Crack/Humor - Kontrollfreak (für mich)
Aug. 21st, 2023 08:52 pmTeam: D.A.V.E.
Challenge: Crack/Humor – Kontrollfreak (für mich)
Fandom: Punishing: Gray Raven
Charaktere: Lee, Changyu
Wörter: ~1400
Kommentar: Sicherlich OoC, aber das kümmert mich jetzt wenig %‘D
Was Lee so an seinem Team schätzte, neben einem guten Arbeitsklima und einer guten Führung, war die Professionalität aller Mitglieder. Am ehesten brach da wohl Liv aus der Rolle, wenn sie wieder besonders ein- und mitfühlsam mit anderen Wesen war, oder der Kommandant, wenn bei em wieder die Menschlickeit durchschlug, was ja neben der militärischen Position ens Hauptaufgabe war – Menschsein. Aber trotz all dem wurde an Regeln und Protokolle gehalten, die natürlich hier und da Luft für „Späße“ oder ähnliches offen ließen. Doch seit sich die Kontakte von Gray Raven immer weiter nach außen intensiviert hatten, desto mehr gerieten die alten Routinen ins Wanken und die Quartiere erfüllte regelmäßig Unruhe. Ob es Karenina war, die unter dem Vorwand ein Hühnchen mit Lucia rupfen zu müssen, bei ihnen plötzlich hineinschneite und für eine Tasse Tee mit Liv und Kommandant blieb. Oder Kamui, der regelmäßig mit einer neuen Spiel- und Medienbeute von der Erde zurückkam und, nachdem er es an den Strike Hawks in extendo ausprobiert hat, nun möglichst jedes Mitglied der Gray Ravens versuchte zu involvieren. Lee war zwischenzeitlich verführt gewesen an Kamui einen Peilsender zu befestigen, damit er ihm besser aus dem Weg gehen konnte. Kommandant verbat es, aber Chrome zeigte sich interessiert an der Idee, wenn auch vermutlich aus anderen Gründen. Schließlich waren es die regelmäßigen Nachrichten von Nanami, die Chaos in seine Systeme brachten, und Lee manchmal an den Rand der Verzweiflung brachten, wie sie mal wieder alles zu umgehen wusste.
Es graute Lee davor, mit wem sich sein Kommandant wieder anfreundete und wie verwaiste Tierkinder irgendwo auflas. Seine Professionalität und Achtung vor dem Kommandant hielten ihn bisher davon ab, daraus ein Thema im Personalgespräch zu machen. Schließlich sollte das nicht ein Hindernis werden, an das sich Lee nicht anpassen konnte. Wäre doch gelacht!
Die absolute Geduldsprobe sollte jedoch die Akdilek-Vertretung werden – was nach Kamui eigentlich nicht mehr vorstellbar war für Lee. Es lag nicht an Sophia, die wunderbar pragmatisch war und eine Zusammenarbeit sich zwar nicht immer als sehr einfach, aber immer konstruktiv herausstellte.
Das Übel manifestierte sich in ihrem Kollegen Changyu.
Nach einer außerordentlichen Besprechung zwischen Vertretern von Babylonia, Sophia und einer Schaltung zu Jamilah hatte sein Kommandant die Ankunft von Changyu angekündigt, worüber sich Liv und Lucia freuten und Lee es gefasst aufnahm. Sie waren im Guten auseinander gegangen. Zwar redete Changyu manchmal viel, aber es nervte Lee nicht so sehr wie bei Kamui. Es war eine gute Zusammenarbeit, er war kompetent gewesen, er war ihm sogar sowas wie sympathisch gewesen.
Lee hatte den klassischen Fehler begangen zu denken: „Was sollte schon passieren?“
Womit er nicht gerechnet hatte, war wie omnipräsent Changyu gleich nach seiner Ankunft zu sein schien. Lee wusste nicht, ob es die schiere Neugierde, der Bewegungsdrang oder eine Spionagemission war – vielleicht eine Mischung aus allem und noch mehr -, weswegen er dem anderen Konstrukt an den verschiedensten Orten auf Babylonia begegnete, manchmal in Begleitung von Sophia, manchmal mit Liv und/oder Lucia. Oder sogar mit dem Kommandant. Gerade letzteres reizte Lee, wenn er sah, wie die beiden gemeinsam lachten, wie Changyu offenkundig versuchte zu gefallen, wie er in den Quartieren von Gray Raven ständig auftauchte und mit den anderen so vertrauensvoll umging. In vielen der Situationen grüßten sie einander, manchmal versuchte Changyu oder seine Begleitung Lee zu involvieren, aber es gab meistens dringendere Dinge, die erledigt werden mussten.
