Stereotypen
Jul. 10th, 2008 02:38 pmFandom: Original
Challenge: #2 "In Boybands gibt es immer einen Schönen, einen Clown und einen mit verrückten Haaren." (6. Juli)
Wörter: 654
Kommentar: Als ich das Thema gelesen hab, hatte ich augenblicklich diese Szene vor Augen. Das Ganze ist nicht wirklich kreativ und mal wieder viel zu kurz. Und ja, ich fand Westlife vor viiielen Jahren mal toll.
Mike ist schon seit Ewigkeiten mein bester Freund. Wir kleben die meiste Zeit über zusammen und wenn das auf Grund grausamer äußerer Einflüsse (soll heißen: Eltern) einmal nicht möglich ist, dann telefonieren oder chatten wir stundenlang. Unsere unangefochtene Lieblingsbeschäftigung jedoch besteht darin, entweder auf Mikes oder meinem Bett zu sitzen, den Rücken an die Wand gelehnt und die Bettdecke über unseren Beinen ausgebreitet und fernzusehen. Wobei „fernsehen“ unser kleines Hobby nicht wirklich beschreibt, denn es geht uns nicht darum, irgendetwas anzuschauen, was uns möglicherweise gefallen könnte. Meistens ist das Gegenteil der Fall: Wir sehen uns diverse Soaps, Pseudonachrichten und Kuppelsendungen auf VivaMTV an, um uns darüber lustig zu machen und über das Gezeigte abzulästern. Ich weiß, dass Lästern nicht gerade zu den männlichsten aller Beschäftigungen gehört, aber ich denke, es spricht für uns, dass wir dabei nicht vor einem Spiegel im Waschraum einer öffentlichen Lokalität stehen. Und außerdem: Diese Sendungen werden nur zu dem Zweck produziert, um darüber herzuziehen, oder nicht?
Im Moment sitzen wir wieder einmal auf meinem Bett, Mike hat die Fernbedienung an sich gerissen und zappt gerade in weltrekordverdächtiger Geschwindigkeit durch die verschiedenen Kanäle. Bei Viva bleibt er hängen. Gülcan, diese blondierte Möchtegernsexbombe und Bäckereierbenehefrau, versucht gerade, einen Videoclip anzumoderieren. Die Sendung läuft unter irgendeinem sinnfreien Motto a la „Boygroups vs. Girlgroups“ oder so ähnlich. Gülcan überschlägt sich beinahe vor Lachen über ihr eigenes, dümmliches Gerede, weshalb wir nicht mitbekommen, um welches Video es sich überhaupt handelt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es dennoch sofort erkenne: Ein Café, fünf Typen mit Gelfrisuren und unvorteilhaften hellblauen Hemden, die offensichtlich planlos herumwuseln. Ganz klar: „Uptown Girl“ in der Coverversion von Westlife. Irische Boygroup, waren um die Jahrtausendwende schwer angesagt. Mike und ich haben unseren Spaß beim Imitieren der albernen Tanzbewegungen. Und dann: Auftritt Claudia Schiffer. Sie passt in das Video ungefähr so gut wie ein Sumoringer in eine Balletttanzgruppe. Plötzlich fragt mich Mike: „Wie findest du die eigentlich? Also die Schiffer?“ Ein kleiner Zusatz bei unserem Hobby: Frauen bewerten. Wir sind Männer, wir dürfen oberflächlich sein! „Hmm, naja, ich weiß nicht. Ein bisschen zu kühl und zu blond.“ - „Und zu alt.“ - „Das sowieso.“ In solchen Dingen sind wir meistens einer Meinung.
