Sci-Fi - Zeitschleife (für mich)
Aug. 25th, 2023 09:22 pmTeam: D.A.V.E.
Challenge: Sci-Fi – Zeitschleife (für mich)
Fandom: Punishing: Gray Raven
Charaktere: Nanami, Gestalt, Haicma
Wörter: ~1050
Kommentar: character death und quasi blutige Beschreibungen
Ab einem bestimmten Punkt gab es in den Zukunftssimulationen wiederholende Muster, die manchmal dazu führten, dass Erinnerungen verschwammen. Vermeindliche Schnittstellen in möglichen Zukünften, die ein Mal in die eine Richtung, dann in die andere, aber der Rahmen so glich. Die Ausgänge waren andere und nie das, was Nanami sich wünschte. Doch sie erinnerte sich an jede Simulation, an jede Begegnung, jeden Verlust, jeden hoffnungsvollen Moment, jeden Sieg, jedes Versprechen, eine bessere Zukunft für alle zu finden.
Zu den Konstanten gehörte es, dass sie den Kommandanten nie finden konnte, und das war für sie immer ein Grund zur Sorge. Wenigstens gab es immer Erzählungen von em, ob noch am Leben oder tot oder verschollen, aber immer mit dem Funken Inspiration, den Nanami so an em liebte.
Eine weitere Konstante war Haicma. Von der anfänglichen Verwirrung, wie Haicma sie immer suchte und so gut zu kennen schien, blieb schnell nichts mehr übrig. Mit jeder Simulation freute sich Nanami, wenn sie ihre treue Verbündete wiederfand. Leider waren die Umstände nicht immer schön. Manchmal sah Haicma ganz schrecklich aus. Manchmal war sie schon hoffnungslos. Manchmal aber war sie so entschlossen Nanami zu finden. Manchmal war sie so warm und geduldig zu denen, die sie umgaben, denen sie half, auch wenn sie nicht viele Worte nutzte.
Nanami wusste sofort, dass Haicma anders war und sie verstehen würde, wie keine Maschine verstand, die sie begegnete. Auch wenn Haicma das so nicht verstand, sondern nur Fragen und Beobachtung hatte.
Manchmal verließ sie eine Simulation erst, wenn sie sich von Haicma verabschieden konnte.
Nanami wusste nicht, ob Haicma außerhalb der Simulationen von Gestalt existierte, aber sie wünschte es sich so fest, dass sie sich sicher war, dass der Wunsch davon allein wahr werden würde.
„Wann siehst du ein, dass es statistisch unmöglich ist, eine friedfertige Zukunft für Menschen und Maschinen zu erschaffen?“, fragte Gestalts leblose Stimme nach einer mal wieder in einer Katastrophe endenden Simulation.
„Bis Nanami eine Lösung gefunden hat“, konterte Nanami trotzig. „Die Nächste!“
Es war die Nacht vergangen und ein neuer Tag angebrochen als Nanami, Haicma und ein paar Begleiter, Maschinen und Menschen, endlich in einer geradezu sagenumwobenen Siedlung ankamen, in der Menschen und Maschinen unbehelligt vom Punishing-Virus lebten. In einem respektvollen Abstand blieben sie stehen und ließen sich von den Wachen aus der Ferne mustern.
„Wir sind Freunde!“, rief Nanami in ihre Richtung. Warum das selten gut ankam, würde sie vermutlich niemals verstehen, denn es war schließlich die Wahrheit.
„Wer seid ihr?“, rief einer der Wachen, während die andere Person ihr Gewehr zur Schulter gehoben hatte.
Mit erhobenen Händen schländerte Nanami auf das Eingangstor zu. „Nanami und ihre Freunde haben nach euch gesucht. Wir wollen auch, dass Menschen und Maschinen friedlich miteinander leben können – für alle!“
Es waren zwischenzeitlich drei weitere bewaffnete Wachen aufgetaucht und hatten ihre Waffen auf die Fremden gerichtet.
„Ihr könnt hier nicht rein. Ihr könntet infiziert sein.“
„Dann testet uns!“
„Wir trauen den üblichen Tests nicht. Zieht weiter und wir haben keine Probleme.“
Nanami kaute auf ihrer Unterlippe und dachte fieberhaft nach, wie sie die Situation zu ihren Gunsten lösen konnte. „Dürfen wir in eurer Nähe ein Lager aufbauen für unsere Menschen? Sie sind müde und hungrig. Vielleicht können wir so beweisen, dass wir nicht infiziert sind“, schlug sie vor.
