Sommer-Challenge 001: Schattenspiele
Jun. 1st, 2008 06:22 pmTitel: Träumerin, Träumerin
Autorin: Akane /
chija
Fandom: Original / Schattenspiele
Challenge: Musik-Tabelle - # 8, coda / „Unsichtbar“ von heute und irgendwie auch „Außenseiter-Perspektive“ vom letzten Mal
Zeit: 16.58 Uhr bis 17.32 Uhr
Kommentar: Hier muss ich wohl etwas weiter ausholen, weil diese Original euch noch ein paar Mal begegnen wird.
Die eigentliche Story spielt 1954 in einer Grafschaft in Südengland.
Lord Thomas Audley ist 30 Jahre alt und ist nach dem Tod seines Vaters im Frühjahr nun Herr über sein eigenes Land. Er ist allerdings herzkrank und mitunter tagelang ans Bett gefesselt und wird auch kein sehr langes Leben haben.
Damien Lucas ist ein Jahr jünger als er und seit ihrer Kindheit Thomas’ Freund, Begleiter, böses Stimmchen im Hinterkopf und Gefährte. Damien kommt aus dem Dorf und ist der Sohn eines Bauern. Er sagt gerne, Thomas’ Vater habe ihn damals „gekauft“, Thomas hasst es, wenn er das sagt.
Meine Challenge-Antworten werden sich um die Hauptstory herum bewegen, mal früher, mal später, mal missing scenes.
Diese erste hier ist eigentlich eine der letzten, eine coda eben. Sie spielt heute, 2008, vielleicht ist es sogar Juni…
Das Mädchen sah ihn oft, den alten Mann.
Wie er auf der Bank vor dem imposanten, irgendwie herrlichen romantischen Grab der alten Lords saß, aufrecht, er war sicher groß, wenn er stand, und etwas in seinen Bart murmelte, leise, und wenn sie hinter ihm stehen blieb, weil sie wieder einmal viel zu neugierig war, klang es fast liebevoll.
Oder wie er auf der Terrasse des Cafés saß, im früheren Herrenhaus auf dem Hügel, wo sie kellnerte, und über das Dorf schaute und sich sichtlich über die Touristen amüsierte, die überfordert von ihren Pferden über die Wege trabten und die Landschaft gar nicht genießen konnten, weil ihnen dann ganz sicher die Tiere durchgegangen wären.
Er war höflich, stellte sie sich vor, zuvorkommend und freundlich, ein Gentleman der alten Schule, so wirkte er zumindest, obwohl er keinen Anzug trug und an seinen groben Schuhen Erde klebte.
Er sprach ein bisschen umständlich, als wäre die Zeit irgendwann für ihn stehen geblieben, vielleicht, als die Person gestorben war, die er fast jeden Tag auf dem Friedhof besuchte, jede Woche zumindest, immer, wenn sie da war.
Er würde sie nicht behandeln wie eine Bedienstete, wie es die anderen Gäste in Hotel und Café so gerne taten, sondern würde nett zu ihr sein und ein paar Worte mit ihr wechseln, wenn sie ihm seinen Kaffee brachte und ihn vergeblich versuchte, auch von dem wunderbaren Kuchen zu überzeugen.
Irgendwann würde er sie dann vielleicht fragen, was sie als junge Frau so häufig auf dem Friedhof machte, und dann würde sie ihm erzählen, dass sie den Ort mochte und außerdem das Grab ihres Großvaters pflegte, und dann würde er ihr die wunderschöne Liebesgeschichte erzählen über sich und die Person, mit der er so gerne sprach, vielleicht war es ja die Gräfin und eine verbotene Liebe gewesen?
Und wenn dann einer von den Gästen vorbei ritt, der sein Können wieder einmal überschätzt hatte, dann würden sie gemeinsam lachen, weil er so viel vom Reiten verstand und sie selber auch schon seit Jahren ritt.
Aber er saß nie an einem ihrer Tische, und er drehte sich niemals um, wenn sie einen Moment lang hinter der Bank stehen blieb und auf das imposante und romantische Grab schaute. Und sie war einfach nur eine hoffnungslose Tagträumerin.
