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Team: Mittelerde
Challenge: R/I - Versäumtes nachholen (fürs Team)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk/Leo Hölzer
Wörter: ~ 780
A/N: eine Achterbahn der Gefühle und beim Schreiben und hab ich schon mal erwähnt, dass ich keine Ahnung habe, was ich tue? (Folgt irgendwann auf die Soulmate AU, die ich für den dazugehörigen Prompt geschrieben habe)



"Adam?" Leo klang verblüfft und seine Augen wanderten über seinen Balkon, nahmen die Szenerie, die sich ihm bot, in sich auf. "Was ist denn das hier?"

Adam trat zu ihm auf den mit Lichterketten geschmückten Balkon hinaus und stellte den Salat, den er gerade noch frisch angerührt hatte, auf den kleinen Klapptisch, den er bereits für zwei gedeckt hatte und auf dem Teelichter in kleinen, bunten (wie Caro gesagt hatte) Gläschen, die er in Leos Schrank gefunden hatte, brannten. "Etwas das schon längst überfällig ist", sagte er und lächelte Leo trotz allem etwas unsicher an. Zu wissen, dass er Leos Soulmate war, hieß nicht, dass Leo ihn auch immer noch daten wollte.

Doch dem sanften Lächeln auf Leos Lippen und dem Glänzen in seinen Augen nach zu urteilen, bestand Grund zur Hoffnung.

"Möchtest du dich setzen?"

"Sehr gerne."

Sie setzten sich und Adam bot Leo etwas von dem Salat an.

Leo nickte und fragte dann, mit einem frechen Grinsen: "Selbstgemacht?"

"Was glaubst denn du? Dass ich dir zu unserem ersten Date die Fertigscheiße aus dem Supermarkt vorsetze?"

"Hätt ich dir zugetraut."

"Na danke auch. Du hast ja Vertrauen in mich."

"Ich hab gesehen, wie du Instant-Ramen ohne Wasser gegessen hast."

"Ist halt lecker."

Leo schüttelte lachend den Kopf. "Dein Geschmack ist in mehrfacher Hinsicht fraglich."

"Ach, ist das so?"

Leo nickte. "Deine Haare zum Beispiel." Er grinste und schob sich eine Gabel mit Salat in den Mund.

"Meine Haare? Was ist mit meinen Haaren?"

"Die Farbe?" Leo sagte das so, als wäre es doch wohl offensichtlich, dass er die Farbe meinte, und Adams Brust zog sich fast schmerzhaft zusammen. Farbe. Immer diese scheiß Farbe.

Leos Lächeln tropfte von seinem Gesicht und seine Augenbrauen zogen sich zusammen. "Adam? Hab ich was falsches gesagt?"

Adam schüttelte den Kopf und senkte seinen Blick auf die Teelichter, die zwischen ihnen brannten. Warum musste alles immer und immer wieder Adam vor Augen führen, dass er immer noch keine Farbe sehen konnte? Dass der Mann, den er liebte, nicht sein Soulmate war?

"Hey, Adam… Was ist los?" Leos Hand legte sich auf Adams, die auf dem Tisch neben seinem Teller lag. "Das war nicht ernst gemeint mit deinen Haaren. Ich mag deine Haare, genau so, wie sie sind." Leo streichelte ihm sanft mit dem Daumen über den Handrücken.

Adam entspannte seine Hand und schob seine Finger zwischen Leos.

"Adam? Bitte sieh mich an." Leo drückte seine Hand und Adam sah langsam auf. Sah auf in im Kerzenlicht leuchtende Augen. Und für einen Moment, für einen noch so kleinen Moment, hatte Adam den Eindruck, dass sie nicht mehr schwarz-weiß waren.

Adam schossen Tränen in die Augen und er kniff sie zusammen. Das war alles nur Einbildung, anders konnte es nicht sein.

„Hey... warum weinst du denn jetzt?“ Leo stand auf und kniet sich vor Adam, ihre Hände immer noch verschränkt. Seine freie Hand legte er an Adams Wange, wischte ihm die Tränen weg und Adam lehnte sich in die Berührung. „Adam, ich liebe dich, genau so wie du bist, hörst du?“

Adam schniefte und musste sich räuspern, damit seine Stimme funktionierte. „Auch wenn ich die Welt immer noch in schwarz-weiß sehe?“

„Auch dann, Adam. Du bist mein Soulmate und ich liebe dich. Und wenn du mich nur annäherungsweise genauso magst, wenn du mich lieben kannst, auch wenn ich nicht dein Soulmate bin, dann ist mir das genug. Es gibt so viele Menschen, die miteinander glücklich sind, obwohl sie ihren Soulmate nie getroffen haben. Dass ich dich getroffen habe und dass du du bist, das ist das schönste, was mir je passiert ist. Und ich will das, dich nicht mehr missen.“

„Auch wenn ich dir dein Leben nur schwer mache?“, wollte Adam wissen und sah Leo an, der ihn mit so viel Liebe ansah, dass Adam ganz warm wurde.

„Ich liebe dich, was gibt es da anderes zu sagen?“ Leo richtete sich ein Stück weiter auf und drückte Adam einen sanften Kuss auf die Lippen. Genau so, wie er es damals, vor 16 Jahren getan hatte. Doch dieses Mal, war Adam nicht zu feige, ließ sich nicht von seinem Kopf abhalten, seinem Herzen zu folgen. Er legte seine Hand in Leos Nacken und zog ihn wieder an sich heran, blickte einen Moment in diese wunderschönen Augen, die einmal mehr zu leuchten schienen, dann schloss er die Lücke zwischen ihren Mündern und küsste Leo. Küsste Leo, so wie er es verdient hatte, geküsst zu werden. Zärtlich, mit Liebe und Hingabe, und es war das beste Gefühl, was Adam je gehabt hatte. Ja, Leo war der eine für ihn. Soulmate hin oder her. Er wünschte sich nur, dass er das damals, bei ihrem ersten Kuss, schon realisiert hätte.



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