AU - Sex Worker (für mich)
Aug. 20th, 2023 11:40 amTeam: D.A.V.E.
Challenge: AU – Sex Worker (für mich)
Fandom: Punishing Gray Raven
Charaktere: Lee, Changyu
Wörter: ~1040
Kaum hatte Lee den Motor abgeschaltet hörte er einen Krachen aus dem Häuserblock, vor dem er geparkt hatte. Sofort folgte der lautstarker Protest einer Frau, die sich aus dem Fenster lehnte und rief, dass sich selbst Assis in diesem Haus an die Nachtruhe zu halten haben. Lee stieg aus dem Wagen, schloss die Tür und hob seinen Blick die schäbige Fassade hinauf. Es würde einer dieser Aufträge sein. Innerlich seufzte er, erinnerte sich daran, warum er diesen Job machte, und zog korrigierend an seinem Revers, damit sein Mantel wieder richtig saß. Rein, drohen, Informationen eintreiben, idealerweise ohne eine Leiche zu hinterlassen wieder raus, abliefern, kassieren. Kinderspiel.
Nachdem er sich Eingang ins Treppenhaus verschafft hatte, nahm er zwei Stufen auf ein Mal und stand schließlich vor der Eingangstür in der vierten Etage, die in dem Moment aufgerissen wurde, als er seine Dietriche rausholen wollte. Statt des untersetzten Mannes mittleren Alters stand ein junger Asiate vor ihm, dessen Alter er unmöglich einschätzen konnte. Mit aufgerissenen Augen starrte dieser ihn an, öffnete seinen Mund, schloss ihn und knallte Lee die Tür vor der Nase zu. Sein Gehirn schaltete schneller als seine Vernunft hätte einsetzen können und mit einem plötzlichen Adrenalinschub und einem ganz miesen Gefühl trat Lee die Tür auf, die erstaunlich einfach der Gewalt nachgab.
„Stehen bleiben!“, rief Lee und zückte seine Waffen sobald er nur einen Schritt in die winzige Wohnung tun konnte. Schnell hatte er den jungen Mann ausfindig gemacht, der just in diesem Moment ein Fenster zur Feuerleiter eingeschlagen hatte. Wie schockgefroren starrte er Lee an und ließ seinen Blick sofort auf die Pistole fallen, deren Mündung auf ihn gerichtet war. Demonstrativ löste Lee die Sicherung und sah in den Augen des anderen, dass die Botschaft klar und deutlich bei ihm angekommen war. Lee nutzte die Gelegenheit, um ihn zu mustern. So schmächtig der junge Mann zunächst gewirkt hatte, konnte Lee an dem teils entblößten Armen und Rücken und der sehr engen schwarzen Hose erahnen, dass er zumindest athletisch gebaut war. Seiner Haltung nach zu urteilen wusste er sich zu verteidigen in einem Handgemenge, woraufhin auch seine blutigen Fäuste hindeuteten. Blut, das nicht nur von Scherbenschnitten zu stammen schien.
„Nicht schießen, verdammt!“, blaffte der junge Mann und kauerte sich noch ein Stück weiter in eine Abwehrhaltung.
Lees mieses Gefühl verstärkte sich weiter.
Er wagte den Blick vom Fremden abzuwenden, ohne die Waffe zu senken, und verschaffte sich einen ersten Eindruck der Gesamtsituation. Es herrschte leichtes Chaos aus altem Geschirr und verstreuten Gegenständen wie Computerkomponenten und Dokumenten im Bereich um die Couch, die als primärer Wohnbereich zu identifizieren war. Die Küchenzeile war noch deutlich schlimmer. Schräg gegenüber der Eingangstür befand sich eine weitere Tür, die womöglich zu einem Bad oder Schlafzimmer führte. Lee sah zurück zu dem Fremden, der sich noch immer nicht gewagt hatte zu bewegen und nur gelegentlich etwas vor sich hinmurmelte, und begann auf die Tür zuzuschreiten. Plötzlich schien ein Blitz den Fremden zu durchfahren und er versuchte auf die aufgebrochene Haustür zuzustürzen. Ganz im Autopilot schoss Lee einen Warnschuss vor die Füße des Fremden, welcher mit einem erschrockenen Ausruf einen Satz nach oben machte und unerwarteterweise mit einem Backflip wieder auf dem Boden landete.
