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Fandom: Hana Kimi
Personen: Rio, Umeda, Akiha, Minami
Song: The Surpremes: „You can´t hurry love”
Challenge: Outsider-pov
Widmung: Maddle
Anmerkung: So so random ... und ich hab erst um vier angefangen zu schreiben. Und überhaupt. ^^*



Ihr Kleid hatte mehr Blumen als ihr lieb war, aber ihr Ausschnitt war so fabelhaft getürkt, wie man das mit zwei A-Körbchen überhaupt hinkriegen konnte. Rio war ganz und gar angetan von sich.
Aber immerhin war das ihr Abschlussball, und der war wichtig, und alles, wirklich alles musste perfekt sein. Im Kopf ging sie eilig ihre Liste durch.
Fabelhafter Ausschnitt? Check. Glattrasierte Beine? Check. Neffe im Anzug? Check.

„Nette Frisur“, bemerkte Rio großzügig, nachdem sie ihm mit einem ausgiebigen Blick bedacht hatte.
Man durfte Minami nicht zu viele Komplimente machen – sein Ego war auch so schon viel zu groß. Gutes Aussehen verdarb den Charakter. (Gott sei Dank nicht bei ihr.)

Minami hob eine Augenbraue und ließ einen Blick an ihr hinabwandern. „Du siehst auch nicht allzu schlecht aus. Tante.“ Er grinste charmant.
Sie verzog das Gesicht bei dieser Bezeichnung. „Ach, sei still. Du bist nur zur Dekoration dabei.“
Und weil er ein begnadeter Tänzer war.
Aber das sagte sie natürlich nicht, denn wie schon erwähnt - Komplimente verdarben den Charakter.

Und weiter im Text … perfekte Haare? Check. Großer Bruder im Anzug? … Sie wandte den Kopf und blickte in die andere Ecke des Zimmers. Hah! Check.
Sie und Minami waren schon seit Stunden fertig … und auf wen mussten sie wieder warten, weil er nicht aufhören konnte, zu meckern?

„Erstens“, sagte Hokuto grade und er hatte seinen ‚Ich meine das toternst!’-Gesichtsausdruck, „Ich tanze nicht.“

Akiha nickte geduldig.
Er war immer geduldig. Rio fand, er musste der geduldigste Mensch der Welt sein, wenn er ihren Bruder tagein tagaus aushielt, ohne ihn erwürgen zu wollen.
Sie ließ einen anerkennenden Blick an ihm herunterwandern. Akiha gehörte zu den Männern, von denen man immer annahm, dass sie irgendwie albern aussahen im Anzug, aber er machte eine erstaunlich gute Figur. Genau wie Minami schaffte er es in allem, was er trug eine Aura lässiger Entspanntheit auszustrahlen. Als wäre das, was er anhatte einfach das einzig Passende.

Ihr Bruder dagegen … war nicht entspannt. Rio unterdrückte ein Grinsen. Er stand vor ihrem großen Kleiderschrankspiegel und zerrte an seiner Fliege herum, als sei sie eine Schlange, die grade versuchte ihn zu erwürgen.

„Zweitens“, fauchte er, „Ich esse nichts mit Blütenblättern. Oder in der Form von Blütenblättern. Oder … mit blumigen Namen.“

„Keine Blütenblätter“, versicherte Akiha ernsthaft. Er lehnte neben dem Spiegel und sah Hokuto dabei zu, wie er mit den Enden der Fliege kämpfte. In seinem Tonfall schwang die übliche Belustigung mit, aber sein Blick war überraschend sanft und ungewohnt ernsthaft.

Akiha hatte die Angewohnheit ihren Bruder mit einem Blick anzusehen, der Rio sogar aus drei Metern Entfernung weiche Knie machen konnte, so als sei er die beste Erfindung seit der stufenlose Bräunungskontrolle seines Toasters (und Gott wusste, wie begeistert er davon reden konnte).

Es war eine Schande, dachte sie bei sich, dass Hokuto niemals mitbekam, wie Akiha ihn ansah. Als ob es nicht einfach so … DA war, wie ein Elefant im Raum, so riesig und auffällig und für jeden sichtbar.
Ihr Bruder war einer der intelligentesten Menschen, die sie kannte … und trotzdem konnte er in dieser Beziehung so erstaunlich doof sein. Ahnungslos. Als ob er gar nicht bemerkte, dass grade das Beste passierte, was je in seinem Leben passiert war.
Sie hätte ihm ja längst ihre Meinung dazu gegeigt. Aber auch wenn er sich wirklich eine Menge von ihr sagen ließ, Ratschläge zu seinem Liebesleben gehörten leider nicht dazu. Es gab überhaupt kein Thema, wo er noch verschlossener war.

