[identity profile] stillarium.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Von Gott und Menschen
Fandom: Death Note
Charaktere: Yagami Raito, L Lawliet
Challenge: #2 "But it's not the fall that hurts / It's when you hit the ground"
Rating: PG
Warnungen: SPOILER; wer das Ende noch nicht gesehen hat, liest auf eigene Verantwortung weiter!
Sonstiges: Meine erste Death Note Fanfic °°; war längst hinfällig! XD Ich hab ungefähr eine Stunde dafür gebraucht, weil ich zuerst zu lang herumgetrödelt habe *drop* Jegliche konstruktive Meinungen sind erwünscht!
Disclaimer: Leider gehört das DN Universum, sowie alle Charaktere nicht mir, aber das hindert mich nicht daran, sie für meine Fanfictions zu missbrauchen. %)




"Es wäre sehr bedauerlich, wenn Raito-kun Kira wäre... denn Raito-kun ist der erste wahre Freund, den ich jemals hatte."

Worte... Worte bedeuteten nichts. Worte können lügen, einen verletzen... oder einen unendlich traurig stimmen, so schien es. Was war schon so toll an Worten? Natürlich, sie waren eine Notwendigkeit für die Menschen; ohne verbale Kommunikation funktionierte die heutige Gesellschaft nicht, das wusste Raito nur zu gut. Er selbst war ein Meister der Manipulation, hatte Worte schon immer so formen können, dass sie ihm nutzten und andere ihn bewunderten. Auch wenn er es bevorzugte durch Taten zu sprechen, lief letztendlich alles auf Wörter hinaus, in diesem Fall Namen. Gesichter und Namen, das war alles, das benötigte wurde, um unzählige Menschen zu töten, solange man nur im Besitz eines Death Notes war. Und er... er war der erste Mensch auf der Welt, dem jemals eines in die Hände gelangt war. Ja, darauf lief letztendlich wohl alles hinaus... er war ein Mensch, kein Gott, wie er es gerne gewesen wäre. Jahrelang war er im Besitz der tödlichsten Waffe gewesen und seine Psyche, mag sie noch so intakt erscheinen, ist nicht ohne Schaden davongekommen. Anfangs hatte er kaum schlafen können, so sehr hatte ihn sein Gewissen geplagt; die Gesichter der von ihm getöteten Menschen, die sich in sein Gedächtnis brannten. Inzwischen war er keine siebzehn mehr und auch nicht länger ein einfacher Schüler. Mit den zahlreichen Verantwortungen, die er nun trug, schien gleichzeitig jeder Gewissenbiss, jede Skrupel, zu schwinden. Immerhin war es seine selbst auserkorene Berufung, unwertes Leben auszulöschen. Es war lang her, dass ihn Bilder von toten Menschen in seinen Träumen heimsuchten... als hätten die Geister seiner Opfer bereits aufgegeben... zumindest alle bis auf einen.

"Ryuuzaki."

Es war schon fast wie eine Verabredung, er konnte es jedes Mal fühlen, wenn es wieder soweit war und sein "Freund" ihn im Traum besuchen würde. Zumeist war es zeit- und raumlos, doch manchmal befanden sie sich auch an Orten, die sie in der Vergangenheit besucht hatten; die Universität, Raitos Lieblingscafeteria, jenes Hotel, in dem sie zahlreiche Tage und Nächte verbracht hatten... dieses Mal befanden sie sich an einem Ort, den Raito fast fürchtete, denn es handelte sich um die Treppen, auf denen sie sich niedergelassen hatten, nach dem starken Regen... kurz bevor L getötet wurde. Denn dies war einer der wenigen Orte, an denen er Emotionen verspürt hatte, menschliche Gefühle, die so stark waren, dass sie ihn an seinem ganzen Plan, der Neuerschaffung der Welt, zweifeln ließen. Selbst wenn es nur Momente waren; als Gott dürfte ihn nichts abhalten von seiner Reform, weder Skrupel noch Freunde.

