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[personal profile] fischgraete posting in [community profile] 120_minuten
Team: Mittelerde
Challenge: Schreibaufgaben - ohne wörtliche Rede (fürs Team)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk, Leo Hölzer
Wörter: ~ 540
A/N: Wenn man so lang nicht geschrieben hat, dass man den alten Kram für Details durchlesen muss, nur um festzustellen, dass das Opfer gar keinen Namen hat und auf zwei unterschiedliche Weisen umgekommen ist...



Das Haus, in dem das Opfer Hanna Pohl mit ihrem Mann wohnte, lag in einer der teuersten Wohngegenden Saarbrückens, wo jedes Haus ein riesiges Grundstück hatte, auf dem mindesten drei Einfamilienhäuser Platz hätten, einen Pool und vermutlich sogar einen Whirlpool, und eine kilometerlange, gekieste Auffahrt. Und die Häuser waren alle miteinander protzig, charakterlos, langweilig und einfach viel zu groß für die wenigen Menschen, die darin wohnten und sich dort die meiste Zeit überhaupt nicht aufhielten. Adam konnte Herrn Pohl schon nicht ausstehen, bevor sie ihn überhaupt getroffen hatten.

Das schien auch Leo zu bemerken, der ihm mit einem einzigen Blick bedeutete, dass er das Gespräch führen würde und dass Adam sich bitte zurückhalten sollte.

Und so setzte Leo Herrn Pohl über den gewaltsamen Tod seiner Frau in Kenntnis, auf diese neutrale, aber doch mitfühlende Art und Weise, die ihnen im Studium nahegelegt worden war, die aber die wenigsten so perfekt umzusetzen verstanden, wie Leo.

Herr Pohl reagierte glaubwürdig schockiert, musste sich erstmal setzen und beantwortete dann Leos Fragen mit Tränen in den Augen.

Allerdings konnte er ihnen nicht allzu viel über seine Frau oder ihr gemeinsames Geschäft erzählen, das ihnen bei der Aufklärung des Falls helfen würde. Seiner Aussage nach zu urteilen, hatte seine Frau keine Feinde oder Unstimmigkeiten mit jemandem gehabt und das Geschäft lief gut. Alles deutete darauf hin, dass Frau Pohl tatsächlich einen Einbrecher überrascht hatte und vermutlich im Affekt erschlagen worden war.

Während Leo noch weiter mit Herrn Pohl redete, sah Adam sich unter der fadenscheinigen Ausrede das Bad nutzen zu müssen, in der Villa um. Von Außen war sie ein genauso kalter Betonklotz wie es das Haus seiner Eltern gewesen war, nur deutlich größer. Innen war es offen geschnitten, riesige Räume mit hohen Decken und haushoher Fensterfront im Wohnzimmer, die aus jedem der folgenden zwei Stockwerke aus, Aussicht bot. Einmal mehr fragte Adam sich, wozu das nötig war, welche arme Sau die Fenster putzte und wie hoch wohl die Heizkosten waren. Aber vermutlich war den Eigentümern das ziemlich egal; Geld hatten sie genug, das sie, wortwörtlich, zum Fenster raus werfen konnten. Das Erdgeschoss war passend zum Äußeren hoch-modern mit Designermöbeln ohne Funktionalität oder Komfort, Kunstwerken, die eigentlich nur zufällige Farbkleckse auf Leinwand waren, an den Wänden und keinerlei Personalität eingerichtet. Es wirkte langweilig, kalt und zum Kotzen steril.

Im ersten Stock sah es schon anders aus. Der Flur, durch den Adam schlich, entsprach dem Erdgeschoss, doch die Räume, in die er einen kurzen Blick warf, passten schon eher zu einem Paar, dass ein Antiquariat führten; alte Möbel, groß, schwer, aus massivem, dunklen Holz, standen in einem Büroraum, in einem anderen, in dem Chaos herrschte, ging jemand künstlerischen Aktivitäten nach und malte Bilder, die deutlich mehr nach Kunst aussahen, als die im Wohnzimmer zur Schau gestellten.

Bloß nicht aus der Reihe tanzen und den Schein wahren.

Adam schüttelte den Kopf. Reiche Leute waren wirklich gestört.

Als er von seinem kleinen Ausflug zurückkam, stand Leo sofort auf, als hätte er nur auf Adam gewartet, und verabschiedete sich von Herrn Pohl, der wie ein Häufchen Elend in der Ecke eines sehr unbequem wirkenden, weißen Ledersofas saß.

Der Ehemann hatte sicher nichts mit dem Tod seiner Frau zu tun, da waren Adam und Leo sich einig.Trotzdem würden sie sein Alibi überprüfen.



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