Team: Mittelerde
Challenge: Heldenreise – Der Held in seiner Welt – fürs Team
Fandom: ATEEZ (Kpop-Boyband), in einem AU zu „Bridgerton“ (mittelgute Netflix-Sendung) ab jetzt genannt Ateezerton
Titel: Kapitel 1
Inhalt: Wooyoung und seine Brüder schleichen sich auf einen Ball ein.
Anmerkung: Dieses AU ist noch unlogischer als die Netflix-Sendung, enthält dafür aber deutlich mehr hübsche knutschende Jungs. Es spielt in Fantasy-Korea in einer Fantasy-Epoche und die Regeln mache ich. Muhahhaha.
Kapitel 1
Endlich mal nicht pauken, endlich mal eine Nacht ohne Benimmregeln und Hongjoons ständige Ermahnungen und endlich mal wieder eine Nacht unter Leuten, die nicht aus seinen Brüdern oder der Dienerschaft bestanden.
Mit diesem Mantra hatte Wooyoung sich selbst überzeugt, bei Yunhos aberwitzigem Plan mitzumachen, der ihn aus seinem Schlafzimmerfenster hinaus, die Balustrade hinunter, von ihrem Anwesen fort, das halbe Stadtviertel hindurch, die Uferpromenade entlang und schließlich, wenn alles gut ging, die Treppen hinauf in die prachtvoll geschmückte Eingangshalle der Familie Kang führen würde.
Mingi und Yunho hatten auf dem ganzen Weg bisher abwechselnd gejohlt und sich gegenseitig niedergezischt, während Jongho mit gesenktem Kopf voran gestiefelt war, und vermutlich ihr enges verwandtschaftliches Verhältnis verfluchte.
Wooyoung hatte gar nichts gesagt, sondern die warme Nachtluft genossen, die mit den Düften von Blauregen und Holunder schwanger ging, während ihre Schritte auf dem schwarzen Kopfsteinpflaster widerhallten.
„Hongjoong wird uns umbringen“, sagte Mingi da (etwa zum zehnten Mal) und kicherte. Was auch immer er und Yunho abwechselnd aus der kleinen Phiole aus seiner Brusttasche tranken, sorgte anscheinend für abnorme Heiterkeit im Angesicht des sicheren Todes.
„Wenn er uns erwischt, weil ihr Lärm macht wie die Derwische, dann mit Sicherheit!“, fauchte Jongho, der nichts aus der Phiole abbekommen hatte.
„Du hättest uns ja nicht mitnehmen brauchen“, erwiderte Yunho fröhlich und prostete ihm zu. Mingi riss ihm die Flasche aus den Händen und trank so gierig, dass er fast nach hinten kippte.
„Stimmt“, sagte er dann, während er sich den Mund abwischte. „Kang Yeosang ist dein Freund, du hättest auch allein zu diesem Ball gehen können. Ach nein, warte…“ Mingi riss die Augen auf und schlug sich theatralisch vor die Stirn, „hättest du nicht, du hast viel zu viel Angst, dich alleine wegzuschleichen!“
„Ihr habt einfach an der Tür gelauscht, als Yeosang mir davon erzählte!“, rief Jongho voller Empörung, doch gegen das hämische Gelächter seiner drei Brüder kam er nicht an, also warf er nur die Arme in die Höhe und lief ein ganzes Stück voran.
Normalerweise würde Wooyoung ihn wenigstens ein bisschen in Schutz nehmen, aber heute Nacht hatte er beschlossen, sich nur um sich selbst zu kümmern, sich hemmungslos zu betrinken und dann zu schauen, wo die Nacht ihn hintrieb.
Für Wooyoung tickte nämlich seit Monaten eine Uhr mit Zeigern scharf wie Fallbeile, die er heute Nacht zum Stillstand zwang.
Sein Debüt stand kurz bevor.
Es war das erste in der ganzen Familie nach dem Tod ihrer Eltern und Hongjoong, als erster Sohn und Familienoberhaupt kannte keinerlei Gnade. Er triezte Wooyoung mit Benimmunterricht, Studien in Unternehmensführung (als ob Wooyoung seit seinem Schulabschluss irgendwas anderes machte als Unternehmensführung!), Abstammungskunde, Tanzstunden, und was ihm noch so einfiel und wofür man Lehrer und Lehrerinnen bezahlen konnte. (Bei einer Unterweisung in Falknerei hatte Wooyoung aufgegeben und wütend und zerkratzt gefragt, ob Hongjoong vorhabe, ihn so weit unter Stand zu verheiraten, dass er seine Hasen selbst fangen müsse. Es war das einzige Mal, dass er gegen die Übermacht seines Bruders gewonnen hatte).
