Team: Enterprise
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Leo Hölzer, Adam Schürk, Pia Heinrich, Esther Baumann
Pairing: Leo Hölzer/Adam Schürk
Prompt: Crack/Humor - "Ich hab's dir gleich gesagt" (fürs Team)
Anmerkung: 2/n, folgt hierauf.
“Na, da hat aber jemand beschissen geschlafen.”
Adam taxiert Esther nur mit einem wütenden Blick und umfasst seine Kaffeetasse fester, damit er sie ihr nicht direkt ins Gesicht pfeffert.
Er hat nicht beschissen geschlafen, er hat gar nicht geschlafen. Hat die ganze Nacht da gelegen und bei jeder Bewegung, jedem Atemzug von der anderen Bettseite nur darauf gewartet, dass Leo näher zu ihm rückt, dass sie sich irgendwann berühren. Irgendwann mitten in der Nacht hat Adam sogar kurz überlegt, ob er nicht einfach rüberrutschen sollte, nur um das Ganze abzukürzen.
Aber das hat er natürlich gelassen, hat sich lieber morgens um fünf aus dem Bett gewälzt, seine Sportsachen geschnappt und ist joggen gegangen.
Jetzt kann er von sich behaupten, die Gegend erkundet zu haben, und ja, so morgens in aller Stille ist es sogar richtig schön hier.
Was er besser zu schätzen wüsste, wäre er nicht so übermüdet und überreizt, wäre er sich nicht allzu sehr bewusst, dass Leo neben ihm steht und ihn so merkwürdig ansieht.
Also setzt er sich, und ignoriert einfach alle anderen am Tisch, hält sich an seiner Kaffeetasse fest und starrt aus dem Fenster.
Wenn es nach ihm geht, kann es auch so bleiben, einfach hier sitzen und abwarten, bis die nächsten zwei Tage vorbei sind, vielleicht unterm Buffettisch schlafen und morgens den Kellnern beim Eindecken helfen, das wäre doch auch nett.
Adam hängt weiter seinen Gedanken nach und ist fast so etwas wie entspannt, da klatscht jemand in die Hände, und er hört einen der Seminarleiter rufen, “So, dann gehen wir jetzt runter an den See zu unserer ersten Teamübung!”
Adam verdreht die Augen und schüttet den letzten Rest Kaffee runter, als neben ihm schon die ersten Stühle scharren.
Er fühlt sich ein bisschen wie beim Almabtrieb, wie sie alle das Hotel verlassen, ein Hornochse nach dem anderen.
Adam wühlt in seiner Hosentasche nach seinen Zigaretten, da stößt ihm jemand einen Ellebogen sanft gegen den Arm, und er muss eigentlich gar nicht hochsehen, um zu wissen, dass es Leo ist.
“Du erinnerst dich, worum ich dich gestern gebeten habe, oder?”
Adam hebt abwehrend die Hände, und setzt ein Lächeln auf, das sich extrem schief anfühlt, aber gerade halt auch reichen muss.
“Hey was? Ich bin total entspannt und euphorisch und zu allem bereit,” sagt er, und Leo sieht ihn nur skeptisch an.
Ja okay, das hat er sich selber nicht abgekauft, wäre ja auch wirklich sehr unwahrscheinlich.
So unwahrscheinlich wie die Chance, dass er gerade veräppelt wird, denkt er, als er am Ziel ihres Spaziergangs auf einen Haufen… er will nicht Schrott sagen, aber auch nur, weil der ganze Krempel zu neu aussieht.
“Was zum…” murmelt er vor sich hin, als weiter vorne auch schon jemand anfängt, ihnen ihre Aufgabe zu erklären.
Ein Katapult sollen sie bauen. Adam wartet nur darauf, gleich von Guido Cantz angesprungen zu werden.
Um ihn herum werden alle mit einem Mal geschäftig, und er überlegt noch, ob es wohl auffällt, wenn er jetzt einfach wieder zurück zum Hotel geht, da kommt Esther auf ihn zu, und drückt ihm mit einem “Da, mach dich mal nützlich” etwas in die Hand.
Einen Suppenlöffel.
“Äh, und was genau soll ich damit machen? Uns einen Fluchttunnel bauen?”