„Kennst du diese Theorie über Boygroups?“, richtet Mike erneut eine Frage an mich, nachdem er eine Weile schweigend den Bildschirm betrachtet hat. Ich verneine. „Ich hab das kürzlich im Internet gelesen. Es gibt immer einen Schönen, einen Clown und einen mit verrückten Haaren, heißt es.“ - „Und einen Schwulen.“, füge ich hinzu. „Ehrlich?“ Mike sieht mich ungläubig an. „Ja, klar. Bei N'Sync, Boyzone, Caught in the Act und auch bei Westlife.“ „Bei denen? Wer?“ „Der große Dunkelhaarige. Mark.“ Es überraschte mich ein bisschen, dass ich mich noch an seinen Namen erinnern kann. „Hmm, und was für einer wäre ich dann?“ Mike stellt mir die Frage mit einem kleinen Zwinkern. „Du wärst ganz eindeutig der Schöne.“ Ich schäme mich nicht wirklich dafür, ihm das zu sagen. Weil es die Wahrheit ist. Er ist schön, verdammt schön sogar. Warme, dunkelbraune Augen, ein fein geschnittenes Gesicht umrandet von zarten dunkelbraunen Locken und volle, rote Lippen. Mike wird ein kleinwenig rot. Ich mache ihm nicht oft Komplimente, schließlich sind wir ja nichtsdestotrotz Kerle. Egal, wie schön. „Und wer wäre ich?“, frage ich nun ihn, um das Gespräch zumindest in etwas unverfänglichere Gefielde zu dirigieren. Mike sieht mich an und überlegt ein paar Augenblicke, bevor er mir schließlich antwortet: „Du wärst der Schwule.“ „Wieso das denn?“ Ich bin geschockt, nicht sehr, aber doch ein bisschen. Ich hatte auf die verrückten Haare gehofft, weil sie rot, lockig und kaum zu bändigen sind. „Du achtest sogar bei Männern auf das Äußere. Du lästerst mehr als jedes Mädchen, das ich kenne. Du kennst dich mit Boygroups aus. Ist doch ganz offensichtlich.“ Mike lacht, um mir zu zeigen, dass er es nicht ernst meint. Aber ich meine es ernst. „Wenn das so ist...“ Drehe mich zu ihm herum und küsse ihn.
Challenge: #2 "In Boybands gibt es immer einen Schönen, einen Clown und einen mit verrückten Haaren." (6. Juli)
Wörter: 654
Kommentar: Als ich das Thema gelesen hab, hatte ich augenblicklich diese Szene vor Augen. Das Ganze ist nicht wirklich kreativ und mal wieder viel zu kurz. Und ja, ich fand Westlife vor viiielen Jahren mal toll.
Mike ist schon seit Ewigkeiten mein bester Freund. Wir kleben die meiste Zeit über zusammen und wenn das auf Grund grausamer äußerer Einflüsse (soll heißen: Eltern) einmal nicht möglich ist, dann telefonieren oder chatten wir stundenlang. Unsere unangefochtene Lieblingsbeschäftigung jedoch besteht darin, entweder auf Mikes oder meinem Bett zu sitzen, den Rücken an die Wand gelehnt und die Bettdecke über unseren Beinen ausgebreitet und fernzusehen. Wobei „fernsehen“ unser kleines Hobby nicht wirklich beschreibt, denn es geht uns nicht darum, irgendetwas anzuschauen, was uns möglicherweise gefallen könnte. Meistens ist das Gegenteil der Fall: Wir sehen uns diverse Soaps, Pseudonachrichten und Kuppelsendungen auf VivaMTV an, um uns darüber lustig zu machen und über das Gezeigte abzulästern. Ich weiß, dass Lästern nicht gerade zu den männlichsten aller Beschäftigungen gehört, aber ich denke, es spricht für uns, dass wir dabei nicht vor einem Spiegel im Waschraum einer öffentlichen Lokalität stehen. Und außerdem: Diese Sendungen werden nur zu dem Zweck produziert, um darüber herzuziehen, oder nicht?
