Zu spät, ich weiß
May. 26th, 2008 11:55 amOkay, ich habe das gestern für den Challenge geschrieben und dachte, oh Gott, Selbst, das kannst du nicht posten, das ist Crack, du wirst als Dealer verurteilt. O.o Aber dann fiel mir ein, dass der Sinn der Übung ja einfach schreiben ist, und hey, Meisterwerke sind für Meister. ;)
Fandom: Peacemaker Kurogane, aber allerdings die total durchgeknallte AR-Version in der heutigen Zeit, die in meinem Kopf lebt
Challenge: Outsider-Perspektive
Warnung: crack, alternative Realität, relativ sinnbefreit
Charaktere: Hajime, Souji, Hijikata
Wörter: 1536
Anmerkung: wie gesagt, ich habe dieses große, epische AU Universum zu PMK im Kopf und schreibe auch ganz viel daran, aber eigentlich habe ich mir geschworen, nie einer Menschenseele etwas davon zu zeigen. Soviel dazu. Ich frage mich, ob man das auch als Original lesen kann? Hush, das Lied, das Souji über und über hört, könnt ihr hier finden.
Hush
She's got loving like quicksand
Hajime hatte, im Gegensatz dazu was alle anderen dachten, nichts gegen Abwechslung. Das Leben war eine große graue Wüste, warum sollte man nicht ein bisschen Unterhaltung ab und an haben. Solange es ihm nicht aus dem schwer verdienten Gleichgewicht brachte.
Was ihn allerdings aus dem Gleichgewicht brachte, war Souji.
Er schloss seine Wohnungstür auf, und ihm dröhnte "Hush, hush" in einer Lautstärke entgegen, die er doch etwas unangemessen fand. Zumindest für die fortgeschrittene Stunde. Deep Purple hatten natürlich nicht das Level von Robert Smith erreicht, nie, aber an sich hatte er kein Problem mit ihnen, nur – als sich Hajime wagemutig durch seinen Flur kämpfte und die Tür seines Wohnzimmers aufmachte, saß da Souji. Souji in schwarz. Souji in schwarz war ein Oxymoron; Souji trug pink und lila und blau und hatte Pullover mit bedruckten Sternen und hörte furchtbare japanische Popmusik. Hajime blinzelte, und bemerkte dann im Dämmerlicht, dass sich Souji einen seiner Pullover angezogen hatte. Und eine seiner schwarzen Jeans, die ihm natürlich zu groß war. Außerdem hatte er sein Gesicht in den Händen vergraben, und aus den Boxen von Hajimes teurer Stereoanlage dröhnte noch immer "She broke my heart but I love her just the same now”.
Hajime hatte eine böse Vorahnung.
"Souji?" fragte er, und nur ein leises Ausatmen, ein Auf und Ab von Soujis Kopf zeigte ihm, dass Souji ihn gehört hatte.
"Seit wann hörst du Deep Purple?"
"Ich dachte, lila ist meine Farbe", murmelte Souji in seine Knie.
Haha. "Hm", machte Hajime, zog sich die Schuhe aus, warf sie in die Ecke, und setzte sich neben Souji. "Ich dachte, für dich ist das nur emotionsloser Krach."
"…nie gesagt", murmelte Souji.
"Doch, schon", sagte Hajime und fragte sich, wie oft man wohl hintereinander "Hush" hören konnte. Und ob es eine gute Idee gewesen war, Souji den Schlüssel zu seiner Wohnung gegeben zu haben. Und ob er fragen sollte, was Souji in seinen Klamotten wollte, oder lieber nicht. Nicht, dass er ein Problem damit hatte, seine Sachen mit Souji zu teilen. Aber es ging ums Prinzip. Er wurde schon ganz gern vorher gefragt.
"Was", fragte Souji seine Füße, und Hajime zuckte mit den Schultern. "Ich habe nichts gesagt", sagte er. "Aber gedacht", sagte Souji. "Kannst du jetzt Gedanken lesen", fragte Hajime, aber das war rein rethorisch.
