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Team: Mittelerde
Challenge: R/I - "Du hattest Recht." (fürs Team)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk, Esther Baumann
Wörter: ~ 760
A/N: Adam hätte auf Esther hören sollen...


Esther hatte sich auf der Treppe, die sie nicht einmal vor einer halben Stunde hinauf gesprintet waren, niedergelassen und blickte über die vor ihnen liegende Straße.

"Entschuldige dich bei ihr", klangen Leos mahnende Worte in Adams Ohren nach und er stieß ein leises Seufzen aus.

Ja, er hatte tatsächlich Scheiße gebaut, aber er hatte wenig Meinung, sich jetzt schon bei Esther dafür zu entschuldigen. Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte er das erst morgen auf dem Präsidium gemacht, wenn sie beide Zeit zum Runterkommen gehabt hatten. Aber wenn Leo darauf bestand, dass das Gespräch jetzt stattfand, dann war Adam wohl der letzte, der sich dagegen wehren würde.

Adam nahm die letzten Stufen zu Esther hinunter und ließ sich dann wortlos neben sie auf die Stufe sinken. Er kramte in seiner Tasche nach seiner Packung Zigaretten und schüttelte sich eine heraus, steckte sie aber nicht an, ließ sie stattdessen zwischen seinen Fingern hin und her wandern.

"Schürk", sagte Esther nach einer Weile der angespannten Stille und es klang nur halb so genervt, wie Adam es erwartet hatte.

"Baumann", erwiderte er in ähnlichem Ton.

Sie verfielen wieder in Schweigen und Adam betrachtete das Treiben auf der Straße. Welches eher langweilig war, denn die Kollegen hatten diesen Bereich abgesperrt und nur eine gefleckte Katze stolzierte über den Asphalt.

"Hölzer dich gezwungen mit mir zu reden?", war es wieder Esther, die die Stille brach.

"Kann man so nennen."

"Na dann red endlich. Sonst sitzen wir morgen noch hier."

Adam schnaubte. "Wenn wir uns nicht gegenseitig die Köpfe einschlagen."

"Ich schlag dir gleich den Kopf ein, wenn du nicht langsam mal dein Maul aufmachst."

"Fair…" Adam schob sich die Zigarette hinter sein Ohr. Er vermisste augenblicklich etwas in der Hand zu haben, mit dem seine Finger spielen konnten, doch waren die Dinger zu scheiße teuer, um sie aus einem nervösen Tick heraus zu zerbrechen. Er ließ seine Hände zwischen seinen Knien hängen und konnte Esther neben sich bereits anspannen spüren, als würde ihr gleich der Kragen platzen, als er endlich Sprach. "Du hattest Recht. "

Esther schwieg.

"Und es tut mir leid."

"Ist das alles?"

"Was willst du denn noch hören?"

Sie zuckte mit den Schultern und streckte ihre Beine aus. "Reicht eigentlich schon."

"Lass Leo das nicht hören."

"Was?"

"Dass du mir so schnell vergeben hast."

"Wer sagt, dass ich dir vergeben habe?"

"Du willst nicht mal hören, dass ich ein Vollidiot war und dir verspreche, nächstes Mal auf dich zu hören, das sagt mir das."

Esther schnaubte. "Ok, ja, du bist ein Vollidiot, der größte Vollidiot der hier rumläuft. Und deshalb weiß ich auch, dass du nächstes Mal garantiert wieder nicht auf mich hören wirst. Aber wenn du so unbedingt draufgehen willst, bitte schön, soll mir egal sein."

Adam musste lachen und stieß Esther mit dem Ellbogen gegen den Arm. "Das meinst du nicht so, Baumann."

"Und ob ich das so meine, Schürk", erwiderte Esther und hieb ihm ihrerseits den Ellbogen in die Seite.

"Nah, ich glaub dir kein Wort." Adam schüttelte den Kopf. "Du bist schon daran interessiert, dass mein Kopf auf meinen Schultern bleibt. Sonst hättest du nicht versucht mich zu warnen."

"Ich bin nur daran interessiert, dass ich meinen behalte. Wenn dir was passieren würde… ich will gar nicht wissen, was Hölzer dann mit mir machen würde."

Adam grinste. "Du hast Angst vor Leo? Wer hätte das gedacht?"

"Du bist dir bewusst, was du ihm bedeutest, oder?"

Adam lächelte. "Ja, das bin ich. Womit ich das verdient habe, weiß ich allerdings nicht."

"Ich verstehe es auch absolut nicht. Hölzer ist viel zu gut für dich."

"Ja", seufzte Adam und stieß seine Schulter gegen Esthers. "Danke, Baumann."

"Wofür?"

"Dass du auf mich aufpasst. Auch wenn ich ein Arsch zu dir bin und nicht auf dich höre."

"Werd hier bloß nicht gefühlsduselig", grummelte Esther, gab Adam aber einen Schulterstoß zurück.

Adam nutzte die Gelegenheit und zog Esther für eine einarmige Umarmung in seine Seite.

"Hey, was soll das?", beschwerte sie sich sofort und versuchte sich wegzudrücken, doch Adam ließ nicht locker.

"Weißt du, du bist gar nicht so verkehrt, Baumann."

Esther schlug ihm mit der Faust gegen den Oberschenkel. "Und du bist ein Arsch, Schürk."

"Ich weiß."

"Lass mich los. Jetzt."

"Nein."

"Ich warne dich…"

"Nur noch einen kleinen Moment, Baumann. Ich wäre eben immerhin fast gestorben."

"Ich wünschte, du wärst."

"Tust du nicht."

"Tu ich nicht", seufzte Esther. "Aber wenn du mich jetzt nicht sofort loslässt, polier ich dir die Fresse."

"Schon überredet." Adam ließ Esther los und griff nach der Zigarette hinter seinem Ohr, um sie sich doch noch anzustecken.



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