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Team: Mittelerde
Challenge: Kink/Smut – mit jemand fremdem – fürs Team
Fandom: Ateezerton (Ateez, Bridgerton!AU)
Titel: Kapitel 2
Inhalt: Auf dem Maskenball trifft Wooyoung einen schönen Fremden.
Anmerkung: Kapitel 1 Es ist Smut mit Worldbuilding geworden, AU essen Künstlerseele auf...



Kapitel 2

Yeosang hatte sie lächelnd am Eingang begrüßt und mit einem Wink an den livrierten Dienern vorbeigeschleust. Rasch huschten sie in einen Seitengang und verschwanden hinter einer Papierschiebetür.

„Da seid ihr ja!“ Er trug ein aufwändiges gelbblaues Kostüm und eine juwelenbesetzte Schlangenmaske, die seinen Kopf und Nacken vollständig bedeckte. Jeder Schritt, den er machte, wurde von einem feinen Klingeln untermalt. „Wo sind eure Kostüme?“

„Hier“, sagte Mingi, und zauberte vier leicht feuchte Stoffmasken mit halbherzig angenähten Tierohren aus seiner Tasche. „Es stehen zur Auswahl: Ein Bär, eine Giraffe, ein Hund und… ein anderer Hund.“

Yunho prustete, griff sich einen der Lappen und band ihn ohne zu zögern um seinen Kopf. Die Maske war vermutlich einmal golden gewesen, jetzt schimmerte sie eher straßenköterblond und Yunho schüttelte sich, dass die Schlappohren schlackerten. „Wau wau!“, machte er und grinste in die Runde. Mingi lachte aus vollem Hals, Wooyoung pflichtschuldigst und Jongho starrte sie missmutig an.

„Ich hätte dir die Kostüme nicht überlassen sollen“, murmelte er und griff mit Todesverachtung nach der Bärenmaske. „Die verbergen doch nichts!“

„Du willst doch was trinken, oder?“, erwiderte Mingi ungerührt und band sich die Giraffenmaske um. Eins der Hörner war abgeknickt und er pustete es ungeduldig aus seinem Blickfeld. „Außerdem wirst du mir noch dankbar sein, wenn du den Mund für andere Dinge freihast.“

Jongho blinzelte – und lief dann zu Mingis endloser Belustigung puterrot an.

„Hast du nur sowas im Kopf?!“, fauchte er und verschränkte die Arme vor der Brust. „Du bist ja schlimmer als Hongjoong!“

„Und du offensichtlich zu jung, um hier zu sein, wenn dich das schon aus der Fassung bringt!“

„Jetzt seid endlich still, alle beide!“ Wooyoung verdrehte die Augen, schnappte sich die letzte Maske und verpasste sowohl Jongho als auch Mingi einen Schlag gegen die Schulter. „Haltet euch von allen fern, die euch erkennen könnten, dann reichen die Masken aus. Hör auf ihn zu ärgern, und du hör auf, so miesepetrig zu sein“, fügte er mit einem strengen Blick auf Jongho hinzu. „Yeosang verdient fröhliche Besucher!“

Yeosang, der das Schauspiel stumm betrachtet hatte, neigte huldvoll den Kopf. „Ich habe noch ein altes Kostüm übrig, Jongho“, sagte er, ein wenig gedämpft hinter seiner Maske, „das leihe ich dir.“

„Danke“, murmelte Jongho, streckte Mingi die Zunge raus und tauchte dann elegant unter dem Faustschlag seines Bruders hinweg.

„Wen stellst du eigentlich dar?“, fragte Wooyoung. Er verknotete die Seidenbänder hinter seinem Kopf und warf Yeosang ein breites Lächeln zu. Er mochte ihn, so wie man die Freunde seiner kleinen Brüder eben mochte. Yeosang ging seit Jahren bei ihnen ein und aus, obwohl seine Familie ein ganzes Stück über ihrer eigenen angesiedelt war. Aber Yeosangs Eltern waren Exzentriker, ständig auf Reisen, von denen sie seltsame Gegenstände und Konzepte mitbrachten, und sich kaum um ihren Sohn oder dessen Umgang kümmerten. Yeosang war die meiste Zeit allein in diesem riesigen Haus und Wooyoung fragte sich nicht zum ersten Mal, wie er das aushielt. Was die anderen von ihm hielten, wusste er nicht, aber Wooyoung empfand Mitleid mit ihm und bemühte sich, stets freundlich zu ihm zu sein.