„Drittens“, sagte er grade, „dieses Jahr belebe ich niemanden wieder, der zu dumm ist einen Krabbencocktail zu essen.“

„Keine Wiederbelebung.“ Akiha nickte. „Alles klar.“

Hokuto gab ein frustriertes Geräusch von sich und zerrte unbehaglich an seinem steifen Kragen herum. „Leute, die zu dumm sind, ihren Krabbencocktail zu essen, verdienen es, daran zu ersticken“, murmelte er.
Die Enden seiner Fliege hingen lose und leicht zerknittert um seinen Nacken und Rio hatte sich grade vorgenommen, diesem Trauerspiel ein Ende zu machen, als Akiha plötzlich die Hand ausstreckte.

„Kein Tanzen“, zählte er auf, während er beiläufig vor Hokuto trat und begann seine Fliege zu binden. „Keine Blütenblätter. Keine Wiederbelebung von dummen Leuten. Kein Small-Talk über das Wetter.“
Seine langen, schlanken Finger bewegten sich wie selbstverständlich und völlig ohne hinzusehen. Zu Rios Überraschung wehrte sich Hokuto nicht dagegen, sondern ließ die Arme sinken und sah zum ersten Mal an diesem Abend ein bisschen entspannt aus.

„Wir gehen einfach hin, wir sehen umwerfend aus und applaudieren an den richtigen Stellen. Wir ignorieren alle Menschen, die du nicht leiden kannst und wir essen was“, fuhr er fort. „Und danach gehen wir nachhause und …“
Er neigte den Kopf und drückte Hokuto einen kurzen beiläufigen Kuss auf den Mund, bevor er ihm etwas ins Ohr flüsterte, was Rio aus der Entfernung nicht verstand.
„In Ordnung, Senpai?“

Und plötzlich kam Rio sich vor wie ein Spanner, weil dieser Moment ganz offensichtlich nicht für sie gedacht war und weil die beiden vollkommen vergessen zu haben schienen, dass sie nicht alleine waren.
Hastig wandte sie den Kopf ab und bemerkte peinlich berührt, dass Minami sie mit einem vielsagenden Gesichtsausdruck ansah. Röte schoss ihr in die Wangen.

„Was?“ zischte sie leise. „Was?“

„Nichts.“ Er grinste unverschämt.

„Ich bin nur ein verantwortungsbewusste Schwester“, fühlte sie sich genötigt zu sagen. Es war ja nicht so, als ob sie sich permanent in irgendwelche Sachen einmischte, die sie nichts angingen. „Ich mache mir eben Sorgen.“

Enchanté.“ Minami ergriff ihre Hand und drückte die Parodie eines galanten Handkusses darauf. „Davon bin ich überzeugt.“

Arschgeige.

Er ließ sie los und sie spielte mit dem Gedanken, mit ihren hochhackigen Schuhen nach seinem geschniegelten Anzug zu treten. Aber das hätte vielleicht ihren Lack zerkratzt.

„Seid ihr endlich fertig?“ ertönte in diesem Moment Hokutos ungeduldige Stimme. Überrascht drehte sie sich zu ihm um.
Er hatte die Arme verschränkt, aber seine Fliege saß tadellos und seine Haltung war entspannt. Was möglicherweise und möglicherweise nicht, etwas damit zu tun hatte, dass Akihas Hand auf seiner Schulter ruhte und ihn langsam massierte.

Und vielleicht, dachte sie, nur vielleicht war ihr Bruder doch nicht so doof und ahnungslos, was das Beste betraf, was je in seinem Leben passiert war, als sie bisher angenommen hatte.

„Wir kommen schon.“

Hokuto gab ein ungnädiges Geräusch von sich und rollte die Augen. „Immer muss ich auf euch warten.“

^Fin^

Date: 2008-05-26 05:48 pm (UTC)
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From: [identity profile] schwarze-elster.livejournal.com
Ich schließe mich Maddle an. Die zwei sind unheimlich süß und toll eingefangen. Und ich glaube, dass Akiha seinen Toaster wirklich liebt.

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