Team: ZIGGY
Fandom: Polizeiruf
Pairing: Adam Raczek/Vincent Ross
Rating: Teen
Prompt: Interjektionen - Hä?
A/N: Teil 2 von 9
Eigentlich ist Adam spät dran. Und eigentlich ist es ein Umweg, den er nimmt, der seine Verspätung sogar noch vergrößert.
Und eigentlich macht er sich ein klitzekleines Bisschen lächerlich.
Uneigentlich kann er aber einen Kaffee gebrauchen, und der auf dem Revier ist eher eine Beleidigung an Adams Magen und Adams Geschmacksnerven.
Es hat also überhaupt nichts mit dunkelhaarigen, blauäugigen Baristas zu tun, dass er sein Auto zu dem kleinen Café lenkt, das er vor kurzem entdeckt hat, in dieser unscheinbaren Seitengasse kurz hinter der Brücke.
Neu eröffnet muss es haben, vor gar nicht langer Zeit, denn Adam erinnert sich noch an den kleinen Blumenladen, der vorher in dem Gebäude gewesen ist, wie oft er dort Blumen gekauft hat, erst für seine Frau, dann für seine Mutter, dann für Kolleginnen, die Geburtstag hatten.
Adam hat sich sogar kurz gewundert, wer heutzutage wohl noch so naiv ist, ein Café zu öffnen, bei den ganzen Ketten, die die Stadt überziehen, die alle die gleiche Plörre verkaufen, die Adam auch nicht mag.
Und dann dieser Name, Heißes Bohnenwasser, wie kommt man bloß auf sowas?
Nach seinem ersten Espresso in diesem kleinen Café in dieser unscheinbaren Seitenstraße hatte er dann auch tatsächlich seine Antwort gefunden.
Und deswegen fährt er jetzt auch wieder dort hin, trotz der wiederholten, mittlerweile durch mehrere Fragezeichen verzierten Frage von Wiktor, wo er eigentlich bleibt.
Er hofft auch gar nicht, dass der junge Mann mit dem kleinen Dutt und dem Kajalstrich um die Augen jetzt Schicht hat.
Er will wirklich nur einen Kaffee.
Er freut sich auch nicht, als ihn dieses strahlende Lächeln begrüßt, eine raue Stimme sagt, “Hallo, Adam.”
Für einen Moment ist Adam tatsächlich überrascht, hat er nicht gedacht, dass Vincent sich merkt, wie er heißt, immerhin ist es schon ein paar Tage her, dass er hier durch die Tür getaumelt ist, völlig zufällig und übermüdet.
“Habt ihr so wenig Kundschaft, dass du dir meinen Namen gemerkt hast,” fragt er deswegen verblüfft.
Vincents Lächeln wird zu einem Grinsen bei seiner Antwort.
“Du hast so einen guten Eindruck hinterlassen mit deiner sonnigen Art, da konnte ich gar nicht anders."
Adam lacht schnaubend durch die Nase, vermutlich stimmt das sogar.
“Wieder Espresso?”
“Einen doppelten.”
“So schlimm?”
Adam brummt nur bestätigend und lässt sich auf einen Stuhl fallen.
Seine Schlafgewohnheiten waren tatsächlich schon mal besser, da muss er gar nicht übertreiben.
Erst letzte Nacht hat er stundenlang über Akten gesessen, hat so lange gelesen, bis die Buchstaben ineinander verliefen und die Sätze keinen Sinn mehr ergaben.
Streng genommen dürfte er gar nicht arbeiten, aber bei ihrer Arbeitslast und dem dünnen Personalstand kann er sich auch nicht leisten, einen Tag auszufallen.
Das Geräusch von Keramik, die über Holz geschoben wird, lässt ihn aufsehen.
Neben dem Espresso, den er bestellt hat, steht ein Stück Kuchen, das er nicht bestellt hat.
“Hä," macht er wenig intelligent, und blinzelt verwirrt zu Vincent hoch.
"Sicher, dass das bei mir richtig ist?".
Vincent lächelt ihn nur unbeirrt an.
“Sehr sicher.”
Mehr sagt er allerdings nicht, und Adam betrachtet wieder prüfend den Kuchen. ”Was ist das?”
“Spanische Mandeltorte. Hab ich gestern gebacken.”
Adam blickt wieder hoch, blinzelt wieder verwundert. “Und jetzt muss sie dringend weg, oder wie?”
“Und jetzt wollte ich dir ein Stück davon geben.”
