Hurt/Comfort - Sieh mich an - fürs Team
Jul. 6th, 2022 10:10 amTeam: Mittelerde
Challenge: Hurt/Comfort – Sieh mich an! – fürs Team
Fandom: Miraculous Ladybug
Titel: Die Katze aus dem Himmel
Inhalt: Nach Cat Noirs Unfall droht ihm eine Rückverwandlung vor jemandem, bei dem er das nun wirklich nicht will.
Anmerkung: Fortsetzung zu hier! Vielen lieben Dank an mein wundervolles Team fürs Brainstorming. <333
Die Katze aus dem Himmel
Sein Bewusstsein kehrte in Wellen zurück.
Zuerst schlich sich Licht in seine Augen, doch bis auf große lila Flächen konnte er nicht viel ausmachen. War der Himmel etwa lila?
Sein Kopf lag auf etwas Weichem, das seine Wangen kitzelte. Seine Schultern, sein Rücken und seine Füße lagen ein winziges bisschen tiefer, kaum merklich eigentlich, und sehr gemütlich, und nach ein paar Sekunden fiel Adrien sogar das Wort dafür ein.
Ein Bett.
Er lag in einem Bett und starrte an eine mit Stoff verhangene Decke.
Dann hörte er eine besorgte, unsichere Jungenstimme. „Cat Noir? Bist du wach?“
Auch hier dauerte es ein paar Augenblicke bis Adriens verdroschenes Hirn das richtige Wort parat hatte:
Luka.
Von allen möglichen Hausbooten war Adrien ausgerechnet auf das der Familie Couffaine gestürzt und lag nun wahrscheinlich in Lukas Zimmer (das eine wirklich hässliche Decke hatte). Sein Tag wurde immer besser.
„Hi“, sagte Adrien, weil ihm nichts Besseres einfiel. Was sollte man schon sagen, wenn man in voller Superhelden-Montur bei irgendwem durchs Dach fiel, und dann auch noch ohnmächtig liegen blieb.
Ein blauer Schopf und nicht minder blaue Augen schoben sich in sein Blickfeld. Beides biss sich mit der Farbe der Decke.
„Hi“, sagte Luka, und schaute Adrien eine Weile lang sehr intensiv an, so als wollte er sichergehen, dass Cat Noir nicht doch noch den Löffel abgab. Was auch immer er sah, schien ihn zu überzeugen.
Luka fing an zu grinsen. „Das sah ziemlich übel aus.“
Adrien kannte dieses Grinsen, natürlich, er kannte ja auch Luka. Es war genau das Grinsen, was sich die Fotografen bei den Shootings von ihm wünschten, verwegen und selbstbewusst, und dabei gleichzeitig mysteriös und einen Ticken überheblich („Nur ein bisschen, damit man neugierig wird! Harte Schale, weicher Kern, verstehst du?“), und Adrien bekam es nie so hin, wie sie wollten. Luka hingegen schien ein Naturtalent zu sein.
„Fühlte sich aber fantastisch an“, sagte Adrien schließlich und wich Lukas Blick aus.
Luka blinzelte. Das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht, und er zog sich auf den Stuhl beim Schreibtisch zurück. Adrien tat sein schnippischer Ton sofort leid. Luka konnte nichts dafür, wie der Tag bisher gelaufen war, und überhaupt, Cat Noir musste ein Vorbild sein!
„Ich würd‘s trotzdem nicht nochmal machen“, schob er also hinterher, und grinste schräg. „Ist das dein Zimmer?“
„Ja. Du bist ziemlich tief gefallen, und weil du an Deck nicht aufgewacht bist, hab ich dich hierher getragen.“
„Ah.“
Adrien holte tief Luft – und jetzt kam auch die letzte Sinneswahrnehmung zurück, und damit voller Wucht sämtliche Schmerzen, die seine gebrochenen Rippen, sein angeknackster Schädel und seine vermutlich verstauchten Gelenke zusammengesammelt hatten.
