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[personal profile] fischgraete posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mittelerde
Challenge: Orte - Im Freibad (fürs Team)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk
Wörter: ~ 630
A/N: mein Mehrteiler geht weiter. Vermutlich nicht viel weiter, aber immerhin. Folgt hierauf


„Warum kann das nicht einer von der Streife übernehmen?“, grummelte Adam, als er sich durch das Drehkreuz schob und sich sogleich einer Flut an spärlich bekleideten Menschen gegenüber sah. Dazu kam dann noch der Geruch von fettigen Pommes und Curry-Wurst, die direkt neben dem Eingang an hungrige Badegäste verkauft wurden, trockenem Gras, Chlorwasser und Sonnencreme.

'Na wenigstens achten die Leute auf Sonnenschutz, wenn sie schon so dämlich sind, sich in die pralle Sonne zu legen und wie Grillhähnchen garen zu lassen', dachte Adam, als er sich langsam und an den Picknick-Decken- und Badetücher-Inseln durch schlängelte, um zum Bademeister zu gelangen, der seinen Posten natürlich nicht verlassen konnte, wie die junge Frau am Einlass ihn mit

äußerstem Desinteresse hatte wissen lassen. Sie selbst hatte zur fraglichen Zeit, in der sie das Alibi für Herrn Pohl überprüfen mussten, noch keinen Dienst gehabt und Adam ohne weiteres an den Bademeister oder wie das heutzutage hieß, verwiesen, der schon seit der Öffnung des Freibads Dienst hatte. Vielleicht konnte der sich ja an einen der Badegäste erinnern.

Und so war Adam tatsächlich das erste Mal in seinem Leben in einem Freibad. Umsonst und nicht zum Vergnügen, aber er würde ohnehin keinen Spaß daran haben, mit zig anderen, fast nackten, fremden Menschen in einer großen Badewanne zu stecken.

Eine Horde schreiender und kreischender Kinder, rannte Adam vor die Füße, aber anstatt sich so schnell wie möglich wieder zu verpissen, liefen sie um ihn herum, kreischten noch mehr, wenn eines von ihnen zu nah an Adam herankam und kicherten, als würden sie etwas verbotenes tun. Kinder waren ein Albtraum. Wer schaffte sich freiwillig solche Quälgeister an?

Adam stand kurz davor überzukochen, als die Mistviecher endlich von ihm abließen und in eine andere Richtung davon rannten.

Adam fand den Bademeister in einem kleinen Häuschen nah des großen Schwimmerbeckens, mit einer großen Scheibe, um alles im Blick behalten zu können, und in dem es bei diesen Temperaturen sicher unerträglich warm wurde.

Der Bademeister, ein drahtiger Mann in den 50ern in klassischen roten Shorts und weißem T-Shirt, besah sich das Foto von Herrn Pohl, das Adam ihm auf seinem Handy zeigte, eine Weile nachdenklich, dann nickte er. „Ja, der war heute hier. Gegen Mittag.“

„Wann genau?“

„Kam gegen 11, ging um 1.“

„Sind Sie sich sicher?“

Der Mann nickte. „Ja. Er ist jeden Dienstag- und Donnerstagmittag hier. Schwimmt seine Bahnen und flirtet mit jungen Frauen. Die lassen ihn aber meist ziemlich schnell abblitzen.“

„Hat ihn mal eine nicht abblitzen lassen?“, wollte Adam wissen. Er hatte keinen spezifischen Grund, warum er diese Frage stellte, glaubte nicht, dass es für ihren Fall relevant sein würde – verheiratete Männer flirteten andauernd mit hübschen und vor allem jüngeren Frauen, das führte noch lange nicht zu einem Mord an der Ehefrau, besonders nicht, wenn alles nach einem Raubüberfall aussah – doch Adam hatte gelernt, dass es nicht schadete, auch noch so unwichtige Dinge zu erfragen.

Der Bademeister schüttelte den Kopf. „Nein, soweit ich es mitbekommen habe, haben ihn alle abblitzen lassen. Nur einmal, da hat eine etwas länger mit ihm gesprochen und ist auf seine Flirterei eingegangen. Aber am Ende hat sie ihm eine geklebt und ist davon.“

Adam bedankte sich und trat den beschwerlichen Weg zurück durch die Liegewiese an, wobei er einmal mehr der Horde Kinder begegnete, die auf ihn zugerannt kamen, aber in letzter Sekunde abdrehten und schreiend wegrannten.

Am Ausgang angekommen, schwang Adam sich einfachheitshalber über das Drehkreuz, als er sah, dass die Kassiererin gerade beschäftigt war, und marschierte schnurstracks über den sich immer weiter füllenden Parkplatz zu seinem Auto, warf sich auf den Fahrersitz und fuhr los, bevor er sich angeschnallt hatte.

Das nächste Mal würde definitiv jemand anderes die Alibiüberprüfung übernehmen, da konnte Leo ihn noch so sehr mit seinen scheiß grünen Augen anblinzeln.



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