Gespräche mit seinen Teamkolleg*innen, die vorsichtig versuchten ihn auf sein Verhalten anzusprechen, mussten auch wegen dringenderer Dinge verschoben werden. Schließlich wusste Lee, wie man sich professionell gegenüber anderen verhielt – kein Diskussionbedarf.
Daher hätte es Lee nicht mehr überraschen sollen, als er in das Gray Raven-Quartier zurückkehrte und im Aufenthaltsraum Changyu antraf – diesmal alleine. Der andere Konstrukt sah zu ihm hinüber und grüßte ihn mit einem Lächeln. „Willkommen Zuhause, Lee.“
Lee blieb stehen und verarbeitete die Situation. „Bist du alleine hier?“
Changyu winkte ab und wand sich wieder an die Theke, bei der er stand. „Nein, nein, keine Sorge. Liv und Lucia sind bei sich und haben mich reingelassen.“
„Unbeaufsichtig.“
Als Antwort gab es zunächst nur ein Lachen. „Was soll ich hier klauen, hm? Unterwäsche vom Kommandant?“ Amüsiert blickte er zurück zu Lee und lachte nur noch schallender, als er dessen grimmigen Gesichtsausdruck sah.
Mürrisch trat Lee zwei Schritte in seine Richtung, um besser zu sehen, was der andere tat. Zu seinem großen erstaunen sah es so aus als würde Changyu kochen, weswegen Lee weiter herantrat und neben ihm stehen blieb mit einem kritischen Blick auf die Masse in der Pfanne.
„Was machst du da?“
„Kochen – sieht man doch“, konterte Changyu, schaltete den Herd aus und seine gute Laune schwand etwas, nachdem er Lees skeptischen Blick sah. „Warum guckst du so?“
Lee überlegte, wie er antworten sollte. Die Unterstellung eines Anschlags war diplomatisch unangebracht und vermutlich auch unhöflich – ähnlich zu unterstellen, dass das alles andere als nach genießbarem Essen aussah. Während es kurz in seinen Schaltkreisen polterte atmete er unterbewusst durch die Nase ein und war überrascht, wie appetitlich es roch.
„Konstrukte brauvhen keine Nahrung“, antwortete er schließlich.
Changyu blieb einen Moment still und widmete sich wieder dem Inhalt in der Pfanne, der anzubrennen drohte. „Ich weiß“, murmelte er. „Es ist ja auch nicht für mich.“
„Sondern?“
„Für den Kommandant natürlich“, antwortete Changyu defensiv und warf Lee aus dem Augenwinkel einen mürrischen Blick zu.
„Das kannst du em unmöglich so anbieten.“ Lee sagte es sehr trocken, aber nicht so bösartig, wie es vermutlich bei Changyu ankam.
„Was soll das heißen?“, brauste der andere auf und hielt plötzlich Lee einen hölzernen Kochlöffel drohend unter die Nase. „Ich bin ein fantastischer Koch, nur damit du das weißt!“
Lees Augen schielten erst auf den Löffel, dann zu Changyu und schließlich auf die Pfanne. Ohne Worte lupfte er ihm den Kochlöffel aus der Hand und benutzte den, um eine Kostprobe zu nehmen. So viel zu Lees selbstbeschworener Etikette und Höflichkeit.
Changyu begann zu protestieren und verstummte angespannt als er Lees Urteil abwartete. Lee spürte den intensiven Blick auf sich, der jede Gesichtsregung zu analysieren schien und gebannt an seinen Lippen hing. Unter anderen Umständen hätte es ihn in eine Analyseschleife geschickt, aber in dem Moment war der intensive, pikante wie auch fruchtige Geschmack auf seinen Zungenrezeptoren überwältigend. Statt über Changyu zu viel zu denken, analysierte er die einzelnen herauszuschmeckenden Komponenten, die in der rotbraunen Masse mit einzelnen Farbsprenklern nicht mehr optisch zu identifizieren waren. Mit ohnehin überschrittenen Grenzen löffelte Lee noch einen Happen heraus und musste jeden zufriedenen Laut tunlichts unterdrücken. Schließlich richtete er sich wieder zu seiner vollen Größe auf und sah zu Changyu herunter. „Das kannst du so unmöglich dem Kommandant geben.“
„Was?!“, rief Changyu brüskiert heraus und wollte Lee den Holzlöffel entreißen, den er sofort in die Luft weiter hob. „Was laberst du da? Du hast doch keine Ahnung! Gib mir den Löffel wieder!“
„Hey, beruhigt dich“, versuchte Lee ihn zu beschwichtigen und amüsierte sich innerlich, wie der andere kurz davor war ihn wie einen Baum zu beklettern, um den Löffel zurückzuerlangen und vermutlich ihn auf dem Weg zu erwürgen. „Es schmeckt gut.“
Changyu hielt inne mit einer Hand nach oben greifend und der anderen in Lees Revers verkrallt.