Er krümmte sich auf Lukas Bett und stöhnte, weil fürs Schreien die Kraft nicht reichte.
„Cat Noir!“
Sofort war Luka wieder bei ihm, legte ihm die Hand auf die Schulter und die Stirn und schüttelte ihn leicht.
„Sieh mich an, Cat Noir!“
Es kostete Adrien Mühe, unter bleischweren Lidern wieder hervor zu blinzeln, sein ganzer Körper wehrte sich gegen jede Art von Bewegung, aber Lukas kühle Hand auf seiner Haut tat gut.Hilflos starrte er zu Luka hinauf, der einen fachmännischen Blick über Adriens Anzug schweifen ließ.
„Du kriegst nicht genug Luft!“, sagte Luka schließlich. Er zog die Brauen zusammen und wiegte den Kopf hin und her. „Soll ich dir den Kragen aufmachen?“
„Ich glaube nicht, dass ich einen Reißverschluss habe“, keuchte Adrien.
„Was?“
„Ehrlich“, sagte Adrien und deutete mühsam auf seinen von Kopf bis Fuß eingehüllten Körper. „Ich kann nur die Glocke und den Gürtel abnehmen.“
Luka runzelte die Stirn. „Und wenn du aufs Klo musst?“
Adrien hielt inne, genau wie der Schmerz in seinen Rippen. Anscheinend fanden auch seine Knochen diese Frage äußerst seltsam.
„Ich musste noch nie aufs Klo“, sagte er langsam, während er gedanklich sämtliche Abenteuer des letzten Jahres durchging. „Als Cat Noir, meine ich.“
„Ah“, machte Luka, doch es klang nicht so, als hätte er das verstanden. Adrien konnte ihm keinen Vorwurf machen, er begriff es ja selbst nicht, und dann sah er Lukas schlecht verstecktes Grinsen und prustete los.
Luka schreckte zusammen. „Du darfst nicht lachen! Tut das nicht weh?“
„Höllisch“, keuchte Adrien. „Ich glaube, ich lach mich gleich tot!“
Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder beruhigten, auch wenn Luka ständig sagte, dass sie aufhören sollten, doch irgendwann wurde das Stechen in Adriens Brust so schlimm, dass er tatsächlich die Klappe hielt.
Er war völlig am Ende, ausgedörrt, und kraftlos.
„Okay“, sagte Luka. Er hatte sich auf den Fußboden vor dem Bett fallen lassen und war Adrien plötzlich ganz nah. „Aus medizinischer Sicht war das wahrscheinlich ziemlich dämlich.“
„Bist du Arzt?“
„Nee, nur Schulsanitäter… jetzt fang nicht schon wieder an!“
„Dann hör auf, lustig zu sein!“
Luka schnaufte, dann legte er die Hände über die Augen und nickte. Adrien konnte sehen, dass er sich auf die Lippen biss, wahrscheinlich um die letzten Reste eines Lachens einzusperren.
Wie süß, dachte er.
„Weiß Ladybug eigentlich, dass du hier bist?“
„Vermutlich nicht. Ist der Teleportmanteur schon besiegt?“
„Wer?“
Adrien stöhnte. „Hast du nichts mitgekriegt? Der Superbösewicht!“
„Oh… sorry, nein, ich war im Kino.“
Luka sah tatsächlich so, aus als würde er sich schämen, weil er nicht den ganzen Vormittag lang in Lebensgefahr geschwebt hatte. „Aber der Eiffelturm steht noch, wenn das hilft?“
Wirklich süß, dachte Adrien, als er ihn so schräg grinsen und ein bisschen hilflos durch das Bullauge deuten sah. Er verstand, warum Luka beliebt war. Freundlich, aufgeschlossen, spielte Gitarre, rettete Jungs wie Mädchen vor Unholden und das obwohl er keine Superkräfte hatte.
Adrien seufzte, stöhnte, weil das wehtat, und seufzte erneut.
Im selben Augenblick begann sein Ring zu piepsen.
