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[identity profile] erynwen.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: ZIGGY

Fandom: Polizeiruf

Pairing: Adam Raczek/Vincent Ross

Rating: Teen

Prompt: Interjektionen - Ähm

A/N: Teil 8 von 9



Eine Leiche in der Oder, eine beschissene Beweislage, kaum Zeugen, und jede Menge Papierkram.

Adam verliert jegliches Zeitgefühl, fährt nachts ins Revier und schläft tagsüber - schlechter als schlecht - im Bereitschaftsraum, ernährt sich quasi von Zucker und Koffein, und verkriecht sich in widersprüchliche Aussagen und Autopsieberichte.
Wiktor geht es nicht anders, sie kriechen beide auf dem Zahnfleisch, bis irgendwann Karol ein Machtwort spricht und sie beide aus dem Revier jagt.

Adam spaziert durch die Straßen von Słubice, könnte nicht schlafen, wenn er wollte, kann gar nicht richtig abschalten.
Er kriegt auch gar nicht mit, wohin seine Füße steuern, blickt nur irgendwann auf eine Tür, auf ein Schild, das ihm vage bekannt vorkommt.
“Heißes Bohnenwasser”, steht da auf polnisch, und darunter, in geschwungener Handschrift, “Geschlossen”.
Adam atmet schnaufend aus, schließt die Augen und legt den Kopf in den Nacken, natürlich geschlossen, was auch sonst.
Adam hat sich schon halb wieder weggedreht, ist schon beinahe wieder auf dem Weg, weiter durch die Stadt, da hört er eine Stimme.
“Adam? Was machst du denn hier?”
Vincent sieht ihn überrascht an, und Adam sieht überrascht zurück.

Einen Rock trägt Vincent, das realisiert Adams übermüdetes Gehirn als erstes. Ein hübscher Rock ist das, dunkel kariert und mit Falten, und Adam weiß, dass das einen bestimmten Namen hat, er kann sich grade nur nicht erinnern.
Sein Blick wandert zu Vincents Beinen. Auch die sind hübsch, lang und kräftig, und Adam fragt sich für einen Moment, wie sich das wohl anfühlt, wenn er seine Hand auf die Haut legt, ob die Haare an seiner Handfläche kitzeln.

“Ist alles in Ordnung,” fragt Vincent, und klingt ganz besorgt.
Adam schüttelt sich kurz, sieht zu Vincent hoch.
“Klar. Alles bestens. Nur ein bisschen überarbeitet.” Adam lächelt matt, lehnt sich mit einer Schulter gegen die Tür. “Nichts, was mit einem Kaffee nicht besser werden würde. Aber du hast ja geschlossen.”
“Adam, es ist mitten in der Nacht, natürlich hab ich geschlossen. Warum bist du denn nicht im Bett?"

Das ist eine berechtigte Frage, eine, auf die Adam keine Antwort hat, weil ihm die Tageszeit bis gerade ja gar nicht bewusst war.
Ausserdem, sehr heuchlerisch von Vincent, das zu fragen, er ist ja schließlich auch wach.
“Und warum bist du nicht im Bett,” fragt Adam auch nur trotzig.
Vincents Augenbrauen ziehen sich zusammen, dann zucken seine Mundwinkel. “Touché. Ich komm grad vom Großmarkt.”
“Ich dachte, du lässt dir alles liefern?”
“Nicht, wenn der Lieferant Urlaub hat.”
“Achso.”
Adam nickt langsam, dann stößt er sich von der Tür ab, lässt die Hände in die Hosentaschen fahren.
Er sollte gehen. Er sollte gehen, nach Hause oder einfach noch weiter spazieren.
Sollte Vincent nicht aufhalten, immerhin hat er gerade zu tun.

“Na, komm,” sagt Vincent da, und Adam zieht verwirrt die Augenbrauen zusammen.
“Ähm. Wohin?”
“Mit ins Café? Oder hast du was anderes vor?”
Adam schüttelt langsam den Kopf. “Nee, das nicht.”
“Dachte ich mir.”
“Aber ich helf dir tragen.”
“Wenn du unbedingt willst.”
Adam will nicht, aber er kann Vincent auch nicht alles alleine schleppen lassen, also schnappt er sich eine Kiste, hievt sie aus dem Kofferraum und durch die Tür, die ihm Vincent freundlicherweise aufhält.