„Aber es sieht furchtbar aus“, beendete Lee seine Kritik und merkte wie ein verräterisches Mundwinkelzucken zu einem Schmunzeln wurde, das er zu unterdrücken versuchte.
„Paperlapapp! Wenn es gut schmeckt, kann es aussehen, wie es will – das kommt alles in den gleichen Magen.“
„Das Auge isst mit“, bemerkte Lee altklug und griff nach dem Pfannenstiel.
„Hey!“, protestierte Changyu und versuchte nun auch das Lee abzuknöpfen. „Das ist für Kommandant!"
„Ich kann das nicht zulassen. Sowas Unansehnliches kannst du em nicht vorsetzen. Ich opfer mich und werde das essen, weil Lebensmittelverschwendung auf Babylonia nicht geduldet wird“, erklärte Lee weiter und wand sich mit gehobenen Armen von Changyu ab, der ihn fassungslos anstarrte.
„Lee! Du brauchst als Konstrukt keine Nahrung! Was soll das? Gib das dann an einen Menschen wenigstens ab!“
„Nein, für das Wohl der Menschheit, Changyu“, und aß zufrieden einen weiteren Löffel Masse aus der Pfanne.
Changyu folgte ihm noch zwei Schritte, bis er stehen blieb, ihn musterte, wie er da stand und aus der Pfanne aß, und zu lachen begann. Nicht höhnisch, nicht laut und übertrieben, aber in sich hinein, mit leicht bebenden Schultern und einer Hand vor dem Mund. Als sich ihre Blicke trafen, konnte Lee den Gesichtsausdruck des anderen nicht deuten, außer das er amüsiert und glücklich aussah. „Dann muss es wohl so sein. Für das Wohl der Menschheit.“
Challenge: Crack/Humor – Kontrollfreak (für mich)
Fandom: Punishing: Gray Raven
Charaktere: Lee, Changyu
Wörter: ~1400
Kommentar: Sicherlich OoC, aber das kümmert mich jetzt wenig %‘D
Was Lee so an seinem Team schätzte, neben einem guten Arbeitsklima und einer guten Führung, war die Professionalität aller Mitglieder. Am ehesten brach da wohl Liv aus der Rolle, wenn sie wieder besonders ein- und mitfühlsam mit anderen Wesen war, oder der Kommandant, wenn bei em wieder die Menschlickeit durchschlug, was ja neben der militärischen Position ens Hauptaufgabe war – Menschsein. Aber trotz all dem wurde an Regeln und Protokolle gehalten, die natürlich hier und da Luft für „Späße“ oder ähnliches offen ließen. Doch seit sich die Kontakte von Gray Raven immer weiter nach außen intensiviert hatten, desto mehr gerieten die alten Routinen ins Wanken und die Quartiere erfüllte regelmäßig Unruhe. Ob es Karenina war, die unter dem Vorwand ein Hühnchen mit Lucia rupfen zu müssen, bei ihnen plötzlich hineinschneite und für eine Tasse Tee mit Liv und Kommandant blieb. Oder Kamui, der regelmäßig mit einer neuen Spiel- und Medienbeute von der Erde zurückkam und, nachdem er es an den Strike Hawks in extendo ausprobiert hat, nun möglichst jedes Mitglied der Gray Ravens versuchte zu involvieren. Lee war zwischenzeitlich verführt gewesen an Kamui einen Peilsender zu befestigen, damit er ihm besser aus dem Weg gehen konnte. Kommandant verbat es, aber Chrome zeigte sich interessiert an der Idee, wenn auch vermutlich aus anderen Gründen. Schließlich waren es die regelmäßigen Nachrichten von Nanami, die Chaos in seine Systeme brachten, und Lee manchmal an den Rand der Verzweiflung brachten, wie sie mal wieder alles zu umgehen wusste.