Hajime seufzte und ließ die Musik über sich spülen. Und über Souji. Wann würde Souji wohl zusammen brechen, die Platte ausmachen, seinen Ipod mit Chara einstöpseln und wie ein zuckerabhängiges Kleinkind durch die Wohnung tanzen und über seinen gelungen Scherz lachen?
Offensichtlich nicht so bald.
"Willst du drüber reden", sagte Hajime.
"Nee", sagte Souji.
"Okay", sagte Hajime. "Aber dann kommen wir nirgendwo hin hier, oder?"
"Wir kommen sowieso nirgendwo hin", sagte Souji, und hob langsam den Kopf. Hajime drehte sich zu Souji, und als er ihn ansah, genau ansah, zuckte es um seine Mundwinkel.
"Hast du versucht, dir die Haare abzuschneiden?"
"Hmpf", machte Souji. "Sie haben mich gestört."
"Aha", sagte Hajime. "Du siehst aus wie ein gerupftes Huhn."
"Danke", sagte Souji.
"Oder wie ein schwarzes Schaf, dass in einen Mixer gefallen ist."
"Oh Gott", sagte Souji und rieb sich mit den Fäusten über seine Augen. Sie waren rot.
"Meinst du, dass du Toshizou so gefallen wirst?"
Soujis Augen verengten sich, und er starrte durch Hajime hindurch. A-ha. Die Wurzel allen Übels, sozusagen.
"Mach dir keine Sorgen, du könntest dir die Haare lila färben, und du würdest Toshizou gefallen", sagte Hajime und hielt sich davon ab, über Soujis Haare zu streichen. Souji starrte immer noch durch ihn hindurch, mit grauen Augen, in denen man ausnahmsweise mal keine Bücher lesen konnte. Nicht mal eine Kurzgeschichte.
"Was", sagte Hajime noch mal.
"Doktor Hashimoto will mich ins Krankenhaus einweisen", sagte Souji, mit dünner Stimme. "Wegen so ’nem dummen Husten."
Souji war – war Souji war ein Wirbel von weiß und blau und Wut, wenn er mit Hajime im dojo kämpfte, war stahlgraue Augen, war stark. Souji war ein weißes zitterndes Bündel, wenn er mit Fieber im Bett lag, die Hände zusammengekringelt und in seinen Träumen von Welten murmelnd, bei denen Hajime nicht mehr mitkam. Souji war – Souji hatte rosa Wangen und Sterne in den Augen, wenn er von Schokolade, Chara und Hijikata-san redete, nicht unbedingt in der Reihenfolge. Manchmal wurde Hajime ganz schwindlig, wenn er an Souji dachte, und da war er vermutlich nicht der einzige.
Souji in schwarz mit dunklen, leeren Augen war neu, und sein mentaler Katalog war nicht schnell genug beim updaten.
"Das ist das dritte Mal dieses Jahr", sagte er, nur um etwas zu sagen.
"Ja. Ich möchte nicht."
"Hm."
"Ist das so unverständlich?"
"Deswegen – " Hajime machte ein weite, alles- und nichts sagende Handbewegung – "das alles?"
Souji zupfte am Halsausschnitt seines – Hajimes – schwarzen Pullovers. "Ich dachte…"
"Was."
"Weißt du, du klingst wie ein Papagei", sagte Souji und lächelte. Das Lächeln reichte nicht bis zu seinen Augen. Hajime schloss die Augen, und sagte nichts, als "Hush" zu "April" wurde. April is a cruel time, in der Tat, auch wenn es gerade September war.
"Esmachtdichstark", flüsterte Souji, so leise und schnell, das Hajime es fast nicht hören konnte.
Hajime atmete ein, atmete aus, fand das Zentrum seiner Gedanken nicht. Als das Schweigen unangenehm wurde, zwang er sich dazu, etwas zu sagen. "Es macht mich nicht stark, Souji. Es macht mich nur mich."
"Du bist stark", sagte Souji, fest und überzeugt.
"Du auch", sagte Hajime, und fügte hinzu: "und Toshizou denkt das selbe", während Souji den Kopf schüttelte.