„Bist du wahnsinnig? Die Dinger sind gefährlich! Das hätte voll in die Hose gehen können – oder in die Schuhe, beides schlimm. Meine Füße sind teuer, ok? Ich brauch sie noch!“, meckerte der Fremde los.
Lee zeigte sich unbeeindruckt. „Wer bist du?“
„Deine Mutter“, bekam er als pampige Antwort zurück.
Lee zielte demonstrativ auf den Körper des Mannes.
„Ok, ok, ich bin vermutlich heißer und jünger. Verdammte Axt, was für eine beschissene- Also-“ Er nahm tief Luft, richtete sich gerade auf, strich über sein Shirt und hob die Hände in die Luft. „Ich will keinen Ärger, ok? Ich bin mir sicher, dass hier ein Missverständnis vorliegt und-“
„Wo ist Torodakis?“
„Im Prinzip neben an, aber ich glaube, er kann im Moment keine Gäste empfangen.“
Lee hob eine Augenbraue. „Was ist mit ihm?“
„Ich bin Artist, kein Arzt, ok?“
„‘Artist‘“, wiederholte Lee betont.
„Du weißt schon, so Akrobatikshow, Zirkus, Revue-Theater“, erklärte der Fremde mit einem nicht ganz bescheidenen Lächeln. „Von der richtig coolen Sorte.“
„Warum sollte er einen Arzt brauchen? Lebt er?“
„Oh man, ich hoffe es doch echt, sonst bin ich wirklich in Schwierigkeiten- also nicht, dass ich in welchen wäre. Wir hatten nur eine Meinungsverschiedenheit und gerade hatte ich die Situation geklärt, als du aufgetaucht bist und mit deinen Pistolen anfingst herumzufuchteln.“ Er mimte Lee mit zwei Pistolen-Gesten und einem grimmigen Gesicht nach. „Also ich bin hier fertig und könnte gehen. Ich habe Dinge zu tun, beispielsweise Abendessen. Mir-“
„Nicht so eilig“, unterbrach ihn Lee und ging auf ihn zu. Eine der Pistolen steckte er zurück in deren Holster und packte mit der nun freien Hand nach dem Oberarm des Fremden. Lee hätte es nicht erstaunen sollen, dass es sich so fest anfühlte, wenn der andere Akrobat und scheinbar auch Kampfsportler war. „Bring mich zu Torodakis. Was ist euer Verhältnis? Warum bist du hier?“
„Hey“, begann der Asiate zu protestieren, bis die Pistole wieder in seinem Blickfeld auftauchte. „Ich kann dir versichern, dass ich keinerlei Verhältnis mit dem Arsch habe, so ein widerlicher- Na jedenfalls, alles nur geschäftlicher Natur. Er verlangte nicht vereinbarte Dienstleistungen und erdreistete sich auch noch mit ihr um den Preis zu schachern.“
„Dienstleistungen. Ich dachte, du bist Akrobat.“
„Kumpel, ich muss dir wohl nicht erklären, wie beschissen die derzeitige Wirtschaftslage ist“, und er wedelte mit der freien Hand in Richtung des zerbrochenen Fensters, hinter der die Welt ihrem Untergang entgegenkroch. „Ich bin jung und brauch das Geld.“
„Du bist Stricher.“
Der junge Mann räusperte sich. „Ich bevorzuge den Begriff Sex Worker und das ist erst mein, lass mich lügen, sechster Kunde. Ich bin noch neu in dem Business, aber hey, ich klau wenigstens nicht, und glaub mir, ich wäre fantastisch darin.“
Lee hob wieder eine skeptische Augenbraue. „Sollte man damit so prahlen?“
„Sollte man vor fremde Leute Füße schießen, hm? Hast du keinerlei Erziehung genossen?“, tadelte der Fremde.
„Dein Name.“
„Changyu.“
„Wo ist Torodakis?“
„Urgh“, ächzte Changyu hinaus, verdrehte die Augen und ließ seine Schultern etwas erschlaffen. „Komm mit. Aber wehe, du schießt noch mal auf mich, klar? Ich brauch noch alles an mir.“
Challenge: AU – Sex Worker (für mich)
Fandom: Punishing Gray Raven
Charaktere: Lee, Changyu
Wörter: ~1040
Kaum hatte Lee den Motor abgeschaltet hörte er einen Krachen aus dem Häuserblock, vor dem er geparkt hatte. Sofort folgte der lautstarker Protest einer Frau, die sich aus dem Fenster lehnte und rief, dass sich selbst Assis in diesem Haus an die Nachtruhe zu halten haben. Lee stieg aus dem Wagen, schloss die Tür und hob seinen Blick die schäbige Fassade hinauf. Es würde einer dieser Aufträge sein. Innerlich seufzte er, erinnerte sich daran, warum er diesen Job machte, und zog korrigierend an seinem Revers, damit sein Mantel wieder richtig saß. Rein, drohen, Informationen eintreiben, idealerweise ohne eine Leiche zu hinterlassen wieder raus, abliefern, kassieren. Kinderspiel.
