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Fandom: NCIS
Darsteller: Gibbs und Abby
Challange: #11 Supermarkt
Words: 629
Anmerkungen: Gibt es was Schlimmeres als Kind, als den eigenen Lehrer im Supermarkt zu treffen? Dachtet ihr nicht auch immer, dass sie so was wie Vampire sind, die außerhalb der Schule nicht überleben können?
Anmerkung II: Aus Abbys Perspektive geschrieben. Ich wollt es mal ausprobieren.

Ich wippe zur Musik aus meinen Kopfhörer rhythmisch vor und zurück, während ich ins Regal starre. Ich bin  eindeutig nicht der Typ für Einkaufszettel und werd´s auch nie werden- aber manchmal fällt es mir schwer mich zu entscheiden. Was nicht schlimm ist, denn ich liebe Supermärkte. Nicht nur wegen der Produkte und bestimmt nicht wegen der nervigen Musik und angepriesenen Angebote aus den Lautsprechern. Sondern wegen den Menschen, die ich beobachten kann. Wann immer  ich  Zeit habe, stelle ich mich an der längsten Schlange an, um mir die Einkäufe der anderen ausgiebig ansehen zu können. Wer hat Kinder, Katze, Hund. Wer hat schmutzige Phantasien? Wofür braucht jemand 3 Dosen Schoko-Sprühsahne? Ganze Bände von Geschichten entstehen. Das ist besser als Fernsehen.
Ich entscheide mich gegen die Gummibärchen und für die Marshmallows.

Dann sehe ich ihn, meinen neuen Boss.
Es ist ähnlich traumatisch wie damals, als ich Mrs. Reynolds, meine verhasste Geschichtslehrerin, auf dem Wochenmarkt getroffen habe. Vorher war ich felsenfest davon überzeugt, dass sie nur innerhalb der Schule existieren konnte. 

Was macht Special Agent Jethro Leroy Gibbs in einem Supermarkt. Und vor allem in diesem. Es gibt so viele Geschäfte in der Stadt. Meine Gedanken überschlagen sich. Ich werde  nie wieder hier einkaufen können. Das macht mich traurig und ich erkenne erst einen Moment später mein eigentliches Problem. Wie sehe  ich  überhaupt aus. Anders. Anders als auf der Arbeit, das trifft es. Meine Haare hängen in zwei Zöpfen von meinem Kopf, man könnte meinen, dass die Haarspangen kleine Totenköpfe darstellen. Mein Rock ist zu kurz, meine Schuhe zu hoch und das Oberteil enthält zu viel Leder und Schnallen. An das Nietenhalsband versuche ich gar nicht zu denken. Während ich hinter der Tiefkühltruhe in Deckung gehe, komme ich mir reichlich albern vor.
Es ist kein Verbrechen in seiner Freizeit keine Pastellfarben zu tragen. Pastellfarben an sich sollten viel eher eine Straftat darstellen. Allerdings hat es lange genug gedauert, bis ich einen Job gefunden hab. Nicht, weil ich nicht gut bin. So viele Einladungen zu Vorstellungsgesprächen, meine Alltagskleidung angezogen, meine wahren Hobbys angegeben, Absage bekommen. Kostüm angezogen, Lieblingsband verschwiegen, Job bekommen. So einfach ist das.
Wut steigt in mir auf. Ich arbeite zwar erst seit 3 Wochen für den NCIS, aber wenn sie bisher nicht gemerkt haben, dass ich gute Arbeit leiste, wenn sie mich wegen meiner Freizeitkleidung wieder feuern wollen, dann will ich da auch gar nicht arbeiten. Außerdem – ich komme aus meiner Deckung hervor- ist es mein gutes Recht hier einkaufen zu gehen!
Gibbs schaut mich halb fragend, halb amüsiert an.

„Hi Special Agent Gibbs.“

Er hebt abwehrend die Hand. „Nur Gibbs Hallo Mrs. Scuito.“

Ich lache. „Nur Abby“

 „Okay, Abby“ wiederholt er lächelnd. Dabei mustert er mich.

 Ich stelle mich darauf ein , mich zu verteidigen. Zu erklären, dass ich Arbeit und Privatleben trennen kann, das mein Kleidungsstil nichts mit meiner Qualifikation zu tun hat.

 „Steht Ihnen.“

 Mit bleiben sämtliche Worte im Hals stecken. Ich kenne „nur Gibbs“ noch nicht sehr lange, aber als besonders redselig hab ich ihn nie eingeschätzt. Und jetzt auch noch ein Kompliment. Ich bin sprachlos- und das bin ich sonst nie. Und weil mir alle Worte fehlen, greife ich auf Zeichensprache zurück, um Danke zu sagen. Was mach ich da bloß. Für Außenstehende muss es wie ein Luftkuss aussehen. Er hält mich jetzt bestimmt für total bescheuert. Erst versteck ich mir hinter dem Tiefkühlgemüse, dann schmeiß ich ihm Küsse zu.  Gibbs hebt einfach die linke Hand, Handflächen und Daumen nach oben gerichtet und führt sie an seinen Bauch. Gern geschehen.

 „Bis Morgen!“ Gibbs verschwindet und ich winke ihm sprachlos zum Abschied.

Gibbs kann Zeichensprache.
Ich werde morgen mein niedliches Totenkopf-Shirt zur Arbeit anziehen.
Ich liebe diesen Supermarkt- ich werden nirgendwo anders mehr einkaufen gehen.
Ich liebe meinen Job.
Ich liebe meinen Boss.
Vielleicht sollte ich doch noch Gummibärchen kaufen...

Date: 2008-06-29 05:04 pm (UTC)
From: [identity profile] dunderklumpen.livejournal.com
Super Schluß, super Geschichte - jetzt selbst Gummibärchen suchen geh... Mist nur Joghurtgums gefunden, aber immerhin eine Alternative *dir einen vermeintlichen Kuss zuhauch = danke*

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