Quod erat demonstrandum
Jun. 9th, 2008 07:54 pmFandom: Banana Fish
Charaktere: Sing, Yue-Len
Challenge:
120_minuten, Sommer-Challenges, 5 Songs: Good Charlotte: "Dance Floor Anthem"
Warnungen: pre-slash (so in der Art - aber technisch gesehen gen)
Widmung:
nyx_chan
Wörter: 1483
He calls her up
He´s trippin’ on the phone now
He doesn´t want her out there
And alone now
Say: ”I don’t wanna be in love, I don’t wanna be in love”
Good Charlotte: “Dance Floor Anthem”
Also gut, vielleicht war es Sings Schuld.
Vielleicht, wie gesagt.
Bei Yue-Len hatte man immer den Bonus, dass der niemals ganz unschuldig war. An nichts.
Aber dieses eine Mal ging das Ganze vielleicht tendenziell mehr auf Sings Kappe.
„Was soll das denn heißen?“ Die Tasse wurde mit so viel Wucht auf den Unterteller gesetzt, dass es schepperte.
„Ich sage nur, wie es ist, man.“
Sing zuckte mit den Schultern, während er auf dem Sofa herumlümmelte. Geschäftsbesprechungen bei Yue-Len hießen immer, dass man viele rüschige Kissen im Rücken hatte. Und es gab Ingwerplätzchen. Die schmeckten zwar ein bisschen komisch und nach Seife, aber nach einer Weile gar nicht mal so schlecht. Er konnte das als Geschäftsbesprechung natürlich nicht so richtig ernst nehmen. Was aber nicht hieß, dass es nicht nett war. Also, hier so zu sitzen … auf der Couch … mit Yue-Len und den Plätzchen … und ja.
„Du meinst also, ich würde keine zwei Stunden in Downtown überleben“, wiederholte Yue-Len mit zickig verzogenem Mund. „Im Gegensatz zu dir?“ Er warf Sing einen geringschätzigen Blick zu.
Ja gut. Er hätte die Klappe nicht so weit aufreißen sollen.
Aber manchmal war es einfach sehr schwer, Yue-Len ernst zu nehmen, wenn er in Leggins und einem Strickpullover vor einem saß und Jasmintee aus geblümten Porzellantassen trank.
„Hör mal“, Sing hob beschwichtigend die Hände, „ich weiß, was du drauf hast. Ehrlich, okay? Ich hab ne Menge Respekt vor dem Giftzeug, was du da treibst …“ Er warf einen kurzen misstrauischen Blick auf seine Tasse. „Aber draußen auf der Straße … ich meine, da kannst du nicht einfach darauf warten, dass Leute schnell noch nen Tee trinken, bevor sie dir in den Arsch treten, damit du Arsen reinschütten kannst. Das geht nicht.“
„Man könnte meinen, du hältst mich für einen Idioten.“
„Nein, tu ich nicht. Nur eben für …“ Er wedelte vielsagend mit den Händen.
„Für?”
„Na ja, für …” Zerbrechlich? Verweichlicht? Ein Mädchen? „Uhm …für … du weißt schon?”
„Nein, weiß ich nicht.“ Yue-Len verschränkte die Arme.
Gah. Was musste er es auch so schwer machen.
„Ich sage nur, dass du einfach keine Ahnung hast, wovon du redest! Du sitzt hier … in deinem Rüschenpalast und trinkst Tee … oder Rotweinschorle … und ab und zu lässt du dich mit deiner Limousine draußen herumkutschieren. Das ist alles schön und gut, versteh mich nicht falsch. Aber du hast doch keine Ahnung, was draußen auf der Straße eigentlich abgeht.“
„Auf der Straße“, wiederholte Yue-Len mit ätzendem Spott in der Stimme.
„In Chinatown“, präzisierte Sing.
„Und das weiß ich nicht, weil ich so …” Yue-Len imitierte Sings vage Handbewegung, „… so bin?“
Sing nickte vorsichtig und hatte plötzlich das sinkende Gefühl im Magen, dass er lieber über die feinen Geschmacksunterschiede von grünem vs. schwarzem Tee hätte weiterreden sollen.