"Denk was du willst, und ich denke, was ich will", sagte Hajime. "Aber du siehst ziemlich bescheuert in meinem Led Zeppelin-T-Shirt aus."
"Oh", sagte Souji. In dem Moment rettete das Klingeln von Soujis Handy Hajime davor, weitere tröstende Worte für seinen Freund zu finden, auch wenn der fröhliche, laute Klingelton ihn zusammenzucken ließ.
"Hey", sagte Souji leise, nachdem er auf das Display geschaut hatte, und die Nummer erkannt haben musste. Sein Telefon war so laut eingestellt, dass Hajime jedes Wort mitbekam, ob er nun wollte, oder nicht.
"Wo bist du", sagte Toshizou – wer sonst? - am anderen Ende.
"Bei Hajime", sagte Souji.
"Ich warte gerade auf dich."
"Ups."
"Ich hol’ dich ab", sagte Toshizou, und nach ein bisschen Geplänkel ob nun ja oder doch nicht das Hajime ganz entnervt allen verfügbaren Göttern danken ließ, dass er keine bessere Hälfte hatte, gab Souji Toshizou seine Adresse.
"Siehst du", sagte Hajime, und Souji sah ihn mit großen Augen an, als hätte er keine Ahnung, was Hajime gemeint hatte. "Was mach’ ich jetzt?", fragt Souji ihn. "Du machst, was du immer machst. Du bist du. Und ziehst meine Klamotten aus." Souji schüttelte den Kopf, aber Hajime stand auf und streckte sich.
"Ich, äh", sagte Souji.
"Was genau hast du mit deinen Sachen gemacht?" Souji machte den Mund auf, aber Hajime streckte nur die Hand aus und kniff die Augen zusammen. "Ich will’s nicht wissen. Bring sie mir sauber wieder."
"Okay", sagte Souji. Und: "danke" und Hajime sagte "ich habe nichts gemacht" und Souji sagte "ah", und April wurde zu Child in Time, aber Gott sei Dank nicht zu Smoke on the Water, und Hajime fragte sich, wann wohl Souji ihm das nächste Mal eine Reihe blauer Flecken im Dojo zufügen würde, und ob Toshizou daneben sitzen und Löcher in die Luft starren und Kondo-san in die Hände klatschen und lachen würde.
"In Krankenhäusern gibt es Schatten", sagte Hajime, fünf Minuten vor um zehn. "Ich weiß", sagte Souji. "Ich komme dich trotzdem besuchen", sagte Hajime. Souji sah ihn an, sah ihn richtig an, und Hajime wusste auf einmal wie Toshizou, zigarretenabhängig und grummelig und gesprächig wie ein Mönch, der ein Schweigegelübde abgelegt hatte, jemanden wie Souji in sein Herz schließen konnte. Falls er denn ein Herz hatte. Hajime war sich nicht ganz sicher.
Es klingelte. Souji sprang auf, öffnete die Tür und rief: "Hijikata-san ♥!" und nebenan wachte garantiert das Baby seiner Nachbarin auf.
Hajime folgte Souji langsam in den Flur.
"Wie siehst du denn aus", sagte Toshizou und hielt Souji um Armeslänge von sich, um ihn anzuschauen, von oben bis unten. Länger als nötig war.
"Hajime fand, ich sollte einen neuen Look ausprobieren", sagte Souji und grinste über beide Backen.
"Na klar. Und er hat dir auch die Haare abgeschnitten, oder was."
Hajime sah Toshizou an und war sich sicher, dass in seinen Augen nichts zu lesen war. Toshizou runzelte die Stirn. Hajime dachte an Katzen, Glöckchen und Soujis feinen Haaren in seinem Bad und der Schere auf dem Waschbecken, die er ohne Zweifel finden würde.
"Aber Hijikata-san, so ist es viel praktischer, wenn ich –" und Hajime dachte, er traute seinen Augen nicht recht, als Toshizou Souji an sich zog, in seine Arme zog, fest, fester, dass es Souji weh tun musste. "Souji ist Souji", hörte er Toshizou in Soujis Haare murmeln, aber er war sich nicht sicher.