Er lächelte also und berührte ganz sanft die perlenbestickten, wallenden Stoffbahnen, die an der Schulter von Yeosangs Toga befestigt waren. „Es sieht umwerfend aus.“

„O-oh“, hauchte Yeosang. Er klirrte, als er sich bewegte, ein kleines Stück näher an Wooyoung heran trat und ihm das Kostüm in all seiner Pracht zeigte, die meterlangen Spitzenstickereien, gefärbte Seiden- und Damastbänder, die in allen Farben schillerten und die aufwändige, schwere Maske, die nur seine Augen freiließ.

„Ich bin Hehet“, erklärte er, ein wenig atemlos. „Die ägyptische Göttin der Unendlichkeit mit dem Schlangenkopf.“

„Göttin?“, fragte Yunho skeptisch, doch Yeosang schaute nur weiterhin Wooyoung an und ignorierte die Frage.

Wooyoung lächelte. „Es passt zu dir“, sagte er freundlich. „Etwas weniger ausgefallenes hätte ich nicht erwartet.“

Yeosangs Augen begannen zu strahlen. „Du kannst es ausprobieren, wenn du möchtest“, murmelte er. „Mein Kostüm. Es würde dir bestimmt gut stehen.“

Ein heiteres Lachen stahl sich aus Wooyoungs Mund. „Das ist großzügig von dir, Yeosang, aber das kann ich nicht annehmen. Du sollst uns allen heute die Schau stehlen!“

„Wird wohl nicht schwierig werden“, murmelte Jongho, doch Wooyoung ignorierte ihn und tätschelte Yeosangs Schlangenkopf, bevor er sich umdrehte, seine Hundeohren nach hinten warf und die Schiebetür wieder aufriss.

„Also, Freunde. Auf geht’s!“

---

Ein paar Stunden später hatte Wooyoung getrunken, gespeist und getanzt und keinen einzigen Menschen getroffen, den er kannte (oder vielmehr erkannte).

Mingi und Yunho hatte er keine drei Schritte hinter ihrer kleinen Nische an den Tisch mit Süßwaren und Alkohol verloren und Yeosang und Jongho verschwanden in den privaten Flügeln des Gebäudes, um das zweite Kostüm zu suchen.

„Warte auf uns!“, bat Yeosang, doch Wooyoung tat einen Teufel und lenkte seine Schritte durch die große Halle hin zum Garten, hinein in das größte Getümmel.

Überall waren lange bodennahe Tische aufgebockt worden, an denen Dutzende von Kostümierten saßen und versonnen vor sich hin schmausten, manche in wallenden, altertümlichen Roben, manche wie Wooyoung nur in feinen westlichen Anzügen und mit dünnen Stoffmasken angetan. Yeosangs Eltern thronten wie das Kaiserpaar über ihnen, ebenfalls in ägyptischen Kostümen, die Sonnengötter des Abends und die Tänze, moderne westliche Reigen, fluteten durch den Raum und die Gärten.

Er würde es niemals laut zugeben, aber Hongjoongs Tanzstunden machten sich bezahlt. Wooyoung kannte alle Schritte, reihte sich ein in den Reigen oder in die Fächertänze, führte Damen und Herren an den Händen um sich herum, erwiderte neugierige Blicke, die unter seine Maske zu schlüpfen versuchten und lachte, wenn er allzu forschen Tanzpartnern mit einem eleganten Schritt entkam.

Er merkte, dass er nach jedem Glas Soju lauter und ausgelassener sprach, sich Komplimente aus seinem Mund stahlen, die er sonst nie gewagt hätte, doch die Maske schützte ihn. Er konnte tun und lassen, was er wollte.

