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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: D.A.V.E.
Challenge: Hurt/Comfort – Verlust eines Körperteils (fürs Team)
Fandom: Punishing: Gray Raven
Charaktere: Lee, Changyu
Wörter: ~890
Kommentar: Fortsetzung hierzu.


Geschockt nahm Lee die Situation auf und sah sich hektisch um, um eine mögliche weitere Gefahr abzuschätzen, ehe er zu Changyu hinüberkroch. Es war überflüssig zu fragen, ob Changyu verletzt war. Die Menge an Gestein über ihm und sein schmerzverzerrtes Gesicht sprachen Bände. Eilig schob Lee ersten Schutt von ihm. Changyu versuchte sich gegen die Last zu stämmen oder sich ein Stück herauszuziehen, zuckte aber einen Moment später mit einem ersticken Japsen zusammen und presste die Zähne aufeinander.
„Wo bist du verletzt? Soll ich dir helfen, deine Schmerzrezeptoren auszuschalten?“, fragte Lee eindringlich und berührte vorsichtig seine Schulter als könnte auch das weiteren Schmerz verursachen.
Changyu sah ihn mit großen, verunsicherten Augen an und es schien so viel gleichzeitig in seinem Kopf sich zu überschlagen. „Wo sind sie?“, stellte er die Gegenfrage mit halblauter Stimme.
Lee sah an dem Geröllhaufen hinauf, der den Durchgang blockierte. „Dahinter. Keine Ahnung, ob und wann sie in diesen Raum finden.“
Mit einem schweren Seufzen ließ Changyu seinen Kopf auf seine vor ihm zusammengefalteten Unterarme sinken. „Rücken, Becken, Beine. Ich weiß es nicht genau, es tut nur verdammt weh.“ Das entstehende Schweigen fühlte sich ebenso schwer wie das Geröll an und Lee wagte keine weitere Handlung, ehe er nicht von Changyu eine Entscheidung oder Anweisungen bekam. Dieser Seufzte schließlich erneut ohne aufzublicken und antwortete: „Schalte sie aus.“
Lee presste die Lippen zusammen. Es war eine vernünftige Entscheidung, aber er wusste, dass genug Konstrukte ungerne zu diesem Mittel griffen. Das Risiko der Destabilisierung oder einer in die Zerstörung mündenden Eskalation war sehr groß. Aus einem alten menschlichen Bedürfnis heraus legte Lee seine Hand auf Changyus Kopf und fühlte sich von dem Gefühl der halblangen Haare unter der Hand an Murray erinnert. Es kniff in seinen alten menschlichen Bedürfnissen und er konzentrierte sich auf die Aufgabe und wie sich die Haartextur der beiden unterschieden, wie der eine sein Bruder war und der andere ihn zwar Bruder genannt hatte, aber keiner war, er ihn nicht als solchen sah, ihm aber trotzdem keinen Schaden wünschte. Seine Finger glitten schließlich in Changyus Nacken, während er ihren Mindlink für den Hack aufbaute. Als die Schmerzrezeptoren deaktiviert waren, wusste es zwar Lee faktisch, aber es war noch mal ganz anders die eintretende Entspannung in Changyu zu spüren, der deutlich unter seinen Fingern erschlaffte. Sein nächster Seufzer klang deutlich erleichteter.
„Danke“, murmelte er.
„Nicht dafür“, antwortete Lee halblaut und legte kurz seine Handfläche in dessen Nacken, wie eine tröstende Zusicherung, ehe er sich erhob und daran machte, Changyu herauszuhelfen.
Es dauerte einige Momente, ehe er soweit freigeräumt war, dass Lee nur noch sich gegen einen erheblichen Teil des Gerölls gegenstämmen musste, damit Changyu herauskriechen konnte. Auf den ersten Blick sah er dreckig und etwas lediert aus, aber sein Körper wirkte funktionisfähig. Es war mehr als nur die physische Erleichterung, als Lee vom Geröll ablassen konnte. Changyu kroch noch einen weiteren Meter weg von der neu entstandenen Blockade, ehe er sich umdrehte und aufsetzte, um sich in Augenschein zu nehmen. Seine Hände fuhren fast ungläubig über seine Beine, deren Füße sich munter bewegen ließen. Als er seine Seiten und so weit es ging den Rücken in Augenschein nehmen wollte, begann er plötzlich heftig zu fluchen.
Irritiert trat Lee an ihn heran und bemerkte, was die Panik in dem anderen aufflammen ließ, als Changyu den abgerissenen Stumpf seines Schwanzes in die Hand nahm. Es folgten einige nervöse Gesten, wie ungläubiges loslassen, erneutes Berühren, über die scheinbar bleicher gewordenen Wangen und das restliche Gesicht streichen, kurz an den Haaren ziehen, schnauben. Es lief alles so schnell und intensiv ab, Lee beobachtete mehr als dass er wusste, was er tun sollte. Mit einem Ruck stand Changyu auf und verlor sofort das Gleichgewicht. Reflexartig griff Lee nach seinen Armen, um ihn zu stabilisieren. Erschrocken sah Changyu ihn an, dann zurück auf den nicht reagierenden Stummel. Lee brauchte einen Moment, dass die letzte Reaktion mehr ein neuer Schreck darüber war, dass Changyu einen Teil seiner wertvollen Körperbeherrschung für einen Moment verloren hatte. In seinem Blick konnte Lee erkennen, dass er das nicht nur als Ausrutscher verstand.
„Scheiße“, flüsterte Changyu entgeistert.
Lees Griff an seinen Armen wurde etwas fester, was Changyus Aufmerksamkeit wieder zurück zu ihm lenkte. „Das kann behoben werden“, erklärte er mit fester Stimme und sah den anderen eindringlich an. „Kannst du stehen? Gehen?“
Als Lee seinen Griff zu lösen begann, griff Changyu widerum nach ihm, verkrallte sich in seinen Ärmeln. Es war irrationales Verhalten, aber über Changyus Gesicht hing so viel Angst.
„Alles ok“, murmelte Lee und lehnte sich etwas in Changyus Richtung, damit dieser sein ganzes Gewicht und Balance auf seinen Füßen verlagerte.
Changyu begann seine Fassung wieder zu erlangen, schloss die Augen und atmete einmal tief durch, ehe er die Augen wieder öffnete, mit einem ernsten, aber angstfreien Gesichtsausdruck und Lee losließ. Ohne zu schwanken stand er da und nahm einen vorsichtigen Schritt nach hinten. Sein Blick war wie nach innen gerichtet als er sein Körpergefühl noch austarierte – ohne Schmerzrezeptoren, ohne Schwanz. Langsam begann er weitere Schritte zu gehen, sich zu drehen und versuchte schließlich einige Bewegungen durch, ehe er sich sicher schien, wieder Herr seines Körper zu sein. Mit einem hüftbreiten Stand und einer geraden Haltung, die Lee an eine Ausgangshaltung in der Kampfkunst erinnerte, nickte Changyu schließlich ernst und sah wieder zu Lee hinüber.
„Ok. Lass uns von hier abhauen, ehe sie uns doch noch finden.“

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