Ryuuzaki massierte seine Füße, als wäre dies sein Zeichen von Respekt gegenüber Raito. Die Wassertropfen, die dabei von den Strähnen des älteren auf Raitos Schienbein fielen, erschienen ihm fast wie Tränen.

"Ich bin traurig."

Warum? Warum schaffte L es, ihn überhaupt noch etwas fühlen zu lassen, wenn er nicht einmal bereute, dass er tausende Menschen umbrachte? Selbst Misa manipulierte er willkürlich ohne jemals irgendetwas zu bereuen oder sonstiges zu empfinden. Lag es daran, dass L ihm ebenbürtig war? Oder vielleicht daran, dass sie in einem anderen Leben ohne Death Note wirklich beste Freunde geworden wären? Waren sie nicht sogar beste Freunde, nicht als Kira und L, sondern als Raito und Ryuuzaki?

"Du wirst es bald verstehen."

Jetzt, wo er über Ryuuzakis Worte damals nachdachte... hatte Ryuuzaki seinen Tod kommen sehen? Auch in diesem Moment, jenseits der Realität, starrte er in pechschwarze Augen, die den Eindruck machten, mehr zu wissen als er. Dabei war er Kira, verdammt nochmal! Er war allen anderen einen Schritt voraus und genau deswegen war L gestorben! Wer auf der Welt außer ihm hätte es schaffen können, diese neue Welt zu kreieren, all diese Jahre unbeschadet als Kira davonzukommen und sogar Shinigami nach seinem Willen handeln zu lassen?!

"Raito-kun. Ich sage es noch einmal. Du bist kein Gott und keine Gerechtigkeit. Du bist nur... ein Massenmörder."

Halt den Mund! Was weißt du schon?! Als ob du Gerechtigkeit wärst! Du interessierst dich nicht für die Welt und lebst abgeschottet von allen. Selbst als Detektiv nimmst du nur Fälle an, die dich interessieren und denkst dabei an niemand anderen! Am meisten Angst hattest du doch davor, dass du dich selbst in Gefahr bringen könntest! Also warum... warum hast du dich mir gestellt? Du hättest überleben können...

"Ironisch, meinst du nicht? Wenn du nicht auf meine Herausforderung im Fernsehen reagiert und Lind L. Taylor umgebracht hättest, wären wir dir nie näher gekommen. Und glaub mir, es wird nicht umsonst gewesen sein. Diese Ermittlungen werden dir zum Verhängnis werden, Raito-kun."

Verdammt, warum konnte er nichts sagen?! Wo war seine Eloquenz, seine Stimme, die alle zu überzeugen pflegte, jetzt?

"Aber... ich glaube, du bist derjenige, der am meisten Hilfe benötigt, nicht diese Welt. Das Death Note hat dir ganz schön mitgespielt, oder? Es ist wirklich keine Waffe, die jemals zu einem Menschen gelangen sollte. Daher... denke ich, unsere Freundschaft und die Art, wie du gehandelt hast, war real. Das warst wirklich du, Raito-kun... und nicht Kira."

Was... was redete er da? Er, Yagami Raito, das Genie, wollte es nicht verstehen.

"Ich kann dir nicht vergeben. Aber ich werde auf dich warten... sayonara, Raito-kun."

Das war das letzte Mal, das L ihn besuchte. Und es war auch der letzte Traum, den Raito jemals haben würde, denn am folgenden Tag starb er durch die Hand von Ryuuku. Es war dann, als er gebrochen und mit Schusswunden übersäht, auf einer Treppe zusammenbrach und in seinen letzten Momenten des Lebens Ryuuzaki vor Augen sah, als er endlich begriff, warum es so weh tat.

... denn Ryuuzaki war auch der erste wahre Freund, den er hatte.

Date: 2008-06-08 03:57 pm (UTC)
From: [identity profile] slashed-dream.livejournal.com
Das ist cool. Ich könnte mir echt vorstellen, dass es Raito am Ende so ähnlich ging, dass er halt seinen Fehler so im Sterben noch einsah xD
Man merkt eigentlich nicht, dass dus total unter Zeitdruck geschrieben hast

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