der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Original
Challenge: Outsider-Perspektive
Wörter: 602
Charaktere: Max(imilane), Fred(eric) und Leo.
Warnung: sinnfrei und gepflastert mit Batman-Analogien
Widmung: Akane. - In der Hoffnung, dass das dem, was du wolltest, auch nur nahe kommt.
A/N: Bis grade wusste ich noch nicht, dass Max Comics liebt. Tut sie aber.
Und ich habe mir wirklich zwei Stunden lang einen daran abgebrochen. Ob gut oder schlecht.


Max war ein Sidekick. Ein absolut typischer Sidekick, schon immer gewesen. – Inzwischen hatte sie sich damit abgefunden. Es gab Schlimmeres, als der Robin zu Freds Batman zu sein, speziell, weil sie auf das lächerliche grün rote Kostüm verzichten durfte.
Und wie es sich für einen guten Sidekick gehörte, stand sie zweieinhalb Meter neben Fred und sah ihm dabei zu, wie er es versaute.
Zum wahrscheinlich hundertsten Male.
Fred war für gewöhnlich halbwegs eloquent, viel zu selbstbewusst und immer zu einem strahlenden Lächeln in der Lage. Und dann gab es Leo. Leo war... Freds Joker, wo sie schon einmal bei Batman-Analogien war.
Wo er auftauchte, verwandelte sich Freds mühsam geordnetes und bis ins kleinste Detail inszeniertes Leben in das pure Chaos. – Das fing bei den völlig unerklärlichen Computerabstürzen, die Leo verursachte, sobald er nur Word öffnete (von einem Browserfenster ganz zu schweigen), an und endete bei solchen Szenen.
Fred saß mit ihm an einem Tisch, knickte an dem Eselsohr in seinem Reclamheft herum, beobachtete eifersüchtig, wie Leo den Stift hielt, und sah aus wie ein geprügelter Hund.
Gott, natürlich war Fred irgendwie schwul. Natürlich hatte er sich irgendwo zwischen den alten Bildschirmen im PC-Pool rettungslos in den verwirrten, aufgedrehten Kulturgeschichte-Studenten verliebt. Natürlich war auch Leo mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schwul. Natürlich.
Und da hörte es dann auf. Der Rest der ganzen Geschichte... Max wusste nicht wirklich, was der Rest war. Ein rettungsloses Chaos aus Wollen, nicht Wollen und vor allem einfach nicht Können.
Fred konnte nicht ohne Leo.
Er konnte das verknallte Grinsen, wenn Leo auf der anderen Seite des Parks den Weg lang schlenderte, nicht unterdrücken.
Er konnte nicht aufhören, seine Ausgabe von Der Teufel und der liebe Gott zu verknicken.
Er konnte Leo nicht einmal zum Abschied umarmen.
Max hätte heulen können, jedes mal, wenn sie die beiden sah. – Sie mochte Leo, auch wenn er sich aufführte wie ein Eichhörnchen auf Crack. Sie liebte Fred auf gänzlich platonische, viel zu wissende Art und Weise. Und sie wusste, dass sie einander gut tun würden. Würden, wenn sie das auf die Reihe bekämen.
Im Moment brachten sie einander nur näher ans Grab.
Leo mochte Fred. Das war offensichtlich, das hatte er sowohl Max als auch Fred gegenüber zugegeben.
Fred mochte Leo. Das wussten zumindest er und Max. Leo sicher nicht. Um Himmelswillen nicht Leo.
Fred bekam in Leos Nähe Panikattacken. Und wenn er nicht in Leos Nähe war, wurde er vor Sehnsucht halb wahnsinnig.
Natürlich gab es da Altlasten, irgendeinen tief verschütteten Grund... Den gab es immer, nicht wahr? Menschen hatten nicht einfach so von sich aus, nur weil es so viel Spaß macht, Angst vor körperlicher Nähe. Fred ganz sicher auch nicht. Und dass sein Therapeut sagte, er könne es eigentlich nur probieren... Gut, das half bestimmt, nur eben Fred nicht.
Er sollte es Leo erklären... Sollte er wirklich, wollte er wirklich.
Und so saß er da und versaute es. Er bekam es nicht auf die Reihe. Und gab Leo den vierten Korb.
Nicht, dass das einem von den beiden helfen würde. Fred ohne Leo funktionierte einfach nicht mehr. Und Leo ohne Fred... auch das machte inzwischen wenig Sinn. Batman und der Joker halt.
Leo schüttelte den Kopf, legte den Bleistift zur Seite, kramte seine Aufzeichnungen zusammen und stand auf. Fred sah ihm nach.
Dann griff er nach dem Bleistift, klappte sein Buch zu und drehte sich zu Max um. Natürlich strahlte er von einem Ohr bis zum anderen.
„Ich hab’s versaut“, stellte er fest und kam die paar Schritte zu ihr herüber.
Sie zog ihn in eine Umarmung. „Ich weiß, Bruce.“
Sie war eben auch irgendwie Alfred.
„Bruce?“
„Vergiss es.“

Date: 2008-05-25 07:49 pm (UTC)
From: [identity profile] wieldy22.livejournal.com
YOU MADE MY DAY

Das ist irgendwie... toll. Auch wenn ich Batman nicht kenne.

Vergieb meine Einfallslosigkeit in Kommentaren. Ich fand das wirklich, wirklich gut. Ich könnte es gleich nochmal lesen und nochmal und nochmal, wenn ich mich damit nicht davon abhalten würde meine Wichtelstory für Animexx fertig zu schreiben.

Ich fühle mich jetzt irgendwie wie Fred.

*LOVE*

Date: 2008-05-26 10:18 am (UTC)
From: [identity profile] tristraine.livejournal.com
LOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVELOVE

Bei Batman kommt das Fangirly in mir so richtig zum Vorschein!
Die Geschichte ist toll...
Wer kennt das nicht, Leuten dabei zu sehen, wie sie es einfach nicht hinbekommen.
Und...*hier bitte ein Quietschen Einfügen* Ich liebe es, wenn sie ihn Bruce nennt *_*

Re: *LOVE*

Date: 2008-05-26 06:06 pm (UTC)
From: [identity profile] tristraine.livejournal.com
Wie könnte man Batman nicht lieben? *g*

Date: 2008-05-26 11:19 am (UTC)
From: [identity profile] chija.livejournal.com
Es ist Fred.
Alleine das hat mir gerade ein riesengroßes Grinsen auf das Gesicht gezaubert, auch wenn die Geschichte an sich ganz sicher irgendwie nicht zum Grinsen ist, und Max mir irgendwie Leid tut.
Aber es ist Fred und du hast es hingekriegt und die Batman-Analogien sind einfach nur genial.

Ich liebe sie. Und dich. Reicht das als Beweis, dass es dem, was ich wollte, nicht nur nahe kommt, sondern viel mehr ist als das?

Danke.

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