Pia lacht schnaufend durch die Nase, als sie durch einen Haufen Zeug wühlt, dann hält sie mehrere Seile und Holzstücke hoch.
“Also du hast immerhin schon mal unseren Wurflöffel. Den Rest improvisieren wir dann.”
Adam legt den Kopf in den Nacken und guckt entnervt in den Himmel.
Na bravo.
Wider Erwarten zerfleischen sie sich allerdings nicht nach fünf Minuten, und Adam hat sogar so was ähnliches wie Spaß, also sehr tief in sich drin, damit das auch ja niemand merkt, doch dann.
Dann macht er einen Schritt nach links als Leo einen Schritt nach rechts macht, mit einem Mal sehr nah und sehr warm und sehr scheißdirekt vor ihm steht, und dem nicht genug, liegt seine Hand auf Adams Hüfte, brennt sich gefühlt durch seinen Pulli.
Adam schluckt und macht einen Schritt zurück, murmelt “Oh sorry”, kommt irgendwie schief auf und verdreht sich irgendwie komisch.
Und stößt das beinah fertige Katapult um.
Dass natürlich so fällt, dass es in alle Einzelteile auseinander bricht.
Sein “Ach fuck” kommt synchron mit Esthers “Na super,” und er sieht, wie Pia einfach nur den Kopf in die Handfläche fallen lässt.
“Scheiße, sorry, das…”
“Hast du doch mit Absicht gemacht, bist doch ehrlich” raunzt Esther, und Adam zuckt zusammen, und reagiert, wie er halt immer reagiert, wenn er sich in die Ecke gedrängt und zu unrecht behandelt fühlt.
Er schnauzt zurück.
“Nee, hab ich nicht. Warum hätte ich das denn machen sollen?”
“Ja was weiß denn ich? Weil du das hier alles total scheiße findest und deshalb alles sabotierst?”
“Ja, klar. So sehe ich aus.”
“Ja. Schon.”
Adam bläst wütend Luft durch die Nase, und ihm wird bewusst, dass er die Hände zu Fäusten geballt hat, dass er zittert, und okay, er muss hier weg, bevor noch ein Unglück passiert.
“Wisst ihr was? Macht euren Scheiß doch alleine,” ruft er also nur und stampft davon.
Er weiß gar nicht genau, wohin er eigentlich geht, nur dass er gehen muss, also geht er.
Bis er nicht mehr weiter gehen kann, weil er am See angekommen ist.
Er schnauft wieder frustriert und wütend, als er sich eine Zigarette anzündet, bläst den Rauch wütend in die Luft.
Ehrlich, warum Esther es so auf ihn abgesehen hat, ist ihm ein Rätsel.
Irgendwann hat er mal was munkeln hören, dass sie sich übergangen fühlt, weil eigentlich sie die Leitung vom Team wollte, Leo aber ausgewählt wurde.
Das kann Adam sogar verstehen, und findet das auch scheiße, aber das ist ja nicht seine Schuld.
Manchmal, in besonders hellen Momenten, kommt ihm der Verdacht, dass sie sich vermutlich einfach zu ähnlich sind, mit ihrer cholerischen Art, dass sie einfach aneinander geraten müssen.
Aber es passt ihm einfach nicht, zumal er dieses Mal ja nun wirklich nichts gemacht hat.
Zumindest nicht mit Absicht.
Warum musste Leo auch plötzlich so da stehen, mit diesem Millimeter Abstand, den Adam so, so einfach hätte überwinden können, hätte er gewollt.
Naja, was heißt gewollt, natürlich hatte er gewollt.
Sich getraut aber nicht.
Adam fährt sich frustriert mit der Hand durch die Haare, starrt auf den See und raucht, und fragt sich, wie er den restlichen Tag überleben soll.
“Ach, hier bist du,” hört er hinter sich, und okay, vielleicht überlebt er den Tag auch einfach nicht, denn jetzt gerade ist er so nahe am Herzinfarkt, wie zuvor nicht im Leben.
“Alter, schleich dich doch nicht so an,” raunzt er Leo auch nur an.
Leo, der ihm natürlich nachgegangen ist, der natürlich mit ihm reden will, warum lässt der Kerl ihn nicht einfach in Ruhe, das kann doch nicht so schwer sein.