Das Spiel wiederholt er noch ein paar Mal, und beim letzten Gang, da schnappt er sich zwei Kisten gleichzeitig, so schwer sind die auch wieder nicht, und dann muss er wenigstens nicht wieder zum Auto zurücklaufen.
Er will die Kisten gerade abstellen, da reißt etwas in seiner rechten Schulter, und er zuckt zusammen.
“Alles in Ordnung,” fragt Vincent neben ihm, der gerade eine Tüte Mehl auf einem Regal verstaut.
“Ja, hab wohl nur den Arm falsch bewegt.”
Adam lässt die Schulter kreisen, aber der Schmerz verschwindet nicht, und er verzieht das Gesicht.
Vincent sieht ihn prüfend an.

"Vielleicht solltest du damit zum Arzt,” schlägt Vincent vorsichtig vor, und Adam schnaubt verächtlich.
“Ach Quatsch, geht schon,” brummt er, nur um wieder das Gesicht zu verziehen, als es wieder in seiner Schulter zieht.
Vincent zieht auch nur skeptisch die Augenbraue hoch, sieht ihn lange an.
“Ich hab ne Salbe da, wenn du magst,” sagt er dann, wieder ganz leise und vorsichtig, als fürchte er Adams Reaktion.
Adam zuckt allerdings nur mit den Schultern.
"Okay," sagt er.
Vincent deutet nach oben. "Dafür müssten wir in meine Wohnung."
"Geh vor, ich komm nach," sagt Adam, und schlurft hinter Vincent her, bis er in Vincents Flur steht und sich die Schuhe von den Füßen streift.

Fordernd streckt er die Hand aus. "Wo ist denn jetzt deine Salbe?"
Vincent scharrt schon fast betreten mit den Füßen, als er Adam schief angrinst.
“Die muss man gut einmassieren.”
Adam sieht Vincent lange an, dann lässt er die Schultern sacken.
“Gut. Wenn es denn hilft.”

Vincent weist ihm den Weg zum Schlafzimmer, kramt in einer Schublade.
“Ich glaube ja, das geht erstens besser, wenn du das T-Shirt ausziehst, und zweitens, dich aufs Bett legst.”
“Ist das so?”
“Ja, das ist so.”
“Wenn du das sagst.”
“Ja, sage ich. Ich hab auch keine Hintergedanken.”
“Hast du wohl,” murmelt Adam, und hört Vincent leise kichern.
“Naja. Vielleicht ein bisschen.”
Adam lacht nur grunzend durch die Nase, dann zieht er das T-Shirt über den Kopf und legt es zusammengefaltet auf den Nachttisch.

Er ertappt Vincent dabei, wie er seinen Blick langsam über Adams Brust wandern lässt, und wäre Adam weniger müde, würde ihm das eventuell etwas ausmachen, würde er sich komisch vorkommen.
Würde er vielleicht reagieren, einen blöden Spruch machen, ob Vincent gefällt, was er sieht.
Er ist aber wirklich sehr müde, und so legt er sich bäuchlings aufs Bett, stützt den Kopf auf den linken Arm und murmelt, “Dann versuch mal dein Glück.”
Er hört ein Klicken, dann gibt die Matratze neben seiner Hüfte nach, als Vincent sich neben ihn setzt.

Kalt, die Salbe ist kalt gegen Adams Haut, lässt ihn wieder leicht zusammenzucken.
“Hab ich dir wehgetan," fragt Vincent leise.
“Nu-hu,” macht Adam. “‘s nur kalt.”
“Das wird gleich besser,” verspricht Vincent, und verteilt die Salbe weiter auf Adams Schulter, knetet sanft seine Haut.
Ein Gedanke huscht durch Adams Kopf, und er muss kichern.
“Was ist?”
“Komm mir vor wie dein Brot,” murmelt Adam in seine Armbeuge, und Vincent lacht leise durch die Nase.
“Ich könnte jetzt so viele Witze machen,” sagt Vincent, “aber ich verkneif’s mir.”
“Mhm, und ich dachte, du sagst jetzt, ich bin ähnlich zum Anbeißen.”
Darauf kichert Vincent leise und schlägt sanft gegen Adams Schulter. “Der klang in meinem Kopf schon furchtbar.”

Adam lacht, bis er gähnen muss, und er schmiegt sich noch enger gegen die Matratze, entspannt sich noch mehr unter Vincents Berührung.
Vincents Finger wandern immer weiter, Adams Arm hinab und wieder hinauf, in seinen Nacken, über die Schulter, immer und immer wieder.
Adam wird ganz warm, er entspannt sich immer mehr, ihm fallen immer häufiger die Augen zu, und irgendwann lässt er sich in die angenehme Dunkelheit fallen, die auf ihn wartet.
Kurz bevor er völlig weg ist, ganz kurz das Gefühl, als wären Lippen an seinem Hinterkopf, ein sanfter Druck.

Adam seufzt leise auf und schläft ein.


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