Wie es ihre Großmutter gewesen war, was der verstorbene Lord Audley gemocht hatte und was Damien immer sehr auf den Geist gegangen war.
Damien, der inzwischen ein alter Mann war.
Der jeden Tag auf den Friedhof ging, sich über unfähige Reiter amüsierte und niemals Kuchen aß.
Autorin: Akane /
Fandom: Original / Schattenspiele
Challenge: Musik-Tabelle - # 8, coda / „Unsichtbar“ von heute und irgendwie auch „Außenseiter-Perspektive“ vom letzten Mal
Zeit: 16.58 Uhr bis 17.32 Uhr
Kommentar: Hier muss ich wohl etwas weiter ausholen, weil diese Original euch noch ein paar Mal begegnen wird.
Die eigentliche Story spielt 1954 in einer Grafschaft in Südengland.
Lord Thomas Audley ist 30 Jahre alt und ist nach dem Tod seines Vaters im Frühjahr nun Herr über sein eigenes Land. Er ist allerdings herzkrank und mitunter tagelang ans Bett gefesselt und wird auch kein sehr langes Leben haben.
Damien Lucas ist ein Jahr jünger als er und seit ihrer Kindheit Thomas’ Freund, Begleiter, böses Stimmchen im Hinterkopf und Gefährte. Damien kommt aus dem Dorf und ist der Sohn eines Bauern. Er sagt gerne, Thomas’ Vater habe ihn damals „gekauft“, Thomas hasst es, wenn er das sagt.
Meine Challenge-Antworten werden sich um die Hauptstory herum bewegen, mal früher, mal später, mal missing scenes.
Diese erste hier ist eigentlich eine der letzten, eine coda eben. Sie spielt heute, 2008, vielleicht ist es sogar Juni…
Das Mädchen sah ihn oft, den alten Mann.
Wie er auf der Bank vor dem imposanten, irgendwie herrlichen romantischen Grab der alten Lords saß, aufrecht, er war sicher groß, wenn er stand, und etwas in seinen Bart murmelte, leise, und wenn sie hinter ihm stehen blieb, weil sie wieder einmal viel zu neugierig war, klang es fast liebevoll.
Oder wie er auf der Terrasse des Cafés saß, im früheren Herrenhaus auf dem Hügel, wo sie kellnerte, und über das Dorf schaute und sich sichtlich über die Touristen amüsierte, die überfordert von ihren Pferden über die Wege trabten und die Landschaft gar nicht genießen konnten, weil ihnen dann ganz sicher die Tiere durchgegangen wären.
Er war höflich, stellte sie sich vor, zuvorkommend und freundlich, ein Gentleman der alten Schule, so wirkte er zumindest, obwohl er keinen Anzug trug und an seinen groben Schuhen Erde klebte.
Er sprach ein bisschen umständlich, als wäre die Zeit irgendwann für ihn stehen geblieben, vielleicht, als die Person gestorben war, die er fast jeden Tag auf dem Friedhof besuchte, jede Woche zumindest, immer, wenn sie da war.
Er würde sie nicht behandeln wie eine Bedienstete, wie es die anderen Gäste in Hotel und Café so gerne taten, sondern würde nett zu ihr sein und ein paar Worte mit ihr wechseln, wenn sie ihm seinen Kaffee brachte und ihn vergeblich versuchte, auch von dem wunderbaren Kuchen zu überzeugen.
Irgendwann würde er sie dann vielleicht fragen, was sie als junge Frau so häufig auf dem Friedhof machte, und dann würde sie ihm erzählen, dass sie den Ort mochte und außerdem das Grab ihres Großvaters pflegte, und dann würde er ihr die wunderschöne Liebesgeschichte erzählen über sich und die Person, mit der er so gerne sprach, vielleicht war es ja die Gräfin und eine verbotene Liebe gewesen?
Und wenn dann einer von den Gästen vorbei ritt, der sein Können wieder einmal überschätzt hatte, dann würden sie gemeinsam lachen, weil er so viel vom Reiten verstand und sie selber auch schon seit Jahren ritt.