“Sorry,” grinst Leo nur verlegen, und Adam dreht sich augenverdrehend wieder zum See, kauft Leo das nicht ganz ab.
“Der Seminarleiter meint übrigens, wir müssen an unserer Kommunikation arbeiten.”
“Ach. Ist das so?”
“Mhm.”
Adam zieht an seiner Zigarette, wartet.
“Ich weiß, dass du und Esther nicht wirklich klarkommt. Ich meine, ich komme kaum mit ihr klar, und das ist in sich schon schwierig. Aber Adam, es sind zwei Tage.”
Adam lacht trocken auf, schnippt Asche von seiner Zigarette.
“Das klingt jetzt eventuell kindisch, aber ich hab nicht angefangen.”
“Dieses Mal.”
“Genau. Dieses Mal.”
“Ich weiß. Ich hab ihr gerade auch ganz schön Bescheid gesagt, nicht dass du meinst. Sogar Pia hat dich in Schutz genommen. Ist ja nicht so.”
“Mann, das war aber nett von ihr.”
“Adam.”
“Jaja, ist ja schon gut.” Adam lässt seine Kippe fallen, tritt sie mit einem Nachdruck aus, der eigentlich nicht nötig wäre, aber irgendwo muss er seine Wut ja lassen.
Dann dreht er sich wieder zu Leo.
“Pass auf, ich geb hier wirklich mein Bestes. Wenn es nach mir ginge, säße ich längst wieder zu Hause und würde irgendwas auf Netflix suchten. Aber ich bin hier, und ich bleibe auch, aber ich schwöre dir, wenn die mich noch mal grundlos anblafft, kann ich nix garantieren.”
“Okay,” sagt Leo, dann grinst er schief und fügt hinzu, “wobei ich jetzt eher gesagt hätte, du hast jetzt einen Ausraster gut.”
“Glaub mir, das weiß ich auch,” grinst Adam zurück, und er versucht wirklich, nicht zu bemerken, wie sich die Lachfalten an Leos Augenwinkeln bilden, wie seine Augen blitzen, wie extrem gut er gerade aussieht.
Aber da könnte er genauso gut versuchen, über den See zu laufen.
“Gehen wir wieder zurück? Wir debriefen jetzt unsere Ergebnisse,” reißt Leo ihn aus seinen Gedanken, und Adam versucht erst gar nicht, diesen Satz weiter zu verarbeiten, er fügt sich seinem Schicksal und geht mit Leo wieder zum Hotel.
Abends ist er tatsächlich so müde, dass er gar nicht lange überlegt, dieses Mal gar keinen langen Aufriss macht, sondern direkt ins Bett fällt, noch bevor Leo wieder mit seinem Buch bewaffnet auf ihn warten könnte, und er sieht Leos überraschten Blick ganz genau, lässt ihn aber unkommentiert, boxt lieber wieder sein Kissen und lässt sich auf die Matratze fallen.
“Der Seminarleiter meinte übrigens, dass er sich nicht sicher ist, ob wir wirklich dieses Seminar hätten buchen sollen. Also, nicht so direkt, aber ich hab es schon rausgehört.”
“Ich hab es dir doch gesagt, es ist eine Scheißidee.”
“Ja, das sag nicht mir, es war immer noch nciht meine Scheißidee.”
“Immerhin müssen wir den ganzen Quatsch nicht auch noch bezahlen,” gähnt Adam, streckt die Arme von sich.
Sein Unterhemd zieht sich bei der Bewegung hoch, und er greift nach dem Saum, um ihn wieder herunter zu ziehen, da nimmt er etwas in seinem Augenwinkel war, und er dreht kurz den Kopf.
Leo starrt genau auf den Streifen Haut, der noch sichtbar ist, und schluckt. Blinzelt, sieht in Adams Gesicht, und dreht sich weg.
Nicht bevor Adam sehen kann, trotz schummriger Beleuchtung, dass Leo hochrot anläuft.
Interessant, das findet Adam wirklich äusserst interessant.
Leo indes räuspert sich, und schaltet das Licht aus.
Adam gähnt wieder, schließt die Augen.
Er ist sich Leos Anwesenheit immer noch bewusst, und er denkt immer noch an dessen Blick, als er einschläft.
