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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: D.A.V.E.
Challenge: Reverse Challenge – verstehen ohne Worte (für mich)
Fandom: Punishing: Gray Raven
Charaktere: Lee, Changyu
Wörter: ~700
Kommentar: Gehört hierzu.


Die Gänge des alten, teils eingebrochenen und verschütteten Komplexes begannen sich erneut geradezu klastrophobisch zu verengen. Lee war bald gezwungen auf Knien zu krabbeln. Selbst Changyu hinter ihm wurde es langsam zu eng, wenn er zur Ausnahme sich an etwas den Kopf stieß. Am Anfang hatte Lee noch Schadenfreude empfunden, nachdem er mindestens fünf Kopfstöße kassiert hatte, aber es wurde schnell langweilig. Bei anderen hätte es ihn deutlich mehr amüsiert, wie beispielsweise Kamui. Vielleicht auch einzig bei Kamui.
Am Ende des dunklen Gangs fiel gedämpftes Licht. Es war eine Wohltat, auf irgendwelche Sensoren mit mehr Vertrauen sich verlassen zu können. Zu Lees Leidwesen waren leider sowohl seine wie auch Changyus sonstige Sensoren völler Störfrequenzen, die wie Stahlwolle gegen alle Schaltkreise kratzten. Damit ging leider auch einher, dass sie den Kontakt zu den beiden anderen Teams bestehend aus Lucia, Liv und dem Kommandanten sowie Sophia und Nanami zeitweise verloren hatten. Zusammen mit Changyu hatten sie jedoch beschlossen weiter vorwärts zu gehen und darauf zu zählen, dass das nur temporäre Interferenzen waren. Lee klammerte sich wie ein Ertrinkender an dieser Hoffnung.
„Ich hoffe, dass wird es wert sein“, murmelte er in seinen nicht vorhanden Bart.
„Wehe nicht“, bekam er die grimmige Antwort von hinten. „Aber meistens steckt immer etwas hinter Jamilahs Informationen.“
„Hoffentlich.“
„Vertrau mir.“
Lee wollte sich bei der Phrase automatisch sträuben. Vertrauen war nichts, was er wie die Wohlfahrt verteilte, und nur den wenigstens Leuten würde er zugestehen, dass er ihnen wirklich vertraute. Eigentlich nur seinem Team. Vermutlich war es nicht der richtige Zeitpunkt in so einer prekären Situation das mit seinem einzigen Begleiter auszudiskutieren. Er war im Moment auf ihn angewiesen, ob es ihm gefiel oder nicht.
Als sich der Gang weitete und sie dem fahlen Licht näher kamen, wurden ihrer beider Schritte langsamer, vorsichtiger. Mit ein paar Blicken um die Ecke konnten sie optisch keine Gefahren oder suspekten Dinge ausmachen, weswegen sie sich vorwagten, nun mehr nebeneinander als hintereinander.
Lee versuchte erneut frustriert seine Sensoren hochzudrehen und etwas auszumachen, doch neben den menschlichen Klassikern aus Optik, Akustik und einer Prise Geruch verließen ihn seine technischen Vorteile. Gerade als er sich zu Changyu wand, um ihn zu fragen, ober mehr Erfolg hatte, bebte plötzlich die Erde. Beide blieben sofort stehen und sahen sich fragend an, ehe es erneut bebte und diesmal auch ein Geräusch aus der Ferne zu ihnen durchdrang. Es rieselte von der Decke und knisterte ohrenbetäubend in der Stille, die eintrat. Sie verharrten einige Momente völlig regungslos, doch es passierte nichts weiter. Lee wartete noch einen Augenblick länger, ehe er sich zu Changyu drehte, der noch immer gebannt in die Ferne starrte, und ihn antippte. Der Kopf des anderen schnellte sofort herum und seine Alarmbereitschaft war ihm problemlos abzulesen, ohne dass es nach hilfloser Furcht wirkte.
Beide schienen sich einig zu sein, dass sie jedes Geräusch vermeiden wollten, sofern möglich. Lees Sensoren konnten noch immer nichts aufnehmen, also tippte er sich gegen die Schläfe und deutete mit fragenden Blick auf Changyu. Dieser sah kurz unfokussiert herab, ehe er den Kopf wieder hob und ihn schüttelte.
Schlecht. Ganz schlecht.
Lee verzog den Mund und sah Changyu in ähnlich unerfreuter Stimmung. Dieser hob den Arm und fragte widerum ohne Worte, sondern mit Handgesten – Daumen in die Richtung, aus der sie gerade kamen, oder Finger in Richtung des Geräusches. Lee ergänzte um Option 3 und deutete auf einen Durchgang, der an der Schmalseite des Raumes, praktisch ihnen gegenüber, lag. Changyu sah sich nachdenklich um und streckte schließlich den Arm in Richtung des Geräusches, das vermutlich mit dem Beben zusammen hing. Lee schaute in die Richtung, in die sein Begleiter zeigte, und musste sich ein mürrisches Gesicht verkneifen.
Ihm gefiel die ganze Situation nicht und sich dann in zusätzliche Gefahr zu begeben, schien nicht nicht klug. Andererseits konnten sie nicht wissen, ob es sich dabei um eine aktive Gefahr handelte. Das würde sich lohnen herauszufinden. Auch zum Schutze der beiden anderen Teams. Lee hatte kein Problem sich einzugestehen, dass Changyu und er vermutlich das Team waren, dessen Verlust Babylonia und Akdilek noch am ehesten verkraften konnten.
Mit einem Entschluss sah Lee zu Changyu und nickte ihm ernst zu. Als Antwort bekam er ein schiefes, aufmunterndes Lächeln und einen Daumen hoch, das Lee mit einem schiefen Lächeln seinerseits erwiderte.

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