Challenge: Schreibaufgaben - basierend auf Titel (für mich)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Pia Heinrich, Adam Schürk
Wörter: ~ 550
A/N: Pia und die rätselhafte Tür (Der zufällig generierte Titel steht am Ende des Textes, um nicht zu spoilern ;) )
An ihrem ersten Tag auf dem Präsidium war Pia vorgewarnt worden, vor dieser einen Tür im dritten Stock, die auf die kleine südlich gelegene Dachterrasse führte, und die manchmal sehr störrisch sein sollte und Leute nicht durch ließ, erst nach mehrmaligem Rütteln und Fluchen. Angeblich, denn Pia hatte noch kein einziges Mal Probleme gehabt, die Tür auf zu bekommen. Weder in die eine, noch in die andere Richtung. Andere Kollegen fluchten regelmäßig darüber oder machten Kommentare wie: "Ich würde mich ja in der Pause auf die Dachterrasse setzen, wenn da diese blöde Tür nicht wäre." oder Raucher, die sich darüber beklagten, dass sie bis nach unten laufen mussten, um zu Rauchen, weil die bescheuerte Tür zur Dachterrasse sie nicht durchlassen wollte. Und ähnliches.
Allerdings betraf das Problem niemanden aus ihrem Team. Esther, Leo und dann auch später Adam benutzten die Tür regelmäßig. Adam um eine rauchen zu gehen, Leo, wenn er mal wieder zu viel von ihnen hatte und lieber an die frische Luft ging, als ihnen mal die Meinung zu geigen, Esther, um sich besonders im Winter einfach mal zum warmwerden in die Sonne stellte. Oft trafen sie sich auch im Frühjahr oder Herbst dort oben für kleine Besprechungen oder zum Brainstormen, bei dem die besten Ideen nur so aus ihnen heraussprudelten. 'Tapetenwechsel', war das Codewort dafür und nacheinander, je nachdem wie lang sie noch brauchten, bis sie ihre Aufgaben erledigt hatten, stießen sie die Tür lässig auf und tröpfelten auf die Dachterrasse hinaus.
Pia hatte sie alle drei darauf angesprochen, ob sie denn schon mal Probleme mit der Tür gehabt hätten, doch ihre Antwort war einheitlich eine wie auch immer geartete Form von 'Nein' gewesen.
Neugierig geworden, und dank der Tatsache, dass die Tür von ihrem Büro aus zu sehen war, hatte Pia die Tür im Blick behalten und ganz genau beobachtet, wer die Tür auf bekam und wer nicht.
Allerdings erkannte Pia kein Schema, keine Gemeinsamkeit zwischen den Personen, die durchkamen, oder denen, die Mehrheit, die nicht oder nur schwer durchgelassen wurden.
Es fuchste sie, dass sie es nicht rausbekam. Sie war Ermittlerin bei der Mordkommission, verdammt! Das musste sich doch rausfinden lassen.
Es war bei einem Einsatz, bei dem sie und Adam vor einer verschlossenen Tür standen, hinter der sich, so vermuteten sie zumindest, wichtige Beweise zu ihrem aktuellen Mordfall befanden.
Noch bevor Pia fragen konnte, was sie jetzt tun sollten, hatte Adam schon sein Dietrich-Set gezückt und wählte das passende Werkzeug aus.
"Bist du dir sicher, dass du die auf kriegst?", witzelte Pia und knuffte Adam in die Seite.
Adam schob den Dietrich ins Schloss, bewegte ihn gekonnt auf und ab und ein Klicken erklang. "Ich bin schwul, Heinrich, mich hält keine Tür auf", sagte er mit einem Grinsen, während er die Tür auf schob.
Es war der Moment, in dem es klick in Pias Hirn machte. Das musste die Gemeinsamkeit sein. Natürlich. Wie konnte es anders sein? Wieso war sie da nicht früher drauf gekommen?
Zumindest innerhalb ihres Teams gab es eine ganz offensichtliche Gemeinsamkeit: sie waren alle queer. Und auch bei dem ein oder anderen Kollegen oder Kollegin, die problemlos durch die Tür kamen, wusste Pia aus Gesprächen oder von Fotos auf ihren Schreibtischen, dass sie queer waren.
Es hatte drei Jahre und einen dummen Kommentar Adam Schürks gebraucht, bis das Geheimnis der Tür endlich gelüftet war.
Titel: "The Queer Door"