[Angst - fünf vor zwölf]
Aug. 5th, 2023 10:20 pmChallenge: Angst - fünf vor zwölf (für mich)
Fandom: IDOLiSH7 (Digimon AU)
Charaktere: "Nagi" (Kyubimon), Nanase Riku, Tsukumo Ryo
Pairings: -/-
Kommentar: folgt auf die vorherigen ...
Er rannte einfach nur weiter durch diese Gegend. Die Landschaft, alles um ihn herum, war ihm egal. Seine Gedanken waren einzig bei Riku und dem verletzten Blick, als er losgelaufen war.
Nagi war sich nicht einmal sicher, wieso er ihm nicht direkt gefolgt war, aber für einen Moment war er zu erstarrt gewesen.
Dabei hatte er seinem Partner geschworen, dass er Riku beschützte.
„Hey, Kyubimon, du kannst ihn erreichen?“ Die Erinnerung an dieses Gesicht sorgte dafür, dass er fast stoppte und nur noch langsamer weiterging.
„Er ist in unserer Welt, aber er scheint sich nicht zu erinnern. Tailmon ist bei ihm.“
Er erinnerte sich an das Lächeln seines Partners. „Beschütze ihn. Beschütze Riku.“
„Wann wirst du erneut herkommen?“
Nagi wusste, dass er diese Frage hatte stellen müssen, weil es ihm Spaß gemacht hatte, mit diesem Menschen zusammen die digitale Welt zu erkunden. Mit ihm, Riku und Tailmon.
„Ich muss die nächste Zeit etwas erledigen. Es ist stressig und ich glaube kaum, dass ich häufig online sein kann.“
Aus diesen Zeiten wurden wenige Tage jeden Monat, alle paar Monate, bis er ihn inzwischen sicher ein paar Jahre nicht mehr gesehen hatte. Nagi war sich nicht sicher, wann er seinen Partner das letzte Mal gesehen hatte.
Er schüttelte den Kopf und konzentrierte sich wieder auf den Weg vor sich. Er durfte nicht in diesen Erinnerungen hängen, sondern musste Riku finden.
Er hatte seinem Partner versprochen, Riku zu beschützen. Zusammen mit Tailmon. Zusammen mit dem Digimon, welches Riku hatte beschützen sollen.
Was war mit Rikus Digimonpartner passiert, nachdem es diese Digitation gemacht hatte? Wieso war es zu Mastemon digitiert und hatte gewirkt, als wenn es kaum noch etwas anderes wahrgenommen hatte?
Nagi war sich in dem Moment nicht einmal sicher gewesen, ob es ihn überhaupt noch wirklich wahrgenommen hatte, obwohl sie gemeinsam Riku beschützt hatten.
Er stoppte überrascht, als er den Menschen ein Stück vor sich erkannte. Es war unverkennbar Riku, selbst wenn er nur seinen Hinterkopf sah.
„Riku ... Riku!“, schrie er schließlich, ging langsam weiter, stoppte, als er nicht nur Riku sah, wie er sich zu ihm drehte, allerdings mit einem Blick, der irgendwie leer wirkte.
„Komm uns nicht näher, du Monster!“, drang eine dunkle Stimme zu ihm durch, während er eine weitere Person hinter Riku erkannte, die in einen schwarzen Umhang gehüllt war und seine Hände auf Rikus Schultern abgelegt hatte.
Nagi zuckte heftig zusammen, als er dieses Gefühl wie damals hatte, als dieser Mensch Riku bereits einmal fangen wollte und mit einem Programm verhindert hatte, dass sich Riku aus diesem Spiel ausloggen konnte.
Er durfte nicht zulassen, dass er Riku diesmal bekam.
„Lass Riku in Ruhe! Du wirst ihn nicht–!“
„Hör auf“, unterbrach Rikus klare Stimme ihn, auch, wenn es eher ohne Emotion war, bevor er sich zur Seite drehte, „Ryo-san will mich vor euch beschützen und zu Tenn-nii zurückbringen. Ist doch so, oder, Ryo-san?“
Nagi weitete seine Augen, machte einen Schritt vor, stoppte aber sogleich. „Riku ...“
„Genau so ist es, Riku-kun“, drang diese Stimme dieser Person zu ihm durch. Nagi hatte das Gefühl, dass er einen hinterhältigen Unterton heraushören konnte.
Er war sich sicher, dass es besser war, ihm nicht zu vertrauen, aber was sollte er machen? „Riku, du solltest nicht–“,
„Hör auf, mir etwas einzureden, Kyubimon!“, zischte Riku ihm nun zu. Es war das erste Mal, seit er Riku beschützte, seit er seinem Partner dieses Versprechen gegeben hatte, dass Riku ihn nicht Nagi nannte. „Wegen dir, wegen euch, habe ich Tenn-nii verloren. Ihr habt ihn angegriffen, obwohl ihr wusstet, was war. Obwohl ihr wusstet, dass er sterben kann. Ryo-san ist anders. Ich werde nie wieder auf eure Lügen reinfallen!“
Nagi schluckte, ließ seine Schweife nach unten hängen, senkte seinen Kopf. Er wusste, dass sie Tenn angegriffen hatten, auch wenn sie anfangs nicht gewusst hatten, dass es Tenn war. Sie hatten Riku nur beschützen wollen. Wie konnte er jetzt nur irgendetwas dagegen sagen?
„Lass uns gehen und deinen Tenn-nii suchen, Riku-kun“, hörte er diese Stimme erneut, während er nur noch sah, wie sich Riku mit ihm entfernte.
Er konnte nicht einmal etwas tun oder ihn aufhalten, weil er wusste, dass er keine Argumente hatte, um Riku zu stoppen, mit ihm zu gehen. „Es tut mir leid, Partner. Ich konnte ihn nicht beschützen“, flüsterte er vor sich hin, ohne darauf zu achten, ob es jemand hörte oder ob er es überhaupt jemandem sagte.
Wäre er nur früher gewesen. Hätte er nur verhindert, dass Riku diesem Menschen entgegenlief.