Challenge: Fanfic-Tropes/Klischees - Enemies to Lovers (fürs Team)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk, Pia Heinrich, Leo Hölzer (erwähnt)
Wörter: ~ 840
A/N: Nachdem ich den Sonntag mit Johannisbeerenpflücken und Marmeladekochen verbracht habe, kam mir die Idee von den Konditormeistern Adam Schürk und Leo Hölzer... Nein, ich weiß nicht, was mein Hirn macht, aber bitte schön. Ein kleiner Mehrteiler.
„Bist du bescheuert? Das kannst du nicht von mir verlangen!“
„Adam, es ist wichtig“, sagte Pia, in einem Tonfall der jeden anderen vielleicht beruhigt hätte, doch Adam ließ das nur umso mehr an die Decke gehen. Was nicht an Pia an sich lag, sondern nur an der Sache, die sie von ihm verlangte.
„Das mach ich nicht! Vergiss es!“
„Adam. Das wäre der Coup schlechthin. Adam Schürk und Leo Hölzer in einer Show, im direkten Wettkampf, zur Primetime im Fernsehn. Die Leute werden es lieben!“
„Ja, und? Ist mir doch scheißegal. Ich mach keine Show mit diesem Hölzer.“ Adam spuckte den Namen aus, als wäre er besonders eklig. Er hasste diesen Leo Hölzer, diesen Möchtegern-Konditormeister. Dass Adam nicht lachte, die Kreationen von dem Kerl waren durchschnittlich, wenn überhaupt, und mal so überhaupt nicht kreativ oder ausgefeilt. Nie und nimmer war der ein würdiger Gegner.
„Schalt doch einmal dein Hirn ein, Schürk“, griff Pia in die 'nicht-mehr-ganz-so-scheiße-freundlich'-Schublade. „So wie du in der Öffentlichkeit immer über Leo herziehst und Leo im Gegenzug über dich...“
„Ach, du nennst ihn jetzt schon Leo?“, warf Adam grimmig ein, doch Pia ignorierte ihn.
„Es macht Sinn, dass ihr euch endlich mal persönlich gegenüber tretet, meinst du nicht? Stell dir nur die Schlagabtäusche vor, die ihr euch gegenseitig an die Köpfe werfen könnt, während ihr ein für allemal klärt, wer von euch die Nase vorn hat.“
Scheiße verdammte, Pia hatte recht. Wie so oft.
Adam stieß ein frustriertes Grummeln aus.
„War das ein Ja?“, fragte Pia grinsend nach und sie musste sich sehr bemühen, nicht auf und ab zu hüpfen, das konnte Adam ihr ansehen. Wie konnte man als Manager nur so scheiße fröhlich sein?
Adam grummelte erneut. „Wenn ich Hölzer vor laufender Kamera den Kopf einschlage, geht das auf deine Kappe, alles klar?“
„Perfekt.“ Pia grinste noch breiter und schoss vor, um Adam einen fetten Kuss auf die Wange zu drücken, wofür sie sich an seinen Schultern hochziehen musste, denn Adam beugte sich sicher nicht zu ihr runter. Diese miese Verräterin.
Drei Wochen und etliche Schlagabtäusche in den sozialen Medien und Interviews zu dem Event später, war der Tag endlich gekommen.
Adam hatte noch schlechtere Laune als ohnehin normal für ihn war, da er in der Nacht kein Auge zu bekommen hatte, und bluffte jeden an, der ihm zu nah kam. Was zum Glück nicht allzu viele waren, denn er war für seine ruppige Art bekannt.
Nur mit Mühe schaffte er es, die junge Frau von der Maske nicht aus der Garderobe zu vergraulen, was mit Sicherheit nur an Pias Anwesenheit lag, die der Frau immer wieder aufmunternd von ihrem Platz in der Raumecke zulächelte, bis sie fertig war.
„Und, bereit?“, wollte Pia wissen, als Laufbursche an die Garderobentür klopfte und vermeldete, dass sie in 5 Minuten mit den Dreharbeiten beginnen würden.
„Hölzer platt zu machen? Immer.“ Adam war bewusst, dass er weniger bissig klang, als gewollt. Es war einfach... es fühlte sich irgendwie falsch an. Er wollte Leo Hölzer immer noch besiegen, das war es nicht, aber...
Drei Wochen lang, hatten sie sich im Internet quasi bekriegt, Adam hatte ausgeteilt und Hölzer hatte ebenso gut zurückgegeben, und Adam... er hatte es geliebt. Noch viel mehr, als zuvor schon, als er einfach weil dieser Hölzer wirklich unfähig war und absolut zu unrecht als sein größter Konkurrent gehandelt wurde, gegen ihn ausgeteilt hatte. Als Adam den anderen Mann noch aus tiefstem Herzen gehasst hatte.
Doch dieses Gefühl hatte sich in den letzten Wochen verändert. Langsam, schleichend, fast kaum merklich, mit jedem Schlagabtausch und jedem Video oder Interview mehr, das Adam sich, natürlich nur als Vorbereitung für die Show, angesehen hatte. Er hatte es anfangs tatsächlich gar nicht bemerkt, doch vor einer Woche dann, war ihm plötzlich klar geworden, dass er schon lange nicht mehr genervt war, wenn Hölzer ein besonders gutes Comeback auf einen von Adams Angriffe gehabt hatte, oder wieder ein neues Video auf seinem Channel erschien. Nein, er freute sich darüber. Es ließ sein Herz jedes Mal ein paar Mal extra schlagen und wenn Adam jetzt gegen Hölzer austeilte, dann freute er sich schon beim Posten auf Leos Antwort.
Und das war noch nicht alles: er hatte in den letzten Wochen festgestellt, wie gut Leo Hölzer aussah. Früher hatte sein Fokus immer nur darauf gelegen, was Hölzer da gerade in seinen Videos fabrizierte, die Torten oder die aufwändigen Schokolade- und Zuckerkonstruktionen. Jetzt waren es Leo Hölzers Hände, die seinen Blick festhielten, seine wunderschönen, relativ kleinen, aber talentierten Hände, die bemerkenswertes aus den Lebensmitteln zauberten, und Leo Hölzers Gesicht mit seinen verdammten grünen Augen und diesem verdammten Lächeln, das Adam so wahnsinnig machte und sein Herz rasen ließ.
Scheiße.
„Na dann mal los“, rief Pia fröhlich aus und riss die Tür der Garderobe auf.
'Na dann mal los', dachte Adam nicht halb so enthusiastisch und hievte sich von seinem Stuhl. 'Du schaffst das, Adam. Schau ihn einfach nicht an und konzentrier dich. Sei einfach dein übliches Arschloch-Selbst, es wird schon keiner was merken.'
Adam hatte in seinem ganzen Leben noch nie so falsch gelegen.