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Team: Mittelerde
Challenge: Angst - Verlust eines Sinns – fürs Team
Fandom: Miraculous Ladybug (ich bräuchte ein tag!)
Titel: Die Katze durch das Blechdach
Inhalt: Cat Noir hat einen Unfall.
Anmerkung: “Miraculous Ladybug“ ist ein Magical-Girl-Cartoon, den ich von Herzen dolle liebe. Die Superheldin Ladybug (die sich mithilfe des Wesens Tikki verwandelt) heißt im wahren Leben Marinette, und ist schwer verliebt in Adrien, mit dem sie in eine Klasse geht. Adrien hingegen führt ein Doppelleben als Superheld Cat Noir (sein Wesen heißt Plegg) und ist schwer verliebt in Ladybug, und keiner weiß, wer der andere eigentlich ist, was aber total unwichtig ist, ich wollte nur auf Adrien draufhauen. :D Mir ist die Zeit davon gelaufen, aber mich juckts in den Fingern, hierzu eine Fortsetzung zu schreiben!



Die Katze durch das Blechdach

Das Schild, das über der Autoroute befestigt war, zeigte an, dass Paris noch etwa 120 Kilometer entfernt war. Das waren für seinen Geschmack etwa 122 Kilometer zu viel.

Adrien landete eher ungelenk auf dem nächsten Baum und legte eine Verschnaufpause ein. Er konnte mit seinem Stab riesige Distanzen innerhalb kürzester Zeit überwinden, doch auch für ihn war diese Strecke keine Kleinigkeit – zumal das Dröhnen in seinem Schädel mit jedem Meter zunahm.

Der „Teleportmanteur“, wie der Superbösewicht diese Woche hieß, hatte ihn mitten im Sprung gepackt, was – wie er Ladybugs Schrei entnehmen konnte – nicht Teil des Plans gewesen war. Doch bevor er ihr zurufen konnte, wie süß es war, dass sie sich Sorgen um ihn machte, war er Kopf voran auf eine Steinmauer geprallt (eine Steinmauer in Nantes, wie sich dann herausstellte).

Fünf Minuten lang sah er nur Sterne, bis ihm eine nette Touristengruppe aus den Niederlanden aus dem Gebüsch aufhalf, und seine Superheldenfähigkeiten gerade noch rechtzeitig einsetzten, damit er ihren fürsorglichen Händen und einem Krankenwagen entfliehen konnte.

Ein paar Augenblicke später piepte sein Ring so konstant, als würde er ein Auto mit Einparkhilfe in einem Bällebecken abstellen wollen und keine drei Meter hinter der Baumgrenze am Standrand verwandelte Adrien sich ungewollt zurück. Plegg fiel wie ein nasser Shiitake-Pilz aus seinem Ring und Adrien fing ihn gerade so noch auf, bevor er ebenfalls auf den matschigen Waldboden sackte.

Er hatte ziemlich was abgekriegt. Die Lok, die Teleportmanteur auf ihn geworfen hatte, sowie der Fall aus großer Höhe auf unnachgiebigen Stein hatten vermutlich etwas damit zu tun, doch normalerweise steckte er so etwas mithilfe des Adrenalins und seiner Fähigkeiten locker weg.

Allerdings hatte er sich auch noch nie zurückverwandelt, bevor Ladybug ihren letzten und wichtigsten Zauber eingesetzt, und alle Veränderungen, Beschädigungen, Blessuren und das generelle Chaos beseitigt hatte.

Jetzt lag er halbtot in irgendeinem Wald und wusste nur, dass er dringend zurück musste, denn den letzten Zauber konnte Ladybug erst einsetzen, wenn der Unhold unschädlich gemacht worden war, und das war bisher anscheinend nicht der Fall.

„Plegg?“, fragte Adrien. Er verschluckte sich fast, als er plötzlich Blut schmeckte.

„Wenn du kein Käse bist, will ich nicht mit dir reden“, stöhnte Plegg. Er schüttelte sich und rückte ein wenig von der immer noch leicht blutenden Wunde in Adriens Handfläche weg. „Du siehst miserabel aus.“

„Verdammt, dabei bin ich Model.“

„Mir egal. Hast du Käse?“

Adrien musste ein wenig über seinen eigenen Witz lachen, was einer Art Brandstiftung in seiner Lunge gleichkam. Dennoch ignorierte er die Schmerzen und wühlte in seiner Hosentasche nach der Notfalldose mit dem Camembert. Falls jemand in den letzten zwei Jahren bemerkt hatte, dass er extrem nach Käse roch, hatte es ihm zumindest noch niemand gesagt. „Hier.“

Plegg sagte nichts, sondern inhalierte Weichkäse, und Adrien war so erleichtert, dass es seinem Freund gut ging, dass er ihm ein paar Minuten lang nur beim Futtern zuschaute.

„Wir müssen zurück“, sagte er schließlich, als Plegg sich nur noch die Lippen leckte. „Ich glaube, Ladybug ist in Schwierigkeiten.“

„Wie immer“, sagte Plegg, und grinste. „Ohne uns sind die doch völlig aufgeschmissen.“

Adrien sagte nichts dazu, doch Pleggs völlig ernst gemeinte Selbstüberschätzung gefiel ihm gut.

Gemeinsam würden sie es locker bis nach Paris schaffen, egal wie fertig Adrien sich fühlte.



Sie schafften es, aber nicht ganz.

Mitten im letzten Sprung über die Seine hinweg zur Île Saint-Louis wurde Adrien plötzlich schwarz vor Augen, der Stab rutschte ihm aus den Händen und er fiel und fiel und fiel.

‚Immerhin ins Wasser‘, dachte er noch, bevor sein Hinterkopf auf die Kante eines Wellblechdachs knallte und ihm endgültig die Lichter ausgingen.

Date: 2022-07-06 08:42 pm (UTC)
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Ich liebe deine Vergleiche. <3 (Und der Teleportmanteur ist auch von dir, will ich nach kurzem Googlen vermuten? - Viel, viel Liebe. <3 <3 <3)

Ich kenne niemanden, ich will niemandem was böses, aber awww wie schön du auf ihn eingehauen hast. *rahmt sich den letzten Satz*

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