Diese Diskussion konnte einfach kein gutes Ende mehr nehmen.
„Du arroganter, kleiner Bastard“, sagte Yue-Len freundlich und stand schwungvoll von der Couch auf. Sein geflochtener Zopf schwang aufgeregt hin und her und feine, schwarze Haarsträhnen umrahmten das blasse Gesicht. Sekundenlang war Sing sicher, dass er gleich eine Ohrfeige kassieren würde.
Stattdessen drehte Yue-Len sich einfach um, blickte demonstrativ auf die Armbanduhr und sagte: „Wir sehen uns dann in zwei Stunden.“
„Das ist nicht dein Ernst …“, sagte Sing ungläubig.
„Hah!“
„Du weißt doch nicht mal, in welcher Richtung Downtown liegt!“ brüllte Sing hinterher und blieb demonstrativ auf der Couch sitzen.
Die Antwort war eiskaltes Schweigen. Und bedenkliche Stille.
~*~
Nach drei Stunden war alles was Sing wusste, dass Yue-Len ein Taxi (ein Taxi?!) in die richtige Richtung genommen hatte und abgetaucht war. Ins Nachtleben von Chinatown.
Ohne Bodyguard.
In Leggins. Und Strickpullover.
Das war eigentlich nicht sein Problem.
Er hatte fünf Ingwerplätzchen gefuttert und die ganze Zeit damit gerechnet, dass die kleine Zicke gleich wieder durch die Tür platzen würde. Immerhin war es dunkel. Und überhaupt hatte er doch völlig Recht.
Dann hatte er eine halbe Stunde damit verbracht, sich zu ärgern, dass er hier seine Zeit vergeudete. Er hatte doch auch noch was anderes zu tun. Als Boss war er immerhin ein viel beschäftigter Mann. Als Boss war es außerdem total leicht, mal eben ein paar Leute auf Yue-Len anzusetzen und herauszufinden, wo der sich grade herumtrieb.
Also telefonierte er ein bisschen herum. Auf Kosten der Lee-Familie natürlich. Die hatten es ja.
Aber keiner seiner Jungs hatte irgendwas gehört oder gesehen.
Inzwischen war es halb zwölf, er tigerte ziellos durch Chinatown und er war vielleicht ein kleines bisschen beunruhigt. Er wusste eigentlich auch gar nicht mehr, wie sie auf dieses Thema gekommen waren. Das war alles total albern. Wem wollte Yue-Len was beweisen? Und überhaupt.
Neben ihm wurde ein Schnapsladen überfallen. Das machte ihm ein bisschen Angst, weil er sich vorstellte, dass Yue-Len mit Sicherheit keine Hemmungen hatte, mit seiner Rolex herumzuschlendern, ohne zu schnallen, dass man hier schon wegen einem Paar guter Schuhe überfallen wurde.
Außer man war bekannt und gefährlich wie Sing, dann ließen einen die Leute in Ruhe.
Meistens.
Noch immer war das alles nicht sein Problem.
Aber der Gedanke, dass irgendjemand Yue-Len an den Haaren zog oder sonst wie wehtat, war nicht schön und das wollte er eigentlich auch gar nicht. So sehr er ihm auch manchmal auf die Nerven fiel.
~*~
Um Mitternacht herum war Sing beinah zu Hause und ein kleines bisschen panisch.
Also gut, es war seine Schuld.
Yue-Len war einfach so schrecklich empfindlich, was manche Dinge anging … und Sing hätte das vielleicht wirklich nicht sagen sollen. Aber hätte der nicht einfach mit Porzellan werfen und einen Haufen wüster Drohungen ausstoßen können? Musste er sich gleich aufmachen, um durch den übelsten Teil der Stadt zu ziehen?
Oh man.
Verstand er denn nicht, dass die Lee-Familie einfach keiner leiden konnte?
Möglicherweise war Yue-Len auch aus Versehen in das Revier von Black Sabbath gelaufen (der hatte einfach keine Ahnung!), und was die Schwarzen mit hübschen, chinesischen Jungs in Strickpullovern anstellten, war ja bekannt.
Andererseits … so blöde war er vielleicht doch nicht.