Fandom: Tatort Saarbrücken
Charaktere: Leo Hölzer, Adam Schürk, Pia Heinrich, Esther Baumann
Pairing: Leo Hölzer/Adam Schürk
Prompt: Crack/Humor - "Ich hab's dir gleich gesagt" (fürs Team)
Anmerkung: 2/n, folgt hierauf.
“Na, da hat aber jemand beschissen geschlafen.”
Adam taxiert Esther nur mit einem wütenden Blick und umfasst seine Kaffeetasse fester, damit er sie ihr nicht direkt ins Gesicht pfeffert.
Er hat nicht beschissen geschlafen, er hat gar nicht geschlafen. Hat die ganze Nacht da gelegen und bei jeder Bewegung, jedem Atemzug von der anderen Bettseite nur darauf gewartet, dass Leo näher zu ihm rückt, dass sie sich irgendwann berühren. Irgendwann mitten in der Nacht hat Adam sogar kurz überlegt, ob er nicht einfach rüberrutschen sollte, nur um das Ganze abzukürzen.
Aber das hat er natürlich gelassen, hat sich lieber morgens um fünf aus dem Bett gewälzt, seine Sportsachen geschnappt und ist joggen gegangen.
Jetzt kann er von sich behaupten, die Gegend erkundet zu haben, und ja, so morgens in aller Stille ist es sogar richtig schön hier.
Was er besser zu schätzen wüsste, wäre er nicht so übermüdet und überreizt, wäre er sich nicht allzu sehr bewusst, dass Leo neben ihm steht und ihn so merkwürdig ansieht.
Also setzt er sich, und ignoriert einfach alle anderen am Tisch, hält sich an seiner Kaffeetasse fest und starrt aus dem Fenster.
Wenn es nach ihm geht, kann es auch so bleiben, einfach hier sitzen und abwarten, bis die nächsten zwei Tage vorbei sind, vielleicht unterm Buffettisch schlafen und morgens den Kellnern beim Eindecken helfen, das wäre doch auch nett.
Adam hängt weiter seinen Gedanken nach und ist fast so etwas wie entspannt, da klatscht jemand in die Hände, und er hört einen der Seminarleiter rufen, “So, dann gehen wir jetzt runter an den See zu unserer ersten Teamübung!”
Adam verdreht die Augen und schüttet den letzten Rest Kaffee runter, als neben ihm schon die ersten Stühle scharren.
Er fühlt sich ein bisschen wie beim Almabtrieb, wie sie alle das Hotel verlassen, ein Hornochse nach dem anderen.
Adam wühlt in seiner Hosentasche nach seinen Zigaretten, da stößt ihm jemand einen Ellebogen sanft gegen den Arm, und er muss eigentlich gar nicht hochsehen, um zu wissen, dass es Leo ist.
“Du erinnerst dich, worum ich dich gestern gebeten habe, oder?”
Adam hebt abwehrend die Hände, und setzt ein Lächeln auf, das sich extrem schief anfühlt, aber gerade halt auch reichen muss.
“Hey was? Ich bin total entspannt und euphorisch und zu allem bereit,” sagt er, und Leo sieht ihn nur skeptisch an.
Ja okay, das hat er sich selber nicht abgekauft, wäre ja auch wirklich sehr unwahrscheinlich.
So unwahrscheinlich wie die Chance, dass er gerade veräppelt wird, denkt er, als er am Ziel ihres Spaziergangs auf einen Haufen… er will nicht Schrott sagen, aber auch nur, weil der ganze Krempel zu neu aussieht.
“Was zum…” murmelt er vor sich hin, als weiter vorne auch schon jemand anfängt, ihnen ihre Aufgabe zu erklären.
Ein Katapult sollen sie bauen. Adam wartet nur darauf, gleich von Guido Cantz angesprungen zu werden.
Um ihn herum werden alle mit einem Mal geschäftig, und er überlegt noch, ob es wohl auffällt, wenn er jetzt einfach wieder zurück zum Hotel geht, da kommt Esther auf ihn zu, und drückt ihm mit einem “Da, mach dich mal nützlich” etwas in die Hand.
Einen Suppenlöffel.
“Äh, und was genau soll ich damit machen? Uns einen Fluchttunnel bauen?”