Der Sprecher der Wache drehte sich zu jemanden um, den Nanami nicht sehen konnte, und unterhielt sich mit der Person mit gedämpfter Stimme. Nach einem Moment wand er sich zurück an sie: „Ihr dürft 2 km südlich von hier campen. Wir werden euch bald kontaktieren.“
Freudig begann Nanami zu hüpfen. „Danke, Onkel!“, rief sie ihm zu, winkte frenetisch und drehte sich um, um zu ihrer Gruppe zurückzulaufen. Sie hatten das Nötigste des Gesprächs mitbekommen und jubelten bei ihrer Ankunft. Am Rande des Gedränges stand Haicma und lächelte sie stolz an. Nanami wollte ihr etwas zurufen, als plötzlich ein Knall die Luft durchriss und Metallsplitter und Vitalflüssigkeittröpfchen vor Haicma hervorstoben. Ihre Augen waren unfokussiert aufgerissen. In dem Moment völliger Zeitlupe sah Nanami mit entsetzen minutiös den Schrecken, das Nachgeben, das Aufreißen ihrer Kehle durch einen Schuss, der fast ungehindert weiterflog und eine weitere Maschine an der Schulter traf. Aber Nanami sah nur wie Haicma zu vergehen drohte.
Sie schrie als würde sie die Realität zerplatzen lassen wollen.
Alles um sie wurde dumpf und verwirrend. Sie stürzte auf Haicma zu, die sie auffangen wollte, bevor sie fiel.
Nanami durchflutete so viel, ihr Körper reichte nicht. Es fühlte sich an, als würde sie explodieren.
Als ihr Schrei verstummte, war alles stehen geblieben. Mittem im Sturz war Haicma eingefrohren, so wie alles andere um sie herum. Hier und da sah sie einzelne Glitche, merkwürdiges Zucken und Verzerren, ehe um sie herum wieder alle da standen als wäre nie etwas passiert. Sie murmelten nervös, sahen zur Siedlung hinüber und schließlich zu Nanami. Diese starre alle ungläubig an. Ruckartig drehte sie ihren Kopf zur Seite, wo Haicma stand, intakt, mit einem warmen Lächeln. „Wir sollten sie begrüßen gehen, oder?“, fragte sie. Die gleiche Frage, wie noch vor zehn Minuten, bevor Nanami angekündigt hatte, dass sie Freunde der Siedlung waren.
Nanami fingierte ein mutiges Lächeln und fragte sich, ob das eben nur ein Traum gewesen war. Sie ging vor, sie grüßte, sie unterhielt sich, sie wartete, sie bekamen die Erlaubnis. Jubel. Schüsse. Vitalflüssigkeit und Metallsplitter. Und wieder von vorne. Nach der ersten Wiederholung lief es Nanami eiskalt den Rücken hinunter.
Also musste sie etwas ändern.
Sie gingen weg, sie versuchte sie alle von etwas anderem Überzeugen. Schließlich ein Schuss. Vitalflüssigkeit und Metallsplitter.
Nanami war Resets inzwischen schmerzlich gewohnt, aber nach dem vierten Loop dieser zehn Minuten, bekam sie es mit einem mulmigen Gefühl zu tun. Aber sie wäre nicht Nanami, wenn sie nicht weitersuchen würde.
Vitalflüssigkeit und Metallsplitter.
Immer wieder.
Sie hatte nach den Angreifern gesucht, sie hatte sie gestellt, und doch war da noch jemand, noch etwas. Jedes Mal.
Vitalflüssigkeit und Metallsplitter.
Irgendwann, als sie wieder am Start war, ging Nanami weinend in die Knie und rammte ihre Finger wütend in den Boden, als könne sie diese Realität aufreißen.
Schließlich war es schwarz.
Dann eine Matrix.
„Du hast die Simulation gestört.“
Nanami hatte keine Worte für Gestalt. Nicht nach so vielen zehn Minuten mit so viel Vitalflüssigkeit und Metallsplittern.
„Gib mir einen Moment, dann können wir die nächste Simulation starten“, sagte sie schließlich mit matter, ungewöhnlich müder Stimme.