Auch wenn Yue-Len natürlich ziemlich radikal und entschlossen sein konnte, wenn er sich einmal was in den Kopf gesetzt hatte.
Ihm stieg der Blutdruck, wenn er nur drüber nachdachte.
Mit entsprechend viel Schwung riss er schließlich die Tür zum dem kleinen chinesischen Restaurant auf, über dem er schlief.
Es war erstaunlich viel los. So viel, dass erst mal keiner mitbekam, dass der Boss wieder da war.
An der Bar hing eine Traube von Leuten. Und mitten drin …
Sing blinzelte. Einmal. Zweimal.
Aber der hässliche Pullover und die umso schöneren Haare blieben einfach unverkennbar. So schöne Haare hatte sonst keiner.
Mit wütend zusammengebissenen Zähnen bahnte er sich seinen Weg durch die Menge.
„Was soll das denn werden?“ fauchte er schließlich.
Das durfte doch nicht wahr sein! Er macht sich da draußen zum Vollhorst, während das kleine Mistbiest gemütlich bei ihm zu Hause (!) hockte und sich von Mai-Li gebratene Nudeln und Pflaumenwein servieren ließ.
„Du bist spät”, stellte Yue-Len fest und drehte sich langsam zu ihm um. Seine Wangen waren gerötet und sein sorgfältig frisierter Zopf befand sich im fortgeschrittenen Stadium der Auflösung. Offenbar war da nicht nur ein bisschen Pflaumenwein im Spiel gewesen …
Elegant ließ er sich von seinem Barhocker gleiten und warf Sing einen herausfordernden Blick zu. „Wie du siehst, war das Leben auf ‚den Straßen von Chinatown’… “ er machte ausschweifende Ausführungszeichen in der Luft, „… nicht so hart und gefährlich, wie du es immer schilderst. Ich lebe nämlich noch!“
Sein hochtrabender Auftritt wurde dadurch abgemildert, dass er bei den letzten Worten ins Schwanken geriet und sich an der Bar festhalten musste.
Sing schüttelte den Kopf und glaubte das alles einfach nicht.
Inzwischen war es ganz still geworden. Alle taten, als sähen sie woanders hin, aber er konnte genau spüren, wie ihre Augäpfel sich in seinen Nacken bohrten.
Er schnappte sich den seiner Jungs, der das Pech hatte, ihm am nächsten zu stehen, und zerrte ihn zu sich. „Was geht hier vor?“ zischte er. „Was macht DER hier? Hier?”
Das ‘hier’ war eigentlich das Schlimmste. Abgesehen von der Tatsache, dass er sich ein bisschen blöde vorkam. Und gedemütigt.
Die Straßen von Chinatown waren mörderisch und gefährlich, verdammt noch mal. Hier konnte man nicht einfach so herummarschieren und gebratene Nudeln essen wie es einem passte.
Jian wechselte einen hilflosen Blick mit den anderen. „Boss, wir dachten …“
„Ja?“
„Na ja, es weiß doch jeder, dass du und ‚der Mond, der über die Dunkelheit herrscht’… dass ihr … also …“ Unter Sings Blick begann er zu stottern. „Wir dachten, du würdest dich freuen, wenn … also wenn … Bo hat ihn hergebracht.“ Eilig deutete er auf seinen Nebenmann.
„Aber Gizmo hat ihn gefunden …“
Hastig wurden Schuldzuweisungen hin- und hergeschoben. Yue-Len warf ihm triumphierende und leicht vernebelte Blicke zu. Die kleine Schnapsdrossel.
Und Sing wurde plötzlich eine Sache glasklar.
Chinatown war kein gefährliches Pflaster mehr.
Zumindest dann nicht, wenn alle dachten, dass du was mit dem Boss am Laufen hattest.
^Fin^
Charaktere: Sing, Yue-Len
Challenge:
Warnungen: pre-slash (so in der Art - aber technisch gesehen gen)
Widmung:
Wörter: 1483
He calls her up
He´s trippin’ on the phone now
He doesn´t want her out there
And alone now
Say: ”I don’t wanna be in love, I don’t wanna be in love”
Good Charlotte: “Dance Floor Anthem”
Also gut, vielleicht war es Sings Schuld.
