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Oberthema: Buchtitel
Prompt: Tod und Teufel
Sonstige Challenges: Tod (29.05.08) [Ja, kreativ, ich weiß.]
Fandom: One Piece
Charakter: Nami
Wörter: 757
Warnung: Character death, komisch, wahrscheinlich OOC
Widmung: Morwen. Schon, weil ich irgendwie das Gefühl habe, schamlos geklaut zu haben.
Disclaimer: nami gehört nicht mir, die anderen Strohhüte auch nicht, die Frau schon... irgendwie.
Kommentar: Gott... ich hatte da diese Idee... und dann kam da dieser andere Gedanke und dann... war ich hier. Verdammt.
Ich entschuldige mich vielmals. Dafür, dass ich zwanghaft diesen Charakter einführen musste. Und dafür, dass es keinen Grund gibt. Und dafür, dass ich es schon wieder getan habe.



Er war kein Skelett in einem schwarzen Umhang, was sie grundsätzlich recht angenehm fand. Wenn er sprach, klang das ganz normal und nicht, als würden Grabsteine gegeneinander stürzen. Genau genommen war er nicht einmal ein er, sondern eine Frau, knapp jenseits der dreißig, mit ein bisschen mehr Speck auf den Rippen, als nötig gewesen wäre, dunkelbraunen Locken und einem schiefen, freundlichen Lächeln.

Und sie kannten sich.

Das erste Mal war Nami ihr begegnet... Gott, war das lange her. Sie konnte sich eigentlich nicht wirklich daran erinnern. Sie wusste nur, was Nojiko ihr über die brennende Stadt und den Regen und alles erzählt hatte. Und diese grünen Augen. Irgendwie hatten sich diese Augen in ihr Gedächtnis gebrannt.

Als Bellemere gestorben war, hatte sie in der Menge der Dorfbewohner gestanden, ein bisschen Blut war auf ihre Wange gespritzt, aber sie hatte es nicht weggewischt, sich nicht weggedreht, nur bedauernd die verkrümmte Frauenleiche angesehen.

In den Jahren bei Arlong war sie oft aufgetaucht. Sie war Nami nie wirklich aufgefallen, ihre Präsenz hatte etwas wahnsinnig beiläufiges, aber sie war da gewesen. Definitiv. Jetzt, wo sie einander endlich direkt gegenüberstanden, fiel es ihr auf. Jedes Mal, wenn jemand gestorben war, war sie da gewesen. Immer mit den selben wirren Locken, mit dem selben bedauernden Ausdruck in den blassgrünen Augen und dem freundlichen halben Lächeln.

„Du?“ Nami fiel wirklich nichts besseres ein. – Was sagte man sonst in solchen Situationen?

Die Frau zuckte mit den Achseln. „Natürlich.“

„Ja, natürlich. – Klar.“

In der Tat hätte sie es wissen müssen. Es war so verflucht offensichtlich.

„Niemand überlebt so eine Bauchwunde, oder?“ Aber fragen konnte man ja. Es war einen Versuch wert.

„Niemand.“

„Dann ist es jetzt also vorbei?“

Sie nickte. „Davon gehe ich aus. Tut mir leid, Nami.“

„Sehr lustig. Wirklich, wahnsinnig lustig!“

Die Frau drehte eine Strähne ihres langen Haares um einen Finger. Sie sah ein bisschen ratlos und verlegen aus. „Eigentlich nicht. – Natürlich musst du mir nicht glauben und natürlich hilft dir das kein bisschen, aber es tut mir wirklich leid. Ich mag dich, Nami. In all den Jahren bist du mir wirklich ans Herz gewachsen. Und es sollte nicht so vorbei gehen. Das hast du nicht verdient.“

„Ha! – Du bist immer unfair! Meinst du, Bellemere hätte es verdient? Oder dieser alte Heiler, dem Arlong den Kopf abgebissen hat? Oder die ganzen Rebellen und Soldaten in Arbana? – Sie haben das auch nicht verdient! Niemand verdient so etwas...“ Ihr stiegen Tränen in die Augen. Eigentlich war es lächerlich, dass ihr das peinlich war, aber sie drehte sich trotzdem weg.

