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Team: Mittelerde
Challenge: Crack/Humor - Blumensprache (für mich)
Fandom: BBC Merlin
Charaktere: Arthur, Uther, Gwen
Wörter: ~ 1750
A/N: Merlin verteilt Blumen. An alle, außer Arthur.(Ich habe keine Ahnung von Blumen, geschweige denn deren Bedeutungen und habe mich voll und ganz aufs Internet verlassen. Sorry!)


"Und wo sind meine Blumen?" Es war nicht das erste Mal, dass Arthur diese Frage stellte. Das erste Mal hatte er es nicht ernst gemeint, hatte Merlin nur ein wenig aufziehen wollen, aus ihm herauskitzeln wollen, ob die Blumen, die er, hinter seinem Rücken versteckt, in Morganas Schlafgemach gebracht hatte, ein Ausdruck seiner Zuneigung gewesen waren. Beim zweiten Mal war es ähnlich gewesen, doch seit er Merlin mit der lila Blume in seinem Halstuch gesehen hatte, die, die er von Gwen bekommen hatte, hatte Arthur die Augen geöffnet. Es hatte ihn fast wie ein Schlag in die Magengrube getroffen, dass es einfach die Kombination von Merlin und Blumen war, die Arthur faszinierte.

"Lila steht dir", hatte Arthur sich in dem Moment nicht verkneifen können zu sagen, mit einem Lachen, das hoffentlich überspielte wie ernst er es meinte, aber er war sich mittlerweile ziemlich sicher, dass Merlin ganz genau wusste, wie es gemeint gewesen war.

Seit dem Tag hatten sich die Male gehäuft, in denen Arthur Merlin mit Blumen erwischt hatte. Seien es einzelne Blümchen gewesen, irgendwelche wilden Kräuter, die er angeblich für Gaius gesammelt hatte, oder ganze Blumensträuße; Merlin schien kaum noch ohne Blumen unterwegs zu sein und bald schon quoll das gesamte Schloss mit Blumen über - selbst in Uthers Gemächer hatte Merlin es geschafft, Blumenarrangements zu schmuggeln. Nur Arthurs Gemächer blieben auffällig pflanzenlos. Nicht einmal ein Tannenzweig ließ sich finden, oder ein Blatt, das vielleicht an Merlins Stiefel geklebt hatte und abgefallen war - Arthur würde zu diesem Zeitpunkt wirklich alles nehmen - doch da war nichts. Und es frustrierte Arthur mehr als er jemals zugeben würde.

Also ja, seine Frage hatte er in letzter Zeit häufiger gestellt, doch nie hatte Merlin eine Antwort darauf gegeben, mit der Arthur hätte etwas anfangen können. In den meisten Fällen hatte Arthur Merlins ausschweifendem Geschwafel nicht einmal ansatzweise folgen können, doch er war sich sicher, dass auch keine Antwort unter der Flut an Worten, die aus Merlins Mund kamen, gewesen war.

Auch dieses Mal schien Merlin kein Interesse daran zu haben, Arthur eine Antwort zu geben. Was Arthur allerdings wunderte, war dass Merlin schwieg. Sein übliches Geschnatter, mit dem er sonst den Raum betrat und Arthur schon das ein oder andere Mal, fast um den Verstand gebracht hatte, blieb aus.

"Merlin?", fragte Arthur hinter dem Paravent hervor, hinter dem er gerade in seine Hose schlüpfte, "bist du plötzlich verstummt oder hat Gaius dich wieder den Blutegel-Tank säubern lassen?" Das war das einzige Mal gewesen, dass Arthur Merlin fast sprachlos erlebt hatte.

"Weder noch", sagte eine Stimme, die so gar nicht Merlins war, und Arthur fand sich im nächsten Augenblick auf dem Boden liegend wieder. Scheiß Hosenbein, in dem er sich immer verhedderte. Aber das war jetzt nebensächlich. So schnell wie er konnte, rappelte er sich wieder auf, zog seine Kleidung zurecht und trat um den Paravent herum.

"Vater? Was machst du denn hier?"

"Darf ich nicht nach meinem Sohn sehen?", fragte Uther und wirkte viel zu amüsiert. So als hätte er ganz genau mitbekommen, dass Arthur hinter dem Paravent eine Bruchlandung hingelegt hatte. Na super.

"Aber natürlich. Ich, ehm, wundere mich nur." So spät kam sein Vater eigentlich nie in seine Gemächer. "Was ist der Anlass?"

"Es gibt etwas mit äußerlicher Wichtigkeit zu besprechen."

"Und das kann nicht bis morgen warten?"