Wooyoung seufzte und atmete tief ein. Die Luft schmeckte nach gesüßtem Tee. Seine Brust spannte gegen die Knöpfe und Stoffbahnen einer viel zu engen grünschwarzen Weste, die er nur deshalb angezogen hatte, weil er wusste, dass sie Hongjoong nicht gefiel und er sich darin umso mehr.
Ein paar Wochen blieben ihm noch vor dem offiziellen Debüt und er wusste ja, dass Hongjoong nur das Beste für ihn, nein, für sie alle wollte. Vermutlich stand er genauso unter Spannung wie Wooyoung und sobald die Feierlichkeiten im Tempel hinter ihnen lagen, würde er sich bestimmt wieder entspannen und Wooyoung könnte einer anstrengenden, aber ziellosen Saison entgegen sehen. Es gab schließlich hunderte Töchter und Söhne, die zu ihm passten (wenn auch vermutlich niemanden, der so dermaßen vielfältig ausgebildet worden war wie er), wenn er niemanden fand, dann nur weil die Zeit nicht reichte, um alle kennenzulernen.
Yunhos Stimme und ein sanfter Schlag gegen seine Schulter rissen Wooyoung aus seinen Gedanken.
„Mach dir keine Sorgen“, sagte sein Bruder. „Hongjoong wird uns nicht erwischen, er wollte schließlich noch in der Hutmacherei vorbeischauen und Seonghwa nimmt ihn danach zu pansori* in die Oper mit.“
Das waren natürlich alles Dinge, die Wooyoung schon wusste, er hatte immerhin selbst dafür gesorgt, dass Seonghwa ausschließlich Hongjoong einlud, mit einem scheinbar beiläufigen Kommentar darüber, wie Mingi sich bei einer pansori-Vorstellung machen würde. Seonghwa war erbleicht und hatte dann genau das getan, was Wooyoung wollte.
Er strahlte Yunho verschmitzt an. „Mingi ist derjenige, der sich sorgt.“
„Schon“, erwiderte Yunho, „aber Mingi wird auch nicht geteert und gefedert, wenn Hongjoong ihn zu fassen bekommt.“
„Du hast eine seltsame Art, mich zu beruhigen“, murmelte Wooyoung, doch Yunho hielt ihm nur die Phiole entgegen.
„Komm schon, Brüderchen. Auf die traditionelle Kulturveranstaltung des Abends.“
Wooyoung grinste und nahm die Phiole entgegen. Was er für grünes Glas gehalten hatte entpuppte sich als transparent, aber das Getränk glühte dafür umso giftiger in seinem Inneren. Woher hatte Mingi dieses Teufelszeug? Der erste Schluck brannte ihm die Zunge und das Munddach weg, fegte aber auch wie ein Wirbelsturm alle Gedanken an Hongjoong, Saisons und potentielle Ehepartner aus seinem Kopf hinaus.
„Arirang**“, hauchte Wooyoung verblüfft als er die Flasche absetzte und erwartete beinah, kleine Rauchwölkchen von seinen Lippen aufsteigen zu sehen. Mingi lachte.
„So gut schmeckt es auch wieder nicht!“
Wooyoung ließ das Fläschchen nicht los. In seinem Kopf bettete sich Watte in dichten Reihen zur Ruhe. Hervorragend, dachte er, und dann Was genau?
In diesem Moment rief Jongho: „Wir sind gleich da!“. Sie schlossen rasch zu ihm auf, umrundeten eine enge Kurve und standen endlich vor der hell erleuchteten Villa der Familie Kang. Papierlaternen und bunte Girlanden flatterten hundertfach in alle Richtungen davon, ein Meer aus Gästen in Anzügen, Hanbok***, und Abendkleidern in allen Farben des Regenbogens brandete gegen die Treppen und zerstob in den goldgelben Innenräumen, wo das Raunen erwartungsvollen Frohsinns mit dem Crescendo des Orchesters aus dem Garten um die Wette tönte. Fackeln und beleuchtete Glaskugeln säumten den Aufgang und Wooyoung ließ sich blenden, treiben, Yunho zog ihn weiter, während Mingi endlich seine Krawatte band und in seinen Manteltaschen nach ihren Masken kramte.
Heute Nacht stand die Zeit still.