Das nächste Lied begann, schrill, trällernd, auf und ab, wie sein aufgepeitschtes Blut und Wooyoung sah sich plötzlich einem neuen Tanzpartner gegenüber; einem hochgewachsenen, schlanken Kerl, maskiert als Katze, der direkt vor ihm stand.

Ein Umhang hüllte ihn dicht wie schwarzes Pantherfell ein, darunter lugten dunkle Samthandschuhe hervor, die mit feinen Krallen aus Sternsaphiren bestückt waren. Sie glänzten hart und eiskühl im Licht der Laternen und Wooyoung sah einen Moment lang seine eigene entblößte Schulter unter ihnen. Ein Stechen wie von Nadeln auf der Haut jagte seinen Rücken hinab, ehe er sich von dem Anblick losriss und auf die spitzbezahnte Maske schaute.

„Hast wohl keine Angst vor mir, Kätzchen“, sagte er leise. Er erkannte nicht einmal die Haarfarbe seines Gegenübers, nur dunkelverschattete Augen unter dem schwarzen Kunstfell und einen feinen, leicht geöffneten Mund. Wooyoung erahnte dennoch seinen Blick, oder zumindest brannte der Soju wie Feuer auf seinen Wangen und behauptete, dass er das tat. Er wollte spielen und jemanden haben, der mit ihm spielte.

Die Katze atmete hörbar aus. „Vor dir doch nicht“, sagte er. Seine Stimme zitterte, auch wenn er es zu unterdrücken versuchte. Wooyoung leckte sich die Lippen, und dann, innerhalb eines Herzschlags entschied er sich dazu, etwas sehr Gewagtes, sehr Gefährliches, sehr Dummes und wundervolles zu versuchen.

„Unvorsichtig“, hauchte er, dann packte er seinen Kater und zog ihn enger an sich, enger als es sich für diesen Tanz geziemte. Ein Arm schlang sich sofort um seine Taille, die Krallen verfingen sich in seiner Seite, als wollten sie niemals wieder loslassen und Wooyoung ertrank fast in dem schwarzen Mantel.

„Tanz mit mir“, flüsterte Wooyoung und er fühlte seinen Kater erschauern, einen Moment lang wurde der Griff noch fester, bis Wooyoung fast die Luft wegblieb. Der Blick aus der Tiefe der Maske heraus glühte plötzlich, der Mund lächelte.

„Solang du willst.“

--

Zum zweiten Mal an diesem Abend ging Wooyoungs Plan auf.

Sie tanzten, einen Tanz und noch einen, dicht aneinander gepresst, die Hitze stieg bis in Wooyoungs Haarspitzen hinauf, jedes Atmen seines Partner fühlte er über seine Wange und seinen Nacken hinweg streichen, er wünschte sich, es würde tiefer reichen, seinen Kragen hinunter und weiter…

Er wollte etwas, sein Körper schrie förmlich danach. Sein Herz und seine Lungen randalierten hinter seiner zu engen Weste und trieben ihn schließlich dazu, seinen Kater an der Hand zu packen, und wegzuziehen vom Licht und von den Feiernden, bis in den dunkelsten Teil des Gartens hinein.

Als eine weiche Hecke aus Stechpalme ihnen den Weg versperrte, wandte er sich um, heftig atmend, als wäre er zehn Li weit gerannt. Der andere atmete nicht minder schwer, doch er löste seine Finger vorsichtig aus Wooyoungs Klammergriff und verbarg sie zu Fäusten geballt an seiner Seite.

„Ich weiß, was du vorhast“, keuchte er und durch Wooyoungs heißes Wollen schoss ein Funken eiskalten Verstandes, der ihn innehalten ließ. „Ich will nur wissen, ob du dir sicher bist.“

Der Funke verglühte. Wooyoung lachte, kehlig, übertrieben laut, von Soju befeuert. „Meinst du, ich hätte dich sonst hergebracht?“

Der andere gluckste. „Verrückter Hund“, murmelte er, doch dann streckte er die Hand aus, legte sie zärtlich an Wooyoungs Wange und hob seinen Kopf, bis er ihm direkt in die Augen sehen musste.

