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[identity profile] schwarze-elster.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Mein großer Bruder, Zirkusnummer extraordinair
Autor: Grisu
Fandom: Supernatural
Challenge: Essen & Getränke #7: Schokolade
Wörter: 680
Inhalt: Angeblich verschluckt ein Mensch in seinem Leben zwischen einer und zehn Spinnen im Schlaf. Sams Mund ist ständig offen, sicher auch wenn er schläft. Was sagt uns das?


Sam weiß in dem Moment, was los ist, als er aus dem Schulgebäude tritt und Dean entspannt und selbstsicher wie immer von einer Gruppe von vielleicht einem Dutzend schnatternder jüngerer Schüler umringt in der Nähe der Schulbushaltestelle stehen sieht. Er verdreht die Augen und Dean, der nur auf ihn gewartet hat, grinst. Er hat aus drei Gründen auf Sam gewartet: Erstens weil ihr Vater paranoid ist und sie zusammen nach Hause laufen sollen, selbst wenn die Welt untergeht oder es bedeutet, dass sie stundenlang auf den anderen warten müssen. Zweitens weil Dean im Begriff ist, mit dubiosen Methoden an Geld zu kommen und es immer besser ist, wenn man hinterher einen schnellen und eleganten Abgang macht, wofür er Sam braucht, weil ihr Vater paranoid ist. Und drittens weil Dean genau weiß, dass Sam seine dubiosen Methoden an Geld zu kommen eklig findet, und ihn ärgern will.
Es ist nicht leicht, in der Junior High der Neue zu sein, der mitten im Semester dazugekommen ist. Es wird nicht leichter, wenn dein großer Bruder ein Freak ist. Okay, technisch gesehen sind sie beide Freaks und Sam hat eigentlich kein Problem damit, weil Dean der beste große Bruder der Welt ist. Aber manchmal wäre es nett, wenn Dean zumindest vor anderen Leuten ein ganz klein bisschen weniger freakig ist. Nur ein winziges bisschen. Aber wie so viele Dinge in Sams Leben ist auch das nur ein Wunschtraum.
Ein angewidertes, aber doch widerwillig bewunderndes Raunen geht durch die Menge und dann steht Dean selbstzufrieden da und sammelt Eindollarnoten und Schokoriegel ein. Die Schüler zerstreuen sich zu kleinen Grüppchen, die nach Hause trotten oder sich an der Bushaltestelle zusammenscharren und Sammelkarten tauschen oder was auch immer an dieser Schule gerade angesagt ist.
Dean zählt das Geld, knüllt es zusammen und stopft es in eine Hosentasche, dann hält er Sam einen Schokoriegel hin, während sie den Heimweg antreten. Sam nimmt ihn dankbar an – die Mittagspause ist zwei Stunden her und sein Magen knurrt – sieht Dean aber missbilligend an.
„Ich wünschte, du würdest das sein lassen.“
Dean zuckt die Schultern. „Und ich wünschte, John Bonham wäre noch am Leben.“
Sie gehen eine Weile schweigend nebeneinander her und stopfen sich mit den Schokoriegeln anderer Kinder voll. Sam verflucht seine Neugier, weil er eigentlich weiß, dass er es nicht wissen will, aber schließlich fragt er doch: „Was war es diesmal?“
„Ne Spinne.“ Er hält Daumen und Zeigefinger etwa drei Zentimeter auseinander vor Sams Gesicht. „So groß.“
Sam schüttelt sich. „Ehrlich, das ist absolut widerlich.“
Dean grinst, als hätte Sam etwas Anerkennendes gesagt. Das Problem ist, dass Sam vielleicht einen Hauch widerwilliger Bewunderung nicht aus seiner Stimme heraus halten kann. Denn, klar, es ist eklig, eigentlich absolut abstoßend, aber es ist Dean und Dean isst eklige Dinge für Geld und Süßigkeiten, seit Sam denken kann. Es ist eine todsichere Methode, sich als Neuer in einer Gruppe von Kindern schnell und einfach Respekt zu verschaffen. Von einem logischen Standpunkt aus betrachtet, nicht dass Sam jemals eine Spinne essen würde.
Aber es ist auch freakig und mehr als nur ein bisschen krank und Dean wird langsam zu alt für so was. Es ist okay, Spinnen und Ameisen und Regenwürmer zu essen, wenn man in der Grundschule ist, aber in der High School sollte man damit aufhören, findet Sam. Sam macht sich keine Illusionen dahingehend, dass seine Meinung möglicherweise dadurch beeinflusst wird, dass es in der Grundschule cool ist, der kleine Bruder von dem Typen zu sein, der Spinnen isst, in der High School aber nicht.
Sam sagt Dean das – also um Gottes Willen nicht den Teil mit freakig und krank, aber den, wo Dean zu alt für so was ist – und Dean scheint tatsächlich darüber nachzudenken.
„Kein Mädchen will mit jemandem rumknutschen, der Spinnen isst.“, versucht Sam die Gunst des Augenblicks zu nutzen. Sam hat nicht wirklich Ahnung von Mädchen, aber er weiß immerhin, dass man sie nicht mit den gleichen Tricks beeindrucken kann wie Jungen.
Dean weiß das anscheinend auch, denn er runzelt die Stirn und nickt schließlich in verdrießlicher Anerkennung der Tatsachen.
Sam grinst und beißt selbstzufrieden in seinen Schokoriegel.

Date: 2008-06-16 09:28 am (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Brr... Spinnen... okay, das würde Dean defintiv tun ^^°
Aber das mit den Mädchen ist sicher kein Problem, da sie ja bald wieder umziehen...

Ich mag Sams Gedankengänge und wie sie dann zusammen heimgehen. Und Johns Paranoia natürlich - das ist so typisch ^^

Kannst du nicht nochmal 5 claimen - ich finde du setzt die Prompts so toll um *__*
(ich weiß, ich wiederhole mich, aber ich finde die Atmosphäre auch in diesem total gelungen =3)

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