"Wir gehen", sagte Toshizou.
"Bis bald", sagte Souji, hob die Hand und winkte Hajime wie verrückt zu.
Souji in weiß und Souji in pink und Souji in schwarz verließen mit Toshizou Hajimes Wohnung. Hajime beschloss, sich erstmal grünen Tee zu kochen, auf den Boden zu setzen und über die letzten drei Stunden zu meditieren.
They got it early in the morning
(love, love)
They got it late in the evening
(love, love)
Fandom: Peacemaker Kurogane, aber allerdings die total durchgeknallte AR-Version in der heutigen Zeit, die in meinem Kopf lebt
Challenge: Outsider-Perspektive
Warnung: crack, alternative Realität, relativ sinnbefreit
Charaktere: Hajime, Souji, Hijikata
Wörter: 1536
Anmerkung: wie gesagt, ich habe dieses große, epische AU Universum zu PMK im Kopf und schreibe auch ganz viel daran, aber eigentlich habe ich mir geschworen, nie einer Menschenseele etwas davon zu zeigen. Soviel dazu. Ich frage mich, ob man das auch als Original lesen kann? Hush, das Lied, das Souji über und über hört, könnt ihr hier finden.
Hush
She's got loving like quicksand
Hajime hatte, im Gegensatz dazu was alle anderen dachten, nichts gegen Abwechslung. Das Leben war eine große graue Wüste, warum sollte man nicht ein bisschen Unterhaltung ab und an haben. Solange es ihm nicht aus dem schwer verdienten Gleichgewicht brachte.
Was ihn allerdings aus dem Gleichgewicht brachte, war Souji.
Er schloss seine Wohnungstür auf, und ihm dröhnte "Hush, hush" in einer Lautstärke entgegen, die er doch etwas unangemessen fand. Zumindest für die fortgeschrittene Stunde. Deep Purple hatten natürlich nicht das Level von Robert Smith erreicht, nie, aber an sich hatte er kein Problem mit ihnen, nur – als sich Hajime wagemutig durch seinen Flur kämpfte und die Tür seines Wohnzimmers aufmachte, saß da Souji. Souji in schwarz. Souji in schwarz war ein Oxymoron; Souji trug pink und lila und blau und hatte Pullover mit bedruckten Sternen und hörte furchtbare japanische Popmusik. Hajime blinzelte, und bemerkte dann im Dämmerlicht, dass sich Souji einen seiner Pullover angezogen hatte. Und eine seiner schwarzen Jeans, die ihm natürlich zu groß war. Außerdem hatte er sein Gesicht in den Händen vergraben, und aus den Boxen von Hajimes teurer Stereoanlage dröhnte noch immer "She broke my heart but I love her just the same now”.
Hajime hatte eine böse Vorahnung.
"Souji?" fragte er, und nur ein leises Ausatmen, ein Auf und Ab von Soujis Kopf zeigte ihm, dass Souji ihn gehört hatte.
"Seit wann hörst du Deep Purple?"
"Ich dachte, lila ist meine Farbe", murmelte Souji in seine Knie.
Haha. "Hm", machte Hajime, zog sich die Schuhe aus, warf sie in die Ecke, und setzte sich neben Souji. "Ich dachte, für dich ist das nur emotionsloser Krach."
"…nie gesagt", murmelte Souji.
"Doch, schon", sagte Hajime und fragte sich, wie oft man wohl hintereinander "Hush" hören konnte. Und ob es eine gute Idee gewesen war, Souji den Schlüssel zu seiner Wohnung gegeben zu haben. Und ob er fragen sollte, was Souji in seinen Klamotten wollte, oder lieber nicht. Nicht, dass er ein Problem damit hatte, seine Sachen mit Souji zu teilen. Aber es ging ums Prinzip. Er wurde schon ganz gern vorher gefragt.
