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[identity profile] erynwen.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: ZIGGY

Fandom: Polizeiruf

Pairing: Adam Raczek/Vincent Ross

Rating: Teen

Prompt: Interjektionen - Hey

A/N Es begab sich zu einer Zeit, da setzte ich mir in den Kopf, eine Geschichte anhand der Interjektions-Tabelle zu schreiben. So, here we go mit Teil 1 von 9. (Die Coffeeshop-AU-Idee ist schon älter, aber es passte so schön)



“Und du möchtest sicher noch einen Kaffee?”
Ein müder Blick aus rot unterlaufenen Augen ist Vincents einzige Antwort.

“Ich weiß, es geht mich nichts an, aber das ist schon dein fünfter Espresso heute, und ich möchte verhindern, dass du einen Herzinfarkt kriegst.”
“Du hast Recht,” hört er ein tiefes Brummen, als der Blick kurz zu seiner Brust huscht, über die Schrift auf seinem Namensschild, “Vincent. Geht dich nichts an.”
Der Mann, der zu dem Blick und dem Brummen gehört, sieht Vincent nur genervt an, und Vincent hat Gelegenheit, das restliche Gesicht zu betrachten - tiefe Augenringe, Drei-Tage-Bart, Falten um Augen und Mund.

Stress, diagnostiziert Vincent im Stillen. Vielleicht ein Manager aus einem der umliegenden Büros, der viel zu viel arbeitet und viel zu wenig schläft.
Und es sollte Vincent wirklich egal sein, so jemand bedeutet schließlich gute Kundschaft, aber er will trotzdem das Schlimmste vermeiden.
Er atmet einmal durch, setzt ein Lächeln auf und entgegnet, “Ist auch nicht gut fürs Geschäft, so ein Krankenwagen vor der Tür, weißt du.” Er lehnt sich verschwörerisch vor. “Und wenn die Leute hier schon ohnmächtig werden, dann hoffentlich aufgrund meines umwerfenden Charmes.”

Die müden Augen rollen genervt, als sich sein Gegenüber zurücklehnt. “Du hälst dich auch für wahnsinnig witzig, was?”
Vincent grinst breit. “Schon.”
Die Augen rollen wieder, und eine in ein knittriges Hemd gekleidete Brust hebt sich in einem schweren Seufzer.
“Krieg ich jetzt meinen Kaffee, oder nicht?”
Vincent hebt abwehrend die Hände. “Bist ja alt genug.”
“Ja, vor allem älter als du.”
Das ist Vincent auch schon aufgefallen, kann er nur schwer ignorieren, kann sich gerade so davon abhalten, den Mann noch unverhohlener anzustarren.
Die grauen Haare in seinem Drei-Tage-Bart und an den Schläfen stehen ihm aber auch verdammt gut.

“Also gut, dann noch einen Espresso für Adam, richtig?”
“Der Name hat sich seit der letzten vier Tassen nicht geändert.”
“Wollt nur sichergehen.”
“Wüsst eh gern, was der Unsinn soll,” hört Vincent Adam murmeln. “Siehst ja auch so, wo ich sitze.”
“Ich weiß eben gern, mit wem ich es zu tun habe,” antwortet Vincent mit einem letzten Lächeln, dann macht er sich auf den Weg zur Kaffeemaschine, ohne auf ein weiteres Schnaufen in seinem Rücken einzugehen.

Hinterm Tresen greift Vincent schon automatisch nach dem Kaffeelöffel, während er mit einem Auge zu Adams Tisch schielt, ihn dabei beobachtet, wie er auf sein Handy kniept, während der Arm mal vor, mal zurück wandert.
“Dir fallen ja gleich die Augen aus.”
Vincent zuckt zusammen, dreht sich irritiert zu Karls frechem Grinsen um.
“Was? Ach Quatsch, ich guck doch gar nicht,” murmelt Vincent und häuft noch mehr Kaffee in den Siebträger in seiner Hand.
“Deswegen ist der Kaffee auch beinahe im Mixer gelandet.”
“Jetzt übertreibst du aber.”
“Wer ist denn so interessant?”
Vincents Blick huscht wieder zu Adam, und Karl reckt den Hals, sieht sich suchend um.
Vincent knufft ihn leicht mit dem Ellenbogen in die Seite.
“Hey! Jetzt starr doch nicht so da hin!”
“Ich? Ich mach gar nichts. Aber lass ihn mal nicht zu lange auf seinen Kaffee warten, der wirkt so, als könnte er ihn gebrauchen.”

Vincent versteckt sein hochrotes Gesicht hinter dem Dampf der Kaffeemaschine, pustet sich genervt eine Locke aus der Stirn, als Karl nur noch mehr lacht.
Das Gelächter wird auch nicht weniger, als Vincent verdächtig lange für diesen blöden Kaffee braucht, doch noch ein Amarettino auf die Untertasse legt - obwohl Adam die vier davor schon ignoriert hat, sie in einem kleinen Haufen auf dem Tisch gestapelt hat.
“Der wird nicht besser, wenn du ihn noch länger anstarrst, nur kalt,” hört er Karl sagen, und verdreht die Augen.
“Sag mal, hast du eigentlich nichts zu tun?”
Karl hebt lachend die Hände, dann schnappt er sich zwei Tassen und entschwindet zu einem der Tische.

“Da bitte sehr,” sagt Vincent, als er endlich zufrieden mit dem Kaffee ist und ihn Adam vor die Nase stellt.
Die müden Augen finden wieder Vincents Blick. “Haste den aus Italien holen müssen?”
Vincent zuckt mit den Schultern. “Ich wollt mir nur Mühe geben.”
Adam verdreht wieder die Augen, aber Vincent sieht auch ein Zucken in seinen Mundwinkeln, muss sich selbst ein Grinsen verkneifen.
“Na, immerhin ist er das Warten wert.”
“Danke.”
Vincent ist sich bewusst, dass er viel zu lange am Tisch steht und Adam beim Kaffee trinken beobachtet.
Er hätte genug zu tun, das Café ist gut besucht, ein Murmeln und leises Klirren von Porzellan ein stetes Hintergrundgeräusch, dass Vincent wissen lässt, dass er hier schon irgendwas richtig machen muss.

Trotzdem bleibt er stehen, wischt imaginären Staub von der Stuhllehne vor sich, als Adam zu ihm hoch sieht.
“Ist noch was?”
“Ich wollt nur sichergehen, dass du nicht doch nen Herzinfarkt kriegst.”
Dieses Mal lacht Adam, dunkel und tief, und Vincent spürt ein Ziehen in der Magengegend beim Anblick der Lachfalten, die sich tief neben seine Augen graben.
“Kann dich beruhigen, ich kipp hier schon nicht vom Stuhl.”
“Na, da bin ich ja froh,” grinst Vincent.
Adams Augen blitzen belustigt zu ihm hoch, und Vincent kann gar nicht wegsehen.
Dann ruft jemand von einem anderen Tisch nach ihm, und Vincent lächelt schwach, als er sich wegdreht, um eine Bestellung aufzunehmen.

Als er das nächste Mal zum Tisch sieht, ist Adam gegangen.
Vincent seufzt leise, als er die Espressotasse und die verschmähten Amerettini einsammelt.
Immerhin ist das Trinkgeld ganz ordentlich.



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