Wooyoungs hämmerndes Herz setzte aus, sein Mund fiel auf, ohne, dass er es wollte, die Handschuhe und die aufgenähten Krallen brannten sich in seine Haut, bis sein Wagemut als heißer pochender Stern direkt in seinem Bauch zusammenschmolz.

Es war zu düster, um irgendetwas zu erkennen, doch er erahnte das feine Lächeln, das sich auf dem Gesicht seines Katers ausbreitete. Ein Frohsinn erfüllte ihn, sie beide, sie grinsten, und dann plötzlich drängte sein Kater sich an ihn, zog ihn zu sich, seine Finger auf Wooyoungs Taille und an seinem Jackett, und sein Mund eine Haaresbreite von Wooyoungs eigenem entfernt, schon wieder zögernd, die Maske war im Weg, Wooyoung wollte nicht warten, neigte den Kopf und endlich lagen warme, weiche Lippen auf seinen, seine Zunge schmeckte Wein und Soju, verdammt sei alles, das hier wollte er, die Zeit stand still, nur das hier war noch wichtig, der Rest seiner Gedanken weggerissen von Zähnen und Zunge, die sich in seinen Hals gruben.

Sein Kater atmete, winselte fast, und hauchte etwas gegen seinen Kragen.

„Mach“, keuchte Wooyoung, ohne zu wissen, wofür er seine Zustimmung gab, „mach einfach!“

Sein Jackett stand plötzlich offen, Finger rissen an seinem Hemd, an seiner Weste, ein Knopf machte sich auf und davon, Wooyoung lachte, sein Kater ebenfalls, erstickt in Küssen, in Lippen, in empfindsamen, lieben Worten, dann machten sich die Hände wieder auf der Suche nach… nach bloßer Haut, ja, nach Wooyoungs Hüften, seinem Bauch, er spürte erst Krallen und dann endlich nackte lange Finger, die sich unter seine Weste schoben und er warf den Kopf zurück, seine Maske verhakte sich in den Blättern der Stechpalme, er stöhnte laut, ihm fehlte ein Name, irgendetwas, er wollte in die Nacht hinausschreien…

„Wooyoungie…“

Wooyoung erstarrte, die Finger auf ihm ebenso. Er riss den Kopf wieder nach unten, starrte seinen Kater an, das Dunkel verbarg ihn zu gut, doch er hielt ihn plötzlich stocksteif umklammert, sprungbereit, als erwarte er einen Faustschlag.

„Was hast du gesagt?“, fragte Wooyoung, doch bevor er Angst oder irgendetwas anderes haben konnte, raschelte die Hecke.

„Wooyoung? Bist du das?“

„Yun-Yunho?“

Sein Kater reagierte sofort. Er schob Wooyoung eine Armlänge von sich, klaubte die Maske aus den Zweigen und zerrte sie ihm aufs Haar, zog am Jackett bis es wenigstens die Hälfte von Wooyoungs Brust verdeckte, dann packte er den Hemdstoff und stopfte ihn so schnell es ging in Wooyoungs Hosenbund, bevor er drei Schritte nach hinten machte und mit der Dunkelheit verschmolz.

Eine Sekunde später raschelte es erneut neben Wooyoung, es knackte und dann krachte Yunho durch die Hecke.

„Hier bist du!“, rief sein Bruder. Er hatte seine Maske ebenfalls verloren, und sein Jackett hing locker über seiner Schulter. „Was machst du hier?“

„Ich…“, begann Wooyoung, doch er wusste nicht, was er antworten sollte. Sein Kopf schwamm mit einem Mal, Soju, Absinth, Champagner, Küsse, Wärme, sein Kater… Aber Yunho fuhr bereits fort: „Wir müssen schleunigst nach Hause, Mingi hat das Buffet angezündet.“

„Was?!“

„Vielleicht auch die Kutte der Gastgeberin, ich bin mir nicht sicher, ich war beschäftigt, aber los, komm jetzt, Jongho wartet schon auf uns…“

Damit packte sein Bruder ihn und zerrte ihn den Weg entlang zum Haus. Wooyoung stolperte hinter ihm her, wandte hastig den Kopf, doch von seinem Kater war keine Spur mehr zu sehen.

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