"Was", fragte Souji seine Füße, und Hajime zuckte mit den Schultern. "Ich habe nichts gesagt", sagte er. "Aber gedacht", sagte Souji. "Kannst du jetzt Gedanken lesen", fragte Hajime, aber das war rein rethorisch.
Hajime seufzte und ließ die Musik über sich spülen. Und über Souji. Wann würde Souji wohl zusammen brechen, die Platte ausmachen, seinen Ipod mit Chara einstöpseln und wie ein zuckerabhängiges Kleinkind durch die Wohnung tanzen und über seinen gelungen Scherz lachen?
Offensichtlich nicht so bald.
"Willst du drüber reden", sagte Hajime.
"Nee", sagte Souji.
"Okay", sagte Hajime. "Aber dann kommen wir nirgendwo hin hier, oder?"
"Wir kommen sowieso nirgendwo hin", sagte Souji, und hob langsam den Kopf. Hajime drehte sich zu Souji, und als er ihn ansah, genau ansah, zuckte es um seine Mundwinkel.
"Hast du versucht, dir die Haare abzuschneiden?"
"Hmpf", machte Souji. "Sie haben mich gestört."
"Aha", sagte Hajime. "Du siehst aus wie ein gerupftes Huhn."
"Danke", sagte Souji.
"Oder wie ein schwarzes Schaf, dass in einen Mixer gefallen ist."
"Oh Gott", sagte Souji und rieb sich mit den Fäusten über seine Augen. Sie waren rot.
"Meinst du, dass du Toshizou so gefallen wirst?"
Soujis Augen verengten sich, und er starrte durch Hajime hindurch. A-ha. Die Wurzel allen Übels, sozusagen.
"Mach dir keine Sorgen, du könntest dir die Haare lila färben, und du würdest Toshizou gefallen", sagte Hajime und hielt sich davon ab, über Soujis Haare zu streichen. Souji starrte immer noch durch ihn hindurch, mit grauen Augen, in denen man ausnahmsweise mal keine Bücher lesen konnte. Nicht mal eine Kurzgeschichte.
"Was", sagte Hajime noch mal.
"Doktor Hashimoto will mich ins Krankenhaus einweisen", sagte Souji, mit dünner Stimme. "Wegen so ’nem dummen Husten."
Souji war – war Souji war ein Wirbel von weiß und blau und Wut, wenn er mit Hajime im dojo kämpfte, war stahlgraue Augen, war stark. Souji war ein weißes zitterndes Bündel, wenn er mit Fieber im Bett lag, die Hände zusammengekringelt und in seinen Träumen von Welten murmelnd, bei denen Hajime nicht mehr mitkam. Souji war – Souji hatte rosa Wangen und Sterne in den Augen, wenn er von Schokolade, Chara und Hijikata-san redete, nicht unbedingt in der Reihenfolge. Manchmal wurde Hajime ganz schwindlig, wenn er an Souji dachte, und da war er vermutlich nicht der einzige.
Souji in schwarz mit dunklen, leeren Augen war neu, und sein mentaler Katalog war nicht schnell genug beim updaten.
"Das ist das dritte Mal dieses Jahr", sagte er, nur um etwas zu sagen.
"Ja. Ich möchte nicht."
"Hm."
"Ist das so unverständlich?"
"Deswegen – " Hajime machte ein weite, alles- und nichts sagende Handbewegung – "das alles?"
Souji zupfte am Halsausschnitt seines – Hajimes – schwarzen Pullovers. "Ich dachte…"
"Was."
"Weißt du, du klingst wie ein Papagei", sagte Souji und lächelte. Das Lächeln reichte nicht bis zu seinen Augen. Hajime schloss die Augen, und sagte nichts, als "Hush" zu "April" wurde. April is a cruel time, in der Tat, auch wenn es gerade September war.
"Esmachtdichstark", flüsterte Souji, so leise und schnell, das Hajime es fast nicht hören konnte.
Hajime atmete ein, atmete aus, fand das Zentrum seiner Gedanken nicht. Als das Schweigen unangenehm wurde, zwang er sich dazu, etwas zu sagen. "Es macht mich nicht stark, Souji. Es macht mich nur mich."