Aber er saß nie an einem ihrer Tische, und er drehte sich niemals um, wenn sie einen Moment lang hinter der Bank stehen blieb und auf das imposante und romantische Grab schaute. Und sie war einfach nur eine hoffnungslose Tagträumerin.
Wie es ihre Großmutter gewesen war, was der verstorbene Lord Audley gemocht hatte und was Damien immer sehr auf den Geist gegangen war.
Damien, der inzwischen ein alter Mann war.
Der jeden Tag auf den Friedhof ging, sich über unfähige Reiter amüsierte und niemals Kuchen aß.
no subject
Date: 2008-06-01 04:39 pm (UTC)Es hat Flair und alle drei Challenges sind hervorragend erfüllt =3 (vorallem die coda - der Text ähnelt auf gewisserweise einer Coda, auch im musikalischen Sinn)
Und das Vorwort macht definitiv Sinn, auch wenn ich bisher kommischweise davon ausgegangen bin, das die Hauptgeschichte noch weit vor 1954 angesiedelt sei ^__^°
no subject
Date: 2008-06-01 04:46 pm (UTC)*huuust* Das könnte daran liegen, dass ich selber immer wieder ein bisschen abrutsche (und die Ballszene war definitiv sehr abgerutscht), aber eigentlich ist es ja auch egal. Ist nur eine Angabe für die Vorstellung der Kleidung, Umgebung und so...
no subject
Date: 2008-06-01 04:49 pm (UTC)Das ist irgendwie furchtbar schön, aber auch schrecklich traurig.
Sehr, sehr toll geschrieben!
no subject
Date: 2008-06-01 05:25 pm (UTC)>Der jeden Tag auf den Friedhof ging, sich über unfähige Reiter amüsierte und >niemals Kuchen aß.
Dieser Satz ist einfach toll!
no subject
Date: 2008-06-01 07:26 pm (UTC)Irgendwie kann ich nicht viel dazu sagen, aber ich mag es eben, irgendwie. hach ja. *verträumt und nachdenklich in den Abendhimmel schau*
no subject
Date: 2008-06-01 08:00 pm (UTC)Das freut mich. Mehr musst du gar nicht sagen.
no subject
Date: 2008-06-01 08:29 pm (UTC)Aber ich musste trotzdem an meine Charas Ferdinand und Georg denken, weil- keine Ahnung. XD That cosy feeling <3
no subject
Date: 2008-06-01 08:40 pm (UTC)Aww, die beiden, die du mir mal für die Wichtelkette geschrieben hast? Die waren auch toll.
Damien und Thomas sind... anders. Glaube ich. Aber irgendwie passt deine Assoziation schon.
no subject
Date: 2008-06-01 08:41 pm (UTC)Ja, sie sind auch anders, das sehe ich sofort, aber ich glaube, du weißt was dieser Funke ist, der mich an die beiden denken ließ. =)
no subject
Date: 2008-06-01 08:47 pm (UTC)no subject
Date: 2008-06-01 09:13 pm (UTC)Ich freu mich schon <3
no subject
Date: 2008-06-02 09:37 am (UTC)no subject
Date: 2008-06-02 09:50 am (UTC)no subject
Date: 2008-06-02 09:58 am (UTC)no subject
Date: 2008-06-02 10:00 am (UTC)Ich sollte mich auch endlich an mein Päckchen setzen, damit ich bald weiterclaimen kann *mal wieder den Extremen nachhechelt*
no subject
Date: 2008-06-01 07:44 pm (UTC)Du hast das so gut getroffen. Du hast Damien verdammt gut getroffen.
Die Stimmung ist klasse, als würde man auch auf der Terrasse sitzen, seine Schwarzwälderkirschtorte essen und sich von der Kellnerin etwas über die Leute erzählen lassen...
Außerdem rundet es das ganze Chaos vorher so toll ab. - Wunderbarer Epilog. &hearts
no subject
Date: 2008-06-01 07:59 pm (UTC)Das ganze Chaos vorher... du sagst es. Das kommt dann in den anderen Geschichten.