Es graute Lee davor, mit wem sich sein Kommandant wieder anfreundete und wie verwaiste Tierkinder irgendwo auflas. Seine Professionalität und Achtung vor dem Kommandant hielten ihn bisher davon ab, daraus ein Thema im Personalgespräch zu machen. Schließlich sollte das nicht ein Hindernis werden, an das sich Lee nicht anpassen konnte. Wäre doch gelacht!
Die absolute Geduldsprobe sollte jedoch die Akdilek-Vertretung werden – was nach Kamui eigentlich nicht mehr vorstellbar war für Lee. Es lag nicht an Sophia, die wunderbar pragmatisch war und eine Zusammenarbeit sich zwar nicht immer als sehr einfach, aber immer konstruktiv herausstellte.
Das Übel manifestierte sich in ihrem Kollegen Changyu.
Nach einer außerordentlichen Besprechung zwischen Vertretern von Babylonia, Sophia und einer Schaltung zu Jamilah hatte sein Kommandant die Ankunft von Changyu angekündigt, worüber sich Liv und Lucia freuten und Lee es gefasst aufnahm. Sie waren im Guten auseinander gegangen. Zwar redete Changyu manchmal viel, aber es nervte Lee nicht so sehr wie bei Kamui. Es war eine gute Zusammenarbeit, er war kompetent gewesen, er war ihm sogar sowas wie sympathisch gewesen.
Lee hatte den klassischen Fehler begangen zu denken: „Was sollte schon passieren?“
Womit er nicht gerechnet hatte, war wie omnipräsent Changyu gleich nach seiner Ankunft zu sein schien. Lee wusste nicht, ob es die schiere Neugierde, der Bewegungsdrang oder eine Spionagemission war – vielleicht eine Mischung aus allem und noch mehr -, weswegen er dem anderen Konstrukt an den verschiedensten Orten auf Babylonia begegnete, manchmal in Begleitung von Sophia, manchmal mit Liv und/oder Lucia. Oder sogar mit dem Kommandant. Gerade letzteres reizte Lee, wenn er sah, wie die beiden gemeinsam lachten, wie Changyu offenkundig versuchte zu gefallen, wie er in den Quartieren von Gray Raven ständig auftauchte und mit den anderen so vertrauensvoll umging. In vielen der Situationen grüßten sie einander, manchmal versuchte Changyu oder seine Begleitung Lee zu involvieren, aber es gab meistens dringendere Dinge, die erledigt werden mussten.
Gespräche mit seinen Teamkolleg*innen, die vorsichtig versuchten ihn auf sein Verhalten anzusprechen, mussten auch wegen dringenderer Dinge verschoben werden. Schließlich wusste Lee, wie man sich professionell gegenüber anderen verhielt – kein Diskussionbedarf.
Daher hätte es Lee nicht mehr überraschen sollen, als er in das Gray Raven-Quartier zurückkehrte und im Aufenthaltsraum Changyu antraf – diesmal alleine. Der andere Konstrukt sah zu ihm hinüber und grüßte ihn mit einem Lächeln. „Willkommen Zuhause, Lee.“
Lee blieb stehen und verarbeitete die Situation. „Bist du alleine hier?“
Changyu winkte ab und wand sich wieder an die Theke, bei der er stand. „Nein, nein, keine Sorge. Liv und Lucia sind bei sich und haben mich reingelassen.“
„Unbeaufsichtig.“
Als Antwort gab es zunächst nur ein Lachen. „Was soll ich hier klauen, hm? Unterwäsche vom Kommandant?“ Amüsiert blickte er zurück zu Lee und lachte nur noch schallender, als er dessen grimmigen Gesichtsausdruck sah.
Mürrisch trat Lee zwei Schritte in seine Richtung, um besser zu sehen, was der andere tat. Zu seinem großen erstaunen sah es so aus als würde Changyu kochen, weswegen Lee weiter herantrat und neben ihm stehen blieb mit einem kritischen Blick auf die Masse in der Pfanne.
„Was machst du da?“
„Kochen – sieht man doch“, konterte Changyu, schaltete den Herd aus und seine gute Laune schwand etwas, nachdem er Lees skeptischen Blick sah. „Warum guckst du so?“
Lee überlegte, wie er antworten sollte. Die Unterstellung eines Anschlags war diplomatisch unangebracht und vermutlich auch unhöflich – ähnlich zu unterstellen, dass das alles andere als nach genießbarem Essen aussah. Während es kurz in seinen Schaltkreisen polterte atmete er unterbewusst durch die Nase ein und war überrascht, wie appetitlich es roch.