Nachdem er sich Eingang ins Treppenhaus verschafft hatte, nahm er zwei Stufen auf ein Mal und stand schließlich vor der Eingangstür in der vierten Etage, die in dem Moment aufgerissen wurde, als er seine Dietriche rausholen wollte. Statt des untersetzten Mannes mittleren Alters stand ein junger Asiate vor ihm, dessen Alter er unmöglich einschätzen konnte. Mit aufgerissenen Augen starrte dieser ihn an, öffnete seinen Mund, schloss ihn und knallte Lee die Tür vor der Nase zu. Sein Gehirn schaltete schneller als seine Vernunft hätte einsetzen können und mit einem plötzlichen Adrenalinschub und einem ganz miesen Gefühl trat Lee die Tür auf, die erstaunlich einfach der Gewalt nachgab.
„Stehen bleiben!“, rief Lee und zückte seine Waffen sobald er nur einen Schritt in die winzige Wohnung tun konnte. Schnell hatte er den jungen Mann ausfindig gemacht, der just in diesem Moment ein Fenster zur Feuerleiter eingeschlagen hatte. Wie schockgefroren starrte er Lee an und ließ seinen Blick sofort auf die Pistole fallen, deren Mündung auf ihn gerichtet war. Demonstrativ löste Lee die Sicherung und sah in den Augen des anderen, dass die Botschaft klar und deutlich bei ihm angekommen war. Lee nutzte die Gelegenheit, um ihn zu mustern. So schmächtig der junge Mann zunächst gewirkt hatte, konnte Lee an dem teils entblößten Armen und Rücken und der sehr engen schwarzen Hose erahnen, dass er zumindest athletisch gebaut war. Seiner Haltung nach zu urteilen wusste er sich zu verteidigen in einem Handgemenge, woraufhin auch seine blutigen Fäuste hindeuteten. Blut, das nicht nur von Scherbenschnitten zu stammen schien.
„Nicht schießen, verdammt!“, blaffte der junge Mann und kauerte sich noch ein Stück weiter in eine Abwehrhaltung.
Lees mieses Gefühl verstärkte sich weiter.
Er wagte den Blick vom Fremden abzuwenden, ohne die Waffe zu senken, und verschaffte sich einen ersten Eindruck der Gesamtsituation. Es herrschte leichtes Chaos aus altem Geschirr und verstreuten Gegenständen wie Computerkomponenten und Dokumenten im Bereich um die Couch, die als primärer Wohnbereich zu identifizieren war. Die Küchenzeile war noch deutlich schlimmer. Schräg gegenüber der Eingangstür befand sich eine weitere Tür, die womöglich zu einem Bad oder Schlafzimmer führte. Lee sah zurück zu dem Fremden, der sich noch immer nicht gewagt hatte zu bewegen und nur gelegentlich etwas vor sich hinmurmelte, und begann auf die Tür zuzuschreiten. Plötzlich schien ein Blitz den Fremden zu durchfahren und er versuchte auf die aufgebrochene Haustür zuzustürzen. Ganz im Autopilot schoss Lee einen Warnschuss vor die Füße des Fremden, welcher mit einem erschrockenen Ausruf einen Satz nach oben machte und unerwarteterweise mit einem Backflip wieder auf dem Boden landete.
„Bist du wahnsinnig? Die Dinger sind gefährlich! Das hätte voll in die Hose gehen können – oder in die Schuhe, beides schlimm. Meine Füße sind teuer, ok? Ich brauch sie noch!“, meckerte der Fremde los.
Lee zeigte sich unbeeindruckt. „Wer bist du?“
„Deine Mutter“, bekam er als pampige Antwort zurück.
Lee zielte demonstrativ auf den Körper des Mannes.
