[identity profile] rei17.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Fandom: Yu-Gi-Oh
Personen: Mokuba Kaiba, Shizuka Kawai
Rating: NC-17
Genre: het, pwp, dark
Warnungen: Food!porn, voyeurism, SM, breath!play, möglicherweise character death
Wörter: 782
Challenge: #1 "Nothing takes the taste out of peanut butter quite like unrequited love."
Für: [livejournal.com profile] myojo_s_me
Anmerkung: Die Challenge war so toll und dann hatte ich diese Idee und sie ließ mich nicht mehr los ... vermutlich nicht, was du dir vorgestellt hast.



„Warum tun wir das?“

Es dauerte einen Moment, bis Mokuba den Blick vom Fenster abwandte und es dauerte noch länger, bis er diese Frage beantwortete. Und dann tat er es mit einer Gegenfrage. „Was?“

„Das?“ Shizuka macht eine vage Handbewegung, die ihn, sie selbst und das zerwühlte Bett, auf dem sie grade lagen mit einbezog.

„Sex?“ fragte er, weil das die einfache Zusammenfassung war.
Sex war immer einfach. Alles andere war es nicht.

„Wenn du es so nennen willst.“ Sie war nicht dumm. Erdbeerblond und großäugig und hirnrissig, aber nicht dumm.
Sie angelte nach dem halbvollen Glas Erdnussbutter und steckte den Zeigefinger hinein. Erdnussbutter und Sperma waren das einzige, wovon sie sich seit Stunden ernährte.

Er zuckte mit den Schultern. „Nur so.“
Wie man in zwei so kurze Worte so viele Lügen packen konnte, war ihm selbst ein Rätsel.
Nichts an dieser Sache war ‚nur so’. Schon lange war nichts mehr in seinem Leben ‚nur so’.
Die Laken waren warm und feucht unter ihm und sie lagen schon viel zu lange hier, zu träge um aufzustehen und sich anzuziehen. Und viel zu träge um zu leben.

Sie leckte ihren Zeigefinger ab. „Denkst du, ich weiß nicht, dass hinter deinem Spiegel eine Kamera ist?“ fragte sie beiläufig und er ertappte sich dabei zu denken, dass es ihm eigentlich völlig gleich war, ob sie es wusste oder nicht.
Ihre Haare waren offen und zerzaust und sie war nackt und sah aus wie Hippie. Wie ein Blumenkind. Nur, dass nichts Unschuldiges daran war. „Wer sieht uns denn heute zu? Roland? Dein Bruder?“

Darauf antwortete er nicht.
Weil er es selbst nicht wusste.

Sie fuhr mit ihrem klebrigen Fingern über seine Brust und zeichnete ein Erdnussbutterherz. Und wenn sie jemand anderes gewesen wäre, hätte er sich gefragt, ob sie ihm damit etwas sagen wollte. Ein Herz für ein Herz für ein Herz für ein Herz …
„Wenn es Roland ist, hoffe ich, ihm gefällt die Show …“, sagte sie.

Sie beugte sich über ihn, streckte ihre kleine, rosa Zunge heraus und fuhr damit über seine Brustwarzen. Ihre Haare fielen ihr wie ein ausgebreiteter Fächer über die Schultern und ihre Haarspitzen kitzelten auf seiner Haut. Sie war sehr sanft.

„Wenn es dein Bruder ist“, murmelte sie, so leise, dass er es kaum verstand, „hoffe ich, er kriegt einen Herzinfarkt und verreckt …“
Ihre kleinen, scharfen Zähne bohrten sich in seine Brustwarze und er atmete zischend ein.

„Dein Bruder …“sagte er schließlich und er starrte in die Kamera. „Joey hat gerne gebissen im Bett … wie ein Hund …“

„Halt den Mund.“ Sie schob ihm ihre schmalen, verschmierten Finger in den Mund, mehr grob als sanft. „Rede nicht über ihn!“

Er nickte gehorsam und saugte an ihrem Mittelfinger. Ihrem Mittelfinger. Symbolischer wäre nur noch ihr Ringfinger gewesen.
Sie schmeckte nach Erdnussbutter und Spucke, warm und bittersüß.
Er mochte das, wenn sie ihn herumkommandierte. Sogar, wenn sie ihm wehtat. Es war etwas Beruhigendes darin, einem anderen vollkommen die Kontrolle zu überlassen. Kontrolle über irgendwas.
Sie setzte sich auf ihn und senkte ihre Hüften über seinem widerwillig entstandenen Ständer. Er war in den letzten Stunden schon so oft gekommen, dass keine Lust mehr da war sondern nur noch Schmerz.

„Liebst du mich?“ fragte sie und glitt auf seiner Erektion auf und ab.

Eigentlich nicht, wäre die richtige Antwort gewesen, falls es irgendeine Antwort gab, auf eine Frage, die so belanglos war.

„Manchmal“, sagte er, weil es nicht ganz gelogen war.

Sie nickte und wandte den Kopf nach hinten und warf über ihre bloße Schulter einen langen Blick hinüber zu Spiegel.
„Ich möchte, dass er es ist.“ Sie bohrte ihre Fingernägel in seine Seite. „Ich möchte, dass es dieser widerliche, kalte Bastard ist, und ich möchte dass er es sieht.“

Sie drückte ihre Finger auf seinen Kehlkopf. Zarte, weiße Finger mit ovalen Nägeln.