-----------
* traditionelle koreanische Gesangsdarbietung
** berühmtestes koreanisches Volkslied, das Wort selbst hat keine Bedeutung, da ich aber unheimlich lustig bin, verwende ich es hier wie "Halleluja" :)
*** traditionelle koreanische Kleidung
Challenge: Heldenreise – Der Held in seiner Welt – fürs Team
Fandom: ATEEZ (Kpop-Boyband), in einem AU zu „Bridgerton“ (mittelgute Netflix-Sendung) ab jetzt genannt Ateezerton
Titel: Kapitel 1
Inhalt: Wooyoung und seine Brüder schleichen sich auf einen Ball ein.
Anmerkung: Dieses AU ist noch unlogischer als die Netflix-Sendung, enthält dafür aber deutlich mehr hübsche knutschende Jungs. Es spielt in Fantasy-Korea in einer Fantasy-Epoche und die Regeln mache ich. Muhahhaha.
Kapitel 1
Endlich mal nicht pauken, endlich mal eine Nacht ohne Benimmregeln und Hongjoons ständige Ermahnungen und endlich mal wieder eine Nacht unter Leuten, die nicht aus seinen Brüdern oder der Dienerschaft bestanden.
Mit diesem Mantra hatte Wooyoung sich selbst überzeugt, bei Yunhos aberwitzigem Plan mitzumachen, der ihn aus seinem Schlafzimmerfenster hinaus, die Balustrade hinunter, von ihrem Anwesen fort, das halbe Stadtviertel hindurch, die Uferpromenade entlang und schließlich, wenn alles gut ging, die Treppen hinauf in die prachtvoll geschmückte Eingangshalle der Familie Kang führen würde.
Mingi und Yunho hatten auf dem ganzen Weg bisher abwechselnd gejohlt und sich gegenseitig niedergezischt, während Jongho mit gesenktem Kopf voran gestiefelt war, und vermutlich ihr enges verwandtschaftliches Verhältnis verfluchte.
Wooyoung hatte gar nichts gesagt, sondern die warme Nachtluft genossen, die mit den Düften von Blauregen und Holunder schwanger ging, während ihre Schritte auf dem schwarzen Kopfsteinpflaster widerhallten.
„Hongjoong wird uns umbringen“, sagte Mingi da (etwa zum zehnten Mal) und kicherte. Was auch immer er und Yunho abwechselnd aus der kleinen Phiole aus seiner Brusttasche tranken, sorgte anscheinend für abnorme Heiterkeit im Angesicht des sicheren Todes.
„Wenn er uns erwischt, weil ihr Lärm macht wie die Derwische, dann mit Sicherheit!“, fauchte Jongho, der nichts aus der Phiole abbekommen hatte.
„Du hättest uns ja nicht mitnehmen brauchen“, erwiderte Yunho fröhlich und prostete ihm zu. Mingi riss ihm die Flasche aus den Händen und trank so gierig, dass er fast nach hinten kippte.
„Stimmt“, sagte er dann, während er sich den Mund abwischte. „Kang Yeosang ist dein Freund, du hättest auch allein zu diesem Ball gehen können. Ach nein, warte…“ Mingi riss die Augen auf und schlug sich theatralisch vor die Stirn, „hättest du nicht, du hast viel zu viel Angst, dich alleine wegzuschleichen!“
„Ihr habt einfach an der Tür gelauscht, als Yeosang mir davon erzählte!“, rief Jongho voller Empörung, doch gegen das hämische Gelächter seiner drei Brüder kam er nicht an, also warf er nur die Arme in die Höhe und lief ein ganzes Stück voran.
Normalerweise würde Wooyoung ihn wenigstens ein bisschen in Schutz nehmen, aber heute Nacht hatte er beschlossen, sich nur um sich selbst zu kümmern, sich hemmungslos zu betrinken und dann zu schauen, wo die Nacht ihn hintrieb.
Für Wooyoung tickte nämlich seit Monaten eine Uhr mit Zeigern scharf wie Fallbeile, die er heute Nacht zum Stillstand zwang.
Sein Debüt stand kurz bevor.
Es war das erste in der ganzen Familie nach dem Tod ihrer Eltern und Hongjoong, als erster Sohn und Familienoberhaupt kannte keinerlei Gnade. Er triezte Wooyoung mit Benimmunterricht, Studien in Unternehmensführung (als ob Wooyoung seit seinem Schulabschluss irgendwas anderes machte als Unternehmensführung!), Abstammungskunde, Tanzstunden, und was ihm noch so einfiel und wofür man Lehrer und Lehrerinnen bezahlen konnte. (Bei einer Unterweisung in Falknerei hatte Wooyoung aufgegeben und wütend und zerkratzt gefragt, ob Hongjoong vorhabe, ihn so weit unter Stand zu verheiraten, dass er seine Hasen selbst fangen müsse. Es war das einzige Mal, dass er gegen die Übermacht seines Bruders gewonnen hatte).