“Einfach so?”
“Einfach so.”
Adam kneift die Augen zusammen, nicht sicher, was er von Vincents Art halten soll.
Flirtet der Typ mit ihm?
Aber nein, warum sollte er? Adam muss sich eingestehen, dass Vincent ja jeden haben könnte. Jüngere, hübschere, weniger kaputte Menschen, als Adam es ist.
Vermutlich ist Vincents Freundlichkeit, die kleinen Sticheleien, der Kuchen, nur eine Masche, seinen Kaffee besser zu verkaufen.
Die auch ganz gut zieht, das muss Adam schon zugeben.
“Na, dann. Danke.”
Adam beäugt den Kuchen wieder, immer noch leicht skeptisch.
“Keine Sorge, der ist nicht vergiftet. Nur Bittermandelaroma, keine echten Bittermandeln.”
“Na, da bin ich ja beruhigt.”
Vincent sieht ihn erwartungsvoll an, und Adam hebt fragend eine Augenbraue.
“Bleibst du jetzt da stehen, bis ich den Kuchen esse, oder was?”
Vincents Hände wandern abwehrend nach oben. “Ich gehe ja schon.”
Adam sieht Vincent kopfschütteln hinterher, dann sieht er wieder zum Kuchen.
Probieren kann er ihn ja wirklich mal.
Adam leert seine Tasse, pickt die letzten Krümel Mandelkuchen mit dem Finger vom Teller.
Der war wirklich gut, so gut, dass Adam versucht ist, nach einem zweiten Stück zu fragen, aber allmählich muss er tatsächlich los, bevor Wiktor noch eine Vermisstenmeldung nach ihm aufgibt.
Mit einem Seufzen sieht er sich um, aber Vincent ist gerade nicht zu sehen, also wühlt er in seinem Portemonnaie, fischt einen Geldschein hervor, der einfach viel zu viel Trinkgeld beinhaltet, dann sucht er in seiner Tasche nach einem Stift.
Er streicht eine Serviette glatt und schreibt drei Worte auf.
“War gut. Danke.”
Bevor er es sich anders überlegen kann, legt er die Serviette auf den Tisch, das Geld obendrauf, schnappt sich seine Jacke und macht sich auf den Weg zu seinem Auto.
Fandom: Polizeiruf
Pairing: Adam Raczek/Vincent Ross
Rating: Teen
Prompt: Interjektionen - Hä?
A/N: Teil 2 von 9
Eigentlich ist Adam spät dran. Und eigentlich ist es ein Umweg, den er nimmt, der seine Verspätung sogar noch vergrößert.
Und eigentlich macht er sich ein klitzekleines Bisschen lächerlich.
Uneigentlich kann er aber einen Kaffee gebrauchen, und der auf dem Revier ist eher eine Beleidigung an Adams Magen und Adams Geschmacksnerven.
Es hat also überhaupt nichts mit dunkelhaarigen, blauäugigen Baristas zu tun, dass er sein Auto zu dem kleinen Café lenkt, das er vor kurzem entdeckt hat, in dieser unscheinbaren Seitengasse kurz hinter der Brücke.
Neu eröffnet muss es haben, vor gar nicht langer Zeit, denn Adam erinnert sich noch an den kleinen Blumenladen, der vorher in dem Gebäude gewesen ist, wie oft er dort Blumen gekauft hat, erst für seine Frau, dann für seine Mutter, dann für Kolleginnen, die Geburtstag hatten.
Adam hat sich sogar kurz gewundert, wer heutzutage wohl noch so naiv ist, ein Café zu öffnen, bei den ganzen Ketten, die die Stadt überziehen, die alle die gleiche Plörre verkaufen, die Adam auch nicht mag.
Und dann dieser Name, Heißes Bohnenwasser, wie kommt man bloß auf sowas?
Nach seinem ersten Espresso in diesem kleinen Café in dieser unscheinbaren Seitenstraße hatte er dann auch tatsächlich seine Antwort gefunden.
Und deswegen fährt er jetzt auch wieder dort hin, trotz der wiederholten, mittlerweile durch mehrere Fragezeichen verzierten Frage von Wiktor, wo er eigentlich bleibt.
Er hofft auch gar nicht, dass der junge Mann mit dem kleinen Dutt und dem Kajalstrich um die Augen jetzt Schicht hat.
Er will wirklich nur einen Kaffee.
Er freut sich auch nicht, als ihn dieses strahlende Lächeln begrüßt, eine raue Stimme sagt, “Hallo, Adam.”