Vielleicht, wie gesagt.
Bei Yue-Len hatte man immer den Bonus, dass der niemals ganz unschuldig war. An nichts.
Aber dieses eine Mal ging das Ganze vielleicht tendenziell mehr auf Sings Kappe.
„Was soll das denn heißen?“ Die Tasse wurde mit so viel Wucht auf den Unterteller gesetzt, dass es schepperte.
„Ich sage nur, wie es ist, man.“
Sing zuckte mit den Schultern, während er auf dem Sofa herumlümmelte. Geschäftsbesprechungen bei Yue-Len hießen immer, dass man viele rüschige Kissen im Rücken hatte. Und es gab Ingwerplätzchen. Die schmeckten zwar ein bisschen komisch und nach Seife, aber nach einer Weile gar nicht mal so schlecht. Er konnte das als Geschäftsbesprechung natürlich nicht so richtig ernst nehmen. Was aber nicht hieß, dass es nicht nett war. Also, hier so zu sitzen … auf der Couch … mit Yue-Len und den Plätzchen … und ja.
„Du meinst also, ich würde keine zwei Stunden in Downtown überleben“, wiederholte Yue-Len mit zickig verzogenem Mund. „Im Gegensatz zu dir?“ Er warf Sing einen geringschätzigen Blick zu.
Ja gut. Er hätte die Klappe nicht so weit aufreißen sollen.
Aber manchmal war es einfach sehr schwer, Yue-Len ernst zu nehmen, wenn er in Leggins und einem Strickpullover vor einem saß und Jasmintee aus geblümten Porzellantassen trank.
„Hör mal“, Sing hob beschwichtigend die Hände, „ich weiß, was du drauf hast. Ehrlich, okay? Ich hab ne Menge Respekt vor dem Giftzeug, was du da treibst …“ Er warf einen kurzen misstrauischen Blick auf seine Tasse. „Aber draußen auf der Straße … ich meine, da kannst du nicht einfach darauf warten, dass Leute schnell noch nen Tee trinken, bevor sie dir in den Arsch treten, damit du Arsen reinschütten kannst. Das geht nicht.“
„Man könnte meinen, du hältst mich für einen Idioten.“
„Nein, tu ich nicht. Nur eben für …“ Er wedelte vielsagend mit den Händen.
„Für?”
„Na ja, für …” Zerbrechlich? Verweichlicht? Ein Mädchen? „Uhm …für … du weißt schon?”
„Nein, weiß ich nicht.“ Yue-Len verschränkte die Arme.
Gah. Was musste er es auch so schwer machen.
„Ich sage nur, dass du einfach keine Ahnung hast, wovon du redest! Du sitzt hier … in deinem Rüschenpalast und trinkst Tee … oder Rotweinschorle … und ab und zu lässt du dich mit deiner Limousine draußen herumkutschieren. Das ist alles schön und gut, versteh mich nicht falsch. Aber du hast doch keine Ahnung, was draußen auf der Straße eigentlich abgeht.“
„Auf der Straße“, wiederholte Yue-Len mit ätzendem Spott in der Stimme.
„In Chinatown“, präzisierte Sing.
„Und das weiß ich nicht, weil ich so …” Yue-Len imitierte Sings vage Handbewegung, „… so bin?“
Sing nickte vorsichtig und hatte plötzlich das sinkende Gefühl im Magen, dass er lieber über die feinen Geschmacksunterschiede von grünem vs. schwarzem Tee hätte weiterreden sollen.
Diese Diskussion konnte einfach kein gutes Ende mehr nehmen.
„Du arroganter, kleiner Bastard“, sagte Yue-Len freundlich und stand schwungvoll von der Couch auf. Sein geflochtener Zopf schwang aufgeregt hin und her und feine, schwarze Haarsträhnen umrahmten das blasse Gesicht. Sekundenlang war Sing sicher, dass er gleich eine Ohrfeige kassieren würde.
Stattdessen drehte Yue-Len sich einfach um, blickte demonstrativ auf die Armbanduhr und sagte: „Wir sehen uns dann in zwei Stunden.“
„Das ist nicht dein Ernst …“, sagte Sing ungläubig.