"Je früher desto besser. Es geht ohnehin schon viel zu lange so."

Arthur sah seinen Vater verständnislos an. "So was? Und wovon redest du überhaupt?"

"Ich rede von Merlin."

"Was ist mit Merlin?" Arthur wurde mit jeder Minute verwirrter. Was ging hier vor? Uther redete nie über Merlin, Arthur konnte sich nicht einmal daran erinnern, dass er jemals seinen Namen in den Mund genommen hatte, und jetzt stand er hier, vor Arthur und nannte etwas, das mit Merlin zu tun hatte, etwas von äußerlicher Wichtigkeit. Dann kam ihm plötzlich ein neuer, sehr beunruhigender Gedanke. "Ist was mit Merlin? Wo ist er? Geht es ihm gut?"

Uther lachte. "Ja, Merlin geht es gut. Wobei er langsam wohl die Geduld verliert, aber das war ja zu erwarten."

"Vater, was…? Ich verstehe nicht…?"

Uther stützte sich mit beiden Händen auf dem Tisch ab, der zwischen ihnen stand, und sah Arthur ernst an. "Wann bittest du den Jungen endlich um seine Hand?"

"Was?"

"Er wartet schon seit Wochen. Was brauchst du so lang? Als du mich vor ein paar Tagen nach Ygraines Ring gefragt hast, dachte ich, du würdest es endlich tun, aber Merlin läuft immer noch wie ein bedröppeltes Huhn durchs Schloss und dekoriert es mit Blumen."

"Ich… Er… Was?"

"Sehr eloquent, Arthur. Kein Wunder, dass ich immer noch keine Hochzeit verkünden darf. Muss ich Merlin bitten, dich zu fragen? Oder schaffst du es doch noch selbst? Bevor ich ins Gras beiße, wäre bevorzugt."

"Aber… aber Merlin hat doch gar kein Interesse an mir…" Arthur ließ sich auf seinen Stuhl fallen und betrachtete den Ring seiner Mutter, den er an einem Band um seinem Hals immer mit sich trug. Ja, er hatte ihn für Merlin von seinem Vater erbeten, doch Hoffnung, dass Merlin Ja sagen würde, hatte er kaum. Nicht, wenn jeder im Schloss Blumen bekam, nur Arthur nicht. Was sollte es sonst meinen, als dass Merlin ihn nicht mochte?

"Wovon redest du? Der Junge ist vernarrt in dich. Alles was er für dich tut, seine ständigen Liebeserklärungen und dann die ganzen Blumen überall…"

Arthur stieß ein trauriges Lachen aus. "Ja, überall sind Blumen. Jeder bekommt welche. Nur ich nicht. Oder siehst du hier irgendwelche?" Er warf seinen Arm hoch, um auf die blumenlose Gesamtheit seiner Gemächer zu deuten.

Wieder lachte Uther. "Dieser Raum ist voll von Blumen. Siehst du es wirklich nicht?"

Arthur sah Uther mit gerunzelter Stirn an. Wollte sein Vater ihn für dumm erklären?

"Mach die Augen auf, Arthur. Da steht ein Strauß Rosen direkt vor deiner Nase." Uther grinste amüsiert, und wenn das nicht wirklich verstörend war, wusste Arthur auch nicht weiter. Trotzdem folgte er der Anweisung seines Vaters und sah direkt vor sich. Doch da stand nur der Tisch, leer, Merlin hatte nicht einmal einen Krümel vom Abendessen darauf zurückgelassen.

Er stieß einen frustrierten Laut aus.

"Sieh ganz genau hin, Arthur", sagte Uther und tippte auf seinem Weg zur Tür fast schon beiläufig auf die Mitte des Tischs. Schon halb zur Tür raus, fügte er an: "Der Junge hat wirklich Talent." Die Tür schlug mit einem dumpfen Knall hinter ihm ins Schloss und ließ Arthur zurück, der sich wie der größte Trottel vorkam, während er die ins Holz geschnitzten Blumen betrachtete. Da waren Rosen, mindestens ein Dutzend Rosen, die die Mitte des Tisches zierten. Sie waren so filigran, als wären sie real, und umgeben von einem Kranz aus Efeu. Doch da war noch mehr, wie Arthur feststellte, je genauer er hinsah. Der Tisch, sein Schrank, sein Bett, der Paravent, sogar die Fensterrahmen; auf jedem Gegenstand aus Holz, ließen sich die unterschiedlichsten Blumen finden. Wie hatte Arthur das nur übersehen können?