Er hielt still und konzentrierte sich auf den Schmerz in seiner Seite, wo ihre Fingernägel blutige Kratzer hinterließen. Verschwitzte Haare klebten in seinem Nacken und er schloss die Augen, als sie ihm die Luft abdrückte. Sie bewegte sich schneller und schneller und murmelte „Fickdichfickdichfickdich“, und sie meinte nicht ihn und nicht sich selbst und es spielte alles keine Rolle mehr.
Und er dachte an seinen Bruder und ihren Bruder, ihre blutigen Fingernägel und Erdnussbutterherzen auf seiner Brust, verschmiert, kaputt, verbogen, wie alle Herzen in diesem Drama.

Es gab kein Ende und keinen Anfang, und kein gestern und kein heute, es gab nur endlose, träge Tage in diesen Laken … den ewig gleichen, weißen Laken …und sie waren zu träge um zu Sterben und zu feige um zu Leben. Ihre Stimme wurde Rauschen in seinem Kopf und schwarze Punkte explodierten hinter seinen Augenlidern, als er keine Luft mehr bekam.

 

Date: 2008-06-11 05:09 pm (UTC)
From: [identity profile] myojo-s-me.livejournal.com
Ö:Ö
Nö, das war echt net woran ich dachte...
aber...
faszinierend auf jeden Fall ÖÖ
*muss gerade noch drüber nachdenken ob lachen, weinen oder einfach nur starren XDDD
....irgendwie muss ich mi noch überlegen was ich dazu zu sagen hab
*sich erstmal wieder an die Arbeit setzt und nachdenkt* ÖxÖ
Obwohl... das Prompt war durchaus auf diese beiden gemünzt... ÖxÖ

Date: 2008-06-11 05:17 pm (UTC)
der_jemand: (Default)
From: [personal profile] der_jemand
Oh. Wow.

Mehr fällt mir dazu nicht ein. - Es ist... Ja, Maddle hat das schon ganz gut in Worte gefasst. Es ist ein bisschen zu faszinierend, um einfach schlecht und billig zu sein. Fasinierend, weil so echt.
Und irgendwie erstaunlich.
Erstaunlich, dass es so gut zu den beiden passt. Und erstaunlich, dass man sowas aus so einem wahren, aber doch irgendwie primär süßen Zitat rauskitzeln kann. - Wow.

Date: 2008-06-11 08:04 pm (UTC)
ext_184151: (Delicious)
From: [identity profile] nyx-chan.livejournal.com
Erstmal war mir schlecht - zu langer Tag, leckeres Essen vor mir und dann dieser Start. Gosh, ne.
Aber es wundert mich, wie ich das tatsächlich am Ende gut fand. *koff* (Und danke für Roland *lol*) Und irgendwie ist das verwirrend.
Es sind die fehlenden Worte. O_o;;;

Date: 2008-06-11 08:22 pm (UTC)
From: [identity profile] kleine-aster.livejournal.com


Ich finde es immer toll, wenn du dark schreibst. Du kannst das wirklich gut - diese desolaten, traurigen, lakonischen Zustände beschreiben, lieblose postkoitale Gespräche, all das. Ich finde die Geschichte klasse - vor allem, was alles nicht wirklich erklärt wird, die Kamera, was mit Shizukas Bruder passiert ist, wie das alles zustande kam. Meine Fantasie wird da angekurbelt und kommt auch ganz tolle Ideen. Die Beschreibungen sind einfach so trocken und auf den Punkt, und trotzdem coole Details - wie der Unterschied zwischen hirnrissig und dumm, oder Mokubas ganz wenige Dialoge.

Außerdem beide Charaktere so gegen den Strich gebürstet, trotzdem nachvollziehbar... ich weiß, es ist eine deprimierende Geschichte, aber mir hat sie eigentlich rundum gefallen!

Aber was zum Henker ist BREATH!PLAY? XD Ich hab´s nicht mal beim Lesen geschnallt.

Date: 2008-06-11 10:11 pm (UTC)
From: [identity profile] ina-chan0808.livejournal.com
unerwartet und anders. etwas verstörend wenn man das ende betrachtet, aber durchaus lesbar ^^
ich weiß gar nicht was ich noch sagen soll, eigentlich haben die anderen kommentare schon erwähnt was mir durch den kopf geganen ist. (kleine aster und maddle haben das schon gut gemacht ^^)

Date: 2008-06-11 10:25 pm (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com

Woah.. das fühlt sich an wie schwarzes Pech. Oo Diese Breathplay-Sache finde ich total krank, das kann ich mir auch nicht ein zweites Mal durchlesen.
Aber ansonsten... oo woah, woah... ich meine, trostlose Entwicklung in Domino City ahoi. Dasw äre doch nicht gänzlich auszuschließen, dass Shizuka und Mokuba zu Flittchen werden und Seto einen eiskalten Voyeurismus entwickelt. Woher Mokuba das mit Joeys Gewohnheiten im Bett weiß, will ich gar nicht wissen...
Krass. Durchaus.
o.o

Date: 2008-06-28 12:27 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
*ist gerade voller widerwilliger faszination*
Ihre Haare waren offen und zerzaust und sie war nackt und sah aus wie Hippie. Wie ein Blumenkind. Nur, dass nichts Unschuldiges daran war.
Und er dachte an seinen Bruder und ihren Bruder, ihre blutigen Fingernägel und Erdnussbutterherzen auf seiner Brust, verschmiert, kaputt, verbogen, wie alle Herzen in diesem Drama.

Also ich finde es sind viel zu schöne Sätze in dieser FF, als dass sie schlecht oder billig sein könnte. Die ganze Situation ist sehr lebensnah beschrieben, roh, ehrlich, auf eine morbide, desillusionierende, irritierende Art interessant. Und diese ganzen Andeutungen bzgl. Joey und Kaiba fand ich gut, weil soviel der Fantasie überlassen bleibt.

…und sie waren zu träge um zu Sterben und zu feige um zu Leben.

Ja, es sind wirklich schöne Sätze dabei <3

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