„Hah!“
„Du weißt doch nicht mal, in welcher Richtung Downtown liegt!“ brüllte Sing hinterher und blieb demonstrativ auf der Couch sitzen.
Die Antwort war eiskaltes Schweigen. Und bedenkliche Stille.
~*~
Nach drei Stunden war alles was Sing wusste, dass Yue-Len ein Taxi (ein Taxi?!) in die richtige Richtung genommen hatte und abgetaucht war. Ins Nachtleben von Chinatown.
Ohne Bodyguard.
In Leggins. Und Strickpullover.
Das war eigentlich nicht sein Problem.
Er hatte fünf Ingwerplätzchen gefuttert und die ganze Zeit damit gerechnet, dass die kleine Zicke gleich wieder durch die Tür platzen würde. Immerhin war es dunkel. Und überhaupt hatte er doch völlig Recht.
Dann hatte er eine halbe Stunde damit verbracht, sich zu ärgern, dass er hier seine Zeit vergeudete. Er hatte doch auch noch was anderes zu tun. Als Boss war er immerhin ein viel beschäftigter Mann. Als Boss war es außerdem total leicht, mal eben ein paar Leute auf Yue-Len anzusetzen und herauszufinden, wo der sich grade herumtrieb.
Also telefonierte er ein bisschen herum. Auf Kosten der Lee-Familie natürlich. Die hatten es ja.
Aber keiner seiner Jungs hatte irgendwas gehört oder gesehen.
Inzwischen war es halb zwölf, er tigerte ziellos durch Chinatown und er war vielleicht ein kleines bisschen beunruhigt. Er wusste eigentlich auch gar nicht mehr, wie sie auf dieses Thema gekommen waren. Das war alles total albern. Wem wollte Yue-Len was beweisen? Und überhaupt.
Neben ihm wurde ein Schnapsladen überfallen. Das machte ihm ein bisschen Angst, weil er sich vorstellte, dass Yue-Len mit Sicherheit keine Hemmungen hatte, mit seiner Rolex herumzuschlendern, ohne zu schnallen, dass man hier schon wegen einem Paar guter Schuhe überfallen wurde.
Außer man war bekannt und gefährlich wie Sing, dann ließen einen die Leute in Ruhe.
Meistens.
Noch immer war das alles nicht sein Problem.
Aber der Gedanke, dass irgendjemand Yue-Len an den Haaren zog oder sonst wie wehtat, war nicht schön und das wollte er eigentlich auch gar nicht. So sehr er ihm auch manchmal auf die Nerven fiel.
~*~
Um Mitternacht herum war Sing beinah zu Hause und ein kleines bisschen panisch.
Also gut, es war seine Schuld.
Yue-Len war einfach so schrecklich empfindlich, was manche Dinge anging … und Sing hätte das vielleicht wirklich nicht sagen sollen. Aber hätte der nicht einfach mit Porzellan werfen und einen Haufen wüster Drohungen ausstoßen können? Musste er sich gleich aufmachen, um durch den übelsten Teil der Stadt zu ziehen?
Oh man.
Verstand er denn nicht, dass die Lee-Familie einfach keiner leiden konnte?
Möglicherweise war Yue-Len auch aus Versehen in das Revier von Black Sabbath gelaufen (der hatte einfach keine Ahnung!), und was die Schwarzen mit hübschen, chinesischen Jungs in Strickpullovern anstellten, war ja bekannt.
Andererseits … so blöde war er vielleicht doch nicht.
Auch wenn Yue-Len natürlich ziemlich radikal und entschlossen sein konnte, wenn er sich einmal was in den Kopf gesetzt hatte.
Ihm stieg der Blutdruck, wenn er nur drüber nachdachte.
Mit entsprechend viel Schwung riss er schließlich die Tür zum dem kleinen chinesischen Restaurant auf, über dem er schlief.
Es war erstaunlich viel los. So viel, dass erst mal keiner mitbekam, dass der Boss wieder da war.
An der Bar hing eine Traube von Leuten. Und mitten drin …
Sing blinzelte. Einmal. Zweimal.
