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[personal profile] fischgraete posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mittelerde
Challenge: Orte - Im Bus/Zug (fürs Team & die Weltherrschaft!)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk, Leo Hölzer
Wörter: ~ 510
A/N: Mein Krimi-Mehrteiler hat einen weiteren Teil



„Ist das nicht ein bisschen einfach? Der Ehemann auf Rachefeldzug?“ Esther war bei der routinemäßigen Überprüfung von Hanna Pohls Mann auf einen Unfallbericht gestoßen, den die Kollegen vor einem Jahr aufgenommen hatten, in dem Herr Pohl einen Unfall auf der Autobahn verursacht hatte, bei dem zwei Personen, Herr Pohl eingeschlossen, verletzt worden waren und eine Frau zu Tode gekommen war. Ein Gutachten, sowie die Staatsanwaltschaft, die in diesem Fall ermittelt hatte, waren zu dem Schluss gekommen, dass Herrn Pohl keine Schuld traf, es war eine Verkettung ungünstiger Zufälle gewesen, ausgelöst durch einen Materialfehler, doch der Ehemann des Unfallopfers hatte das offenbar anders gesehen und Herrn Pohl den ein oder anderen Drohbrief geschrieben, bis Herr Pohl Herrn Dietzen schließlich angezeigt hatte.

Trotzdem glaubte Adam nicht, dass Herr Dietzen Hanna Pohl umgebracht hatte, so dumm konnte doch keiner sein.

„Ich weiß, dass du das für unmöglich hältst, aber Menschen denken bisweilen nicht logisch. Besonders wenn sie trauern“, sagte Leo und warf einen Blick auf die Anzeigetafel, dann auf seine Uhr. „Der Bus hat Verspätung.“

„Hast du was anderes erwartet? Wir hätten Dietzen zu uns aufs Präsidium bestellen und nicht zu ihm gehen sollen.“

„Wir wollen ihm doch nur ein paar Fragen stellen, Adam“, sagte Leo. „Das kann man doch auch mal im Außeneinsatz tun. Ah, da kommt der Bus ja endlich.“

„Sag mal, hast du irgendwas gegen's Büro? Ich hab den Eindruck, du bist heute lieber überall anders. Außer in diesem Kack Freibad. Da wolltest du absolut nicht hin, oder?“

„Das wirst du mir auf Ewig vorhalten, oder?“

„Worauf du dich verlassen kannst.“

„Gut, dann steig jetzt bitte in den Bus, Schatz.“

„Alles klar, Chef.“ Adam war schon in den Bus geklettert, als er plötzlich wie angewurzelt stehen blieb. „Hast du mich gerade 'Schatz' genannt?“ Er drehte sich zu Leo um, der halb im und halb außerhalb des Busses stand und ihn für den Bruchteil einer Sekunde mit panisch geweiteten Augen ansah, doch dann war der Blick verschwunden, ersetzt durch eine blanke Maske, und Leo sagte, vollkommen nüchtern: „Das klären wir später. Der Herr Busfahrer möchte sicher weiterfahren, damit der Bus nicht noch mehr Verspätung bekommt.“ Leo lächelte dem Mann hinter dem Steuer, Herrn Dietzen, ihrem Verdächtigen, entschuldigend zu und schob Adam auf einen Platz zu, von wo sie Herrn Dietzen bestens im Blick hatten.

„Was soll das?“, murmelte Adam, als er sich bis auf den Fensterplatz durch schob, was mit seinen langen Beinen nicht wirklich einfach war. „Ich dachte, wir wollten Dietzen ein paar Fragen stellen.“

„Später“, erwiderte Leo und setzte sich neben ihn. So dicht, dass sie sich von Schulter, über Hüfte, bis zu den Füßen berührten. Adam war sich nicht sicher, ob Leo das absichtlich machte, oder ob das nur dem Fakt der zu engen Sitze von Linienbussen zu schulden war. „Ich will ihn erstmal eine Weile beobachten.“

„Auf deine Verantwortung. Ich renn ihm nicht hinterher, wenn er an der nächsten Ampel die Biege macht“, stellte Adam klar.

„Kein Problem, Schatz. Ich bin ohnehin schneller als du.“



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