„Konstrukte brauvhen keine Nahrung“, antwortete er schließlich.
Changyu blieb einen Moment still und widmete sich wieder dem Inhalt in der Pfanne, der anzubrennen drohte. „Ich weiß“, murmelte er. „Es ist ja auch nicht für mich.“
„Sondern?“
„Für den Kommandant natürlich“, antwortete Changyu defensiv und warf Lee aus dem Augenwinkel einen mürrischen Blick zu.
„Das kannst du em unmöglich so anbieten.“ Lee sagte es sehr trocken, aber nicht so bösartig, wie es vermutlich bei Changyu ankam.
„Was soll das heißen?“, brauste der andere auf und hielt plötzlich Lee einen hölzernen Kochlöffel drohend unter die Nase. „Ich bin ein fantastischer Koch, nur damit du das weißt!“
Lees Augen schielten erst auf den Löffel, dann zu Changyu und schließlich auf die Pfanne. Ohne Worte lupfte er ihm den Kochlöffel aus der Hand und benutzte den, um eine Kostprobe zu nehmen. So viel zu Lees selbstbeschworener Etikette und Höflichkeit.
Changyu begann zu protestieren und verstummte angespannt als er Lees Urteil abwartete. Lee spürte den intensiven Blick auf sich, der jede Gesichtsregung zu analysieren schien und gebannt an seinen Lippen hing. Unter anderen Umständen hätte es ihn in eine Analyseschleife geschickt, aber in dem Moment war der intensive, pikante wie auch fruchtige Geschmack auf seinen Zungenrezeptoren überwältigend. Statt über Changyu zu viel zu denken, analysierte er die einzelnen herauszuschmeckenden Komponenten, die in der rotbraunen Masse mit einzelnen Farbsprenklern nicht mehr optisch zu identifizieren waren. Mit ohnehin überschrittenen Grenzen löffelte Lee noch einen Happen heraus und musste jeden zufriedenen Laut tunlichts unterdrücken. Schließlich richtete er sich wieder zu seiner vollen Größe auf und sah zu Changyu herunter. „Das kannst du so unmöglich dem Kommandant geben.“
„Was?!“, rief Changyu brüskiert heraus und wollte Lee den Holzlöffel entreißen, den er sofort in die Luft weiter hob. „Was laberst du da? Du hast doch keine Ahnung! Gib mir den Löffel wieder!“
„Hey, beruhigt dich“, versuchte Lee ihn zu beschwichtigen und amüsierte sich innerlich, wie der andere kurz davor war ihn wie einen Baum zu beklettern, um den Löffel zurückzuerlangen und vermutlich ihn auf dem Weg zu erwürgen. „Es schmeckt gut.“
Changyu hielt inne mit einer Hand nach oben greifend und der anderen in Lees Revers verkrallt.
„Aber es sieht furchtbar aus“, beendete Lee seine Kritik und merkte wie ein verräterisches Mundwinkelzucken zu einem Schmunzeln wurde, das er zu unterdrücken versuchte.
„Paperlapapp! Wenn es gut schmeckt, kann es aussehen, wie es will – das kommt alles in den gleichen Magen.“
„Das Auge isst mit“, bemerkte Lee altklug und griff nach dem Pfannenstiel.
„Hey!“, protestierte Changyu und versuchte nun auch das Lee abzuknöpfen. „Das ist für Kommandant!"
„Ich kann das nicht zulassen. Sowas Unansehnliches kannst du em nicht vorsetzen. Ich opfer mich und werde das essen, weil Lebensmittelverschwendung auf Babylonia nicht geduldet wird“, erklärte Lee weiter und wand sich mit gehobenen Armen von Changyu ab, der ihn fassungslos anstarrte.
„Lee! Du brauchst als Konstrukt keine Nahrung! Was soll das? Gib das dann an einen Menschen wenigstens ab!“
„Nein, für das Wohl der Menschheit, Changyu“, und aß zufrieden einen weiteren Löffel Masse aus der Pfanne.
Changyu folgte ihm noch zwei Schritte, bis er stehen blieb, ihn musterte, wie er da stand und aus der Pfanne aß, und zu lachen begann. Nicht höhnisch, nicht laut und übertrieben, aber in sich hinein, mit leicht bebenden Schultern und einer Hand vor dem Mund. Als sich ihre Blicke trafen, konnte Lee den Gesichtsausdruck des anderen nicht deuten, außer das er amüsiert und glücklich aussah. „Dann muss es wohl so sein. Für das Wohl der Menschheit.“