H/C - Selbstverarztung (fürs Team)
Jul. 4th, 2022 05:27 pmChallenge: Hurt/Comfort - Selbstverarztung (fürs Team)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk, Leo Hölzer
Wörter: ~ 780
A/N: folgt hierauf, Adam leidet an seiner Verletzung und an seiner eigenen Dummheit. Und dann ist da Leo mit einem Anflug an Comfort
Mit einem wütenden Schrei warf Adam die Tür seiner Garderobe hinter sich ins Schloss und konnte sich nur mit Mühe davon abhalten, mit den Fäusten auf den nächstbesten Gegenstand einzuprügeln, wie er es sonst normalerweise tat um seinen Frust abzubauen, doch der Schnitt in Adams Hand schmerzte schon genug und, meistens zumindest, war Adam intelligent genug, seine Gesundheit nicht für einen emotionalen Zusammenbruch weiter aufs Spiel zu setzen. Wenn er es irgendwie vermeiden konnte, jedenfalls.
Er warf sich mit einem frustrierten Laut in seinen Garderobenstuhl und legte den Kopf in den Nacken, starrte die gelb anlaufende Decke über sich an. Er war so ein Vollidiot! Wie hatte er nur so scheiße reagieren können? Aus dem Studio laufen! Wieso hatte er das gemacht? Ein Schnitt in den Finger oder die Hand passierte den besten mal, das konnten die Fernsehzuschauer gerne sehen. Und der Schnitt war sicher nicht so schlimm, dass er damit die Show nicht hätte zu ende bringen können; er hatte sich ja keinen Finger abgeschnitten oder so. Er hätte einfach ruhig bleiben sollen, sich von Pia verarzten lassen und diesem Leo Hölzer das vollgeblutete Küchentuch als Erinnerungsstück für seine Niederlage schenken sollen. Das wäre der Move gewesen. Aber nein, was machte Adam? Aus der Haut fahren wie ein Amateur. Dabei waren Hölzers Worte nicht einmal besonders gemein gewesen; der Kerl konnte auch ganz anders, das wusste Adam besser als jeder andere.
„Arschloch“, grummelte Adam. Ob zu sich selbst oder doch gegen Hölzer gerichtet, wusste er nicht. Beides würde zu seiner momentanen Stimmung passen.
Nachdem die erste Wut verebbt war, wandte Adam sich seiner Hand zu. Das Küchentuch, das er sich darum gewickelt hatte, hatte keinen guten Dienst geleistet. Blut war großflächig durch den Stoff hindurch gesuppt und Adam seufzte. Vielleicht war die Wunde doch tiefer als gedacht.
Adam wickelte das Tuch von seiner Hand, wobei jede noch so kleine Bewegung eine Welle Schmerz bis in Adams Ellbogen schickte, und er war erleichtert, als der Stoff nicht an der Wunde klebte. Trotzdem musste er die Zähne zusammenbeißen, als er den tiefen Schnitt in seinem Daumenballen betrachtete, der fröhlich vor sich hin blutete.
Fuck.
Rasch griff er nach den Taschentüchern, die vor dem großen Spiegel in einer geblümten Box lagen, und wischte ein bisschen des Blutes ab, das sich um die Wunde verteilt hatte. Dann griff er nach dem Krug stillen Wassers, aus dem Pia sich vor der Show bedient hatte (und das nur wegen ihr und für sie in Adams Garderobe bereitstehen musste) und schüttete das Wasser vorsichtig über seine Hand. Es war ihm dabei scheißegal, dass sich auf dem Boden vor ihm eine Pfütze bildete, aber er wollte keine Tortenbodenkrümel in seiner Wunde haben, danke.
Nach der gründlichen, allerdings auch sehr schmerzhaften Reinigung, presste er sich einen Stapel Taschentücher gegen die Wunde und sah sich um, ob er irgendwo Verbands- oder sonstiges nützliches Material fand, um seine Wunde zu versorgen, konnte aber nichts entdecken und wünschte sich, er hätte Pias Verbandskasten im Rausstürmen mitzunehmen.
Wo war Pia eigentlich, wenn man sie mal brauchte?
Wie aufs Kommando klopfte es an der Tür.
„Was?“, bluffte Adam trotzdem so unfreundlich wie er konnte, um Pia zu signalisieren, dass es ok war, wenn sie jetzt reinkam. Sie hatte nur so lang gewartet, um ihm Raum zum Runterkommen zu geben, sie kannte das schon und Adam war ihr für diese Umsicht dankbar.
Nur langsam wurde die Tür auf geschoben. Zu Adams Überraschung war es niemand anderes als Leo Hölzer, der seinen Kopf durch den entstandenen Spalt herein steckte.
Adams Herz setzte einen Schlag aus, als er die Sorge in Hölzers Gesicht sah, doch er fing sich rasch wieder und bluffte: „Was willst du hier?“
Hölzer zuckte mit einer Schulter und schob sich ganz an der Tür vorbei in den Raum. „Ich wollt fragen, ob du ok bist...“ Er biss sich unsicher auf seiner Unterlippe herum, was ihn viel jünger wirken ließ als sonst und so gar nicht in das Bild des überheblichen und arroganten, wenn auch verdammt gutaussehenden Möchtegern-Konditormeisters passte, das Adam von ihm hatte.
„Sieht es so aus?“
Hölzer schüttelte den Kopf und schloss die Tür hinter sich. Nur langsam, als hätte er Angst vor Adam, trat Hölzer näher an ihn heran. „Ich hab nicht mitgekriegt, dass du dich geschnitten hast... Ich hätte sonst keinen blöden Kommentar gemacht.“
„Schenk dir deine scheiß Freundlichkeit“, grummelte Adam, obwohl ihm Hölzers scheiß Freundlichkeit irgendwie gefiel. Es war eine ganz andere Seite an ihm, eine die Adam nicht einmal im Traum an diesem Mann vermutet hätte und Adam ertappte sich dabei, wie er das Wort 'Arschloch' aus seinem Leo Hölzer-Vokabular strich, als Leo ihn mit seinen grünen Augen besorgt ansah und auf seine Hand deutete.
„Darf ich mir das mal ansehen?“