Challenge: Sci-Fi – Zeitschleife (für mich)
Fandom: Punishing: Gray Raven
Charaktere: Nanami, Gestalt, Haicma
Wörter: ~1050
Kommentar: character death und quasi blutige Beschreibungen
Ab einem bestimmten Punkt gab es in den Zukunftssimulationen wiederholende Muster, die manchmal dazu führten, dass Erinnerungen verschwammen. Vermeindliche Schnittstellen in möglichen Zukünften, die ein Mal in die eine Richtung, dann in die andere, aber der Rahmen so glich. Die Ausgänge waren andere und nie das, was Nanami sich wünschte. Doch sie erinnerte sich an jede Simulation, an jede Begegnung, jeden Verlust, jeden hoffnungsvollen Moment, jeden Sieg, jedes Versprechen, eine bessere Zukunft für alle zu finden.
Zu den Konstanten gehörte es, dass sie den Kommandanten nie finden konnte, und das war für sie immer ein Grund zur Sorge. Wenigstens gab es immer Erzählungen von em, ob noch am Leben oder tot oder verschollen, aber immer mit dem Funken Inspiration, den Nanami so an em liebte.
Eine weitere Konstante war Haicma. Von der anfänglichen Verwirrung, wie Haicma sie immer suchte und so gut zu kennen schien, blieb schnell nichts mehr übrig. Mit jeder Simulation freute sich Nanami, wenn sie ihre treue Verbündete wiederfand. Leider waren die Umstände nicht immer schön. Manchmal sah Haicma ganz schrecklich aus. Manchmal war sie schon hoffnungslos. Manchmal aber war sie so entschlossen Nanami zu finden. Manchmal war sie so warm und geduldig zu denen, die sie umgaben, denen sie half, auch wenn sie nicht viele Worte nutzte.
Nanami wusste sofort, dass Haicma anders war und sie verstehen würde, wie keine Maschine verstand, die sie begegnete. Auch wenn Haicma das so nicht verstand, sondern nur Fragen und Beobachtung hatte.
Manchmal verließ sie eine Simulation erst, wenn sie sich von Haicma verabschieden konnte.
Nanami wusste nicht, ob Haicma außerhalb der Simulationen von Gestalt existierte, aber sie wünschte es sich so fest, dass sie sich sicher war, dass der Wunsch davon allein wahr werden würde.
„Wann siehst du ein, dass es statistisch unmöglich ist, eine friedfertige Zukunft für Menschen und Maschinen zu erschaffen?“, fragte Gestalts leblose Stimme nach einer mal wieder in einer Katastrophe endenden Simulation.
„Bis Nanami eine Lösung gefunden hat“, konterte Nanami trotzig. „Die Nächste!“
Es war die Nacht vergangen und ein neuer Tag angebrochen als Nanami, Haicma und ein paar Begleiter, Maschinen und Menschen, endlich in einer geradezu sagenumwobenen Siedlung ankamen, in der Menschen und Maschinen unbehelligt vom Punishing-Virus lebten. In einem respektvollen Abstand blieben sie stehen und ließen sich von den Wachen aus der Ferne mustern.
„Wir sind Freunde!“, rief Nanami in ihre Richtung. Warum das selten gut ankam, würde sie vermutlich niemals verstehen, denn es war schließlich die Wahrheit.
„Wer seid ihr?“, rief einer der Wachen, während die andere Person ihr Gewehr zur Schulter gehoben hatte.
Mit erhobenen Händen schländerte Nanami auf das Eingangstor zu. „Nanami und ihre Freunde haben nach euch gesucht. Wir wollen auch, dass Menschen und Maschinen friedlich miteinander leben können – für alle!“
Es waren zwischenzeitlich drei weitere bewaffnete Wachen aufgetaucht und hatten ihre Waffen auf die Fremden gerichtet.
„Ihr könnt hier nicht rein. Ihr könntet infiziert sein.“
„Dann testet uns!“
„Wir trauen den üblichen Tests nicht. Zieht weiter und wir haben keine Probleme.“
Nanami kaute auf ihrer Unterlippe und dachte fieberhaft nach, wie sie die Situation zu ihren Gunsten lösen konnte. „Dürfen wir in eurer Nähe ein Lager aufbauen für unsere Menschen? Sie sind müde und hungrig. Vielleicht können wir so beweisen, dass wir nicht infiziert sind“, schlug sie vor.
