Reihenhäuschen
Jun. 17th, 2008 08:49 pmTitel: Reihenhäuschen
Fandom: Gazette
Pairing: Ruki x Uruha
Challenge: Tabelle 5 / #8 Ex-Spickzettel [03/20]
Zeit: 20.15 Uhr bis 20:50 Uhr
Sonstiges: Betlesen ist doof XP
Fandom: Gazette
Pairing: Ruki x Uruha
Challenge: Tabelle 5 / #8 Ex-Spickzettel [03/20]
Zeit: 20.15 Uhr bis 20:50 Uhr
Sonstiges: Betlesen ist doof XP
Es war dämmrig hier oben und staubig, die Luft war abgestanden und hinterließ einen Geschmack von Vergänglichkeit auf den Lippen. Eine gute Stunde kramte Uruha hier oben nun schon rum, auf der Suche nach ihrem Abschlussbuch, dass sie alle nach dem Ende der Oberschule bekommen hatten. Erst neulich hatten er und Aoi mal wieder über alte Zeiten philosophiert und noch am selben Abend hatte er sich vorgenommen, das Buch über ihren Jahrgang mal wieder aus der Versenkung zu kramen. Aber natürlich hatte er das erst mal einige Tage vor sich hergeschoben, weil wieder dieses und jenes dazwischen gekommen war, aber heute hatte er sich endlich aufraffen können.
Allerdings war er bisher nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Er hatte alte Dokumente gefunden, ein paar zurückgeschickte Bewerbungen – wann bitte war er je auf die Schnapsidee gekommen, sich als Friseur zu bewerben? – sogar alte Kinderbilder vom ihm hatte er entdeckt und er musste feststellen, dass er als Kleinkind wirklich furchtbar dick und hässlich gewesen war. Grinsend klappte er den Karton wieder zu und zog den nächsten heran.
Eine dicke Staubschicht wurde aufgewirbelt, als er den Karton öffnete und er musste husten, wedelte schwer atmend mit der Hand um den Staub zu vertreiben und linste neugierig in die Kiste, als er wieder freie Sicht hatte.
Bingo, Volltreffer! Das war die richtige Kiste! Die mit seinen alten Schulsachen...
Ganz oben auf lag sein Abschlusszeugnis und er lächelte etwas melancholisch, als er es herausnahm und einige Sekunden betrachtete. Das Ausreichend in Sport blitzt ihm spöttisch entgegen und mit Schrecken erinnerte er sich an ihren damaligen Lehrer. Ein verkappter Sklaventreiber war das gewesen, ohja. Nie würde vergessen, wie furchtbar er sich beim Hürdenlauf blamiert hatte. Er war vor der versammelten Klasse auf die Nase geflogen und das nicht gerade sanft. Die Schrammen an seinen Beinen hatten so furchtbar gebrannt und seine Klassenkameraden hatten ihn noch Wochen später ausgelacht. Seufzend schüttelte er den Kopf und verdrängte diese Erinnerungen.
Sein Zeugnis legte er bei Seite, dann kramte er weiter in der Kiste. Irgendwo musste dieses verdammte Buch doch sein und so weit unten konnte es gar nicht liegen. Ein paar Schulbücher fanden unbeachtet ihren Weg aus der Kiste hinaus, bis Uruha endlich das gewünschte Objekt in den Händen hielt – und mit ihm fiel noch ein Heft aus der Kiste auf den Schoß des Brünetten. Neugierig legte er das Buch noch einige Sekunden zur Seite, um das Heft etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Ein altes Klausurheft... Mathe. Er grinste und schlug die erste Seite auf.
...Oh Gott. Funktionsgleichungen und Stochastik. Wie lange war das her... Grinsend ging er die Arbeit durch, blätterte Seite für Seite um und bewunderte die Tatsache, wie viel Rotstift auf einzelne Seiten passte. Gerade, als er das Heft zur Seite legen wollte – über die Note in der Klausur schwieg er lieber – flog ein kleines Zettelchen aus dem Heft heraus und landete im Staub auf dem Boden neben ihn. Das Heft zur Seite legend, griff er mit der anderen Hand nach dem Zettelchen und betrachtete ihn genauer.
y = m * x + b
m = Steigung
b zeigt den Schnittpunkt mit der y-Achse
...
Ein Spickzettel, allerdings war das nicht seine Handschrift. Das nahm er aber nur nebenbei wahr, hielt es nicht für weiter wichtig. Er grinste leicht und drehte aus purer Neugier den Zettel noch um. Dann stockte er allerdings, als er diese Zeilen las. Wie lange war das schon her? Und wie hatte er das vergessen können?
Uruha, ich würde dich gerne heiraten, Kinder mit dir bekommen (meinetwegen auch adoptieren) und mit dir in ein spießiges Reihenhaus in der Vorstadt ziehen. Am besten gleich sofort, aber für’s erste würde ich mich netterweise mit ner Verabredung zum Kino zufrieden geben.
Ruki
Er grinste und strich liebevolle über die Zeilen. Mitten in der Matheklausur hatte Ruki ihm diesen Zettel rübergeworfen, mit seinem Spickzettel auf der Vorderseite. Und er würde nie vergessen, wie dämlich er gegrinst hatte und wie schnell sein Herz geschlagen hatte, als er diese Sätze das erste Mal las. Und plötzlich war alles wieder da, es war, als wäre das alles erst gestern passiert. Sie waren zusammen aus gewesen, im Kino und beim Essen. Mehrmals. Und sie hatten sich immer toll verstanden...