Challenge: Hurt/Comfort – Sieh mich an! – fürs Team
Fandom: Miraculous Ladybug
Titel: Die Katze aus dem Himmel
Inhalt: Nach Cat Noirs Unfall droht ihm eine Rückverwandlung vor jemandem, bei dem er das nun wirklich nicht will.
Anmerkung: Fortsetzung zu hier! Vielen lieben Dank an mein wundervolles Team fürs Brainstorming. <333
Die Katze aus dem Himmel
Sein Bewusstsein kehrte in Wellen zurück.
Zuerst schlich sich Licht in seine Augen, doch bis auf große lila Flächen konnte er nicht viel ausmachen. War der Himmel etwa lila?
Sein Kopf lag auf etwas Weichem, das seine Wangen kitzelte. Seine Schultern, sein Rücken und seine Füße lagen ein winziges bisschen tiefer, kaum merklich eigentlich, und sehr gemütlich, und nach ein paar Sekunden fiel Adrien sogar das Wort dafür ein.
Ein Bett.
Er lag in einem Bett und starrte an eine mit Stoff verhangene Decke.
Dann hörte er eine besorgte, unsichere Jungenstimme. „Cat Noir? Bist du wach?“
Auch hier dauerte es ein paar Augenblicke bis Adriens verdroschenes Hirn das richtige Wort parat hatte:
Luka.
Von allen möglichen Hausbooten war Adrien ausgerechnet auf das der Familie Couffaine gestürzt und lag nun wahrscheinlich in Lukas Zimmer (das eine wirklich hässliche Decke hatte). Sein Tag wurde immer besser.
„Hi“, sagte Adrien, weil ihm nichts Besseres einfiel. Was sollte man schon sagen, wenn man in voller Superhelden-Montur bei irgendwem durchs Dach fiel, und dann auch noch ohnmächtig liegen blieb.
Ein blauer Schopf und nicht minder blaue Augen schoben sich in sein Blickfeld. Beides biss sich mit der Farbe der Decke.
„Hi“, sagte Luka, und schaute Adrien eine Weile lang sehr intensiv an, so als wollte er sichergehen, dass Cat Noir nicht doch noch den Löffel abgab. Was auch immer er sah, schien ihn zu überzeugen.
Luka fing an zu grinsen. „Das sah ziemlich übel aus.“
Adrien kannte dieses Grinsen, natürlich, er kannte ja auch Luka. Es war genau das Grinsen, was sich die Fotografen bei den Shootings von ihm wünschten, verwegen und selbstbewusst, und dabei gleichzeitig mysteriös und einen Ticken überheblich („Nur ein bisschen, damit man neugierig wird! Harte Schale, weicher Kern, verstehst du?“), und Adrien bekam es nie so hin, wie sie wollten. Luka hingegen schien ein Naturtalent zu sein.
„Fühlte sich aber fantastisch an“, sagte Adrien schließlich und wich Lukas Blick aus.
Luka blinzelte. Das Lächeln verschwand aus seinem Gesicht, und er zog sich auf den Stuhl beim Schreibtisch zurück. Adrien tat sein schnippischer Ton sofort leid. Luka konnte nichts dafür, wie der Tag bisher gelaufen war, und überhaupt, Cat Noir musste ein Vorbild sein!
„Ich würd‘s trotzdem nicht nochmal machen“, schob er also hinterher, und grinste schräg. „Ist das dein Zimmer?“
„Ja. Du bist ziemlich tief gefallen, und weil du an Deck nicht aufgewacht bist, hab ich dich hierher getragen.“
„Ah.“
Adrien holte tief Luft – und jetzt kam auch die letzte Sinneswahrnehmung zurück, und damit voller Wucht sämtliche Schmerzen, die seine gebrochenen Rippen, sein angeknackster Schädel und seine vermutlich verstauchten Gelenke zusammengesammelt hatten.
Er krümmte sich auf Lukas Bett und stöhnte, weil fürs Schreien die Kraft nicht reichte.