Der Sprecher der Wache drehte sich zu jemanden um, den Nanami nicht sehen konnte, und unterhielt sich mit der Person mit gedämpfter Stimme. Nach einem Moment wand er sich zurück an sie: „Ihr dürft 2 km südlich von hier campen. Wir werden euch bald kontaktieren.“
Freudig begann Nanami zu hüpfen. „Danke, Onkel!“, rief sie ihm zu, winkte frenetisch und drehte sich um, um zu ihrer Gruppe zurückzulaufen. Sie hatten das Nötigste des Gesprächs mitbekommen und jubelten bei ihrer Ankunft. Am Rande des Gedränges stand Haicma und lächelte sie stolz an. Nanami wollte ihr etwas zurufen, als plötzlich ein Knall die Luft durchriss und Metallsplitter und Vitalflüssigkeittröpfchen vor Haicma hervorstoben. Ihre Augen waren unfokussiert aufgerissen. In dem Moment völliger Zeitlupe sah Nanami mit entsetzen minutiös den Schrecken, das Nachgeben, das Aufreißen ihrer Kehle durch einen Schuss, der fast ungehindert weiterflog und eine weitere Maschine an der Schulter traf. Aber Nanami sah nur wie Haicma zu vergehen drohte.
Sie schrie als würde sie die Realität zerplatzen lassen wollen.
Alles um sie wurde dumpf und verwirrend. Sie stürzte auf Haicma zu, die sie auffangen wollte, bevor sie fiel.
Nanami durchflutete so viel, ihr Körper reichte nicht. Es fühlte sich an, als würde sie explodieren.
Als ihr Schrei verstummte, war alles stehen geblieben. Mittem im Sturz war Haicma eingefrohren, so wie alles andere um sie herum. Hier und da sah sie einzelne Glitche, merkwürdiges Zucken und Verzerren, ehe um sie herum wieder alle da standen als wäre nie etwas passiert. Sie murmelten nervös, sahen zur Siedlung hinüber und schließlich zu Nanami. Diese starre alle ungläubig an. Ruckartig drehte sie ihren Kopf zur Seite, wo Haicma stand, intakt, mit einem warmen Lächeln. „Wir sollten sie begrüßen gehen, oder?“, fragte sie. Die gleiche Frage, wie noch vor zehn Minuten, bevor Nanami angekündigt hatte, dass sie Freunde der Siedlung waren.
Nanami fingierte ein mutiges Lächeln und fragte sich, ob das eben nur ein Traum gewesen war. Sie ging vor, sie grüßte, sie unterhielt sich, sie wartete, sie bekamen die Erlaubnis. Jubel. Schüsse. Vitalflüssigkeit und Metallsplitter. Und wieder von vorne. Nach der ersten Wiederholung lief es Nanami eiskalt den Rücken hinunter.
Also musste sie etwas ändern.
Sie gingen weg, sie versuchte sie alle von etwas anderem Überzeugen. Schließlich ein Schuss. Vitalflüssigkeit und Metallsplitter.
Nanami war Resets inzwischen schmerzlich gewohnt, aber nach dem vierten Loop dieser zehn Minuten, bekam sie es mit einem mulmigen Gefühl zu tun. Aber sie wäre nicht Nanami, wenn sie nicht weitersuchen würde.
Vitalflüssigkeit und Metallsplitter.
Immer wieder.
Sie hatte nach den Angreifern gesucht, sie hatte sie gestellt, und doch war da noch jemand, noch etwas. Jedes Mal.
Vitalflüssigkeit und Metallsplitter.
Irgendwann, als sie wieder am Start war, ging Nanami weinend in die Knie und rammte ihre Finger wütend in den Boden, als könne sie diese Realität aufreißen.
Schließlich war es schwarz.
Dann eine Matrix.
„Du hast die Simulation gestört.“
Nanami hatte keine Worte für Gestalt. Nicht nach so vielen zehn Minuten mit so viel Vitalflüssigkeit und Metallsplittern.
„Gib mir einen Moment, dann können wir die nächste Simulation starten“, sagte sie schließlich mit matter, ungewöhnlich müder Stimme.