"Du bist stark", sagte Souji, fest und überzeugt.
"Du auch", sagte Hajime, und fügte hinzu: "und Toshizou denkt das selbe", während Souji den Kopf schüttelte.
"Denk was du willst, und ich denke, was ich will", sagte Hajime. "Aber du siehst ziemlich bescheuert in meinem Led Zeppelin-T-Shirt aus."
"Oh", sagte Souji. In dem Moment rettete das Klingeln von Soujis Handy Hajime davor, weitere tröstende Worte für seinen Freund zu finden, auch wenn der fröhliche, laute Klingelton ihn zusammenzucken ließ.
"Hey", sagte Souji leise, nachdem er auf das Display geschaut hatte, und die Nummer erkannt haben musste. Sein Telefon war so laut eingestellt, dass Hajime jedes Wort mitbekam, ob er nun wollte, oder nicht.
"Wo bist du", sagte Toshizou – wer sonst? - am anderen Ende.
"Bei Hajime", sagte Souji.
"Ich warte gerade auf dich."
"Ups."
"Ich hol’ dich ab", sagte Toshizou, und nach ein bisschen Geplänkel ob nun ja oder doch nicht das Hajime ganz entnervt allen verfügbaren Göttern danken ließ, dass er keine bessere Hälfte hatte, gab Souji Toshizou seine Adresse.
"Siehst du", sagte Hajime, und Souji sah ihn mit großen Augen an, als hätte er keine Ahnung, was Hajime gemeint hatte. "Was mach’ ich jetzt?", fragt Souji ihn. "Du machst, was du immer machst. Du bist du. Und ziehst meine Klamotten aus." Souji schüttelte den Kopf, aber Hajime stand auf und streckte sich.
"Ich, äh", sagte Souji.
"Was genau hast du mit deinen Sachen gemacht?" Souji machte den Mund auf, aber Hajime streckte nur die Hand aus und kniff die Augen zusammen. "Ich will’s nicht wissen. Bring sie mir sauber wieder."
"Okay", sagte Souji. Und: "danke" und Hajime sagte "ich habe nichts gemacht" und Souji sagte "ah", und April wurde zu Child in Time, aber Gott sei Dank nicht zu Smoke on the Water, und Hajime fragte sich, wann wohl Souji ihm das nächste Mal eine Reihe blauer Flecken im Dojo zufügen würde, und ob Toshizou daneben sitzen und Löcher in die Luft starren und Kondo-san in die Hände klatschen und lachen würde.
"In Krankenhäusern gibt es Schatten", sagte Hajime, fünf Minuten vor um zehn. "Ich weiß", sagte Souji. "Ich komme dich trotzdem besuchen", sagte Hajime. Souji sah ihn an, sah ihn richtig an, und Hajime wusste auf einmal wie Toshizou, zigarretenabhängig und grummelig und gesprächig wie ein Mönch, der ein Schweigegelübde abgelegt hatte, jemanden wie Souji in sein Herz schließen konnte. Falls er denn ein Herz hatte. Hajime war sich nicht ganz sicher.
Es klingelte. Souji sprang auf, öffnete die Tür und rief: "Hijikata-san ♥!" und nebenan wachte garantiert das Baby seiner Nachbarin auf.
Hajime folgte Souji langsam in den Flur.
"Wie siehst du denn aus", sagte Toshizou und hielt Souji um Armeslänge von sich, um ihn anzuschauen, von oben bis unten. Länger als nötig war.
"Hajime fand, ich sollte einen neuen Look ausprobieren", sagte Souji und grinste über beide Backen.
"Na klar. Und er hat dir auch die Haare abgeschnitten, oder was."
Hajime sah Toshizou an und war sich sicher, dass in seinen Augen nichts zu lesen war. Toshizou runzelte die Stirn. Hajime dachte an Katzen, Glöckchen und Soujis feinen Haaren in seinem Bad und der Schere auf dem Waschbecken, die er ohne Zweifel finden würde.