Wooyoung seufzte und atmete tief ein. Die Luft schmeckte nach gesüßtem Tee. Seine Brust spannte gegen die Knöpfe und Stoffbahnen einer viel zu engen grünschwarzen Weste, die er nur deshalb angezogen hatte, weil er wusste, dass sie Hongjoong nicht gefiel und er sich darin umso mehr.
Ein paar Wochen blieben ihm noch vor dem offiziellen Debüt und er wusste ja, dass Hongjoong nur das Beste für ihn, nein, für sie alle wollte. Vermutlich stand er genauso unter Spannung wie Wooyoung und sobald die Feierlichkeiten im Tempel hinter ihnen lagen, würde er sich bestimmt wieder entspannen und Wooyoung könnte einer anstrengenden, aber ziellosen Saison entgegen sehen. Es gab schließlich hunderte Töchter und Söhne, die zu ihm passten (wenn auch vermutlich niemanden, der so dermaßen vielfältig ausgebildet worden war wie er), wenn er niemanden fand, dann nur weil die Zeit nicht reichte, um alle kennenzulernen.
Yunhos Stimme und ein sanfter Schlag gegen seine Schulter rissen Wooyoung aus seinen Gedanken.
„Mach dir keine Sorgen“, sagte sein Bruder. „Hongjoong wird uns nicht erwischen, er wollte schließlich noch in der Hutmacherei vorbeischauen und Seonghwa nimmt ihn danach zu pansori* in die Oper mit.“
Das waren natürlich alles Dinge, die Wooyoung schon wusste, er hatte immerhin selbst dafür gesorgt, dass Seonghwa ausschließlich Hongjoong einlud, mit einem scheinbar beiläufigen Kommentar darüber, wie Mingi sich bei einer pansori-Vorstellung machen würde. Seonghwa war erbleicht und hatte dann genau das getan, was Wooyoung wollte.
Er strahlte Yunho verschmitzt an. „Mingi ist derjenige, der sich sorgt.“
„Schon“, erwiderte Yunho, „aber Mingi wird auch nicht geteert und gefedert, wenn Hongjoong ihn zu fassen bekommt.“
„Du hast eine seltsame Art, mich zu beruhigen“, murmelte Wooyoung, doch Yunho hielt ihm nur die Phiole entgegen.
„Komm schon, Brüderchen. Auf die traditionelle Kulturveranstaltung des Abends.“
Wooyoung grinste und nahm die Phiole entgegen. Was er für grünes Glas gehalten hatte entpuppte sich als transparent, aber das Getränk glühte dafür umso giftiger in seinem Inneren. Woher hatte Mingi dieses Teufelszeug? Der erste Schluck brannte ihm die Zunge und das Munddach weg, fegte aber auch wie ein Wirbelsturm alle Gedanken an Hongjoong, Saisons und potentielle Ehepartner aus seinem Kopf hinaus.
„Arirang**“, hauchte Wooyoung verblüfft als er die Flasche absetzte und erwartete beinah, kleine Rauchwölkchen von seinen Lippen aufsteigen zu sehen. Mingi lachte.
„So gut schmeckt es auch wieder nicht!“
Wooyoung ließ das Fläschchen nicht los. In seinem Kopf bettete sich Watte in dichten Reihen zur Ruhe. Hervorragend, dachte er, und dann Was genau?
In diesem Moment rief Jongho: „Wir sind gleich da!“. Sie schlossen rasch zu ihm auf, umrundeten eine enge Kurve und standen endlich vor der hell erleuchteten Villa der Familie Kang. Papierlaternen und bunte Girlanden flatterten hundertfach in alle Richtungen davon, ein Meer aus Gästen in Anzügen, Hanbok***, und Abendkleidern in allen Farben des Regenbogens brandete gegen die Treppen und zerstob in den goldgelben Innenräumen, wo das Raunen erwartungsvollen Frohsinns mit dem Crescendo des Orchesters aus dem Garten um die Wette tönte. Fackeln und beleuchtete Glaskugeln säumten den Aufgang und Wooyoung ließ sich blenden, treiben, Yunho zog ihn weiter, während Mingi endlich seine Krawatte band und in seinen Manteltaschen nach ihren Masken kramte.
Heute Nacht stand die Zeit still.
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* traditionelle koreanische Gesangsdarbietung
** berühmtestes koreanisches Volkslied, das Wort selbst hat keine Bedeutung, da ich aber unheimlich lustig bin, verwende ich es hier wie "Halleluja" :)
*** traditionelle koreanische Kleidung