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Team: Mittelerde
Challenge: Crack/Humor - unfreiwilliges Baby-/Hunde-/Haussitten (für mich)
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Adam Schürk, Caro Hölzer
Wörter: ~ 980
A/N: Adam ist gezwungen auf Pia und Esthers Kind aufzupassen.
        war anders geplant und sollte mehr Crack/Humor sein, but there's no going back now.



Adam hasste seine Kollegen. Das hatte er von Anfang an und hatte auch nie wirklich damit aufgehört, obwohl sie über die letzten Jahre zu einem eingespielten Team zusammengewachsen waren und auch privat viel zusammen unternahmen. Er zählte Pia und Esther sogar mittlerweile zu seinen Freunden. Zugegeben, viele andere Menschen gab es in seinem Leben nicht, da war eigentlich nur noch Leos Familie und Leos bester Freund Rainer von der Steuerfahndung, doch das hielt ihn nicht davon ab, die beiden mit Leib und Seele zu hassen. Ganz besonders dann, wenn sie ihn, wiedereinmal, mit einem schreienden Bündel Mensch allein ließen?

„Du machst das schon“, hatte Pia breit strahlend im Rausgehen gesagt.

„Hat doch letztes Mal auch geklappt“, war Esthers Kommentar gewesen, bevor die Tür hinter ihnen ins Schloss gefallen war.

Es ist ein Notfall, my ass“, grummelte Adam und ärgerte sich über sich selbst, dass er wieder auf den gleichen Trick hereingefallen war, während er durch den Wohnungsflur ins Wohnzimmer ging, wo die Quelle allen Übels zur Abwechslung einmal friedlich in seiner Wiege schlief. Wenigstens etwas.

„Deine Mütter sind dumme Hühner“, informierte er Emil, wie jedes Mal, wenn er auf den kleinen Wurm traf und er noch damit durchkam. Solang Emil ihn noch nicht verstand, konnte er ja wohl so schlecht über seine Eltern reden, wie er wollte. „Wieso haben die dich eigentlich bekommen, wenn sie dich dann nur in fremde Hände geben, um allein Spaß zu haben, hm?“

Emil drehte sich mit einigen Verrenkungen, zu denen Adams Körper definitiv nicht mehr in der Lage war ohne dass sein Rücken brach, auf die andere Seite und sabberte als Antwort.

Adam nickte. „Ich verstehe, warum sie nicht mit dir gesehen werden wollen...“

Mit einem tiefen Seufzen ließ Adam sich auf die Couch fallen, griff nach der Bedienung des Fernsehers und streckte seine Beine aus. Die ringelbesockten Füße platzierte er auf der Kante des Couchtisches, etwas, von dem er wusste, dass Esther es die Wände hochgehen ließ.

Gelangweilt zappte er durch das Vorabendprogramm.

So hatte er sich seinen Freitagabend sicher nicht vorgestellt. Gut, er hatte keine großartigen Pläne gehabt; Leo war die Woche über auf Fortbildung gewesen und würde erst morgen Mittag wieder nachhause kommen, also hätte Adam es sich wahrscheinlich auf der Couch in ihrer Wohnung bequem gemacht. Aber es wäre ihre Couch gewesen, die die sie sich vor einem Jahr zusammen ausgesucht hatten, und ihre gemeinsame Wohnung, in der Adam sich so wohl fühlte, wie nirgends zuvor. Aber vor allem, wäre da nicht dieses Baby gewesen, das früher oder später sicher noch einen Aufstand machen würde, der Adams Trommelfell ans Äußerste strapazieren würde.

Doch zu Adams Verwunderung, blieb Emil ruhig. Eine Stunde schlief er tief und fest, dann wachte er auf und quengelte ein wenig, woraufhin Adam ihm das Fläschchen anbot („Ja, ich weiß, wie man Baby-Milch temperiert, vielen Dank, Esther. Ich habe das oft genug für Leos Nichte machen müssen, weil der 'allerbeste Onkel' es leider nicht hinkriegt, die Milch auf die richtige Temperatur zu bekommen.“) und Emil hatte brav getrunken, sein Bäuerchen gemacht und war dann wieder eingeschlafen.

Die Ruhe war allerdings vorbei, als Adams Handy plötzlich klingelte.

Adam schreckte aus seinem, durch schlechtes Fernsehprogramm eingeleitetes Dösen.

Emil schrie mittlerweile mit dem Gerät um die Wette und Adam versuchte eilig, den Anruf anzunehmen. Er hatte seit einer Woche ein neues Handy und er wischte immer noch in die falsche Richtung. Wieso musste das auch bei jedem beschissenen Handyhersteller anders sein?

Als das Gerät endlich still war, weil Adam zu langsam gewesen war, hatte Emil sich in Rage geschrien und Adam hob ihn aus seiner Wiege, während er, das Telefon zwischen Ohr und Schulter geklemmt, Caro zurück rief. Sie rief Adam nur äußerst selten an, also war es vermutlich wichtig.

„Adam! Ich brauche dich“, kam es ohne Begrüßung von Caro und Adam fühlte sich merkwürdig an Pias Anruf nur ein paar Stunden zuvor erinnert.

„Caro. Willst du dein Kind auch loswerden?“

„Kannst du bitte-“, setzte Caro an, brach aber ab, als hätte sie jetzt erst Adams Worte verstanden. „Was? Woher weißt du das?“

„Ich hatte so ein Gefühl...“, sagte Adam und ließ Emil auf seinem Arm auf und ab hüpfen, um ihn zu beruhigen. Meist klappte das tatsächlich, doch das Geschrei in Adams linkes Ohr nahm nicht ab.

„Wer schreit denn da?“

„Emil. Du hast ihn mit deinem Anruf geweckt.“

„Emil? Du passt auf das Kind deiner Kolleginnen auf?“ Caro klang genauso verwundert, wie Leo es damals getan hatte, als Pia und Esther es das erste Mal geschafft hatten, ihm ihr Kind anzudrehen. Adam konnte es ihnen nicht verübeln. Er und Kinder... war eine eigenwillige Kombination.

„Ich wurde ausgetrickst. Die Damen wollten lieber ins Kino als sich um ihren Sohn zu kümmern.“

„Und da bist du ihre erste Wahl?“ Caro lachte.

„Vielen Dank. Darf ich dich an den Grund erinnern, aus dem du mich angerufen hast?“

„Keine Sorge, du bist nicht meine erste Wahl, aber leider die einzige“, erwiderte Caro und Adam konnte sie grinsen hören. „Also, wie sieht's aus? Kannst du ein paar Stunden auf Ella aufpassen?“

„Wieso sollte ich?“

„Weil du mein Lieblings-Schwager bist?“

„Ich bin dein einziger Schwager.“

„Stimmt. Aber eben mein lieblings- einziger Schwager.“

„Caro.“

„Adam.“ Caro klang genau wie ihr Bruder und dem konnte Adam einfach keine Bitte abschlagen. Verdammt.

„Ja, dann bring sie halt vorbei“, gab Adam nach und ließ sich mit dem immer noch weinenden Emil auf die Couch sinken. Ein Balg mehr würde jetzt auch keinen Unterschied mehr machen.

„Danke, Adam, du bist ein Schatz.“

„Ja ja, du mich auch...“ Er legte auf und warf das Handy auf die Kissen neben sich.

„Wenn du mal groß bist“, sagte er zu Emil, „pass auf, wen du dir als Freunde und Familie aussuchst. Die nutzen dich sonst nur aus...“

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