„Cat Noir!“
Sofort war Luka wieder bei ihm, legte ihm die Hand auf die Schulter und die Stirn und schüttelte ihn leicht.
„Sieh mich an, Cat Noir!“
Es kostete Adrien Mühe, unter bleischweren Lidern wieder hervor zu blinzeln, sein ganzer Körper wehrte sich gegen jede Art von Bewegung, aber Lukas kühle Hand auf seiner Haut tat gut.Hilflos starrte er zu Luka hinauf, der einen fachmännischen Blick über Adriens Anzug schweifen ließ.
„Du kriegst nicht genug Luft!“, sagte Luka schließlich. Er zog die Brauen zusammen und wiegte den Kopf hin und her. „Soll ich dir den Kragen aufmachen?“
„Ich glaube nicht, dass ich einen Reißverschluss habe“, keuchte Adrien.
„Was?“
„Ehrlich“, sagte Adrien und deutete mühsam auf seinen von Kopf bis Fuß eingehüllten Körper. „Ich kann nur die Glocke und den Gürtel abnehmen.“
Luka runzelte die Stirn. „Und wenn du aufs Klo musst?“
Adrien hielt inne, genau wie der Schmerz in seinen Rippen. Anscheinend fanden auch seine Knochen diese Frage äußerst seltsam.
„Ich musste noch nie aufs Klo“, sagte er langsam, während er gedanklich sämtliche Abenteuer des letzten Jahres durchging. „Als Cat Noir, meine ich.“
„Ah“, machte Luka, doch es klang nicht so, als hätte er das verstanden. Adrien konnte ihm keinen Vorwurf machen, er begriff es ja selbst nicht, und dann sah er Lukas schlecht verstecktes Grinsen und prustete los.
Luka schreckte zusammen. „Du darfst nicht lachen! Tut das nicht weh?“
„Höllisch“, keuchte Adrien. „Ich glaube, ich lach mich gleich tot!“
Es dauerte eine ganze Weile, bis sie sich wieder beruhigten, auch wenn Luka ständig sagte, dass sie aufhören sollten, doch irgendwann wurde das Stechen in Adriens Brust so schlimm, dass er tatsächlich die Klappe hielt.
Er war völlig am Ende, ausgedörrt, und kraftlos.
„Okay“, sagte Luka. Er hatte sich auf den Fußboden vor dem Bett fallen lassen und war Adrien plötzlich ganz nah. „Aus medizinischer Sicht war das wahrscheinlich ziemlich dämlich.“
„Bist du Arzt?“
„Nee, nur Schulsanitäter… jetzt fang nicht schon wieder an!“
„Dann hör auf, lustig zu sein!“
Luka schnaufte, dann legte er die Hände über die Augen und nickte. Adrien konnte sehen, dass er sich auf die Lippen biss, wahrscheinlich um die letzten Reste eines Lachens einzusperren.
Wie süß, dachte er.
„Weiß Ladybug eigentlich, dass du hier bist?“
„Vermutlich nicht. Ist der Teleportmanteur schon besiegt?“
„Wer?“
Adrien stöhnte. „Hast du nichts mitgekriegt? Der Superbösewicht!“
„Oh… sorry, nein, ich war im Kino.“
Luka sah tatsächlich so, aus als würde er sich schämen, weil er nicht den ganzen Vormittag lang in Lebensgefahr geschwebt hatte. „Aber der Eiffelturm steht noch, wenn das hilft?“
Wirklich süß, dachte Adrien, als er ihn so schräg grinsen und ein bisschen hilflos durch das Bullauge deuten sah. Er verstand, warum Luka beliebt war. Freundlich, aufgeschlossen, spielte Gitarre, rettete Jungs wie Mädchen vor Unholden und das obwohl er keine Superkräfte hatte.
Adrien seufzte, stöhnte, weil das wehtat, und seufzte erneut.
Im selben Augenblick begann sein Ring zu piepsen.