Aber der hässliche Pullover und die umso schöneren Haare blieben einfach unverkennbar. So schöne Haare hatte sonst keiner.
Mit wütend zusammengebissenen Zähnen bahnte er sich seinen Weg durch die Menge.
„Was soll das denn werden?“ fauchte er schließlich.
Das durfte doch nicht wahr sein! Er macht sich da draußen zum Vollhorst, während das kleine Mistbiest gemütlich bei ihm zu Hause (!) hockte und sich von Mai-Li gebratene Nudeln und Pflaumenwein servieren ließ.
„Du bist spät”, stellte Yue-Len fest und drehte sich langsam zu ihm um. Seine Wangen waren gerötet und sein sorgfältig frisierter Zopf befand sich im fortgeschrittenen Stadium der Auflösung. Offenbar war da nicht nur ein bisschen Pflaumenwein im Spiel gewesen …
Elegant ließ er sich von seinem Barhocker gleiten und warf Sing einen herausfordernden Blick zu. „Wie du siehst, war das Leben auf ‚den Straßen von Chinatown’… “ er machte ausschweifende Ausführungszeichen in der Luft, „… nicht so hart und gefährlich, wie du es immer schilderst. Ich lebe nämlich noch!“
Sein hochtrabender Auftritt wurde dadurch abgemildert, dass er bei den letzten Worten ins Schwanken geriet und sich an der Bar festhalten musste.
Sing schüttelte den Kopf und glaubte das alles einfach nicht.
Inzwischen war es ganz still geworden. Alle taten, als sähen sie woanders hin, aber er konnte genau spüren, wie ihre Augäpfel sich in seinen Nacken bohrten.
Er schnappte sich den seiner Jungs, der das Pech hatte, ihm am nächsten zu stehen, und zerrte ihn zu sich. „Was geht hier vor?“ zischte er. „Was macht DER hier? Hier?”
Das ‘hier’ war eigentlich das Schlimmste. Abgesehen von der Tatsache, dass er sich ein bisschen blöde vorkam. Und gedemütigt.
Die Straßen von Chinatown waren mörderisch und gefährlich, verdammt noch mal. Hier konnte man nicht einfach so herummarschieren und gebratene Nudeln essen wie es einem passte.
Jian wechselte einen hilflosen Blick mit den anderen. „Boss, wir dachten …“
„Ja?“
„Na ja, es weiß doch jeder, dass du und ‚der Mond, der über die Dunkelheit herrscht’… dass ihr … also …“ Unter Sings Blick begann er zu stottern. „Wir dachten, du würdest dich freuen, wenn … also wenn … Bo hat ihn hergebracht.“ Eilig deutete er auf seinen Nebenmann.
„Aber Gizmo hat ihn gefunden …“
Hastig wurden Schuldzuweisungen hin- und hergeschoben. Yue-Len warf ihm triumphierende und leicht vernebelte Blicke zu. Die kleine Schnapsdrossel.
Und Sing wurde plötzlich eine Sache glasklar.
Chinatown war kein gefährliches Pflaster mehr.
Zumindest dann nicht, wenn alle dachten, dass du was mit dem Boss am Laufen hattest.
^Fin^
no subject
Date: 2008-06-09 07:19 pm (UTC)A-a-a-a-a-aa-aalso! DANKE erstmal, dass du es mir gewidmet hast und, DANKE, dass du BF egclaimt hast! Oh Gott, ich lieeb deinen Sing und ich fidne die Idee niedlich und ich liebe deinen Sing und ich liewbe die Bitch und ich sehe sie vor mir und du hast da so wundervolle kleine Dinge reingestreut, wie Black Sabbath, Gizmo (WTFLOL immer noch XD) und Weinschorle (wenn auch das 'falsche' fandom *lol*) und - Oh Gott! Es ist Liebe und mir ist der HUnger grad vor Liebe vergangen. XD
Ich freue mich auf mehr. *-----* *sway*
no subject
Date: 2008-06-09 08:29 pm (UTC)no subject
Date: 2008-06-09 09:04 pm (UTC)King und Queen of NY-underworld.