer zeigt, bedenkt Herr Falk das einzelne Bett mit einem schwer zu deutenden Gesichtsausdruck.
„Ich hoffe du schnarchst nicht.“
„Ich hoffe du schnarchst nicht“, kommt es prompt zurück

Am nächsten Morgen geht sie durch den Speisesaal, grüßt freundlich das Ehepaar Winter, das jeden Sommer hierher kommt, und schielt vorsichtig zu Falk und Haller an den Tisch. Sie sitzen eng zusammen. Sehr eng. Gut, gestern sind sie auch Arm in Arm durch die Tür marschiert, aber das hatte ja andere Gründe. Andererseits hat ihr Sophie auch schon seufzend erzählt, dass "die zwei inzwischen ja wirklich dauernd für ein Paar gehalten werden, weil die zwei auch aufeinander hocken, selbst wenn es nicht nötig ist." Einen sehr innigen Kuss später, sind dann doch all ihre Zweifel ausgeräumt und sie geht, um Sophie eine Nachricht zu schreiben, und sich dann wieder in ihre Arbeit zu vertiefen.

Jakob ruft sie wieder an. "Äh ... Herr Falk würde sie gerne sprechen."
Die Sorge, die in ihr hochkommt, verfliegt, als sie sein breites Grinsen sieht. Und die Flasche Rotwein, die vor ihm auf dem Tresen steht.
"Ich wollte Ihnen nur sagen, dass wir hier einen wirklich wunderschönen Aufenthalt hatten. Da wollten ich mich einfach noch einmal persönlich bedanken." Seine Hand liegt locker auf der Flasche. Es ist ein sehr teurer Wein.
"Es freut mich, dass sie trotz ... der Unannehmlichkeiten eine schöne Zeit hier hatten."
"Hatten wir wirklich." Er dreht die Flasche ein wenig hin und her, schiebt sie dann zu ihr herüber. "Der Speisesaal war übrigens morgens immer erstaunlich leer. Für so ein ausgebuchtes Hotel."
Sie nickt, ohne den Blick von ihm zu wenden. "Die meisten Gäste sind hier unglaubliche Frühaufsteher." Sie zieht die Flasche zu sich. Niko nickt.
"Verstehe." Er weicht ihrem Blick nicht aus. "Sollte Sophie vielleicht auch eine Flasche von uns kriegen?"
Jasna denkt an sehr viele, sehr lange Gespräche mit ihrer Freundin. "Vielleicht eher zwei."

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