„Uruha!“, klang dann eine Stimme von unten hinauf. „Komm runter, ich hab uns was zu essen gemacht.“
Lächelnd steckte er den Zettel in die Hosentasche und nahm ihr Jahrbuch, ehe er wieder nach unten ging – in ihr spießiges, kleines Reihenhaus. An den anderen Sachen arbeiteten sie noch.
Allerdings war er bisher nicht sonderlich erfolgreich gewesen. Er hatte alte Dokumente gefunden, ein paar zurückgeschickte Bewerbungen – wann bitte war er je auf die Schnapsidee gekommen, sich als Friseur zu bewerben? – sogar alte Kinderbilder vom ihm hatte er entdeckt und er musste feststellen, dass er als Kleinkind wirklich furchtbar dick und hässlich gewesen war. Grinsend klappte er den Karton wieder zu und zog den nächsten heran.
Eine dicke Staubschicht wurde aufgewirbelt, als er den Karton öffnete und er musste husten, wedelte schwer atmend mit der Hand um den Staub zu vertreiben und linste neugierig in die Kiste, als er wieder freie Sicht hatte.
Bingo, Volltreffer! Das war die richtige Kiste! Die mit seinen alten Schulsachen...
Ganz oben auf lag sein Abschlusszeugnis und er lächelte etwas melancholisch, als er es herausnahm und einige Sekunden betrachtete. Das Ausreichend in Sport blitzt ihm spöttisch entgegen und mit Schrecken erinnerte er sich an ihren damaligen Lehrer. Ein verkappter Sklaventreiber war das gewesen, ohja. Nie würde vergessen, wie furchtbar er sich beim Hürdenlauf blamiert hatte. Er war vor der versammelten Klasse auf die Nase geflogen und das nicht gerade sanft. Die Schrammen an seinen Beinen hatten so furchtbar gebrannt und seine Klassenkameraden hatten ihn noch Wochen später ausgelacht. Seufzend schüttelte er den Kopf und verdrängte diese Erinnerungen.
Sein Zeugnis legte er bei Seite, dann kramte er weiter in der Kiste. Irgendwo musste dieses verdammte Buch doch sein und so weit unten konnte es gar nicht liegen. Ein paar Schulbücher fanden unbeachtet ihren Weg aus der Kiste hinaus, bis Uruha endlich das gewünschte Objekt in den Händen hielt – und mit ihm fiel noch ein Heft aus der Kiste auf den Schoß des Brünetten. Neugierig legte er das Buch noch einige Sekunden zur Seite, um das Heft etwas genauer in Augenschein zu nehmen. Ein altes Klausurheft... Mathe. Er grinste und schlug die erste Seite auf.
...Oh Gott. Funktionsgleichungen und Stochastik. Wie lange war das her... Grinsend ging er die Arbeit durch, blätterte Seite für Seite um und bewunderte die Tatsache, wie viel Rotstift auf einzelne Seiten passte. Gerade, als er das Heft zur Seite legen wollte – über die Note in der Klausur schwieg er lieber – flog ein kleines Zettelchen aus dem Heft heraus und landete im Staub auf dem Boden neben ihn. Das Heft zur Seite legend, griff er mit der anderen Hand nach dem Zettelchen und betrachtete ihn genauer.
y = m * x + b
m = Steigung
b zeigt den Schnittpunkt mit der y-Achse
...
Ein Spickzettel, allerdings war das nicht seine Handschrift. Das nahm er aber nur nebenbei wahr, hielt es nicht für weiter wichtig. Er grinste leicht und drehte aus purer Neugier den Zettel noch um. Dann stockte er allerdings, als er diese Zeilen las. Wie lange war das schon her? Und wie hatte er das vergessen können?
Uruha, ich würde dich gerne heiraten, Kinder mit dir bekommen (meinetwegen auch adoptieren) und mit dir in ein spießiges Reihenhaus in der Vorstadt ziehen. Am besten gleich sofort, aber für’s erste würde ich mich netterweise mit ner Verabredung zum Kino zufrieden geben.
Ruki
Er grinste und strich liebevolle über die Zeilen. Mitten in der Matheklausur hatte Ruki ihm diesen Zettel rübergeworfen, mit seinem Spickzettel auf der Vorderseite. Und er würde nie vergessen, wie dämlich er gegrinst hatte und wie schnell sein Herz geschlagen hatte, als er diese Sätze das erste Mal las. Und plötzlich war alles wieder da, es war, als wäre das alles erst gestern passiert. Sie waren zusammen aus gewesen, im Kino und beim Essen. Mehrmals. Und sie hatten sich immer toll verstanden...
„Uruha!“, klang dann eine Stimme von unten hinauf. „Komm runter, ich hab uns was zu essen gemacht.“
Lächelnd steckte er den Zettel in die Hosentasche und nahm ihr Jahrbuch, ehe er wieder nach unten ging – in ihr spießiges, kleines Reihenhaus. An den anderen Sachen arbeiteten sie noch.