Im Moment sitzen wir wieder einmal auf meinem Bett, Mike hat die Fernbedienung an sich gerissen und zappt gerade in weltrekordverdächtiger Geschwindigkeit durch die verschiedenen Kanäle. Bei Viva bleibt er hängen. Gülcan, diese blondierte Möchtegernsexbombe und Bäckereierbenehefrau, versucht gerade, einen Videoclip anzumoderieren. Die Sendung läuft unter irgendeinem sinnfreien Motto a la „Boygroups vs. Girlgroups“ oder so ähnlich. Gülcan überschlägt sich beinahe vor Lachen über ihr eigenes, dümmliches Gerede, weshalb wir nicht mitbekommen, um welches Video es sich überhaupt handelt. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich es dennoch sofort erkenne: Ein Café, fünf Typen mit Gelfrisuren und unvorteilhaften hellblauen Hemden, die offensichtlich planlos herumwuseln. Ganz klar: „Uptown Girl“ in der Coverversion von Westlife. Irische Boygroup, waren um die Jahrtausendwende schwer angesagt. Mike und ich haben unseren Spaß beim Imitieren der albernen Tanzbewegungen. Und dann: Auftritt Claudia Schiffer. Sie passt in das Video ungefähr so gut wie ein Sumoringer in eine Balletttanzgruppe. Plötzlich fragt mich Mike: „Wie findest du die eigentlich? Also die Schiffer?“ Ein kleiner Zusatz bei unserem Hobby: Frauen bewerten. Wir sind Männer, wir dürfen oberflächlich sein! „Hmm, naja, ich weiß nicht. Ein bisschen zu kühl und zu blond.“ - „Und zu alt.“ - „Das sowieso.“ In solchen Dingen sind wir meistens einer Meinung.
„Kennst du diese Theorie über Boygroups?“, richtet Mike erneut eine Frage an mich, nachdem er eine Weile schweigend den Bildschirm betrachtet hat. Ich verneine. „Ich hab das kürzlich im Internet gelesen. Es gibt immer einen Schönen, einen Clown und einen mit verrückten Haaren, heißt es.“ - „Und einen Schwulen.“, füge ich hinzu. „Ehrlich?“ Mike sieht mich ungläubig an. „Ja, klar. Bei N'Sync, Boyzone, Caught in the Act und auch bei Westlife.“ „Bei denen? Wer?“ „Der große Dunkelhaarige. Mark.“ Es überraschte mich ein bisschen, dass ich mich noch an seinen Namen erinnern kann. „Hmm, und was für einer wäre ich dann?“ Mike stellt mir die Frage mit einem kleinen Zwinkern. „Du wärst ganz eindeutig der Schöne.“ Ich schäme mich nicht wirklich dafür, ihm das zu sagen. Weil es die Wahrheit ist. Er ist schön, verdammt schön sogar. Warme, dunkelbraune Augen, ein fein geschnittenes Gesicht umrandet von zarten dunkelbraunen Locken und volle, rote Lippen. Mike wird ein kleinwenig rot. Ich mache ihm nicht oft Komplimente, schließlich sind wir ja nichtsdestotrotz Kerle. Egal, wie schön. „Und wer wäre ich?“, frage ich nun ihn, um das Gespräch zumindest in etwas unverfänglichere Gefielde zu dirigieren. Mike sieht mich an und überlegt ein paar Augenblicke, bevor er mir schließlich antwortet: „Du wärst der Schwule.“ „Wieso das denn?“ Ich bin geschockt, nicht sehr, aber doch ein bisschen. Ich hatte auf die verrückten Haare gehofft, weil sie rot, lockig und kaum zu bändigen sind. „Du achtest sogar bei Männern auf das Äußere. Du lästerst mehr als jedes Mädchen, das ich kenne. Du kennst dich mit Boygroups aus. Ist doch ganz offensichtlich.“ Mike lacht, um mir zu zeigen, dass er es nicht ernst meint. Aber ich meine es ernst. „Wenn das so ist...“ Drehe mich zu ihm herum und küsse ihn.
no subject
Date: 2008-07-10 02:31 pm (UTC)Ich mags. Und vorallem diesem ständigen Rückbezug "Wie sind ja Männer" find ich gut
gelungen.
no subject
Date: 2008-07-10 03:56 pm (UTC)Und Westlife... Ich find sie imme rnoch glitzrig** Und Uptown Girl war glaub ich mein erstes Lieblingslied von ihnen *in Erinnerungen schwelg* Insofern hat die Geschichte für mich noch eine sehr nostalgische Zusatznote als Bonus...
Öhm... Ich mag die Geschichte aber wegen Inhalt und Schreibstil, auch wennd as grade so obeflächlich klang XD