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Team: Mittelerde
Challenge: Crack/Humor – Im Nachhinein ist man immer schlauer (für mich)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk, Pia Heinrich, Esther Baumann, Leo Hölzer
Wörter: ~ 810
A/N: Adam hat ein Hobby...
(Das war schwieriger als gedacht (wieso fällt mir das Schreiben momentan nur so schwer???) und sollte ursprünglich wieder mal ein ganz anderer Prompt werden, aber okaaaay.)



Adam hatte sich selten in seinem Leben so sehr gewünscht, einfach mal seinen Mund gehalten zu haben.

Wie hatte er nur so dumm sein können? So nachlässig? So unvorsichtig?

Ja, die Stimmung war gut gewesen, ein schöner Abend unter Freunden. Adam hatte sich selten so gut gefühlt, in der Gesellschaft anderer Menschen und er hatte es genossen, mit ihnen zu reden, Witze zu machen, zu lachen. Doch das war noch lange kein Grund so etwas auszuplaudern.

Er könnte sich wirklich selbst in den Hintern beißen, wenn das anatomisch möglich wäre. Da es das aber nicht war, musste Adam wohl oder übel in den sauren Apfel beißen und tun, was, vor allem Pia und Esther, von ihm erwarteten. Leo hatte sich zwar mit Worten zurückgehalten, doch Adam hatte ihm angesehen, dass er eben so neugierig war, wie die anderen beiden.

Und das alles hatte er nur Vincent zu verdanken. Hätte sein ehemaliger Mitbewohner in Berlin ihn nicht dazu gezwungen, ihm zu helfen, hätte Adam es nie gelernt und sich auch nicht verquatschen können. Aber jetzt war es zu spät; er musste wohl oder übel da durch. Denn er kannte Pia und Esther mitlerweile gut genug, um zu wissen, dass sie ihn nie damit in Ruhe lassen würden.

Und so kam Adam am nächsten Montagmorgen mit einer extra Tasche beladen aufs Präsidium.

"Was hast du denn da?", wunderte Pia sich, als Adam die Tasche unzeremoniell neben den Konferenztisch fallen ließ, an dem die anderen bereits für die allmorgendliche Besprechung, mit Kaffee und Hörnchen vom Becker unten an der Ecke ausgestattet, saßen und scheinbar nur auf ihn gewartet hatten.

"Siehst du später", antwortete Adam nur und nahm mit einem dankbaren Nicken den Becher Kaffee an, den Leo ihm reichte.

Leo begann die Besprechung mit einem kurzen Überblick der letzten Woche, in der sie hauptsächlich mit Aktenarbeit beschäftigt gewesen waren, und erklärte ihnen dann, dass das auch heute ihre Hauptaktivität sein würde, sofern kein neuer Fall reinkam.

Von Pia kam ein Stöhnen und Esther sah auch nicht begeisterter aus.

"Gut, wenn keiner von euch noch was hat, würde ich sagen: ab an die Arbeit." Leo hatte bereits seinen Stuhl zurückgeschoben, um aufzustehen, als Pia die Hand hob. "Ja, Pia?"

"Ich hab noch ne Frage."

Leo sah Pia abwartend an, doch Pia schwieg. "Ja?" Nicht einmal Leo schaffte es seine Ungeduld ganz zu verbergen.

"Was hast du da in der Tasche, Adam?" Das neugierige Grinsen, mit dem Pia Adam bedachte, zeigte Adam, dass seine Stunde geschlagen hatte.

Mit einem Seufzen klaubte Adam die Tasche vom Boden und kippte ihren Inhalt vor sich auf den Tisch. Ein paar Knäuel Wolle in unterschiedlichen Farben, ein paar Stricknadeln, eine fertig gestrickte, sowie eine angefange Socke kamen zum Vorschein.

Von Pia kam ein aufgeregtes Giggeln, Esther klang als hätte sie sich verschluckt und Leo… Leo starrte den Haufen nur mit offenem Mund an, bevor er Adam einen kurzen, fragenden Blick zuwarf, den Adam mit einem leichten Schulterzucken erwiderte, und dann wieder zu dem Haufen sah.

"Das macht dann jeweils 10 € für mich." Pia streckte breit grinsend jeweils Esther und Leo eine offene Hand entgegen.

"Nicht euer ernst", brach es aus Adam hervor, als er verstand, dass seine Kollegen, seine Freunde darüber gewettet hatten, ob er tatsächlich Stricken konnte oder nicht. Schöne Freunde hatte er da. Aber gut, er hätte es wissen können. "Euer Wetteinsatz war nur 10 €? Elendige Geizhälse." Dass weder Esther noch Leo ihm zutrauten, dass er tatsächlich stricken konnte, wunderte ihn allerdings nicht. Er wusste, dass so ein Hobby absolut nicht zu ihm passte, das hatte selbst Vinzent zugegeben, als er schon nach den ersten Versuchen festgestellt hatte, dass Adam scheinbar Talent fürs Stricken hatte - und überraschenderweise auch Spaß. Auch wenn Adam letzteres bis heute vehement abstritt.

"Geld her." Pia wackelte auffordernd mit ihren Fingern.

Während Leo sein Portemonnaie hervorzog, schüttelte Esther den Kopf. "Nicht so schnell. Ich will erst sehen, dass er es auch wirklich kann und nicht lediglich das Strickzeug seiner alten Nachbarin geklaut hat."

"Das würdest du mir wirklich zutrauen?"

"Hundert Prozent, Schürk."

"Danke." Adam schenkte ihr sein zufriedenstes Grinsen, griff dann aber unter Anfeuerung von Pia nach der angefangen Socke und dem daran hängenden Wollknäuel (Baumwolle, natürlich, tierische Produkte kratzten viel zu sehr). Er legte sich die Wolle und den Faden zurecht, dann nahm er die Nadeln in die Hände und begann zu stricken.

Pia stieß einen Jubel-Schrei aus. "Yes! Geld her!"

"Sag mal, bist du pleite, oder was?", erwiderte Esther, zog aber grummelnd einen 10 €- Schein aus ihrer Hosentasche. "Das nehm ich dir übel, Schürk." Sie bedachte Adam mit einem bösen Blick.

Adam grinste sie an, während seine Finger weiter an der Socke strickten. Adam war ein wenig stolz auf sich, dass er mittlerweile tatsächlich so gut geworden war, dass er streckenweise blind stricken konnte. „Hättest du mal besser nicht gegen mich gewettet, was?“

„Ja ja, nachher ist man immer schlauer.“



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