Für einen Moment ist Adam tatsächlich überrascht, hat er nicht gedacht, dass Vincent sich merkt, wie er heißt, immerhin ist es schon ein paar Tage her, dass er hier durch die Tür getaumelt ist, völlig zufällig und übermüdet.
“Habt ihr so wenig Kundschaft, dass du dir meinen Namen gemerkt hast,” fragt er deswegen verblüfft.
Vincents Lächeln wird zu einem Grinsen bei seiner Antwort.
“Du hast so einen guten Eindruck hinterlassen mit deiner sonnigen Art, da konnte ich gar nicht anders."
Adam lacht schnaubend durch die Nase, vermutlich stimmt das sogar.
“Wieder Espresso?”
“Einen doppelten.”
“So schlimm?”
Adam brummt nur bestätigend und lässt sich auf einen Stuhl fallen.
Seine Schlafgewohnheiten waren tatsächlich schon mal besser, da muss er gar nicht übertreiben.
Erst letzte Nacht hat er stundenlang über Akten gesessen, hat so lange gelesen, bis die Buchstaben ineinander verliefen und die Sätze keinen Sinn mehr ergaben.
Streng genommen dürfte er gar nicht arbeiten, aber bei ihrer Arbeitslast und dem dünnen Personalstand kann er sich auch nicht leisten, einen Tag auszufallen.
Das Geräusch von Keramik, die über Holz geschoben wird, lässt ihn aufsehen.
Neben dem Espresso, den er bestellt hat, steht ein Stück Kuchen, das er nicht bestellt hat.
“Hä," macht er wenig intelligent, und blinzelt verwirrt zu Vincent hoch.
"Sicher, dass das bei mir richtig ist?".
Vincent lächelt ihn nur unbeirrt an.
“Sehr sicher.”
Mehr sagt er allerdings nicht, und Adam betrachtet wieder prüfend den Kuchen. ”Was ist das?”
“Spanische Mandeltorte. Hab ich gestern gebacken.”
Adam blickt wieder hoch, blinzelt wieder verwundert. “Und jetzt muss sie dringend weg, oder wie?”
“Und jetzt wollte ich dir ein Stück davon geben.”
“Einfach so?”
“Einfach so.”
Adam kneift die Augen zusammen, nicht sicher, was er von Vincents Art halten soll.
Flirtet der Typ mit ihm?
Aber nein, warum sollte er? Adam muss sich eingestehen, dass Vincent ja jeden haben könnte. Jüngere, hübschere, weniger kaputte Menschen, als Adam es ist.
Vermutlich ist Vincents Freundlichkeit, die kleinen Sticheleien, der Kuchen, nur eine Masche, seinen Kaffee besser zu verkaufen.
Die auch ganz gut zieht, das muss Adam schon zugeben.
“Na, dann. Danke.”
Adam beäugt den Kuchen wieder, immer noch leicht skeptisch.
“Keine Sorge, der ist nicht vergiftet. Nur Bittermandelaroma, keine echten Bittermandeln.”
“Na, da bin ich ja beruhigt.”
Vincent sieht ihn erwartungsvoll an, und Adam hebt fragend eine Augenbraue.
“Bleibst du jetzt da stehen, bis ich den Kuchen esse, oder was?”
Vincents Hände wandern abwehrend nach oben. “Ich gehe ja schon.”
Adam sieht Vincent kopfschütteln hinterher, dann sieht er wieder zum Kuchen.
Probieren kann er ihn ja wirklich mal.
Adam leert seine Tasse, pickt die letzten Krümel Mandelkuchen mit dem Finger vom Teller.
Der war wirklich gut, so gut, dass Adam versucht ist, nach einem zweiten Stück zu fragen, aber allmählich muss er tatsächlich los, bevor Wiktor noch eine Vermisstenmeldung nach ihm aufgibt.
Mit einem Seufzen sieht er sich um, aber Vincent ist gerade nicht zu sehen, also wühlt er in seinem Portemonnaie, fischt einen Geldschein hervor, der einfach viel zu viel Trinkgeld beinhaltet, dann sucht er in seiner Tasche nach einem Stift.
Er streicht eine Serviette glatt und schreibt drei Worte auf.
“War gut. Danke.”
Bevor er es sich anders überlegen kann, legt er die Serviette auf den Tisch, das Geld obendrauf, schnappt sich seine Jacke und macht sich auf den Weg zu seinem Auto.