„Ok, ok, ich bin vermutlich heißer und jünger. Verdammte Axt, was für eine beschissene- Also-“ Er nahm tief Luft, richtete sich gerade auf, strich über sein Shirt und hob die Hände in die Luft. „Ich will keinen Ärger, ok? Ich bin mir sicher, dass hier ein Missverständnis vorliegt und-“
„Wo ist Torodakis?“
„Im Prinzip neben an, aber ich glaube, er kann im Moment keine Gäste empfangen.“
Lee hob eine Augenbraue. „Was ist mit ihm?“
„Ich bin Artist, kein Arzt, ok?“
„‘Artist‘“, wiederholte Lee betont.
„Du weißt schon, so Akrobatikshow, Zirkus, Revue-Theater“, erklärte der Fremde mit einem nicht ganz bescheidenen Lächeln. „Von der richtig coolen Sorte.“
„Warum sollte er einen Arzt brauchen? Lebt er?“
„Oh man, ich hoffe es doch echt, sonst bin ich wirklich in Schwierigkeiten- also nicht, dass ich in welchen wäre. Wir hatten nur eine Meinungsverschiedenheit und gerade hatte ich die Situation geklärt, als du aufgetaucht bist und mit deinen Pistolen anfingst herumzufuchteln.“ Er mimte Lee mit zwei Pistolen-Gesten und einem grimmigen Gesicht nach. „Also ich bin hier fertig und könnte gehen. Ich habe Dinge zu tun, beispielsweise Abendessen. Mir-“
„Nicht so eilig“, unterbrach ihn Lee und ging auf ihn zu. Eine der Pistolen steckte er zurück in deren Holster und packte mit der nun freien Hand nach dem Oberarm des Fremden. Lee hätte es nicht erstaunen sollen, dass es sich so fest anfühlte, wenn der andere Akrobat und scheinbar auch Kampfsportler war. „Bring mich zu Torodakis. Was ist euer Verhältnis? Warum bist du hier?“
„Hey“, begann der Asiate zu protestieren, bis die Pistole wieder in seinem Blickfeld auftauchte. „Ich kann dir versichern, dass ich keinerlei Verhältnis mit dem Arsch habe, so ein widerlicher- Na jedenfalls, alles nur geschäftlicher Natur. Er verlangte nicht vereinbarte Dienstleistungen und erdreistete sich auch noch mit ihr um den Preis zu schachern.“
„Dienstleistungen. Ich dachte, du bist Akrobat.“
„Kumpel, ich muss dir wohl nicht erklären, wie beschissen die derzeitige Wirtschaftslage ist“, und er wedelte mit der freien Hand in Richtung des zerbrochenen Fensters, hinter der die Welt ihrem Untergang entgegenkroch. „Ich bin jung und brauch das Geld.“
„Du bist Stricher.“
Der junge Mann räusperte sich. „Ich bevorzuge den Begriff Sex Worker und das ist erst mein, lass mich lügen, sechster Kunde. Ich bin noch neu in dem Business, aber hey, ich klau wenigstens nicht, und glaub mir, ich wäre fantastisch darin.“
Lee hob wieder eine skeptische Augenbraue. „Sollte man damit so prahlen?“
„Sollte man vor fremde Leute Füße schießen, hm? Hast du keinerlei Erziehung genossen?“, tadelte der Fremde.
„Dein Name.“
„Changyu.“
„Wo ist Torodakis?“
„Urgh“, ächzte Changyu hinaus, verdrehte die Augen und ließ seine Schultern etwas erschlaffen. „Komm mit. Aber wehe, du schießt noch mal auf mich, klar? Ich brauch noch alles an mir.“
no subject
Date: 2023-08-20 10:34 am (UTC)Oh Gott, ich war ja eh schon am Feiern, aber dann kam
„Wer bist du?“
„Deine Mutter“ — „Ok, ok, ich bin vermutlich heißer und jünger. Verdammte Axt, was für eine beschissene- Also-“
und jetzt hat mein Monitor ein paar eklige Spuckeflecken, die gut zum latent versifften Apartment dieser Geschichte passen, weil ich so prusten musste. Wunderbar. Lee ist schon großartig, aber Changyu stellt ihn in den Schatten, so perfekt ist der getroffen! Die kleine Bratze, ich liebe ihn! Man sieht, dass ihr viel Zeit im Kopfkino verbracht habt. Mmmoi! *Kusshände schmeißt*
no subject
Date: 2023-08-20 12:17 pm (UTC)