Eine kalte Hand legte sich auf ihre Schulter. Die Frau hatte ihre schwarzen Lederhandschuhe ausgezogen und war hinter sie getreten. „Ich weiß. Niemand verdient so etwas. Aber ich suche mir das auch nicht aus.“

„Nicht?!“

„Ich bin der Tod, nicht Gott.“

„Oh...“ Ja, so war das wohl. Nami stand auf einer seltsam nebligen, seltsam verzerrten Version des Decks der Flying Lamb an eine freundliche, sogar relativ hübsche Frau gelehnt, die eigentlich irgendwo Sommerkleider verkaufen sollte und die der verdammte Tod war, gelehnt und weinte.

Irgendwie surreal.

„Oh... Verdammt! Tut mir leid, ich...“ Sie blinzelte gegen die Tränen an und schluckte heftig. Dann wand sie sich aus der halben Umarmung und versuchte so etwas wie ein Lächeln zu Stande zu bringen.

„Also... wie... ich meine... irgendeine Chance?“

„Nein.“

„Nicht mal eine Partie Schach?“

„Kann ich gar nicht.“

Nami konnte sich nicht helfen. Sie musste grinsen, obwohl sie nicht einmal selbst wusste, warum um Himmels Willen.

„Das heißt... Wirklich?“

„Ja. Niemand überlebt so eine Verletzung. Nicht einmal er.“

„Oh.“ Ihr Hals schnürte sich zu und sie musste selbst an diesem kleinen Laut würgen.

Die Frau zog sich sorgfältig wieder die Handschuhe an und lächelte dann bedauernd zu Nami hinüber.

„Ich muss dann... Wirklich, es tut mir leid.“

Und dann war sie weg. Die Welt um Nami herum blieb neblig und irgendwie verzerrt, vielleicht, weil sie in einer gottverdammten Nebelbank steckten und die Lamb Schlagseite hatte und sie unkontrolliert zitternd auf die Planken gesunken war und die Tränen alles vor ihr verschwimmen ließen.

Jemand legte seine Arme um sie. Warme Arme, lebendige Arme. Tabakgeruch. Sanji. Sie lehnte sich an ihn und vergrub ihr Gesicht in den Händen.

Robin und Chopper riefen sich unverständliche Dinge zu, Chopper weinte selbst. Irgendjemand schlug auf die Reling ein und rang um Luft. Zorro. Lysop hockte neben ihr und schrie und fluchte. Und als sie wieder aufsah, glaubte sie beinahe, Ruffy und eine nicht ganz schlanke, freundliche Frau mit tiefbraunen Locken bei den Orangenbäumen stehen und reden zu sehen.

Aber das war natürlich Schwachsinn.


Date: 2008-06-11 09:05 pm (UTC)
ext_184151: (hold me)
From: [identity profile] nyx-chan.livejournal.com
Q___________Q
*schnief*
Todtraurig, teuflisch gut geschrieben.
(deleted comment)

Date: 2008-06-14 11:52 am (UTC)
From: [identity profile] morweneledhwen.livejournal.com
;___;

Oh mein Gott, ist das traurig. Das Ende war echt das Schlimmste, vor allem, weil man überhaupt nicht damit gerechnet hat. Aber bei dem Satz "Nicht einmal er" wurde mir dann alles klar...
Ruffy ist ihr großer Schwachpunkt, obwohl sie das SO nie zugeben würde. (Und kann man bei den beiden eigentlich von Liebe sprechen? Ich weiß es ehrlich gesagt nicht, aber ihre Beziehung ist auf jeden Fall was ganz Besonderes, und das macht das Ganze umso mehr aua. T__T)
Nami ist richtig, richtig toll, und wie sie dann zu verhandeln versucht (wie sie es IMMER versucht), aber leider total erfolglos... ;__;
*anflausch*
Danke. <3

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