"Aber Hijikata-san, so ist es viel praktischer, wenn ich –" und Hajime dachte, er traute seinen Augen nicht recht, als Toshizou Souji an sich zog, in seine Arme zog, fest, fester, dass es Souji weh tun musste. "Souji ist Souji", hörte er Toshizou in Soujis Haare murmeln, aber er war sich nicht sicher.
"Wir gehen", sagte Toshizou.
"Bis bald", sagte Souji, hob die Hand und winkte Hajime wie verrückt zu.
Souji in weiß und Souji in pink und Souji in schwarz verließen mit Toshizou Hajimes Wohnung. Hajime beschloss, sich erstmal grünen Tee zu kochen, auf den Boden zu setzen und über die letzten drei Stunden zu meditieren.
They got it early in the morning
(love, love)
They got it late in the evening
(love, love)
no subject
Date: 2008-05-26 11:41 am (UTC)Naja, ich verabscheue dieses Pairing zwar, aber was solls XDDDD
Werd mich trotzdem an ner nicht vorbelasteten kritik versuchen, weil mir die Geschichte nämlich so gut gefallen hat ^^
Musst dich damit echt nicht verstecken Ö.Ö
Also... ich weiß hier wird nciht gebetat, aber an manchen stellen war es doch ziemlich holprig, und die wörtliche Rede war manchmal zu fließend in den Text eingebaut, was es auch schwerer zu lesen macht.
und ansonsten...
Die Welt die du da entwirfst ist interessant *nodnod*
mehr davon^^
ich find sie vor allem interessant, weil meine auf Videoprojekte spezialisierte Showgruppe derzeit genau so was macht, Peacemaker auf modern... Schon allein deshalb musste ich diese Fic einfach lesen XD
...gibt es in deiner Welt auch Shin und Saya? Ö.Ö
Und mir gefällt die Art und Weise wie du Saito und Okita beschreibst einfach sehr gut^^ Und Saitous Randkommentar über Hijikata war auch schnurzelig =3333
no subject
Date: 2008-05-26 11:58 am (UTC)Ja, ich war ein bißchen benebelt, als ich das geschrieben habe, wenn ich es irgendwoanders posten würde, würde ich es auf jeden Fall beta lesen lassen. Danke für den Kommentar! :)
Öh, Shin und Saya, da habe ich noch gar nicht tiefgreifend drüber nachgedacht. *hust*. Mein Lieblingcharakter ist halt Souji, also konzentriert sich meine Welt auf den. *g*
Danke noch mal fürs Lesen und Kommentieren! Das nächste Mal wird die fic hoffentlich weniger schluck-auf-mäßig. ;)
no subject
Date: 2008-05-26 12:19 pm (UTC)Ich bin halt eher Shinsengumifan und RPS ist nicht so mein Ding... und darum hab ich auch in Mangaadaptionen der Shinsengumi Probleme damit|DDDD
Ich find sie trotzdem ein tolles Gespann, nicht dass du das falsch verstehst XDD Nur halt nicht... so....
Ö.Ö Ja~~~~ Okita ist toll XD Auch wenn er in PMK ne Frau ist XDDDDDDD
Okita ist immer Liiiiiiiiiiiiiiiiiebe XD
Aber du kannst zumindest SHin doch auch noch auftreten lassen **
no subject
Date: 2008-05-26 09:44 pm (UTC)Aber ich finde - das ist groß. Wirklich. Wie Du schreibst, was Du weißt, und man fühlt jede Sekunde, daß Du es wirklich weißt, wie die Charaktere fühlen und denken, und was die Musik heißt, und wie alles aussieht und sich anfühlt... das ist so ehrlich, und es haut mich völlig um. Weil Du ja dazu noch (abgesehen von den echten Dialogen) so toll formulierst. Beta/ keine Beta hin oder her, es mag ja sein, daß da noch Details verbessert werden können, aber in seiner Essenz stimmt mit diesem Texte einfach alles.
no subject
Date: 2008-05-27 10:36 am (UTC)Danke danke danke. <3