Die ganze Nacht verbrachte Arthur damit, sich die Blumen, die Merlin ihm hinterlassen hatte, zu studieren, sie genau zu betrachten, und schlief schließlich an seinem Schreibtisch ein, was er am nächsten Morgen unter Schmerzen feststellte, als, zu seiner Überraschung, Gwen ihm das Frühstück brachte.

"Wo ist Merlin?", war das einzige, das ihn interessierte.

Gwen lächelte, als sie das Tablett mit dem Frühstück vor ihm platzierte. "Merlin muss etwas für Gaius erledigen. Er lässt dir aber ausrichten, dass er gegen Mittag wieder da sein sollte, um von dir nach Belieben durch die Gegend geschickt zu werden."

Arthur nickte. Gut, das gab ihm noch ein bisschen Zeit, darüber nachzudenken, was er als nächstes tun sollte. Er konnte Merlin schlecht einfach auf die Blumen ansprechen, fragen, warum er das gemacht hatte. Und vorallem wie, ohne dass er etwas davon mitgekriegt hatte.

Oder sollte er ihn einfach fragen, ob Merlin sein Mann werden wollen würde? Immerhin waren die Rosen in seinem Tisch ein eindeutiges Zeichen. Selbst Arthur wusste, dass sie ein Symbol für die Liebe waren. Aber was war mit den anderen Blumen? Was hatten die zu bedeuten? Oder hatte Merlin sie einfach nur schön gefunden?

"Gwen?", begann Arthur, bevor er es sich doch noch einmal anders überlegen konnte. Er musste es jetzt wissen. "Kennst du dich mit Blumen aus?"

Gwen nickte. "Was möchtest du wissen?"

"Hat eigentlich jede Blume eine Bedeutung?"

"So wie die rote Rose für Liebe steht?"

Arthur nickte.

Gwen lächelte. "Den meisten wird eine Bedeutung zugeschrieben, ja."

"Wofür steht Efeu?"

Gwen dachte einen Moment nach, dann sagte sie: "Treue und Zuneigung."

"Die Magnolie?" Wenn Arthur sich nicht irrte, war das die Blume gewesen, die er in den Gemächern des Königs gesehen hatte.

"Adel."

Arthur nickte. "Was gibt es noch für bedeutungsvolle Blumen?" Leider hatte er keine Ahnung, wie die Blumen hießen, die er sonst im Schloss gesehen hatte, geschweige denn die, die sich in seinen Holzmöbeln tummelten.

Gwen grinste. "Du hast endlich Merlins Blumen entdeckt, oder?" Sie strahlte fast, als Arthur nickte. "Gut, dann einmal aufgepasst." Sie trat an den Schrank heran und deutete auf eine Blume. "Das ist eine Tulpe und ist ebenfalls ein Ausdruck für Liebe." Sie deutete auf eine Blume auf der anderen Seite. "Chrysantheme - ich liebe dich." Die nächste Blume, auf die Gwen deutete, befand sich an Arthurs Bettpfosten. "Kamelie - ich sehne mich nach dir." Auf dem Fensterrahmen fand sich ein Vergissmeinnicht, das 'wahre Liebe' stand. Gwen zeigte Arthur ein paar weitere, die alle in irgendeiner Form Merlins Zuneigung unter Beweis stellten und einmal mehr wurde Arthur bewusst, wie blind er gewesen war.

"Und was hat diese hier zu bedeuten", wollte Arthur wissen und schob das Frühstückstablett zur Seite. In der Mitte seines Schreibtisches, genau dort, wo er tagtäglich Dokumente las und Reden einstudierte, die Merlin für ihn geschrieben hatte, befanden sich mehrere filigrane Blüten, dicht beieinander, als würden sie zusammengehören.

Gwen kehrte zu ihm zurück und betrachtete die Blüten einen Augenblick, bevor sie ein kurzes Lachen ausstieß und dann angestrengt versuchte, nicht ganz so amüsiert zu wirken, als sie sagte: "Das sieht wie eine Geranie aus. Ich glaube, nein, ich bin mir sehr sicher, dass Merlin dir damit sagen möchte, dass du ein Idiot bist."

"Damit hat er wohl recht…" Arthur stieß ein Seufzen aus. "Ich bin wirklich ein Idiot."

Gwen tätschelte ihm die Schulter. "Er liebt dich trotzdem, Arthur. Verstehe das wer will. Er könnte jeden haben…und er sucht sich ausgerechnet dich aus."

Arthur nickte. Verstehen konnte er es auch nicht. Aber er konnte wenigstens versuchen, jemand zu werden, der Merlin verdient hatte. "Gibt es auch eine Blume, die ausdrückt, wie leid es mir tut?"



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