Pia lacht schnaufend durch die Nase, als sie durch einen Haufen Zeug wühlt, dann hält sie mehrere Seile und Holzstücke hoch.
“Also du hast immerhin schon mal unseren Wurflöffel. Den Rest improvisieren wir dann.”
Adam legt den Kopf in den Nacken und guckt entnervt in den Himmel.
Na bravo.
Wider Erwarten zerfleischen sie sich allerdings nicht nach fünf Minuten, und Adam hat sogar so was ähnliches wie Spaß, also sehr tief in sich drin, damit das auch ja niemand merkt, doch dann.
Dann macht er einen Schritt nach links als Leo einen Schritt nach rechts macht, mit einem Mal sehr nah und sehr warm und sehr scheißdirekt vor ihm steht, und dem nicht genug, liegt seine Hand auf Adams Hüfte, brennt sich gefühlt durch seinen Pulli.
Adam schluckt und macht einen Schritt zurück, murmelt “Oh sorry”, kommt irgendwie schief auf und verdreht sich irgendwie komisch.
Und stößt das beinah fertige Katapult um.
Dass natürlich so fällt, dass es in alle Einzelteile auseinander bricht.
Sein “Ach fuck” kommt synchron mit Esthers “Na super,” und er sieht, wie Pia einfach nur den Kopf in die Handfläche fallen lässt.
“Scheiße, sorry, das…”
“Hast du doch mit Absicht gemacht, bist doch ehrlich” raunzt Esther, und Adam zuckt zusammen, und reagiert, wie er halt immer reagiert, wenn er sich in die Ecke gedrängt und zu unrecht behandelt fühlt.
Er schnauzt zurück.
“Nee, hab ich nicht. Warum hätte ich das denn machen sollen?”
“Ja was weiß denn ich? Weil du das hier alles total scheiße findest und deshalb alles sabotierst?”
“Ja, klar. So sehe ich aus.”
“Ja. Schon.”
Adam bläst wütend Luft durch die Nase, und ihm wird bewusst, dass er die Hände zu Fäusten geballt hat, dass er zittert, und okay, er muss hier weg, bevor noch ein Unglück passiert.
“Wisst ihr was? Macht euren Scheiß doch alleine,” ruft er also nur und stampft davon.
Er weiß gar nicht genau, wohin er eigentlich geht, nur dass er gehen muss, also geht er.
Bis er nicht mehr weiter gehen kann, weil er am See angekommen ist.
Er schnauft wieder frustriert und wütend, als er sich eine Zigarette anzündet, bläst den Rauch wütend in die Luft.
Ehrlich, warum Esther es so auf ihn abgesehen hat, ist ihm ein Rätsel.
Irgendwann hat er mal was munkeln hören, dass sie sich übergangen fühlt, weil eigentlich sie die Leitung vom Team wollte, Leo aber ausgewählt wurde.
Das kann Adam sogar verstehen, und findet das auch scheiße, aber das ist ja nicht seine Schuld.
Manchmal, in besonders hellen Momenten, kommt ihm der Verdacht, dass sie sich vermutlich einfach zu ähnlich sind, mit ihrer cholerischen Art, dass sie einfach aneinander geraten müssen.
Aber es passt ihm einfach nicht, zumal er dieses Mal ja nun wirklich nichts gemacht hat.
Zumindest nicht mit Absicht.
Warum musste Leo auch plötzlich so da stehen, mit diesem Millimeter Abstand, den Adam so, so einfach hätte überwinden können, hätte er gewollt.
Naja, was heißt gewollt, natürlich hatte er gewollt.
Sich getraut aber nicht.
Adam fährt sich frustriert mit der Hand durch die Haare, starrt auf den See und raucht, und fragt sich, wie er den restlichen Tag überleben soll.
“Ach, hier bist du,” hört er hinter sich, und okay, vielleicht überlebt er den Tag auch einfach nicht, denn jetzt gerade ist er so nahe am Herzinfarkt, wie zuvor nicht im Leben.
“Alter, schleich dich doch nicht so an,” raunzt er Leo auch nur an.
Leo, der ihm natürlich nachgegangen ist, der natürlich mit ihm reden will, warum lässt der Kerl ihn nicht einfach in Ruhe, das kann doch nicht so schwer sein.
“Sorry,” grinst Leo nur verlegen, und Adam dreht sich augenverdrehend wieder zum See, kauft Leo das nicht ganz ab.
“Der Seminarleiter meint übrigens, wir müssen an unserer Kommunikation arbeiten.”
“Ach. Ist das so?”
“Mhm.”
Adam zieht an seiner Zigarette, wartet.
“Ich weiß, dass du und Esther nicht wirklich klarkommt. Ich meine, ich komme kaum mit ihr klar, und das ist in sich schon schwierig. Aber Adam, es sind zwei Tage.”
Adam lacht trocken auf, schnippt Asche von seiner Zigarette.
“Das klingt jetzt eventuell kindisch, aber ich hab nicht angefangen.”
“Dieses Mal.”
“Genau. Dieses Mal.”
“Ich weiß. Ich hab ihr gerade auch ganz schön Bescheid gesagt, nicht dass du meinst. Sogar Pia hat dich in Schutz genommen. Ist ja nicht so.”
“Mann, das war aber nett von ihr.”
“Adam.”
“Jaja, ist ja schon gut.” Adam lässt seine Kippe fallen, tritt sie mit einem Nachdruck aus, der eigentlich nicht nötig wäre, aber irgendwo muss er seine Wut ja lassen.
Dann dreht er sich wieder zu Leo.
“Pass auf, ich geb hier wirklich mein Bestes. Wenn es nach mir ginge, säße ich längst wieder zu Hause und würde irgendwas auf Netflix suchten. Aber ich bin hier, und ich bleibe auch, aber ich schwöre dir, wenn die mich noch mal grundlos anblafft, kann ich nix garantieren.”
“Okay,” sagt Leo, dann grinst er schief und fügt hinzu, “wobei ich jetzt eher gesagt hätte, du hast jetzt einen Ausraster gut.”
“Glaub mir, das weiß ich auch,” grinst Adam zurück, und er versucht wirklich, nicht zu bemerken, wie sich die Lachfalten an Leos Augenwinkeln bilden, wie seine Augen blitzen, wie extrem gut er gerade aussieht.
Aber da könnte er genauso gut versuchen, über den See zu laufen.
“Gehen wir wieder zurück? Wir debriefen jetzt unsere Ergebnisse,” reißt Leo ihn aus seinen Gedanken, und Adam versucht erst gar nicht, diesen Satz weiter zu verarbeiten, er fügt sich seinem Schicksal und geht mit Leo wieder zum Hotel.
Abends ist er tatsächlich so müde, dass er gar nicht lange überlegt, dieses Mal gar keinen langen Aufriss macht, sondern direkt ins Bett fällt, noch bevor Leo wieder mit seinem Buch bewaffnet auf ihn warten könnte, und er sieht Leos überraschten Blick ganz genau, lässt ihn aber unkommentiert, boxt lieber wieder sein Kissen und lässt sich auf die Matratze fallen.
“Der Seminarleiter meinte übrigens, dass er sich nicht sicher ist, ob wir wirklich dieses Seminar hätten buchen sollen. Also, nicht so direkt, aber ich hab es schon rausgehört.”
“Ich hab es dir doch gesagt, es ist eine Scheißidee.”
“Ja, das sag nicht mir, es war immer noch nciht meine Scheißidee.”
“Immerhin müssen wir den ganzen Quatsch nicht auch noch bezahlen,” gähnt Adam, streckt die Arme von sich.
Sein Unterhemd zieht sich bei der Bewegung hoch, und er greift nach dem Saum, um ihn wieder herunter zu ziehen, da nimmt er etwas in seinem Augenwinkel war, und er dreht kurz den Kopf.
Leo starrt genau auf den Streifen Haut, der noch sichtbar ist, und schluckt. Blinzelt, sieht in Adams Gesicht, und dreht sich weg.
Nicht bevor Adam sehen kann, trotz schummriger Beleuchtung, dass Leo hochrot anläuft.
Interessant, das findet Adam wirklich äusserst interessant.
Leo indes räuspert sich, und schaltet das Licht aus.
Adam gähnt wieder, schließt die Augen.
Er ist sich Leos Anwesenheit immer noch bewusst, und er denkt immer noch an dessen Blick, als er einschläft.